Juniverse 19.6.: Die Wasserrutsche im Wald

Weithin hallt

Durch den Wald

Juchzen und Schrein

Komm spring schon rein!

Die Wasserrutsche ist natürlich

Und was man sieht ist höchst possierlich

Da geben sich ein Stelldichein

Im Sonnenschein

Jung und alt

Jeder halt.

Für das Bild habe ich Legefigürchen in ein-älteres Gemälde kopiert.

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Juniverse 18.6.: Postkarten-Nostalgie

Mit der Post kamen sie

Die bunt bedruckten, liebevoll ausgesuchten

Mit Briefmarken aus fernen Ländern beklebten

Lebenszeichen

Von lieben Menschen

Ihre Grüße, kurz nur und flüchtig hingeschrieben

Auf einem Kaffeehaustisch oder

Vielleicht beim Warten auf einen Bus, irgendwo,

Ich las sie gerne

Lese sie immer noch gern

Halte sie in meinen Händen,

Und betrachte die Lebensspuren von Menschen

Die längst sich verloren in den Weiten

Der Erde und der himmlischen Räume.

 

Bunt bedruckt, mit Marken beklebt,

der Postbote hat sie einst gebracht.

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Juniverse17.6.: Fashionable mit Strohhut

 

Selbstportrait in rundem Spiegel, Kugelschreiber-Zeichnung

Was schaust du so mit finstrem Blick

Und kritisierst der Menschheit Lauf?

Setz dir nen lila Strohhut auf

Ist er nicht totenschick?

Dir vors Gesicht, sie macht was her,

Die  Orchideen-Maske nimm

Denn sie verbirgt auch deinen Grimm.

Mit Maske bist du Wer.

digital bearbeitete Zeichnung mit collagiertem Foto einer Orchidee.

 

 

 

 

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Juniverse 16.6.: Kleckerburg

„Schau mal den Kleinen, den Fritz,

Wie er das kann, ei der Blitz!

Ist er nicht tüchtig?

Ich freu mich richtig

Er baut mit Wasser und Sand

Ohne Schaufel, mit bloßer Hand

Ne Burg mit Brücken und Zinnen

wird den Wettbewerb sicher gewinnen.“

Die Oma lächelt entzückt

Nicht einmal blickt sie zurück

Zum Alten,  ihr Anvertrauten.

Ihm gelingen viel bessere Bauten.

Doch ein Alter, der Kleckerburgen baut,

wird eher komisch angeschaut.

Er braucht als Alibi ein Kind

Obgleich wir alle Kinder sind.

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Juniverse 15.6. : Biergarten

„Emma! Wo warst du und lässt mich warten!“

Sprach stark verstimmt der rotköpfige Gatte

„Reg dich ab, Klaus, und bleib auf der Matte

Ich war nur Luft holn im Biergarten.

Der is nu wieder offen

Und alle haben gesoffen

Ich nich, ich hatte nur zwei Bier

Un nu bin ich ja wieder hier.“

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Drei Kompositionen mit Vase, Steinen u.a. bei Nacht (tägliches Zeichnen)

Dreimal habe ich heute bei schwächlicher Kunstbelechtung, dafür aber unter der Sichel des Mondes, gezeichnet, was sich vor mir auf der Tischdecke befand.

a) Hier liegen auf einem Haufen ein großer schwarzer und ein etwas kleinerer weißer Stein, daneben ein Väschen mit einer Sukkulenten, die unsere Abwesenheiten überlebte. Dahinter zwei Säulem mit je einem Blumentopf, das Balkongitter und die Vegetation, die dahinter im Halbdunkel aufscheint.

b) Im zweiten Anlauf nahm ich einen größeren Ausschnitt des Tisches in Augenschein. Die Dinge sind nicht zu einem „Stillleben“ arrangiert, sondern ich ließ sie genau da, wo sie lagen bzw standen. Ich liebe es, solchen zufälligen Anordnungen eine innere Ordnung abzugewinnen bzw sie miteinander ins Gespäch zu bringen.

c) Im dritten Anlauf leerte ich die Fläche des Wachstischtuchs, rückte die runde Vase näher zu mir hin und ließ  den metallenen Trinknapf und den gestreiften Blumentopf fürs prekäre Gleichgewicht sorgen.

In allen drei Kompositionen geht es um Fragen von Leere und Verteilung von Objekten auf der Fläche.

