Abschied vom Januar 2020: Tito und die Blumen

  Ich: Der Januar ist fast vorbei. Und da waren doch noch so viele Januar-Bilder, die ich nicht gezeigt habe! Wenn nicht jetzt, wann dann?

  Tito: Vergiss sie. Wenn ich drauf bin, kannst du sie zeigen. Die anderen Bilder interessieren niemanden.

  Ich: Und doch! Du wirst sehen! Eine Mohnblüte im Januar, die ist fast so erstaunlich wie du. Oder die „Unsterbliche“, neben der ein neuer Spross rauskommt, ich weiß nicht, ob das eine andere Pflanze ist? oder die Blüte, deren Namen ich nicht kenne. Oder diese fantastische Iris.

 

  Tito: Was du immer mit den Blumen hast. Wozu sind die nütze?

 

 

 

 

 

 

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Stillleben im Raum – Zusammenschau der Januar-Zeichnungen

Bin seit zwei Tagen wieder in Athen, das Kaminzimmer mit seiner Büchereule, seinem Eisentischchen, dem Eulenbecher und was sich sonst noch dort einfand, ist nicht mehr – außer als Bild und Erinnerung. Den ganzen Januar über habe ich dieses Thema immer wieder aufgegriffen und möchte es nun noch einmal im Zusammenhang betrachten. Du vielleicht auch?

Zuerst die schwarz-weißen Originalzeichnungen, beginnend einer feinen kleinen Skizze von Vase und Boot, den Apfelspielen und dem „gemeinsamen Zeichnen“ über einfache Früchte-Stillleben bis hin zu immer komplexeren, den Raum einbeziehenden Szenen:

Einige Male ergänzte ich diese Zeichnungen durch Farben, die ich mit Filzstiften eintrug:

Ferner gibt es viele Experimente mit digitaler Bearbeitung. Da sind die farbverstärkten und mit Filtern bearbeiteten Zeichnungen (4),  dann die, bei denen ich mit der Übertragung von Foto-Elementen in Zeichnungen und umgekehrt experimentierte (5), schließlich die durch Schnitte aufgelösten und neu zusammengesetzten Bilder (3).

 

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abc etüde: Eine Tigerstory (Kata-Strophen)

Der PapierTiger, der die abc-Etüden grad aufmischt, trabt auch durch meine Gedanken und Träume. Die Bilder zur Story waren diesmal vor dem Text fertig. Danke, Christiane, danke Donka vom Blog OnlyBatsCanHang.

 

Eine Tigerstory

In einem Laden

bei Baden Baden

stand ein Tiger und seufzte,

heimlich die Nase sich schnäuzte.

Belanglos war dieses sein Leben!

Es müsste doch Besseres geben,

als jahrein jahraus zu verstauben

 und jedem Idioten erlauben

 ihn frech zu befingern,

und dann zu den Dingern

auf dem Hochbord zu stellen,

zu Gnus und Gazellen.

Ach,  er war nur aus Holz,

und dennoch sehr stolz.

 

Des Nachts, wenn die anderen schliefen

War ihm als ob Stimmen ihn riefen

Er schlich zu dem Spiegel und sah:

ein neuer Bewohner war da.

Ein Tiger, grimmig und frei,

Ihm schien, dass er selber es sei!

Sein Höheres Ich, sein Tigergeist

Der ihm den Weg in die Freiheit weist.

„Komm mit“, so hörte er grollen

„Komm mit, du brauchst nur zu wollen.

Wir Freien sind nur noch ein paar

Bald heißt es: ‘Der Tiger der war

Ein großer Räuber und prächtig zu schauen

Mit gestreiftem Fell und mächtigen Klauen.’

Ein Flugzeug nehmen, nach Indien fliegen

Und gleich zum nächsten Dschungel abbiegen.

Das wäre das beste, doch ließ man die Tiger

Nicht rein in den Flieger.

