Impulswerkstatt: Meer.

Einladung zur Impulswerkstatt November, Dezember 2021

Dein obiges Bild vom Meer, liebe Myriade, mit noch mehr Meer zu beantworten, ist sicher nicht besonders originell. Aber was kann ich tun.

Heute nacht hat es sehr gestürmt und heftig geregnet. Die Bescherung konnte ich am Mittag auf der Uferstraße besichtigen: Geröll, Sand, Schlamm. Teilweise hatten die Anwohner es schon abgeräumt. Das Meer war in sein Bett zurückgekehrt, lief aber immer noch gegen das Land an, bäumte sich an einer Bruchstelle im Meeresboden auf, brach und verlosch in weißem funkelnden Schaum

Ich stieg dann noch zu „meiner“ Bucht hinunter und stand und staunte. Das Gras auf dem festen begrünten Sockel war von nächtlichen Wellen platt gewalzt, und runde weiße Steine garnierten die nun leer wirkende Fläche. Der Fußpfad war unterspült und teilweise abgebrochen. Aber herrlich wars.  Wie sehr ich dieses wilde lebendige Meer liebe! Wie sehr den darüber gebreiteten Glanz der Sonne, den milden feuchten Atem des Windes, das Aufschwellen der Wellen, mehr und mehr, sie türmen sich, sie brechen. Und immer diese Wellenmusik im Ohr.

 

 

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Spielstunde: Bilder legen, Tierstimmen nachahmen und Geschichte interpretieren

Heute war wieder mein zehnjähriger Freund D im Atelier, und wie immer wollte er als Erstes das Bilderlegspiel mit Maries einseitig eingefärbten Schnipseln spielen: abwechselnd legen – Farbe raten – umdrehen.

Das Bild errhielt den Titel „Zauberin Medusa“. Das erste ist das Orriginal. doch als Foto gefiel ihm Bild 2 besser. „Hat mehr“, meinte er.

Dreht man die Stücke auf die farbige Seite, verändert sich ihre Orientierung. Das sieht man gut auf  Bild 4.

Danach waren wir mit Stimmübungen befasst, wobei D große Talente zeigte. Besonders beeindruckend war seine Nachahmung des Froschgesangs. Viele Tierstimmen erprobten wir, darunter ein Stück im Hühnerhof mit Hennen und Hahn und einem wütend bellenden Hund, eine sanft blökende Schafherde, wieherndee Pferde und ein spezieller, sehr hell klingender Vogelruf. Wir stellten Pfauen und Truthähne dar, sprachen über das Chamäleon und was Mimikry sei.

Dann malten wir (Thema: Wasserpolo, denn D’s Mannschaft hat an diesem Wochenende einen Wettkampf), und  nebenbei fragte ich nach aktuellen Unterrichtsstoffen. „Justinian“ in Geschichte, „Justinian“ in Religion – beide beim Klassenlehrer.  Wann Justinian gelebt habe und wo er geboren sei? wollte ich wissen und erfuhr, im 6. Jahrhundert und in Taurus. Wo das sei? Das wusste er nicht (und so schaute ich eben nach: in Tauresium, in der römischen Provinz Illyrien wurde dieser bedeutende byzantinische Herrscher geboren). – Mich aber hatte das Wort Taurus bereits auf eine andere Fährte gesetzt, der ich allzu gern folge:  die Geschichte („Mythos“, korrigierte mich D)  von Iphigenie. Auch das wusste er aus dem Effeff: dass sie angeblich Achill heiraten sollte, der aber gar nichts davon gewusst habe, und als man sie am Opferaltar töten wollte, sei er dazwischengegangen, aber Iphigenie habe gesagt, wenn ihr Tod nötig sei, damit die Flotte nach Troja auslaufen könne, dann wolle sie gern sterben. Aber sie sei schließlich nicht getötet worden, sondern ersatzweise eine Ziege, weil Göttin Artemis sie entführt und auf Taurus zu ihrer Priesterin gemacht habe.  Und später? Da hat der Sohn von Agamemnon den Verwandten der Mutter Ägist töten wollen, aber die Mutter sei dazwischengegangen, und so habe er auch sie getötet. … Also, er wusste den Mythos (den ich sehr gut kenne)  in allen Einzelheiten zu erzählen – freilich so, dass die Taten der Männer irgendwie gerechtfertigt erscheinen. Ich fragte ihn daher nach seiner Meinung: wie er das beurteile, dass die Tochter getötet werden sollte, damit das Heer nach Troja absegeln konnte. Und warum sie überhaupt nach Troja fuhren. „Wegen Helena“, sagte er, „aber die ist nur der Vorwand gewesen. Troja hat den Griechen sehr viel Geld abgenommen, wenn sie durch die Meerenge des Bosporus fuhren, daher wollten sie Troja zerstören“. Ja sieh einmal an, was so ein 10Jähriger doch alles schon weiß! Und wie realistisch-amoralisch seine Weltsicht!