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Impulswerkstatt: Die Bosporusbrücke

https://laparoleaetedonneealhomme.files.wordpress.com/2021/05/img_8300.jpgAls mich dieses Bild unter deinen Juni-Impulsfotos anlachte, liebe Myriade, dachte ich zunächst nicht an den Bosporus, sondern an meine alte Heimat und die Brücke, die den Fehmarnsund überspannt. Meine Kindheit hat sie nicht geprägt, denn sie wurde erst gebaut, als ich längst auf und davon war. Für mich gehen die großen Fähren immer noch von Großenbrode nach Gedser, so wie damals, als ich auf der „Theodor Heuß“  und der „Deutschland“ jobbte. So als ob es die Brücke nicht gäbe.

Auch die Farben erinnerten mich eher an die Ostsee als an den Bosporus. Und so war es vor allem das für mich magische Wort: Bosporus! das meine Erinnerung ansprach. Oft war ich dort, das erste mal 1967 mit einem VW von Berlin aus, das letzte Mal 2005 bei einem Freundesbesuch. Natürlich gab es 1967 noch keine Brücke über den Bosporus (die erste wurde 1973 eröffnet). In den achziger Jahren entstand eine zweite Brücke , und seit meinem letzten Besuch ist eine dritte Brücke hinzugekommen, so dass ich gar nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es die auf dem Foto abgebildete ist, die ich 2005 staunend, aber auch ein wenig widerwillig betrachtete und immer wieder ablichtete. Denn ich liebe Brücken, bewundere die kühnen Konstruktionen, bedaure aber auch, wenn dem unendlichen Verkehrsfluss neue Möglichkeiten eröffnet werden, über die stille See hinwegzudonnern, anstatt dass die Menschen wie zuvor gemächlich per Fähre über das Wasser tuckern. (Zur Geschichte der Brücke gehts hierlang).

Die Brücke überquert zunächst das Häusermeer. In der Ferne sieht man eines der damals entstehenden großen Neubaugebiete, die den Siedlungswildwuchs beenden und den Menschenzustrom aus Anatolien aufnehmen sollten. Was trotz aller Anstrengungen und rigorosen Maßnahmen nicht völlig gelang.

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Wie es sich im Schatten der riesigen Brücke leben lässt? Nun, wer fragt danach, wenn es um Tempo und Fortschritt geht.

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Weithin zeigt sie ihre Präsenz.

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Nun erreicht sie das Ufer. Unendlich der Verkehrsstrom, der darübergeht. Übrigens nicht unbedingt schnell, wie ich mich erinnere. Einmal nur überquerte ich sie, und da wir offizielle Gäste waren, wurde unsere Limousine von Polizei eskortiert, die mit Blaulicht und Sirene eine Bresche in den dahinkriechenden Autostrom sprengte.

Überall zeichnet sie sich in den Himmel,

doch verliert sie allmählich ihre aufdringliche Präsenz ….

bis man sie schließlich ganz vergisst. Denn hier ist die Ausfahrt zum Schwarzen Meer.

Ich selbst fuhr natürlich mit dem Dampfer, der damals die Siedlungen entlang des Bosporus noch mit regulären Fahrplänen verband.  Ob es heute noch so ist? Ich hoffe es.

Woher der Name Bosposus kommt? Nun, natürlich aus dem Griechischen. Es war die in eine Kuh verwandelte Io, die vor undenklichen Zeiten die Furt durchschwamm. βοῦς (boũs)  – das Rind. Bosporos – die Rinderfurt (vergll Schweinsfurt, Frankfurt…).  Übrigens hat sich Zeus wohl ein Beispiel an Io genommen, als er, mit der phönizischen Prinzessin Europa beladen, irgendwo hier von Asien zu uns herüberschwamm.

Vom Mythos der Io habe ich in meinem Romanfragment „Schwanenwege“ erzählt und eine Reihe von Legebildern gemacht, zB hier.

 

 

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Projekt ABC bei Wortman: L wie Lachen

Projekt ABC: L wie Loch an Loch und hält doch

Dass die Azteken Lachende darstellten, zeigt ihren hohen Entwicklungsgrad. Wenige Kulturen haben sich dazu aufgeschwungen.

Diese Vitrine mit „Lachenden“ sah ich im Ethnologischen Museum von Mexico City.

 

 

 

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abc-etüde: Lieber Picknicken als Netzsurfen (kata-strophisch)

 

Menschen als statistische Größen

 

Am Vormittag beim  Recherchieren

Verlor ich mich in Zahlen und Dateien.

Wie leicht lass ich mich absorbieren

Vom Internet, anstatt im Freien

Mit frohen Menschen zu spazieren,

Sehr gern  zu zweien oder dreien,

Um dann  am Waldrand zu kampieren

Doch nein! Es ist fürwahr zum Schreien!