So strichen sie weiter durch die Nacht

Die hat sie an einen Hafen gebracht

Da plätscherten sachte die Wellen

Sie hörten auch Hunde laut bellen.

Die Boote waren für Tiger zu klein

Da passten sie beide gar nicht hinein.

Sie trollten sich traurig vondannen

Die Stunden, ach, sie verrannen.

Bald sind die Nacht und der Zauber zu Ende

Und im Leben des Tigers gibt’s keinerlei  Wende

Er trabt geschlagen zurück ins Regal

Und  murmelt beschämt: „Bis zum nächsten Mal.“

Der andere? Das fragst du? Den zeichnet ich mir

Mit ein paar Strichen auf einem Papier.

Ein Papiertiger, genau, du hast es erkannt.

Mit lebenden Tigern von ferne verwandt.

Ich mochte die beiden

Gut leiden,

Gewährte ihnen aus Mitgefühl

Ein Nachtasyl.

 

 

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Am Kamin. Abwanderung der Bildelemente

Hier nun noch die Bearbeitung der schwarz-weißen Erstfassung der heutigen Zeichnung (Büchereule vor dem Kamin). Diesmal gibt es keine Spiegelung wie beim Andenkenladen, keine freundliche Verdoppelung und Verdreifachung, keine Konzentration nach Innen. Ganz im Gegenteil: die Bild-Elemente streben auseinander. Ich musste an den „Aufstand des Aquädukts“ denken, den Paul Klee 1937 malte. Das Konkurrenzdenken hat alle erfasst, Bindungen lösen sich auf. Bild, Boote, Eule, Becher, Vase, Rose –  verlassen den ihnen zugewiesenen Platz und machen sich auf die Socken, jeder für sich, um einen Platz an der Sonne zu finden. Am Ende ist jeder allein.

Schlussbild

IMG_1870f

Morgen reisen wir nach Athen. Dann ist erst mal Schluss mit dem Kamin und dem runden schwarzen Gartentisch.

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Kaminszene (tägliche Zeichnung und Transformation eines Fotos)

Noch einmal, mit schnellem Filzstift diesmal, hab ich das schwarze Tischchen mit einem Stillleben drauf gezeichnet. Die Büchereule, sonst auf dem Kaminsims stehend, ließ sich herab, nachdem ich zwei Bücher als Lockmittel einsetzte (Aristoteles). Sonst dasselbe wie gehabt, nur dass jetzt die Kaminecke mit Gemälde und Booten den Hintergrund bildet.

 

IMG_1870web

Originalzeichnung

Natürlich beließ ich es nicht bei dieser Schwarz-Weiß-Fassung, sondern überging sie mit drei andersfarbigen Filzstiften: Geld, Rot, Blau. Denn Kinder jeden Alters müssen spielen.

Wie bei den gestrigen „Hybriden“ machte ich mich auch heute daran, ein Foto der Szene sukzessive mit Teilen der Zeichnung zu „überkleben“, bis zuletzt die Zeichnung übrigbliebe. Links zeige ich immer das Originalfoto, rechts, wie das Foto sukzessive durch Elemente der Zeichnung ersetzt wird.

a) zentrale Szene ausgetauscht

b) Gemälde und Boote ausgetauscht

c) Hocker und Kaminummauerung ausgetauscht

d) Tisch-Unterteil und Kaminöffnung ausgetauscht, Kamin berichtigt, Kontraste verstärkt

e) Originalfoto und Oiginalzeichnung

 

 

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Montag ist Fototermin: Tito im Licht, Zeus, Schnickschnack-Lädchen.

a) Tito im Licht (Durchgang zum Strand von Paliohora, Januar 2020)

Er sieht hier ein bisschen gedrungen aus, leider, in Wirklichkeit ist er viiiiell schöner. Warum musste er sich auch wegdrehen? Es war eine so schöne Szene.