oben (ich): die siegreiche Polomannschaft unten (D): Der Wasserball, zwei Tore und Zuschauer

Während wir so vor uns hinmalten und plauderten, erzählte ich ihm von meiner Sicht auf die Ereignisse des Trojanischen Kriegs: warum Helena eben doch nicht nur ein Vorwand gewesen sei. Denn sie war die Herrscherin von Sparta, und Klythaimnestra die von Mykene, und sie waren Schwestern. Ihre Männer Menelaos und Agamemnon aber seien Könige nur aufgrund ihrer Heirat mit den legalen Herrscherinnen gewesen. Als Paris Helena entführte, verlor Menelaos seinen legalen Status als König, drum musste er sie zurückholen. Damals habe nämlich noch das Recht des Matriarchats gegolten: Erbe war die Frau, und zwar immer die älteste Tochter der Mutter. „Matriarchat?“ Davon hatte er noch nie etwas gehört. Und so erzählte ich ihm meine Variante, warum Iphigenie getötet wurde und Orest seine Mutter tötete und von den Erynnien („Gewissensbisse“, meinte D) verfolgt wurde. Es sei die Zerstörung des Matriarchat durch das Patriarchat gewesen, die in den Mythos eingegangen sei.

Jetzt beschimpft mich bitte nicht, dass ich die mindestens seit Aischylos‘ Orestie herrschende patriarchale Propaganda durchkreuze und im Kopf eines Kindes womöglich ein Durcheinander stifte, so dass er beim nächsten Test die offizielle Variante der Geschichte mit meiner durcheinander bringt. Keine Angst, das wird er nicht. Er ist ein sehr gescheites Kind.

Am Ende wollte er noch ein Bild legen – diesmal aber mit anderen Schnipseln. Aus einem großen hölzernen Kasten griff er zwei Hände voll, und wir begannen – wieder abwechselnd – mit unserem Werk. Das Ergebnis gefiel ihm SEHR – und mir auch. Wie schon bei der obigen Zeichnung und bei den Masken ist eine Tendenz zur Abstraktion erkennbar.

Doch am Ende hat auch er das Figürliche entdeckt und dem „Kopf“ einen Schnurbart und eine Kravatte verpasst.

 

 

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Der schreckliche Adventskalender: Dritter Tag

DRITTER DEZEMBER

Als ich die Meldung las, dass eine neue Mutation in Namibia identifiziert wurde, schrillten bei mir die Alarmglocken. Nicht dass ich glaube, dass diese „Omikron“-Mu nun der große Killer sei, nein, durchaus nicht. Aber – so fragte ich mich besorgt – ausgerechnet in Afrika? Und warum gerade jetzt, zu einem Zeitpunkt, wo Südafrika nicht nur fast Corona-frei ist, sondern wo es eine große Impfstofflieferung abbestellte, da es sie nicht mehr benötigte?

Mein böser Gedanke war: a) Südafrika wird zurückgepfiffen und b) der afrikanische Markt muss doch zu knacken sein! Afrika hat ja bisher, entgegen allen Unkenrufen, fast gar nicht unter der Krankheit gelitten – im „Spiegel“ sprach man vom „afrikanischen Corona-Wunder“ und von „stiller Durchseuchung“, prophezeite aber dennoch ein böses Erwachen, falls die Menschen Afrikas nicht endlich geimpft würden. Über eine Milliarde Menschen! Die sollte man einfach so davonkommen lassen?

