Glasscherbenspiel: Wie gewinne ich einen Partner? (mit Dora)

Immer mal wieder lege ich Bilder aus dem Set angeschwärzter Scherben. Ich weiß nicht, wie viele Bilder es inzwischen geworden sind.

Erfunden hat das Glasscherbenspiel einst der Will.i – ihr wisst schon, Will.i war der Vertreter des Jahres 2021. Um genau zu sein: am 26. Februar 202i erfand Will.i das Spiel, mit zerbrochenen Glasscherben, die er im Garten unter Kraut und Rüben aufstöberte.

Am 21. März dieses Jahres hatte das Glasscherbenspiel mit Doras „schwarzer“ Pädagogik ein come-back und fordert seither zu immer neuen Gestaltungen heraus. 17 schwarz eingefärbte, zerkatzte Scherben sind es, ein paar recht große, manche lang und spitz, ein paar klein und ganz durchsichtig. Hinzu gekommen sind inzwischen drei schwärzliche Pappstückchen aus dem Set von Jürgen Küster (aka Buchalov), die ich hier als Hüte, Kopf und Röckchen verwende.

Die heutigen Lehrstückchen zeigen drei Formen des Umwerbens und der Reaktion des Angebeteten. Natürlich ist dies nur eine winzige Auswahl möglicher Verhaltensformen.

Bei allzu direkter, zudringlicher Annäherung (Bild 1) wird sich der Umworbene womöglich wegdrehen und dem Anliegen entziehen. Wird mehr Charme und attraktivere Bekleidung eingesetzt (Bild 2), kommt es vielleicht zu einem Paarungstanz. Manchmal kann auch ein dem Tierreich abgegucktes Nahrungsangebot das Interesse des Umworbenen erhöhen (Bild 3).

Dora schaut sich die Bilder an und rümpft das Näschen. „Viel Aufwand um nix!“ meint sie. „Wozu brauche ich einen Partner? Ich bin mir selbst genug.“

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Bewegte Stillleben (Tägliches Zeichnen)

In Nenas Laden, der zugleich Werkstatt für die Herstellung köstlicher Chutneys, Säfte, Öle und Marmeladen ist, reihen sich Gläser und Flaschen auf den Regalen. Die Angestellte, die Etiketten auf Flaschen klebt, verschwindet fast hinter Kartons und elektronischem Gerät. Eine kurze Unterhaltung und Anweisungen über die Barriere des Tisches hinweg. All das versuche ich, mit meinem Stift zu notieren. Ein bewegtes Stillleben.

Nicht ganz so beweglich, aber durchaus kein „stillstehendes Leben“  ist die Ansammlung von Bier- und Wasserflasche, Gläsern, Brillenetui und Handy auf dem Tavernentisch. Da heißt es schnell sein, bevor eine Hand nach der Flasche oder dem Glas greift.

Nur wenn ich das Glas selbst halte, kann ich das Zeichen-Tempo selbst bestimmen.  Dann lassen sich auch Merkwürdigkeiten wie die vom runden Glas verzerrten Finger und Rillen zwischen den Holzplanken des Tisches darstellen. Bis die haltende Hand erlahmt.

 

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Dora zum Zwanzigstensiebten: Piratenschiff

Das Piratenschiff, das Dora bei früherer Gelegenheit kunstvoll fotografierte ….

hat an der Strandpromenade festgemacht. Die Gangway ist heruntergelassen, und im Büdchen sitzt ein Mann, der Tickets für die Sonnenuntergangstörn verkauft. Dora jubelt, huscht an ihm vorbei,  entert das Schiff …

und bevor ich „Halt!“ rufen kann und „Warte mal!“, hat sie sich schon an den Tauen und Wanten hochgeangelt und hängt neben dem Ausguck im Krähennest.

