Ulli Gaus zweite Schnipselspende (6): Ballspiele

 

Weiter gehts mit Ullis bewegten Schnipseln. Diesmal wurden es Ballspieler: zwei schwere Eltern und zwei leichte Kinder.

Hier habe ich sie ausgeschnitten …

Mit dem Negativ arbeitete ich dann weiter:

Das Spiel gefiel mir so gut, dass ich auch noch andere Hintergründe ausprobierte.

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Ulli Gaus zweite Schnipselspende (5). Das Kind im Baum

Aus einer Mappe mit alten, zum Zerreißen bestimmten Bildern zog ich gestern einen Baum, den ich vor sehr vielen Jahren mit Deckfarben gemalt hatte. Das Papier ist vergilbt und an den Kanten angebräunt.

Manche von Ullis Schnipseln sind dunkel mit vegetativen Oberflächen, und so machte ich mich daran, den Baum „auszulegen“: Das blaue Kind würde sich dort oben ein Nest bauen, um sich sicher vor der Welt seinen Träumen hinzugeben.  Um die Welt zu bereisen, ohne den sicheren Hort zu verlassen, erträumte sich das blaue Kind ein kleineres Double seiner selbst, dazu auch ein Fluggerät aus Ästen und Laub.

Und schon ist es in der bekannten („meiner“) Bucht, startbereit:

Über weite Landschaften zieht es dahin…

… macht, durstig geworden, eine Zwischenlandung in einem Wassserglas …

…lässt sich vom sicheren Strand aus in den Abend hineintreiben….

…bis der volle Mond aufsteigt und sich sein Traumgefährte im farbigen Himmel verliert.

 

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Ulli Gaus zweite Schnipselspende (4): Das Blumenboot

Dies ist in gewisser Weise eine Fortsetzung des vorigen Eintrags:

Hinten an sein Boot hat das Kind ein zweites Bötchen angehängt, beladen mit Blumen. Die will es seinen zerstrittenen Eltern bringen.. Denn es liebt beide. 

  +  =

Der Blumenkahn, Fotocollage mit Legebild, 2020-07-05

 

 

 

 

 

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Ulli Gaus zweite Schnipselspende (3): Wenn Eltern sich nicht mehr vertragen

Ulli hat mir mit ihren Schnipseln auch zwei gezeichnete Figuren geschickt: einen Mann von vorn und eine etwas größere Frau von hinten, dazu auch ein fotografiertes Kind. Diese drei „Schnipsel“ bestimmen stark das Geschehen, sobald ich sie einsetze. Es wird fast zwangsläufig psychologisch.
Diesmal habe ich die drei Figuren-Schnipsel fast allein sprechen lassen. Da seht ihr dann auch die Größenverhältnisse von Unterlage und Schnipseln.

Wenn Eltern sich nicht mehr vertragen …. was geschieht mit dem Kind?

Wird das Kind zwischen den Eltern zum Pingpong-Ball?

Wird das Kind zwischen den kämpfenden Eltern zum Pingpong-Ball?

Schippert das Kind davon in die Welt seiner Träume?

 Schippert das Kind davon in die Welt seiner Träume?

Umgeben Vater und Mutter das Kind mit ihrer Liebe auch dann, wenn es zwischen ihnen blitzt, donnert und kracht?

Umgeben Vater und Mutter das Kind mit ihrer Liebe auch dann, wenn es zwischen ihnen blitzt, donnert und kracht?

Für das letzte Legebild habe ich eine früühere Zeichnung als Hintergrund benutzt. Hier das Original: Graphitstift und Kreide auf gauer Pappe. 

Zeichnung mit Graphit und Kreide auf grauem Karton

 

 

 

 

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Ulli Gaus zweite Schnipselspende (2): Vogelzüge

Heiß ist es, nicht gut zum Schlafen. Also setzte ich mich auf den Balkon und legte noch ein Ulli-Legebild.

Das Kind schafft sich weiterhin seine träumerische Welt. Und da es Vögel liebt, kommen sie angeflogen und angeschwommen, sobald es in seinen Wassertropfen-Zauberspiegel schaut. Mit dem größten Vogel macht es sich in der Vollmondnacht auf die Reise.

Vogel-Portraits

Da fliegt der Kleine auf dem Rücken des Vogels in den Sonnenuntergang.

