Die Sonne steigt, die Hitze nimmt zu. Schnell ein wenig skizzieren, bevor der letzte Schatten im Garten aufgezehrt ist.
Die Sonne steigt, die Hitze nimmt zu. Schnell ein wenig skizzieren, bevor der letzte Schatten im Garten aufgezehrt ist.
Der Dienstag dichtet. So heißt bekanntlich eine Rubrik bei https://kathakritzelt.com/ . Bisher habe ich nicht mitgemacht, aber als ich heute morgen leicht und beschwingt aufwachte, weil ich poetisch geträumt hatte, dachte ich mir:

Heute träumte mir Poetisches:
Wörter rissen sich aus ihren Verankerungen
verließen ihre Assoziationshöfe
lösten sich aus ihren Kontexten
schwärmten aus und wurden eins mit der Sonne.
Es fühlte sich an wie Freiheit.
Das tägliche Zeichnen wieder anfangen! befahl ich mir. Und so skizzierte ich beim Licht der Lampe die Wasserflasche auf dem Tisch vor mir, dahinter das Moskitonetz, unter dem wir schlafen, sowie den Eisenstuhl, an dem das Netz festgeklammert ist. Im Hintergrund die Leiter nach oben, die Sichtschutz-Plane am Geländer und die Nacht.
Danke euch allen, die ihr mir eine genussreiche Pause gewünscht habt. Eine Woche voller Wiedersehensfreude ist vorbei, der Besuch nun wieder abgeflogen. Viele Portrait-Fotos habe ich gemacht – doch die bleiben privat. Und so melde ich mich aus der Pause zurück nur mit diesen Bötchen, die im kleinen Fischerhafen von Kitries schaukeln, jetzt genauso wie vor einem Jahr und vor zweien und vor fünf…..
Mehr zu diesem malerischen Hafen findest du in früheren Einträgen.
Montags ist Fototermin: Holzbiene, Rosenbusch, Tito, Kitries und eine Olivenblüte
Küste und Fischerboote in Kitries (Kugelschreiber-Skizzen)
Auch Ulli Gau hat hier fotografiert. Magst du die Seite verlinken, bitte, Ulli?
Du sitzt im Art-Cafe von Kalamata und hörst mit einem Ohr zu, was an deinem Tisch geredet wird. Du kennst die Geschichte schon, also beginnen deine Augen zu schweifen: Hinauf zum Himmel, hinüber zum Platz. Links Tavernentische und die historische Kirche, rechts vorspringende Balkone und eine Baustellenverkleidung – die Fassade wird grad renoviert, man hört die Baumaschinen – , dazwischen der winzige Souvlaki-Laden und der andere mit den Sommerhüten, ein Durchgang zu einem anderen Platz, dessen Fassaden zu uns herüberschauen.
Du siehst Menschen über den Platz gehen, beobachtest ihre Bewegungen, denkst: wie eine Bühne – mit welchen Schauspielern wird sich die Szene bevölkern? Klein sind die Figuren, aber ich erkenne schon die Uralte in ihren schwarzen Kleidern, vom Roma-Camp ist sie, schiefer ist sie geworden in all den Jahren, seit sie über den Platz zieht, ihre immer knöcherner werdende Hand mit dem Medikament dir hinstreckend, damit du ihr deinen Obulus gibst.
Sie wandert ihren Weg, kaum beachtet. Nur ein Junge in Orange dreht sich nach ihr um. Jetzt kommt sie auf uns zu, gleich werden sich ihre sehr dunklen Augen in meine helleren bohren ….
Nun ist sie vorbei. Ich zoome andere Szenen heran: drei junge Männer in Weiß, die etwas durch den Gang schleppen und dann im Gleichmarsch zurückkehren, Souvlaki-Esser, Frauen mit Kindern, ohne Kinder, Touristenpärchen… ein langsamer stiller Strom von Menschen bewegt sich unaufhörlich über den sommerlich heißen Platz.
Hab eine Woche lang lieben Besuch, da werde ich mal ein Blog-Päuschen einlegen. Keine strenge Pause, aber eben ein Päuschen. Habt eine entspannte Woche!
Ihr kennt sie, die drei Bunten. Allerlei Abenteuer haben sie hinter sich, aber ich konnte sie euch nicht zeigen. Nun aber, nach dem Motto: Buntes in die Welt beamen! Ich wünsche euch allen einen angenehmen Sonntagabend und einen frohen Wochenbeginn!
Mittags, nach dem Schwimmen.
Vor Ort kann ich die Skizze nur mit Sonnentalern fotografieren. Denn die Bäume beschatten alle Tische, auch unseren.
Die Szene als Foto:
Und zu Hause, ordentlich in der Sonne fotografiert:
Zwei Skizzen konnte ich heute im Garten machen.
Die erste zeigt eine heitere Szene: den runden Tisch mit Sonnentalern und Stühlen, Treppe und Bäumen. In diese Szenerie tritt flüchtig eine Figur, die sich mit dem Gartenschlauch abduscht.
Auf der zweiten etwas klaustrophobischen Skizze ist der gepflasterte Weg zum geschlossenen Gartentor zu sehen. Nur ein schmaler Streifen Licht fällt unter dem Tor hindurch auf den verschatteten Weg.
Durch Licht-Schatten-Foto und Bearbeitungen habe ich die Zeichnungen „dramatisiert“.
Fotografiert sehen die Gartenstücke so aus:
Eine Weile grübelte ich über einer Liste, die Jürgen Küster aka Buchalov kommentierend zu „im Atelier“ erstellt hat. „Ebenen, die sich verbergen„.
Dann aber hielt ich es für eine bessere Idee, zum Abendschwimmen ans Meer zu spazieren und noch ein wenig zu zeichnen. Was? Na, das über der Bucht aufragende Haus, aus Naturstein gebaut auf gewachsenem Fels, nun zerbröckelnd und sein Inneres schattenhaft darbietend, unterspült und umspielt von den heute nur leichten Wellen des Meeres.
Wenn du Lust hast, suchst du eine Verbindung zwischen Jürgens Liste und den Zeichnungen:
Dinge – Erwartung – Formen – Experimente – Idee
oder umgekehrt:
Idee – Experimente – Formen – Erwartung – Dinge
Natürlich lässt sich die Liste der Ebenen modifizieren, aber immer verläuft der Prozess zwischen den Polen „Dinge und Ideen“. In der Dingwelt spüren wir den „dahinter liegenden“ Ideen nach, ziehen sie hervor und benutzen sie dann unsererseits, um neue Dinge, zB eine Zeichnung, zu schaffen. So ungefähr.