Sie winkt und ruft. Aber ich habe keine Zeit für eine abendliche Törn. „Tut mir leid, Dora! Ich komme nicht mit!  Hab Spaß!“

 

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Dora zum NeunzehntenSiebten: Theo

„Wie sieht es aus? Zeigst du jetzt Katzenfotos, wo du Menschenfotos nicht zeigen kannst?“ fragt Dora. „Ich hätte da einen Vorschlag. Theo …“ –

Ach ja, Theo. Der Gelbe, oder, wie Dora meint: der Goldene. Er ist Doras erklärter Liebling. „Klar, er ist auch nett, Dora, aber so richtig kenne ich ihn nicht. Er ist zu scheu“.

Zum Glück gibt es Fritzi, die ist kommunikativer – und auch mutiger. Sie macht vor und Theo ahmt nach. Gestern abend kletterte sie von der Turmterrasse, wo uns die ganze Bande mit ihrem Besuch beehrte, über den Aprikosenbaum in den Garten runter, was nicht so einfach ist, denn die oberen Zweige sind schwach. Am Hauptstamm musste sie erst mal überlegen, entschied sich dann, sich umzudrehen und das letzte Stück rückwärts zu klettern  Theo steckte den Kopf durchs Gitter und sah ihr zu, zögerte, traute sich dann auch und schaffte es, ohne abzustürzen.

In der Nacht machten sie es sich auf einem Stuhl bequem. Ich spähte durch das Moskitonetz, sie spähten durch die Fransen des Tischtuchs…: Theo und Fritzi.

 

 

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Dora zum AchtzehntenSiebten: Montag war Fototermin (Menschenfotos)

„Warum hast du eigentlich den Beitrag über unseren Besuch an Wassos Schmuckstand nicht gepostet?“, fragt mich Dora. „Weil“, antworte ich und suche nach den passenden Worten, „weil man Menschen ohne deren ausdrückliche Einwilligung nicht fotografieren darf.“ – „Aber du hast doch welche fotografiert, oder?“ – „Hm, ja. Ich konnte nicht widerstehen.“ – „Wenn du sie schon fotografiert hast, kannst du sie doch auch zeigen, oder?“ – „Das ist es eben, Dora, das darf man nicht. Und das finde ich jammerschade – wenngleich ich es natürlich auch verstehe. Nicht jeder möchte sich in den Seiten meines Blogs wiederfinden.“

Dora denkt nach. „Du hast doch schon manchmal Leute hier gezeigt“, meint sie schließlich. „Und ich habe ihnen mein Gesicht geliehen. Mach es doch wieder so! Mein Gesicht kannst du gern zeigen.“ -„Danke, Dora, das ist lieb von dir. Es hat aber keinen Sinn. Denn dann sieht man ja die Gesichter nicht, auf die es mir ankommt. Ich fand es so interessant, die jungen Frauen zu beobachten, wie sie hingebungsvoll den Schmuck betrachteten und alles um sich herum vergaßen. Es war so ein Glanz in ihren Gesichtern, dabei sind die Schmucksachen, die Wasso verkauft, ja nicht viel mehr als geschmackvoller Tineff. Ich musste immerzu an die Szene im „Faust“ denken, wo Gretchen ein Schmuckstück bewundert, das Mephisto ihr zugeschanzt hat, damit sie Faust lieb gewinnt und ihm zuerst  ihre Unschuld, dann Mutter und Bruder und schließlich sogar ihr Kind opfert.“

„He! Was ist denn das für Gruselkram?“  – „Och, eine berühmte alte Geschichte ist das. Wenn du willst, erzähl ich sie dir. Sie handelt von einem Wissenschaftler, der alt und total unzufrieden ist, weil er mit all seiner Wissenschaft nichts Wesentliches erkannt hat. Da kommt der Teufel, der ihm das volle Leben verspricht. Faust – so heißt der Gelehrte – unterschreibt einen Pakt mit dem Teufel. Das „volle Leben“ besteht dann darin, dass sich Faust in die erstbeste Jungfrau verliebt, die ihm über den Weg läuft: ein armes unerfahrenes Ding und schon über vierzehn Jahr, weshalb er nichts dabei findet, sie mit geklautem Schmuck zu verführen.“