 

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Neue Schnipselspende von Ulli Gau: Am Meeresstrand (Legebild)

Wieder in Maroussi, fand ich den Umschlag mit Ullis neuen Schnipseln und freute mich sehr. Denn ein wenig Trost konnte ich gut brauchen. Ich fand auch eine Benachrichtigung über eine andere Sendung – leider ohne Angabe, von wem sie ist. Die kam am 12. Juni und ist womöglich an den Absender zurückgegangen. Am Montag werde ich bei der Post nachfragen. War es vielleicht deine Sendung, Babsi? Oder hat mir jemand anders etwas geschickt?

Ullis neue Schnipsel sind, wie auch ihre ersten, sehr eigenwillig, formenreich-raumgreifend, schwer zu bändigen. Die früheren waren rötlich-orange, diese nun tanzen in wunderbaren Blautönen, wie kühlende Meereswellen. Es gibt auch Brauntöne mit Goldglanz und Musterungen, strenge Dreiecke, Balken, Blumenrosetten und kleine gezeichnete Figuren.

Du denkst vielleicht, aus so eigenwilligen Schnipseln Bilder zu legen, sei einfach? Weit gefehlt. Die Einzelteile müssen sich ja in ein neues Konzept einfügen, müssen sich unterordnen, und das mögen sie gar nicht so gern. Besonders die großen ausschweifenden Formen haben es in sich, denn sie sind sehr prägnant und ausdrucksstark.

Ich gab ihnen zunächst nach: legte Meereswellen, dazu auch Felsen und Häuser. Aber eine Harmonie wollte sich nicht einstellen. Dann suchte ich nach Möglichkeiten, Figuren zu legen. Und was kam dabei heraus?

Da sitzt also ein Kind auf einem Felsen am Strand, in der Ferne im Haus die Eltern. Haben sie sich gestritten und das Kind ist traurig? Oder geht jeder einfach seinen Arbeiten nach, und das Kind träumt in die Wellen hinein?

Und wie es so auf die Wellen schaut, beginnen merkwürde Wesen darin zu tanzen. Oder sind es Kinder, die herumtoben, und das kleine blaue Kind schaut sehnsüchtig, würde gern mittun? Wer kann das wissen? Was meinst du?

Jedenfalls haben sie schon mal einen Platz im Bilderbuch gefunden.

 

 

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Hand, halt das Steuer! (Bildentwicklung als seelischer Prozess)

Neuer Columbus

Drei Stadien, in denen sich das Bild heute Nacht entwickelte:

Im Endbild ist das Segel der ersten Variante als Fels an die Küste hinausgesetzt. Jetzt nmmt das Schiff  Fahrt auf in Richtung des offenen Meeres. „Ins Blaue“.  Schiff und Hand des Bootsführers sind verstärkt, das Segel ist entfaltet und mit einer Sonne bestückt, der rote Streifen steht senkrecht. Das Legematerial stammt von Jürgen Küster, Susanne B, Bruni Kranz und mir.

Die Titelzeile stammt aus dem Gedicht von Friedrich Nietzsche: „Der neue Columbus“ (Gedichte des Prinzen Vogelfrei in „Die fröhliche Wissenschaft“)

Fremdestes ist nun mir teuer!

Genua, das sank und schwand

Herz, bleib kalt! Hand, halt das Steuer!

Vor mir Meer – und Land? – und Land?

Zum Topos „Die Lebensfahrt auf dem Meer des Lebens“ fand ich einen Literaturhinweis mit einigen schönen Textbeispielen aus zwei Jahrtausenden.

Nietzsche selbst nannte den Lebensgang eine Fahrt auf dem Meer – was immerhin bemerkenswert ist, denn er wurde stets schrecklich seekrank. Nicht nur zu meinem Legebild, auch zu diesem Gedicht gibt es (in Nietzsches Nachlass) etliche Varianten. Offenbar hat es ihn sehr beschäftigt. Eine Variante:

Dorthin w i l l  ich, und ich traue

Mir fortan und meinem Griff!

Offen ist das Meer: in’s Blaue

Treibt mein Genueser Schiff

Das ganze Gedicht findest du bei https://gerdakazakou.com/2016/10/09/eine-fahrt-ins-blaue/

Ich selbst werde morgen das Steuer des Autos fest halten müssen, denn wir fahren für eine Woche nach Athen. 

 

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Monduntergang und anderes Nächtliche

Gegen halb vier in der Nacht ging der Mond über dem Meer unter. Lange hatte ich ihm auf seinem Weg zugeschaut, von dort oben auf meiner Terrasse. Nun sah er, zusammen mit dem Widerschein auf dem Wasser, aus wie ein himmliches Ausrufungszeichen.