(b) Spurensuche (Feldweg Megali Mantinia, Januar 2020)

An den Hängen der Olivenhaine lagen einzelne weiße leere Plastiksäcke für Dünger herum. Ich ärgerte mich ein bisschen, wunderte mich aber nicht weiter. Denn schließlich lassen die meisten liegen, was sie nicht mehr brauchen können. Bis ich mitten in der Pampa auf eine Ansammlung von Plastikstreifen stieß, die offenbar von den Säcken stammten. Das war mir dann doch zu bunt. Ich ging hin, um sie einzusammeln. Da sah ich, dass die Streifen, leicht verweht, ein Wort bildeten: ΖΕΥΣ (ZEUS). Den alten Gott hatten sich anscheinend ein paar Jugendliche als Code für ihre Schnitzelljagd erkoren. Ich kam ins Sinnieren. Was ist uns ZEUS, einst Weltenherrscher, heute, gibt es ihn, sollten wir ihn ehren? So viele Feen, Wichtel, Geister feiern im Bewusstsein der modernen Menschen Auferstehung, warum nicht auch die gewaltigen Titanen, die griechischen Götter, die so viele Dichter inspirierten? Vielleicht hilft der Gott ja auch in Sachen Klimawandel? Wetter war ja seine Zuständigkeit – wie übrigens auch die anderer Höchstgötter, etwa Jehova.

(c) Asiatisch-afrikanischer Krimskrams-Laden (Kalamata, September 2019).

Frau Wildgans möchte gern einen Kramladen der Art haben, wie ich heute Nacht einen kreierte. Also kramte ich Fotos von einem Laden in Kalamata heraus – nicht ganz so eulig, mit weniger Büchern, aber mit herrlichem Schnickschnack. Die liebenswerte griechische Besitzerin ist mit einem Ägypter verheiratet, daher.

 

 

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Der Andenkenladen (digital bearbeitete Zeichnung)

Meine heutige Zeichnung habe ich noch mal gründlich digital bearbeitet. Und so entstand ein Andenkenladen, in dem Eulentassen, künstliche Blumen, Bilder, Bücher und alte Gravouren wie diese verkauft werden.

Der Andenkenladen. digital bearbeitete Zeichnung. 2020-01-26

 

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Tägliche Zeichnung und ein wenig Hexerei.

Heute nahm ich mir wieder Zeit für eine gründlichere Zeichnung. Das Motiv änderte ich nur wenig: wieder die weiße Kugelvase mit den weißen Rosen und der künstlichen Stechpalme, wieder der Eulenbecher und die eine verbliebene Mandarine auf dem runden schwarzen Tisch. Dazu kamen diesmal eine Lokalzeitung, ein Büchlein, ein Heft, meine Brille.

Den Raum nahm ich diesmal größer, denn ich wollte das „Eulengitter“ des Fensters mit dem Eulenbecher in Beziehung setzen – eine Idee, die durch die gestrigen Experimente (letzte Version) entstand. Dadurch kam auch ein Gemälde von mir mit ins Bild.

Wie gestern fabrizierte ich auch heute „Hybride“. Dafür machte ich ein Foto des Motivs, das ich entfärbte. In dieses Schwarz-Weiß-Foto fügte ich sukzessive Elemente der Zeichnung ein. Links siehst du immer das SW-Foto, rechts dasselbe Foto, aber mit sukzessive mehr eingeklebten Elementen der Zeichnung, bis schließlich das Foto der Ursprungszeichnung gegenübersteht. Die habe ich nicht nach dem Foto, sondern direkt vor dem Motiv gezeichnet. Das Foto machte ich erst hinterher, ungefähr aus demselben Winkel. Hab Spaß!

(a) gezeichnete Blume-Fenster-Becher hinzugefügt

(b) plus gezeichnete Gemälde-Buch-Heft-Brille-Mandarine

(c) plus gezeichnete Zeitung

(d) Ursprungs-Zeichnung.