„Ein ziemlicher Schuft, oder?“ fragt Dora und runzelt die Stirn. „Ja, schon“, gebe ich zu. „Jedenfalls ist das arme Mädchen von dem kostbaren Schmuck wie geblendet. Es fühlt sich ganz bedeutungslos, aber mit dem Schmuck um den Hals…. Also daran musste ich denken, als ich die jungen Frauen an Wassos Schmuckstand sah, wie sie die einfachen Ohrringe, die Ketten, Anhänger, Ringe und Armbänder betrachteten und sich vorstellten, wie sie damit wohl aussehen würden. So wie Gretchen, als sie ausruft:

Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. Ach wir Armen!

Besonders eine machte mir Eindruck. Eine Hübsche, noch nicht vierzehn, steht da mit ihrer Mutter, betrachtet süß lächelnd einen klitzekleinen Ring, und ihre noch junge Mutter steht dabei, ihr Gesicht zeigt Skepsis. …. Also, ich zeige das Foto einfach.“

„Ich denke, das darf man nicht?“ – „Stimmt schon. Eine Ausnahme, sie sind so hübsch und sie sehen es ja nicht, ….“ – „Ich weiß nicht. Lass es. Zeig lieber mich, dann kriegst du keinen Ärger.“Ich seufze. „Ich liebe es, Menschen zu fotografieren. Aber Menschen ohne Gesicht? Was für ein Blödsinn!“  – „Ohne Gesicht? Hab ich etwa keins?“ protestiert Dora. „Ja, doch, natürlich, kleine Dora. Und dankeschön, dass du es mir ausgeliehen hast.“

Zufrieden bin ich nicht. Und so grummele ich: „Das  nächste Mal fotografiere ich doch lieber Katzen! Die haben kein Mitspracherecht.“

 

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Impulswerkstatt Turm 2 (Assoziationen)

Einladung zur Impulswerkstatt Juli-August

Dieser Turm hat mich gestern zu einem Eintrag impulsiert. Anonymous (ich vermute, das bist durch einen Schaltungsfehler du, liebe Myriade) protestiert im Kommentar: „Ach, was macht ihr denn da mit meinem Lieblingshochhaus ! … dieses Hochhaus ist wirklich sehr schön mit seiner Wellenstruktur.“

Ich gebe dir gern recht: Der Turm ist ein sehr elegantes Beispiel moderner Architektur, und gekonnt fotografiert ist er auch. Aber er beunruhigt mich.

Ich antwortete daher: Dies Gebäude ist wirklich sehr eindrucksvoll, ich nenne es elegant, himmelragend – allerdings auch hochfahrend, und Dora nennt es großprotzig, was es sicher nicht ist. Eine aufgerichtete Welle gewissermaßen, die über der Menschheit zusammenschlagen kann. Als Firmensitz drückt der Turm für mich Hybris aus, also Unbescheidenheit, Undank, Maßlosigkeit.

Und ich erinnerte mich an meine Legebildserie mit den Tarot-Karten, darunter auch  „Der Turm“. Der Turm wird von Blitzen getroffen, Menschen stürzen in den Abgrund, Chaos und Gewalt brechen aus. Die Karte wird gedeutet als abrupte Veränderung, Umbruch, Zusammenbruch gewohnter Lebensstrukturen.

Als ich die Turm-Karte gestaltete, lief bei uns der zweite Lock-down auf vollen Touren. Das erinnerte mich wiederum an 11-9-2001, als die Zerstörung des World-Trade-Center in NY  (siehe hier) eine neue Phase einläutete : Damals zerbarst unsere friedliche Nachkriegs-Welt. Der „Terror“ und der „Krieg gegen den Terror“ begannen ihr Wechselspiel. Nicht bei uns, nein, bei anderen Menschen gingen die Bomben nieder und zerstörten ihre Häuser.

