Weiterträumen

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Träume sind Schäume. Traumbilder entstehen, bilden sich um, erschrecken mich und zerfallen. Manche und mancher von euch erinnert sich vielleicht, dass ich mit einem Traumboot unterwegs bin. Mit der Geburt des Bootes begann es, wurde fortgesetzt mit krausen und fürchterlichen Träumen. https://gerdakazakou.com/2016/10/25/krause-traeume/ und https://gerdakazakou.com/2016/10/26/herz-bleib-kalt-hand-halt-das-steuer/-

Inzwischen war ich anderweitig unterwegs, dann kam Besuch. Ich wollte fröhlich sein. Klagend versanken die Geister der Ertrunkenen in den Wellen ….

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Ein Wind kam und zerstreute sie. So meinte ich, und wandte mich fröhlichen Geschäften zu. Träume sind Schäume.

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Doch siehe da, in dieser Nacht begegnete ich ihnen von Neuem. Seltsam verwandelt waren sie wieder. Doch ich meinte sie zu erkennen, sei es auch nur an einem roten Rock. Und was sah ich? Zwei Frauen und ein Kind auf einem Boot. Das eine verwüstete Land hatten sie hinter sich gelassen, das andere noch nicht erreicht. Vögel kamen geflogen. Die Frauen warfen ihnen Brotstücke zu. Das schien mir, der Träumerin, wunderbar. Denn waren sie nicht auf der Flucht? Hatten sie das Brot nicht selbst dringend nötig?

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Vielleicht, so dachte ich bei mir, sind es die Seelen Ertrunkener….

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Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich beim Aufwachen eine tiefe Befriedigung fühlte und versöhnt war mit so viel Leid.

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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7 Antworten zu Weiterträumen

  1. kunstschaffende schreibt:

    Das Meer ist für mich weit weg, vielleicht ist es gut so, denn die Vorstellung dass direkt vor meiner Haustür Menschen ertrinken möchte ich nicht kommentieren! Ich kann Dich zu gut verstehen, dass diese traurige Tatsache Dich in Deinen Träumen beschäftigt! Die Schönheit des Meeres ist gleichzeitig das Grauen!

    Liebe Gerda, ich wünsche Dir einen traumfreien Schlaf und wenn doch, dann soll die Schönheit Dich tragen durch die Nacht!

    ❤Grüße Babsi

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  2. mmandarin schreibt:

    Liebe Gerda, ja, die Zeiten sind stürmisch, die Nächte schlaflos und nicht frei von Angst. Irgendwie sitzen wir doch alle im selben Boot. Da sollten wir zusammenrücken und hoffen, das alles sich zum Guten wendet. Möge den Despoten und Dummen dieser Welt der Wind aus den Segeln genommen werden. Marie

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      ich fürchte, da wird nichts draus. Die Unwetter nehmen zu und werden stärker. Die täglichen Toten der Kriege werden nur noch nach dutzenden oder hunderten gezählt, summieren sich zu tausenden und abertausenden. Wir aber stecken unseren Kopf unter den Flügel ( um nicht zu sagen; in den Sand, den wir hier nicht haben) und verkaufen weiterhin unsere Waffen an die Meistbietenden. Die Türkei erhält grad einen Haufen neuester US-Kampfflugzeuge, als ob sie noch nicht genug hätte, die Bundesrepublik freut sich über die Verzehnfachung des Verkaufs von Handwaffen an die Bürgerkrieger dieser Welt, die Kriegsschiffe von Ost und West tummeln sich im Mittelmeer, etc pp.pp.ppe Vor der lybischen Küste sind grad mal wieder 283 oder so Menschen ertrunken, die man im von Ghadafi befreiten Lybien grässlich misshandelte, um sie auf die Boote zu zwingen…. Was bleibt mir da übrig, als mir Traumbilder mit gutem Ausgang zu legen. LG Gerda

      Gefällt 2 Personen

  3. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda, wie ich deins lese und eine Bilder dazu anschaue, kommt mir eine Passage aus meiner Novelle der kleinen blauen Frau in den Kopf: „Die kleine blaue Frau wäscht ihr Kleid am Fluss als ein leeres Boot an ihr vorübergleitet. Sie sieht keine Ruder, keine Frau und keinen Mann. Zarte Schleier umwehen das Boot. Die kleine blaue Frau hört einen leisen Gesang, schwimmt zum Boot und nimmt es an die Leine, sie zieht es bis zum Strand. Dort setzt sie sich hinein.
    Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf, die Sonne geht wieder unter. Die kleine blaue Frau sitzt in dem ruderlosen Boot und lauscht seinem leisen Gesang. Sie lernt die Totenlieder. Die Sonne geht auf. Jetzt erhebt sich die kleine blaue Frau, sie trägt die Lieder zur Alten mit dem erdigen Gesicht. Die nimmt die Lieder in ihr Herz, dann lässt sie sie wieder frei. Da wird es still. Zarte Schleier wehen ins Blau des Morgenhimmels.“

    herzliche Grüsse an dich, Ulli

    Gefällt 3 Personen

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