Zwischendurch trieb es mich immer wieder die Treppen hinunter zum Grab und zum Atelier. Mit den großen dunklen Schnittresten aus Jürgens Kollektion (Jürgen Küster), dazu auch Farbiges von Susanne B, Bruni und mir baute ich mir eine Szenerie, die ich mit Brunis kleineren Stücken ausschmückte und belebte.

Es sind in etwa dieselben Stücke, die ich auch fürs Grabmal verwendete. Hier noch eine Ausschnitt-Bearbeitung.

Ausschnitt, bearbeitet

 

 

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Abschied vom Juni: Ein Grab für Tito

 

Titos Grab unter dem Feigenbaum, am Fuße der Treppe. 2020-06-28

Den Januar verabschiedete ich mit Tito und die Blumen

Den Februar verabschiedete ich mit  Ein Filmabend mit Tito.

Den März verabschiedete ich nicht, sondern zeigte meine Tarotkarten über den Tod und die Mäßigkeit.

Den April verabschiedete ich nicht. Das Ende des Mai brachte mir, endlich, die Rückkehr in die Mani. Glücklich begrüßte ich die lang vermisste Landschaft, das Meer. Und Tito hatte seinen Garten wieder. Hier war er geboren, hier war sein eigentliches Zuhause.

Und der Juni? Wie soll ich ihn verabschieden? Mit Titos Grab?

Er hat ja noch einem Monat lang hier gelebt, mühsam zwar, immer langsamer werdend, zuletzt mussten wir ihn die paar Stufen in den Garten tragen. Eine Weile bemühte er sich noch, mit uns den Nachtspaziergang zu machen, trottete von Busch zu Kraut, hob das Bein, seine helle Gestalt wanderte langsam durch den nächtlichen Olivenhain, ich stand und schaute ihm zu, gelehnt an den Stamm eines Baumes, sah hinauf ins Sternengefunkel, hörte das Zirpen der nächtlichen Insekten. So still war es, und rein die Luft, kühl. Tito ging bis zu einer Stelle mit hohem Gras, fraß auch ein paar Halme, weiter unten schreckten Ziegen auf, sahen zu ihm hin, fluchtbereit. Ach, mein armer kleiner Hund, gegen die großen Ziegen hätte er gar keine Chance gehabt. Aber das wussten sie wohl nicht.

Dies und vieles wäre zu erzählen über den Monat Juni, der mir auch das Schwimmen im Meer schenkte. Aber ich muss ihn nun weinend verabschieden. Eine Träne fiel in sein Auge, als er starb. Da funkelt sie nun.

IMG_3715

meine Träne in Titos totem Auge

Denn mein Tito ist nicht mehr. Und nun ist das Haus leer, leer.

Doch will ich nicht vergessen, welche Freuden er mir brachte, und welchen Trost ihr mir mit eurem Mitgefühl bereitet habt. Ein besonderer Dank gebührt dir, Bruni, denn deine fröhlichen Schnipsel haben mir an diesen schweren Tagen Kraft gegeben, und so konnte ich einige sehr lebensvolle, fröhliche Bilder legen.  Und auch ein Grab für Tito.

Auch eine himmlische Version habe ich gemacht. Denn „auch die Belferlein sollen in den Himmel kommen“ (Martin Luther).

Nun Adieu Juni, sei mir gegrüßt: Juli.

 

 

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Kummer. Tito ist tot.

Titos letzte Stunde

Wir haben es ja erwartet, Tito war schon lange nicht mehr derselbe. In den letzten Tagen konnte er sich nur noch mit Mühe auf die Füße stellen, er taumelte, fiel, die paar Stufen in den Garten mussten wir ihn tragen. Heute mittag nun ist er gegangen. Er kämpfte sich tapfer durch. War ja überhaupt ein tapferer Hund. Und obgleich der Kummer mich würgt, bin ich doch auch dankbar, dass es geschafft ist.

Tito stirbt

Deine liebe Schnauze wird sich nicht mehr auf mein Knie legen, deine feinen Ohren, dein seidenweiches warmes Fell, dein unternehmungslustiger Schwanz – Vergangenheit. Nicht mehr wirst du aufspringen, wenn P zum Spaziergang pfeift, oder wenn ich mir Leine und Spazierstock greife. Ach, Tito, Lieber, fast vierzehn Jahre, seit wir dich fanden, bist du unser Prinz gewesen, liebend und geliebt von allen, die zu uns kamen. Adieu mein Kleiner! Adieu! Und danke für alles! Danke.

Tito ist tot

Nun muss ich von Erinnerungen an dich leben. Zum Glück gibt es sehr viele, und viele habe ich auch festgehalten. ZB diese:

Alltag 6: Zusammenleben mit Tito

 

 

 

 

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