„Jetzt scheint auch unsere Burg einzustürzen“,schrieb ich vor zwei Jahren. „Wesen – nicht imstande, sich selbst zu erhalten, Schmarotzer, die einen Wirt suchen, um ihn zu bewohnen – fallen über uns her, zerstören unser gesellschaftliches Gefüge….“  (Wer die Schmarotzer sind?)

 

 

Knapp zwei Jahre sind seither vergangen, und immer deutlicher wird, wie morsch das Gefüge unserer Welt ist. Der Krieg hat Europa erreicht, Finsternis, Armut und Hunger bedrohen nicht nur die Peripherie, sondern auch das „Herz des Imperiums“. Der Turmbau wankt in seinen Grundfesten.

Angesichts dessen rütteln einige Mächtige an den morschen Fundamenten, als wollten sie den ganzen Bau möglichst schnell zum Einsturz bringen, mit dem Versprechen, ihn größer, schöner, gerechter wieder aufzubauen. Sie rufen zum „großen Reset“. Der neue Bauplan wird langsam sichtbar. Und mir wird kalt ums Herz bei seinem Anblick.

landepisten-ganzZusammengestürzte Türme mit Landebahnen, Vision in der Nacht vor dem 11/9. Dazu hier.

 

 

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Kaktusblüte und Spross (kleine Beobachtungen)

Sie sind mächtig herangewachsen und blühen wieder – die riesenhaften Kakteen in weißen Töpfen vor einer Hauswand direkt am Strand (frühere Fotos hier, hier und hier). Da ich zu diesem Platz erst zur Mittagsstunde kam, traf ich die Blüten zwar noch schön, doch leider schon etwas zusammengefallen an. Sehr viele Knospen warten auf ihren Tag.

Die sternförmige Spitze eines Sprosses konnte von oben fotografieren. Ist er nicht reizend?

Das Wachstumszentrum in Detailvergrößerung

und die witzigen weißen Gesichter, die es lächelnd umgeben.

 

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Dora zum AchtzehntenSiebten: Impulswerkstatt No 3, Der Turm

Einladung zur Impulswerkstatt Juli-August

Der himmelragende Turm, an dessen Spitze die Initialen des Eigentümers kaum zu lesen sind – o, jeder weiß, um wen und was es sich hier handelt, wozu dick auftragen! – dieser Turm, liebe Myriade, bewegt meine Gedanken, seit ich ihn bei dir erblickte. Der grün-goldene Firlefanz im Vordergrund lässt ihn noch abgehobener erscheinen, als er eh schon ist.

Mein erster Gedanke war: Den Turm umdrehen. Er ist nur eine Spiegelung, eine Optasie (οπτασία, optische Täuschung, Fantasiegebilde).

Mein zweiter Gedanke:  den Himmel verdüstern, das Gebäude grell weiß aufleuchten lassen. Vielleicht sollte ich Arbeiter aufmarschieren lassen – Menschen also, die dieses hochfahrende elegante Gebäude mit ihrem täglichen Schweiß begießen. Zur Fabrik fahren sie mit der Straßen- oder S-Bahn, dicht gedrängt, einen Sitzplatz finden sie nicht leicht, ihre Jacken sind ausgebeult, ihre Augen von zu wenig Schlaf verquollen. Ich hatte da doch so ein Spraybild, das passen könnte…. (zum Größersehen bitte anklicken).

„Wie findest du das?“ frage ich Dora. –  „Ganz gut soweit!“ antwortet Dora nachdenklich.“Ich hätte da vielleicht noch ne Idee. Du versetzt den Turm auf den leeren Platz am Hafen. Dann kommt er nicht mehr so großprotzig daher, und die Hunde haben was zum Dranpinkeln.“

„Hehe, Dora! Nun mach mal halblang!“ Ihre Idee ist mir doch ein wenig zu radikal. „Vielleicht geht es auch weniger radikal?“ schlage ich vor. – „Schon, wenn du meinst… Wie wäre es mit einem Leuchtturm?“ Dora liebt Leuchttürme, da kommt ihre Latüchte eindrucksvoll zum Einsatz.

