Ithaka revisted (Gedankenformen)

Ithaka

Wenn du aufbrichst nach Ithaka, / wünsche dir, dass der Weg lang sei, / voller Abenteuer, voller Erkenntnisse. / Die Laistrygonen und die Zyklopen, / den wütenden Poseidon fürchte nicht, /solche wirst du auf deinem Wege niemals finden, / wenn dein Denken hoch, wenn erlesene / Empfindung deinen Geist und Körper anrührt. / Den Laistrygonen und den Zyklopen, / dem wilden Poseidon wirst du nicht begegnen, / wenn du sie nicht in deiner Seele trägst, / wenn deine Seele sie nicht vor dich hinstellt.

(Das ganze Gedicht von Konstantinos Kavafis findest du unter https://gerdakazakou.com/2015/12/01/griechische-lyrik-konstantinos-kavafis-ithaka/)

Wem werde ich auf meiner Reise nach Ephesos, die lang und länger wird, begegnen? Welche Hindernisse werden sich vor mir auftürmen? Ach, wäre „mein Denken hoch“, ich bräuchte keine Laistrygonen und Zyklopen zu fürchten, und auch der wildeste Poseidon würde von mir lassen. Wie aber ist es mit meinem Denken bestellt?

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Gedankenformen (c) gerda kazakou

Beim Durchblättern eines medizinischen Journals kam mir in den Sinn:  „Moderne Medizinmänner und Medizinfrauen“. Kaum hatte ichs gedacht, waren sie auch schon da.

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Diese Herrschaften, die man früher Mythen, heute „Gedankenformen“ nennt, haben durchaus ihr Eigenleben. Auch der Zyklop, die Kalypso und all die anderen Gestalten, denen Odysseus begegnete,  weil Homer sie vor ihn hinstellte, waren ja nicht untätig. Einmal geschaffen, lebten sie fort – bis heute. So auch meine „modernen Medizinmänner und Medizinfrauen“, die sich übrigens als höchst veränderlich und erfinderisch erwiesen.Sie jonglierten mit Welten aus „genetischem Material“…

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… sie trugen allerlei Bakterienkram in ihrem durchstrahlten Brustraum und Gepäck

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und produzierten im Nu aus Sperma und Eizelle einen rennenden Homunkulus (weiblich).

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Wie sie es machten? Na, indem „meine Seele es vor mich hinstellte“.

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Tja, aus Gedankenkraft entsteht Wirklichkeit, dachte ich. Und schwupps! war sie da.

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Wenn es so leicht ist: warum erschaffe ich, warum erschaffen wir nicht eine Welt des Friedens und der Liebe?

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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16 Antworten zu Ithaka revisted (Gedankenformen)

  1. afrikafrau schreibt:

    wir sollten jetzt damit beginnen… Geduld….

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  2. bruni8wortbehagen schreibt:

    Wie schön, die Ihaka-Worte von Herrn Kavafis und Deine klugen Gedanken über Deine anstehende Reise nach Ephesos. Dann Deine Legebilder mit dem verblüffenden genetischen Material *g* und dieser Homunkulus. Deine Fantasie ist unerschöpflich, toll!
    Mit Fantasie ist so vieles möglich, liebe Gerda, aber für eine Welt des Friedens und der Liebe müssen wir noch sehr weit gehen.
    Ich gehe schon mal langsam los. Wer weiß, was ich am Wegrand finde🙂

    Liebe Abendgrüße von Bruni

    Gefällt 2 Personen

  3. Ulli schreibt:

    Ja Gerda, genau so … du weisst, dass du meinen Nerv triffst, da wo ich hin will, da, wo es einfach ist, weil es einfach ist, weil wir Schöpferinnen und Schöpfer sind, weil jede und jeder kreieren kann und darf und soll -aber ach … eben … alle … herrjeh … das sind sie, die Ritter der Unersättlichkeiten, der Eroberungs- und Unterdrückungswut … nehmen wir ihnen ihre Energie, senden wir unsere- alles, was in die Welt kommt, wird nie mehr vergehen, bereit für den zig-fachen Wandel- füttern wir die Liebe und den Frieden!

    Deine Legearbeiten sind so genial, ich bedauere so, dass ich sie nicht gross an der Wand hängen haben kann, um sie lange zu betrachten …

    Ithaka … wir sind unterwegs, jede auf ihrer Reise!
    herzlich verbundene Grüsse zum guten Abend und zur guten Nacht
    Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      alles was in die Welt kommt wird nie mehr vergehen . Und was in der Welt ist, können wir verstärken oder schwächen und umwandeln. Das weißt du und sagst es so oft mit deinen Worten. Es tut gut, sich verstanden zu fühlen. Liebe Grüße dir zur Nacht!

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  4. mmandarin schreibt:

    Danke liebe Gerda für die wunderbaren Legearbeiten. Ich habe sie eingehend betrachtet und kann mich nur den Vorrednerinnen anschließen. Wir dürfen den Mut nicht verlieren und beharrlich daran glauben, dass sich alles zum Guten wendet. Ich fange schonmal an und lächle euch zu. Marie

    Gefällt 2 Personen

  5. afrikafrau schreibt:

    ja, Ulli hat recht—wir beginnen jetzt gleich… mit einem Lächeln zurück an alle die mitgehen…..

    Gefällt 1 Person

  6. Ulli schreibt:

    Was ich dich gestern schon fragen wollte, aber vor lauter Lächeln und so vergass, bist du das auf den Bildern in jüngeren Jahren?

    Gefällt 1 Person

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