Hier werden afrikanische Staatenführer über den richtigen Umgang mit der C-Seuche belehrt:

Belehrung der afrikanischen Völker über den richtigen Umgang mit dem C-Virus. Legebild

 

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Fröhlicher Adventskalender, 3. Tag

DRITTER DEZEMBER

 

 

Ich habe lange überlegt, was man einem gerade geborenen Kind in die Wiege legen kann. Am Ende nahm ich die hölzerne Rassel in Vogelform.

 

Rassel. Bleistiftzeichnung, farbverstärkt, auf blauem Tuch

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Der schreckliche Adventskalender: der zweite Tag

Lüge und Täuschung sind schwerer zu ertragen als die Geschehnisse selbst.

Lüge und Täuschung haben sich klebrig über unser Leben gelegt wie die weißlichen Netze, die die Gespinstmotten über Bäume legen und alles Grüne erwürgen.

Gestern schrieb ich von der Ankündigung des griechischen MP zum Impfzwang für die über 60Jährigen. Viele LeserInnen waren geschockt und meinten, in ihrem Land würde so etwas nicht geschehen. Warum? Weil die von ihnen gewählten Politiker vor der Wahl hoch und heilig versichert hatten, einen Impfzwang werde es nicht geben. Sie gingen sogar so weit, alle derartigen Gerüchte als Ausgeburten hirnkranker Verschwörungstheoretiker anzuprangern.

Was eben noch Tabu war, ist plötzlich common sense. Schon bereitet die EU-Präsidentin gemeinsam mit dem gerade präsidierenden Land, Slowenien, eine EU-weite Impfpflicht vor.

Falls du an die Versicherungen glaubtest („Es wird keine Impfpflicht geben“): Man hat dich betrogen. Und die Impfpflicht wird nicht nur für die bisher Ungeimpften, sondern für alle gelten. Auch für dich, als Doppelt- und bald auch Dreifach-Geimpfte. Dein „Impfschutz“, der sowieso löchrig ist, da du sowohl Viren übertragen als auch erkranken kannst, wird in Kürze ablaufen. Inzwischen darfst du Maske tragen, Abstand halten, Angst vor Ansteckung haben und dein Impfzertifikat jedem danach Verlangenden vorzeigen. Mach dir nichts vor. Du hast dein Leben abgegeben.  Und sag nicht, die Ungeimpften hätten dir das eingebrockt. Sondern sieh dich im Spiegel an und sage: ICH SELBST habe mir das eingebrockt. Ich habe es so gewollt.

Vielleicht glaubst du ja, dass in diesen Impfungen die Rettung liegt. Und dass es tatsächlich um Fragen der Gesundheit und des Bevölkerungsschutzes geht. Ich wünsche von Herzen, dass du Recht behältst. Ich wünschte, ich könnte deine Sicht teilen. Denn was ich sehe, ist nicht schön. Es ist ein Alptraum. Ich sehe eine Menschheit, die halb bewusstlos in den Abgrund taumelt, während andere oben am großen Rad drehen. .

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Fröhlicher Adventskalender 2. Tag

Zweiter Dezember 2021

 

 

 

Und was steckt hinter dem zweiten Türchen des fröhlichen Adventskalenders? Die Knospe einer Krokusblüte aus unserem Garten.

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Petras Projekt „Zündstoff Hoffnung“: Elpis und Apelpis

Zu Petras hoffnungsvollem neuen Thema „Zündstoff Hoffnung“ greife ich zurück auf einen Eintrag vom 22. März dieses Jahres. Vielleicht erinnerst du dich? Will.ie – Repräsentantin des laufenden Jahres – hatte, als sie verschwand, ein Zwillingspaar zurückgelassen: Elpis und Apelpis – zu Deutsch: Hoffnung und Verzweiflung. Ich nannte es „eine Art Doppelkrippe“. Nun, in Erwartung der weihnachtlichen Krippe und im Geiste meines doppelten Adventskalenders, scheint es der rechte Moment, sich an sie zu erinnern. > hier!

Doppelkrippe mit Elpis (Hoffnung( und Apelpis (Verzweiflung)

Damals wuchsen die Tage, und ich vertraute Elpis dem Narren an, auf dass er sie behüte.