„Am besten“, kräht Dora nun und steigt vom Turm auf ein Boot um, „finde ich ihn als Poller. Da haben die Boote was zum Festmachen, und ich stell meine Laterne drauf, wenn es dunkel wird.“

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Fritzi

Zeit für ein Katzenfoto.

Fritzi ist eines der drei Katzenkinder, die Mama Prinkipessa uns anvertraut hat. Sie kommt neuerdings ins Haus, schaut mich an, bleibt aber scheu wie ihre Geschwister – der gelbe Theo und Frieda, von der sie sich äußerlich vor allem durch ihr Pullover-bewehrtes Bein unterscheidet.

Mutter und Kinder haben kaum noch Kontakt zueinander, denn Mama Prinkipessa ist wieder schwanger. Nur selten lässt sie sich blicken, um zu fressen. Sie sieht ziemlich gestresst aus. Die Kinder leben auf den geschützten Plätzen unter dem Rosmarin und der Agave. Jedenfalls meistens, glaube ich, denn von dort treten sie in Erscheinung, wenn ich zur Fütterung rufe. Ansonsten bleibt mir ihr Leben ein Geheimnis.

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Dora zum SiebzehntenSiebten: Tanztheater

„Na, war das was?“ fragt mich Dora und strahlt über beide Backen. „Ja, das war was!“ sage ich, verhalten zurückstrahlend.

Das, was wir gerade gesehen und gehört haben, war grandios. Eine unglaubliche tänzerische Leistung, eine fantastische Inszenierung. Aber – ja, immer dies Aber! Es war sehr, sagen wir es mal mit dem Modewort: dystopisch. Oder, etwas altmodischer: Lasciate ogne speranza, voi ch’intrate  („Gebt alle Hoffnung auf, die ihr hier eintretet“) aus Dantes Inferno.

In Kalamata findet gerade das 28. Tanz-Festival statt,  das ein Ereignis von internationaler Bedeutung ist. Hier die offizielle Website mit Trailer

Was wir sahen, war ein Tryptychon, gemeinsam inszeniert von Gabriela Carizo und Frank Chartier. Für Kenner der Tanzszene:

Fotografieren war natürlich verboten, daher kann ich nur mit ein paar hilflosen Skizzen von Randereignissen beim Szenenumbau dienen, die nichts von der Dramatik wiedergeben. Wenn alles Körper und Bewegung ist – was vermag da der Stift? Ein Großgemälde täte es vielleicht….

„Nun zeig schon deine Skizzen“, kräht Dora. „Deine Vorreden machen sie auch nicht besser!“ –  „Sooo schlecht finde ich sie nicht, Dora, wenn du die Umstände berücksichtigst“, verteidige ich mich. –  „Wen interessieren die Umstände!“ beharrt Dora. „Das Ergebnis zählt.“ Ich seufze. Seit wann ist Dora so streng?

Ich gebe Dora diesmal nicht Recht. Und sage es ihr auch: „Ergebnisse hängen ab von den Möglichkeiten und Fähigkeiten ihrer Hervorbringer, liebe Dora,“ belehre ich sie in etwas beleidigtem Ton. „Die Umstände muss man auch berücksichtigen, um das Ergebnis richtig einschätzen zu können. Denk mal an die Kinderbilder, die wir danach noch im Foyer sahen! Wären es Erwachsene gewesen….“ – „Kinder sind was anderes!“ unterbricht mich Dora. „Kinder sind Klasse, und ihre Bilder auch. Mit denen brauchst du dich gar nicht zu vergleichen. Am besten waren die Fische und Eulen!“

(Die Gemälde der Kinder entstanden bei einer Malaktion in Zusammenarbeit mit dem Museum für kykadische Kunst in Athen. Sie werden übergroß auf Screens gezeigt. Es sind sehr viele. Ich fotogafierte die, die gerade durchliefen. Ein Teil der Installation mit Tieren befindet sich im Zentrum des Foyers. Am Montag gibt es eine neue Malaktion für Kinder. Ich werde veruchen, mit Dora hinzugehen.)

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