Bruchsteine auf dem Feld (1 + 2 + 3)

Du weißt schon: Wenn etwas wirken soll, musst du es dreimal sagen. Also habe ich noch zwei Bruchsteine auf dem Feld gezeichnet. Was gibt das Thema her? Sind die Persönlichkeiten der Steine – ihre mineralische Zusammensetzung, ihr Schicksal –  erkennbar? Ist der Zusammenhang zwischen dem Stein und dem Wachstum der Pflanzen deutlich geworden?

Beuys hat ja einst mit seiner berühmten Eichenpflanzaktion die Beziehung zwischen Stein und Baum thematisiert. Er pflanzte 1000 junge Eichen und setzte zu jeder eine mächtige Basaltsäule, wie sie in der Kasseler Landschaft zu Hauf anzutreffen sind. Inzwischen hat sich das Größenverhältnis umgedreht: mächtige Eichen sind herangewachsen – und daneben steht immer noch, jetzt aber klein und unauffällig, eine Basaltsäule. Sie hat den Baum genährt und ist dabei unmerklich geschrumpft.

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Tägliche Zeichnung: Bruchstein auf dem Feld

Nach den Höhenflügen wieder zurück ins prosaische alltägliche Zeichnen: heute fand ich Bruchsteine auf dem Feld, über das ich täglich mit Tito gehe, interessant: größere und kleinere Stücke, manches zu feinsten Steinchen zermalen, dazwischen unscheinbare Pflänzchen. Skulpturale Anmutungen.

Bruchsteine auf dem Feld, Kugelschreiber 2020-02-04

 

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Guten Morgen ohne Sorgen (gestern war Fototermin)

 

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Das Brot des Bäckers – überzeitlich-surreal.

Das Brot des Bäckers war meine erste Zeichnung in diesem Jahr 2020. Sie ist für mich überzeitlich – selbst wenn die abgebildeten Personen und das Bäckerei-Interieur von heute sind. Um das Überzeitliche der Handlung des Brotbackens, die in allen Kulturen ausgeübt wird, sichtbar zu machen, habe ich Bruckstücke meiner Dürer-Kopien mit dieser Zeichnung verbunden.

Wenn man die gewöhnliche Ordnung der Dinge so verändert, dass sich Merkmale unterschiedlicher Epochen und Gegenden vermischen, entsteht der Eindruck des Surrealen. Wie auf diesem Bild. Und nicht nur dort.

Welche Teile der Dürer-Zeichnungen habe ich oben hinzugefügt? Zum Vergleich die Originale:

 

 

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Kopieren = Lernen (4). Albrecht Dürer, Der Heilige Hieronymus

„In den früheren Malerwerkstätten gehörte das Kopieren zum Handwerk, zu den Lehrjahren dazu und ich kenne fast keinen großen Maler, der nicht kopiert hat, weil er in die Bilder eindringen wollte, um für sein eigenes Schaffen etwas zu lernen. Selbst Hockney übte sich noch darin. In seinem grandiosen Buch Geheimes Wissen (verlorene Techniken der Alten Meister wieder entdeckt) schreibt er ausführlich darüber.“ So schreibt Karin in ihrem Kommentar zu meinem gestrigen „Löwen des Hl. Hieronymus“.

Ich befinde mich also in bester Gesellschaft, wenn ich heute nacht noch einen weiteren Abschnitt des Hieronymus kopiert habe. Diesmal habe ich mich an den Heiligen selbst herangetraut. Dabei fiel mir auf, wieviel energischer Dürers Strich hier war und dass er die ganze Figur mit einer kräftigen Kontur vom Rest abhob. Mir schien, dass er diesen Mann lebendig vor sich hatte, als er ihn zeichnete. Und nachdem ich weiß (dank Karin), dass Dürer den Löwen aus diversen Vorlagen, die er kopierte, konstruiert hat, verstehe ich auch den Grund. Es ist eben doch etwas anderes, aus der direkten Anschauung zu zeichnen.

