Rote Hand

Ein Lichtmast ist zwar keine Höhle, aber der Wunsch, die eigene Hand als Abdruck zu verewigen, ist heute wohl genauso stark wie zu Beginn der menschlichen Kunstäußerung.  Überall auf der Erde gibt es sie: in Indonesien fand man wohl die ältesten (mehr als 40 000 Jahre, lese ich), nicht viel jünger sind die in Afrika und Europa, und auch in Südamerika entstanden sie lange vor den Zeiten, als Europäer den Kontinent berührten.

Diese hier sah und fotografierte ich heute in meiner Nachbarschaft.

 

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Passiflora: Foto und Aquarell

Passiflora, zu deutsch Passionsblume, griechisch ρολόι (roloi = Uhr)

Seit ich diese kräftig rankende Pflanze mit ihren sternförmigen Blüten, dem feinen bläulich eingefärbten Strahlenkranz und den merkürdigen Fruchtständen (fünf Staubgefäße und drei Narben in einer Säule) zuerst an unserer ersten Athener Wohnung ranken sah, verzaubert sie mich immer wieder. Heute machte ich  nur ein Foto, damals ein Aquarell.

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Kapernblüte

Die Kapernblüte

Wenn du nächstes Mal Kapern isst, dann denk dran: Jede Kaper ist eine Knospe, die, wenn sie nicht geerntet und eingelegt worden wäre, zu einer solchen Zauberblüte sich geöffnet hätte. Mit jeder Kaper isst du diese Blütenkraft.

 

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#Junivese 14.6.: Gespräch zwischen Schwimmflügelplacier und Entenmutter

Schwimmflügelplacier*

 

„Guten Tag,  guten Abend die Dame

Sie haben ein reizendes Kind

Und Sie wollen

Dass dieses Ihr Kind

Nun das große Feuchte betritt

Um darin ohne Gefahr

Für das noch zarte junge Leben

Herumzupaddeln und

Spaß zu haben.

Drum komm ich zu Ihnen

 mit der

Neuesten Kollektion unserer Branche

Schwimmflügel

jeder Art und Beschaffenheit

In modischem Design.

Farbenfroh, gestreift wie das Meer

Ihr Kleines wird punkten

Und Sie, als die Mutter,

werden bestaunt.

Wie wärs, meine Dame? Welche solln es denn sein?“

„Quak, Quak. Quark. Quatsch“

Sprach die Ente.

„Allmutter Natur gab uns was wir so brauchen.

Gehen Sie schon, nehmen Sie Ihren Krempel.

Und Du, mein Kleines, schau nicht so ängstlich,

Du brauchst dieses Zeug nicht zu tragen

Gleich geht’s hinein in das herrliche Nass.

Und du schwimmst wie du bist ganz ohne den Krempel.

Sie aber, mein Herr, dürfen sich meinetwegen

in Luft auflösen.

Quak Quak Quak Quak Quark.

 

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*Placier ist ein altmodischer Ausdruck für Vertreter oder Lobbyist. Placiers vertreiben  Schwimmflügel für Enten, Impfstoffe für gesunde Kinder, Schuhe für Beinamputierte und was weiß ich noch alles.

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Montag ist Fototermin: Unbekannte Blätter – kleine Beobachtungen

Als ich im beginnenden Nieselregen noch eine Runde drehte, um den Kopf zu erfrischen, hörte ich ein Flüstern.“Immer schaut ihr Menschen nach Blüten“, verstand ich. „Sind wir Blätter denn nicht auch schön und kostbar?“  Verwundert blieb ich stehen, und siehe da, am Wegrand zeigte eine hübsche wir unbekannte Pflanze ihre Blätter vor. Da Montag und daher Fototermin war, knipste ich sie. Und erinnerte mich,

wie ich meinen Mann auslachte, damals, als ich ihn kennenlernte, weil er den Unterschied zwischen einer  Buche und Eiche nicht wichtig fand. „Sind beide grün und werfen Schatten, man kann sich drunter setzen und ein Buch lesen“, war seine pragmatische Ansicht. Und nun stehe ich da und bemerke, dass ich zwar eine Buche von einer Eiche und die von einer Feige und einem Oleander unterscheiden kann – aber das namenlose Grün überwiegt doch gewaltig. Weiter spazierend lächelte ich diesen Namenlosen zu und fotografierte auch sie. Vielleicht, dachte ich, ist ja jemand von euch kundig und nennt ihre Namen? Damit es nicht allzu schwer ist, habe ich auch ein paar sogar mir bekannte Blätter dazwischen geschmuggelt.

Dass manche Blätter silbergrau wirken, liegt am Licht: trifft es das Blatt unmittelbar, entfärbt sich das Grün, wie ein Vergleich derselben Pflanze zeigt.

Hier ist es nicht so sehr das Licht, als das Alter des Blattes, das den Unterschied macht.

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Zimmerreise: M wie Möblierung

Einladung zu den Zimmerreisen 06/2021

Ich gebe zu: Möblierung ist kein Gegenstand, wie er bisher als Ausgangspunkt für Zimmerreisen diente. Möbel sind eine Sammelbezeichnung für vieles,  von dem manches mit einem M beginnt. Zum Beispiel die Musikanlage oder die kleine Mokette aus Kurdistan oder auch die Matratze des Sofas, die Merkzetteldose oder die große gläserne Murmel auf dem Schreibtisch. Aber Möblierung?