 

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Hybride (tägliche Zeichnung und Foto-Zeichnung-Montage)

Ich kam dieser Tage nicht viel zum Zeichnen, die tägliche Skizze schaffte ich aber doch. Heute war es erneut die weeiße Kugelvase, diesmal mit zwei frischen weißen Rosen aus dem Garten, einer Mandarine und einem Eulenbecher.

Ich machte dann noch ein Foto von meinem Motiv, das mir gefiel. Und so kam mir die Idee, mir ein Beispiel an der experimentellen Haltung der modernen Genetik zu nehmen und Hybride aus Fotografie und Zeichnung zu schaffen.

Fotografieren – Ausschnitt von Foto und Zeichnung wählen – Ausschnitt entfärben – Zeichnung und Foto nebeneinander montieren: das waren die ersten Schritte, von denen ich jetzt nur den ersten und letzten zeige:

 

Dann fabrizierte ich zwei Hybride. Ich bin keine besonders sorgfältige Ausschneiderin, mir kommt es vor allem auf den Gedanken an, den ich mit den beiden Bildern illustriere.

(a) Einmal verwandle ich die Schwarz-Weiß-Zeichnung nach dem Einkleben von Fotoelementen in ein farbiges Bild, (b) das andere Mal verwandle ich das Farbfoto nach Entfärben und Einkleben von Elementen der Zeichnung in ein Schwarz-Weiß-Bild.

a) ausgeschnittene Fototeile auf die Zeichnung kopiert – drei Schritte:

 

b) ausgeschnittene Teile der Zeichnung ins entfärbte Foto kopiert.

Na, welche Züchtung gefällt dir besser? (a) die Zeichnung mit hinein kopierten Fotoelementen – farbig, oder (b) das Foto mit hineinkopierten gezeichneten Elementen – schwarz-weiß c) keine von beidem.

 

 

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Artemissia im Taygetos-Gebirge (Fotogafien)

Eigentlich wollten Magda und ich heute tiefer ins Gebirge fahren, aber ein großer spitzer Stein beendete unsere Fahrt mit einem Knall. Ein Vorderreifen von Magdas Autos war zerplatzt. Steinschläge gehören auf der alten Chaussee, die von Kalamata nach Sparta führt, fast   zur Normalität. Wartend auf den Mechaniker von der Straßenhilfe, änderten wir unsere Pläne. Wir würden mit dem Ersatzreifen keine Fahrt in die Berge riskieren, sondern lieber in einer gemütlichen Taverne speisen. Gesagt, getan. Neben dem großen Kamin, an einem Fenster mit fein geklöppelter  Blumengardine sitzend, genossen wir Ruhe und leckeres Essen.

Danach machte ich einen Verdauungsspaziergang und besah mir das Dorf Artemissia von oben. Es lag noch in der Sonne, während die steilen Berghänge meinen Weg schon in Schatten hüllten. Die Straße macht dort eine weite Kurve,  und so konnte ich das Dorf von verschiedenen Positionen aus fotografieren.

Hier eine Panorama-Aufnahme.

Diese Bergdörfer, die vom Verkauf ihrer Produkte leben – Honig, Nüsse, Kastanien, Kirschen, Käse, Gastwirtschaft…. – , sind auf Durchreisende angewiesen. Seit Eröffnung einer Autobahnstrecke nach Sparta wird die alte Landstraße wenig befahren, Unwetter führen zu Bodensenkungen und Steinschlägen, und langsam droht die Straße zu zerfallen. Nun gibt es zwar Pläne, sie zu sanieren, es gibt sogar schon eine Ausschreibung, aber werden die Bewohner standhalten, oder werden sie aufgeben müssen wie so viele andere, die bereits abgewandert sind?

Ein anscheinend bodenlose kreisrunde Loch mitten auf der Fahrbahn schien mir fast symbolisch für die Situation der Menschen hier zu sein.

Aber ich will nicht schwarz sehen. Also folge ich lieber dem Stamm einer hoch ragenden Platane hinauf ins bodenlose Himmelsblau.

IMG_1813

 

 

 

 

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