Nun, ich hatte diesen alten Mann nicht vor mir, doch ist die Lebendigkeit, die Dürer ihm gegeben hat, auch in meiner Kopie nicht verloren gegangen. Ich fühlte, als ich sie zeichnete, die rauen schmerzenden Hände, die die Feder halten, das aus grobem Material zusammengesetzte Mönchsgewand, die konzentrierte Aufmerksamkeit, mit der er bedenkt, was er in seinem  Brief schreiben wird.

Sophronius Eusebius Hieronymus (*347 in Stridon, Dalmatia,  † 420 in Bethlehem, Syria Palaestina) war ein Gelehrter und wird als Kirchenvater verehrt. Seine asketische Zurückgezogenheit hinderte ihn nicht, für die Kirche grundlegende Übersetzungen zu verfassen (besonders wichtig die „Vulgata“ genannte lateinische Bibelübersetzung aus der griechischen „Septuaginta“) und einen ausgedehnten Briefwechsel zu unterhalten. Er stand daher symbolisch für eine der anzustrebenden Lebenshaltungen des Mittelalters: die Vita contemplativa.

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Kopieren = lernen (3): Der Löwe (Dürer, Hl. Hieronymus)

Du musst es dreimal sagen, damit etwas wirkt. Also setzte ich mich heute nochmal hin, um einen anderen Abschnitt von Dürers „Hl. Hieronymus im Gehäus“ abzuzeichnen: den Löwen. Ich war gespannt, wie Dürer vorgehen würde, um ein wildes Tier zu zeichnen. Nun, das zu Füßen des Hieronymus lagernde ist natürlich nicht wild, sondern äußerst zahm, und so hat es auch eine sehr schmucke Mähne, die sich in endlos vielen Löckchen wellt und über seinen Leib ergießt.
Es war eine Herausforderung an meine Geduld – und nicht nur. Denn Dürer arbeitet auf der Platte ohne Konturen. Finde dich mal zurecht, wenn du ein so komplexes Wesen zeichnen sollst, ohne vorher jedenfalls die Konturen anzudeuten! Aber nun, ich tat, was ich konnte. Und lernte eine Menge dazu.

Nicht herausfinden konnte ich, wo Dürer und seine Zeitgenossen Löwen studierten, um sie naturgetreu wiederzugeben. Gab es schon ausgestopfte Tiere? Gab es Zoos? Lernten sie von den griechischen Bildhauern und Vasenmalern, die damals in Rom grad wiederentdeckt worden waren? Jedenfalls ist der Hl Hieronymus oft in Begleitung eines Löwen dargestellt worden, der dem Heiligen folgte, nachdem dieser ihn von einem Dorn im Fuß befreit hatte.

Zum Abschluss dieser Übungsreihe möchte ich meine drei Zeichnungen noch einmal zusammen mit Dürers Meisterwerk zeigen.

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Kopieren = lernen (2): Der Totenkopf (Dürer, Hl. Hieronymus)

Einmal ist keinmal. Also kopierte ich heute noch einen kleinen Abschnitt von Dürers Kupferstich „Der Heilige Hieronymus im Gehäus“. (Die Abbildung findest du im vorigen Beitrag). Ich machte mich an die Ecke mit dem Totenkopf, den Büchern, Butzenscheibenfenstern und Kissen. An die Eleganz von Dürers Stichelei komme ich leider nicht heran, aber ich habe mich redlich bemüht.