Doch wie ich so auf dem Sofa liege und mit den Augen das Wohnzimmer bereise, lockt es mich, all dies Viele – all diese Senkrechten und Waagrechten, das Gebogene und Grade, das Verschattete und Helle zu zeichnen und als meine M – Zimmerreise zu präsentieren. Dies also ist der Ausschnitt des Zimmers, den ich von der Couch aus sehen kann.

Und die Möblierung? Nun, links ein Stück meines Schreibtisches mit einem Becher für Stifte, quer im Bild der große immer ausgezogene Esstisch, der, wie die vielen Bücher darauf dokumentieren, meinem Mann als Schreibtisch dient, davor zwei wenig benutzte Stühle, dahinter ein schwarzer Schreibtischsessel, nahe vor mir ein Couchtisch mit Büchern, Heften, Glas, Kaffeebecher etc pp, am Boden ein Wollteppich aus griechischer Produktion, Bücherregale, Musikanlage, ein Stück eines großen Gemäldes, das wir einst von einer befreundeten Malerin (Irene Diadou) erwarben. Die Lampen, die ich letztens hier präsentierte, habe ich weggelassen.

So voll wie auf dieser Zeichnung wirkt das Zimmer übrigens nicht, denn es ist groß und in der Mitte ist ein Freiraum, der nur von der hellgrauen Mokette mit dem eingewebten abstrahierenden Pflanzen-Muster eingenommen wird.

 

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Montag ist Fototermin: Strandleben

Unbekannte Personen zu fotografieren, ist ja leider inzwischen Tabu. Dennoch konnte ich es nicht lassen, einige Szenen des gestrigen Strandlebens jedenfalls von Ferne abzulichten.

Am gestrigen Sonntagnachmittag war viel los am Strand im Westen Attikas, der je nach Verkehrslage in einer halben bis dreiviertel Stunde von Athen aus zu erreichen ist. Eine dichte Zeile von Bars, Cafes und Tavernen schließen ihn nach hinten zu ab, dahinter liegen baumbestandene Privatgrundstücke mit Villen, baufälligen Baracken, Wohnmobilen und bisweilen auch unfertigen riesigen Appartmenthäusern. Man kann eine hölzerne, mit einer Matratze ausgestattete Liege (5 E) oder auch eine billigere metallene Version mieten und Getränke ordern. Nur die jungen Kellner und Kellnerinnen tragen lässig Maske, alle anderen werden sie wieder aufsetzen, sobald sie den Strand verlassen. Offenbar glaubt niemand daran, dass sie nötig ist, aber alle fürchten die Strafgebühren (300 E).

herangezoomt:

Ich wanderte den langen Strand entlang bis hin zum weißen Kirchlein, das leider nicht zugänglich ist.

Später zeichneten wir es aus einiger Entfernung, im Schatten einer Umfassungmauer sitzend. ….

 

 

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Sehnsuchtsvolle Zimmerpflanze (tägliche Zeichnung)

Zimmerpflanze am Morgen (Kugelschreiber-Zeichnung)

Draußen hat es sich eingetrübt und ein leichter Wind geht. Die Balkontür ist zugeschlagen und hat ein Stück der halb durchsichtigen feinen Gardine eingeklemmt. Ich liege auf dem Sofa, um die Beine zu entlasten, und zeichne die Zimmerpflanze auf die Rückseite eines Blattes in einem kopierten Dossier, das eigentlich fürs Recycling vorgesehen war. Das Spiel von Hell und Dunkel, von positiven und negativen Flächen, die sich ineinander flochten,  verwirrte und bezauberte mich. Und ich fühlte die Sehnsucht der Zimmerpflanze, die mit der frei in Licht und Wind spielenden blühenden Akazie auf der anderen Seite des doppelten Fensterglases nicht kommunizieren konnte.

Zimmerpflanze, nächtlich (invertiert)

Wünsche allseits eine Gute Woche!

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Gemeinsam zeichnen – mit Efi an Attikas Westküste.

Meine Nachbarin und Freundin Efi – ihr kennt sie schon ein wenig durch unser gemeinsames Zeichnen (hier) – lud mich heute ein, mit ihr und einer anderen Frau an Attikas Westküste zu fahren, um zu schwimmen. Natürlich mussten wir beide auch ein wenig zeichnen. Wir wählten uns ein idyllisch gelegenes weißes Kirchlein als Motiv.

Hier unsere erste Skizze. Sie scheinen ja sehr ähnlich zu sein, und doch: wenn du dich drauf einlässt, wirst du zwei charakterlich sehr verschiedene Zeichnerinnen erspüren.

Wir machten dann gleich noch einmal eine zweite Skizze vom selben Motiv:

Zwischendurch zeichnete ich noch eine kleine Strandszene. Das Land gegenüber ist übrigens Euböa.

Ich stelle die Bilder einander gegenüber, nicht um ein „besser-schlechter“ zu provozieren, sondern um für die Unterschiede zu sensibilisieren.

Ich habe 1, 3 und 5, Efi hat 2 und 4 mit schwarzem Kugelschreiber gezeichnet. Hier siehst du Efi am Werk.

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#Juniverse 13.6.2012: Zu Wasser oder zu Luft? (Luftmatratze)

Von der Luftmatratze zum Fliegenden Teppich

Sie gleitet übers Wasser hin,

schaukelt dich sanft auf den Wellen

das Füßlein hängt im Wasser drin

dir wird ganz schummerig zu Sinn

versuchst dich aufzustellen.

 

Doch unter dir das  Wasser schwappt

Bleib lieber friedlich liegen

Es hat schon manche rumgetappt

Das Aufstehn hat noch nie geklappt

Viel leichter ist das Fliegen.

 

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