„Ja, da ist er wieder, der Narr aus dem Tarot“, schrieb ich damals, „er trägt die ELPIS (Hoffnung) einer ungewissen Zukunft entgegen. Zum Glück ist er ein Schlafwandler, er stürzt nicht ab, außer er wacht auf. Der Narr steht am Anfang jeder Geschichte – und womöglich auch an ihrem Ende.“

Herzlichen Dank, liebe Petra, für dein schönes Projekt und die Einladung, daran teilzunehmen. Ich denke, mir wird zu dem Thema Hoffnung noch das eine und andere einfallen. Muss ja. 😉 . Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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Schrecklicher Adventskalender, 1. Tag

ERSTER TAG: 1. DEZEMBER

Ab 16. Januar 2022 gilt in Griechenland die Impfpflicht für alle über 60Jährigen. Wer sich weigert, muss monatlich 100 E Strafe bezahlen. Pardon – es ist keine „Strafe“. Ministerpräsident Mitsotakis unterstrich in seiner Ankündigung mehrfach (in schon recht gut beherrschtem „Newspeech“ a la 1984), dass es sich nicht um Strafe, sondern um „Schutz“ oder wahlweise auch um „Gerechtigkeit“ handelt. Eingezogen wird das Geld durch das Steueramt.

Warum nun grad ab 60, entzieht sich meinem Verständnis.

Ich stelle mir das Mütterchen im Bergdorf mit den drei Ziegen und dem räudigen Hund vor, dem von seiner 180E-Rente 100 E einbehalten werden. Das sei nicht charakteristisch? Na, dann eben die Roma-Oma mit den zwei Enkelkindern, dem der Amtsverwalter 100 E von ihrem Bettelgeld abnimmt. Auch nicht charakteristisch? Na, meinetwegen, nimm die arbeitslose Schauspielerin, die keine Rente, aber zum Glück eine Immobilie geerbt hat und 250 E Miete dafür kassiert, abzüglich der Steuer natürlich. So bleiben ihr doch genug Euronen zum Leben. Kann ja sowieso nichts ausgeben, da sie nirgends hinein darf.

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Ca. 650 000 Griechen dieser Altersgruppe sind es angeblich, die sich bisher nicht haben impfen lassen. Man stelle sich vor, sie würden nun alle an Covid erkranken! Nicht auszudenken! Da ist Impfzwang doch die einzige Lösung. Los, auf, ihr dickköpfigen, hirnlosen Alten! Macht einen Impftermin aus, und wir vergeben euch. Ein Pieks, und ihr werdet in die nächste Klasse versetzt. Sonst bleibt ihr sitzen, bis ihr schwarz werdet.

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Fröhlicher Adventskalender 1. Tag

 

Ab heute bis zum 24. Dezember geht jedenTag ein Fensterchen des Kalenders auf.

 

ERSTER TAG: 1. DEZEMBER

 

alte Dorfkirche in Messenien mit Schneemann-Decors

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Das Käng Guru: Ein Reimgedicht mit Legebildern

Da jetzt keine abc-Etüden angesagt sind, ich das Reimen dennoch nicht lassen kann – ein katastrophisches Reimgedicht zu Ehren des Kängeruhs. Warum grad das Kängeruh? fragst du vielleicht. „Ja, warum nicht das Kängeruh?“ wäre meine Antwort.

Es hockt mit überschlagnen Beinen

Mit sich und mit der Welt im Reinen

in allerschönster Seelenruh

Das eine Aug im Tiefschlaf zu

Das Käng Guru.

Positiv

Da kommen sie in großen Schwärmen

Sie kommen mit erbärmlich Lärmen

Sie schreien Me und schreien You

Und tu schon was ich sag, mach zu!

Du Käng Guru!

Das Käng weiß nicht wie ihm geschehn

Denn sowas hat es nie gesehn

Und was es sieht, das riecht auch streng

Es hört erschrocken noch ein Bäng!

Das Guru Käng

Negativ

Wo Bäng und Peng den Frieden stören

Entfliehn entsetzt all die es hören

Die Wälder lehren sich im Nu

Verblieben sind nur ich und du.

Kein Käng Guru.

Die Bilder habe ich mit Maries Schnipseln gelegt. Im Original sind sie weiß. Die Rückseiten habe ich eingefärbt. Dasletzte Bild ist eine Überblendung aus Positiv und Negativ, leicht gegeneinander verschoben.

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