Kopie, Tintenstift 2020-02-02: Dürer, „Der Hl Hieronymus im Gehäus“, Detail mit Totenkopf

Wieder machte mir Eindruck, wie genau Dürer die handwerklichen Details von Fensterriegel, Absteppung und Troddel der Kissen, die verstärkten Einbände der Bücher usw wiedergibt. Bewundernswert Präzision und Rhythmus der Butzenscheiben und der Lichtmuster, die sie an die Wand werfen….
Man spürt, wie wertvoll diese Dinge den damaligen Menschen waren, die mit großer Sorgfalt und handwerklichem Geschick hergestellt wurden und schwer zu erwerben waren. Die Dinge, die uns umgeben, haben nichts von der Gediegenheit der damaligen. Und so huscht unser eiliger Blick meist über die Dinge hin, ohne sich um ihre besonderen Eigenschaften zu kümmern.

 

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Tägliche Zeichnung: Durch Kopieren lernen (Dürer: „Hl. Hieronymus im Gehäus“)

Heute wollte ich verstehen, wie ein großer Meister beim Schraffieren vorgeht. Und verstehen kann man am besten, indem man es nachmacht.

Tintenstift-Zeichnung nach Dürers „Hieronimus“, 2020-02-01

Diese Zeichnung ist ein winziger Ausschnitt aus Dürers „Der Hl Hieronymus im Gehäus„, und nur eine Annäherung an das Original, das natürlich nicht mit Kuli gezeichnet, sondern mit einer feinen Nadel in Kupfer eingeritzt ist*. Es hat mich einiges gelehrt. Ich weiß nun, dass Dürer in der Regel der Form und Oberflächenstruktur der Dinge folgt und nur selten – und zwar im Schattenbereich – schraffiert und dass ihm keine Unregelmäßigkeit des Holzes und anderer Oberflächen gleichgültig ist, sondern er getreulich ihrer Maserung und Struktur nachspürt, bis in den letzten Winkel des Bildes hinein. Jede Linie ist sorgfältig bedacht, erfüllt eine Funktion, keine ist mechanische Füllung.

Vor allem hat es meiner Bewunderung für die Beobachtungs- und Imaginationskraft, die unendliche Geduld und technische Vollkommenheit des großen Meisters noch einmal  Auftrieb gegeben

Wikipedia: „Beim Kupferstich wird das zu druckende Bild mit einem Grabstichel spanabhebend in eine Kupferplatte „gegraben“. Die dabei entstandenen Linien nehmen dann die Farbe auf, welche mit einer Walzenpresse auf das Papier gedruckt wird“. Die Abbildung ist beim Artikel über Albrecht Dürers Leben und Werk zu finden.

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PingPong 075

075 PING

ULLI AN GERDA → BEGEGNUNGEN FINDEN …

PONG 075

GERDA an ULLI → MANCHMAL BESSER NICHT STATT

 

PING 076

GERDA an ULLI → EIN ALTER KACHELOFEN  ….

Hier geht es zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

 

 

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Der Lunapark war geschlossen (Fotografien, Zeichnung)

Heute musste ich an die Peripherie von Maroussi (Vorstadt von Athen), um mein Auto zum Service zu bringen. Während der Wartezeit streifte ich durch dieses höchst interessante Gebiet, in dem sich Büropaläste, Autobahn, S-Bahn, verwilderte Gärten, Reparaturwerkstätten, Arbeitersiedlungen … und ein Lunapark ein Stelldichein geben. Der Lunapark war freilich geschlossen, die Autos und Karussels verpackt. Ich spähte durch den Zaun,  begierig, etwas von der kindlichen Lust zu spüren, die solche Jahrmärkte wohl nicht nur bei mir in Erinnerung rufen. Später entdeckte ich einen Eingang und schlenderte durch das Gelände, fotografierte auch ein wenig. Niemand rief mich zur Ordnung. Der Lunapark war menschenleer.

Das fünfte Foto setzte ich in meine tägliche Zeichnung um. Da ich die Zeichnung unter der Lampe fotografierte, ergaben sich Rottöne, die ich digital nur zu verstärken brauchte, um den Lunapark-Effekt zu erreichen, der ein kindliches Herz höher schlagen lässt.

oder doch lieber dies – abgeleitet von einem anderen Foto?

IMG_1926b

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