 

Ich ließ mich fangen von den Quoten

Der halb und gänzlich schon Geimpften,

Ich zählte nach die Zahl der Toten,

Der braven und der arg beschimpften,

Der Toten, die geimpft gestorben,

Und derer, die nicht hören wollten,

Obgleich der Impfstoff sehr beworben

Und sie schon längst geimpft sein sollten.

 

Nun aber Schluss, jetzt geht’s hinaus

Die Sonne lacht, der Wald ist nah

Schon steh verwegen ich vorm Haus

Und schwenk den Hut und schrei Hurra!

Der Will.i schließt sich mir gleich an

Sehr froh, dass ich an Aufbruch denke

Und eh ich ihn noch fragen kann

Bringt  er schon Sandwich und Getränke.

 

„Hallo“, ruft er der Katrin zu,

„Willst du mit uns zum Walde gehn?“

„Na claro, gerne, mach ich, du,

Und lass für heut den Abwasch stehn.“

„Au fein, da sind wir schon zu dritt!“

Die Katrin bringt ne Picknickdecke,

Die Kinder bringt sie auch noch mit.

So ziehn zu fünft wir um die Ecke.

 

Viel besser ist es doch zu leben

Und mit den Freunden zu parlieren

Als an den Nachrichten zu kleben

Und sich in Ängsten zu verlieren.

Der Abend kommt,  er ist schon nah,

die Dämmrung fällt, das Licht verschwindet

Es kommt die Nacht, sie ist schon da.

Wohl dem, wenn sich ein Freund dann findet.

Die statistische Familie lagert sich rund um die Picknickdecke

Dies ist meine zweite Etüde zu https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/06/06/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-23-24-21-wortspende-von-nellindreams/Die Wörter für die diesmaligen Etüden stiftete Ellen mit ihrem Blog nellindreams.

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Nur keine Atempause! Über den Gebrauch des Wörtchens „nur“

Ich lese heute im Tagesspiegel Checkpoint

Nur 13 vollständig Geimpfte haben sich in Berlin so schwer mit Sars-Cov-2 infiziert, dass sie ins Krankenhaus mussten. Nach der Erstimpfung und einer Infektion mussten noch 57 Berliner in einer Klinik behandelt werden. Mittlerweile sind in Berlin 50 Prozent erstgeimpft, 25 Prozent haben schon zwei Spritzen bekommen. Keine Atempause! Es geht voran.

Da stutze ich. Und denke: Wieso freuen die sich, dass von insgesamt 70 Geimpften nur 13 Doppelgeimpfte ins Krankenhaus mussten? Wieviele wären denn bei Normalverteilung im Krankenhaus gelandet? Ich errechne: 17. Es sind aber nur 13. Triumph!

Alle 13 + 57 = 70 sind schon irgendwie geimpft, haben sich dummerweise irgendwie infiziert und liegen nun im Krankenhaus. Gibt es denn keine Nichtgeimpften unter den Erkrankten? Darüber erfahre ich gar nichts, merkwürdig.

Ich mache mich daher auf die Suche nach aktuellen Statistiken:

Geimpft sind in Deutschland lt. Berliner Morgenpost 48.9%, nicht geimpft folglich 51,1%

In Berliner Krankenhäusern liegen heute lt RKI 156 Covid-Patienten, davon werden 86 intensivmedizinisch betreut und hiervon 53 beatmet. Und von denen sind lt Tagesspiegel  70 bereits mindestens einmal geimpft. Wieviel Prozent sind denn 70 Geimpfte von 156 ins Krankenhaus Eingewiesenen? Nur 45 %. Triumph!

Impfstatus der deutschen Bevölkerung

NUR – warum steht das Wörtchen Nur am Anfang der Meldung, dick und fett hervorgehoben? Um mir Sand in die Augen zu streuen? um mich für die Zahlen – die vorhandenen und die fehlenden – blind zu machen? Um mich einzustimmen in das „Weiter so!“ und „nur keine Atempause!“?

Mich erinnert das fatal an Ausverkaufs-Werbung. Da steht an jedem Schaufenster eine dick durchgestrichene Fantasiezahl, zB 17,80, und darunter steht ein verlockendes NUR 12,99!

Zur Ergänzung ein Legebild, das ich aus anderem Anlass ganz zu Anfang meines Bloggerlebens postete: „Der Mensch ist gar nicht gut“

In der unteren Zone bekämpfen sich die Menschen. Jeder kämpft gegen jeden. Warum? Vermutlich tun sie es, um den jeweils anderen besser zu machen.

In der oberen Zone sieht man die halbwegs abgeklärten Seelen der Dahingerafften.

Sind die Abgeschiedenen nun gut geworden? Das entzieht sich meiner Kenntnis. Was ich aber weiß, ist, dass es in der unteren Zone mit dem Hauen und Stechen ungebrochen weitergeht.

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