Adieu Mai! Sei mir willkommen, Juni!

Heute, im letzten Licht der untergehenden Sonne, bin ich, um euch dies Haus von der Seeseite aus zu zeigen, mit deinem neuen iphone ins Wasser gestiegen. Die Landseite des Hauses kennt ihr: Nicht nur ich, auch Ulli hat ihm schon die Ehre gegeben. Ich streifte eben durch ihre wundersamen Blogeinträge und fand es hier: https://cafeweltenall.wordpress.com/2018/04/13/verlassene-orte-004/

Nun also von der Seeseite, im goldenen Schein der untergehenden Sonne. Die Ecke hängt frei in der Luft, aber die Mauern halten noch.

An Land ist es auch nicht übel. Geröllstrand, und was nach den Winterstürmen von der schützenden Tamariske noch übrig geblieben ist.

Adieu, Mai! Sei mir willkommen, Juni!

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Baustellenleuchte, Wasserflasche, Stiftständer, Absperrungsfolie (Bleistiftzeichnung)

Heute habe ich die Parmesanreibe mit den vielen Löchern gegen einen viel größeren Gegenstand ausgetauscht: eine Baustellenleuchte mit einem großen runden Loch. Die Leuchte steht  gewöhnlich auf dem Bücherschrank, den ich gestern zeichnete. Heute deckte ich die Bücher mit einer Pappe ab, stellte die Wasserflasche und den Stifthalter davor, fand in meinem Kram eine rot-weiße Rolle mit Absperrungsfolie, wie sie die Bauarbeiter benutzen, und positionierte die schwarze Eisenlampe mit dem weiß-roten Feld und der runden Glasscheibe über Eck. Ein paar Bleistifte, ein Pinsel, ein Kabel lagen auf der lackierten Tischplatte, die selbst eine Holzmaserung hat.  Mit einer Tischlampe strahlte ich das Ganze von links an. Außerdem gab es noch das Oberlicht.

„Baustelle“ Bleistiftzeichnung 2018 (c) gerda kazakou

Diesmal habe ich nur geringfügige Bearbeitungen gemacht.

Für die Liebhaber des Nachteffekts durch Inversion der Hell-Dunkelheits-Werte:

 

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Zeichnung „Burg und Wasserturm“ wiederholen (Bleistift)

Gestern notierte ich für mich: „Ich will die gestrige Zeichnung (Burg und Wasserturm) wiederholen. Vielleicht eine andere Anordnung. Ich will das Dunkle, Eckige Eiserne des Stiftständers in Kontrast darstellen zum Flüssigen, Durchsichtigen Plastisch-Runden der Flasche. Dazwischen, als Vermittler die durchlöcherte Reibe, die weniger hochragend als die Flasche und weniger schwer und kantig als der Ständer ist. Hohl sind sie alle (….).
Es ist richtig, dies Stillleben im Atelier zu zeichnen, im geschlossenen Raum und nicht in der sich öffnenden Natur. Vielleicht sollte ich es einkasteln in das Bücherregal hinter der Staffelei.“
So schrieb ich, so tat ichs auch. Aber das Ergebnis ist bei weitem nicht das, was ich wollte. Nun, einen Versuch war es wert, denn es hat mich wieder einiges gelehrt.

Die erste und zweite Version (hier nur der untere Teil) als Positiv und Negativ:

In diesem Fall finde ich übrigens die leicht farbige Bearbeitung aussagenkräftiger.

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Und wer wohnt da, bitte schön, in meiner Gartenbank?

Ein großes tiefschwarz glänzendes fliegendes Wesen – ein Käfer? – fliegt dieses runde Loch in meiner Gartenbank an. Eigentlich sind es zwei Flieger und nun auch schon zwei Löcher, doch scheint mir das eine, das vor Jahren entstand, inzwischen unbewohnt zu sein. Dieses ist neu, prima ausgehöhlt und, wie ich durch Aufhellung des unteren Abschnitts feststellte, offenbar von kleinen Möchtegern-Schwarzbrummern bewohnt.

Die Käfer (?) kommen höchst selten. Sie sind riesig und scheinbar viel zu groß für die Löcher, doch sieh mal an! Sie brummen und kurven in wilden Kreisen zwischen Mimosenbaum und Oleander, als ginge sie das Loch gar nichts an – und flutsch! sind sie drin. Und ich habe das Nachsehen, denn wieder habe ich sie nicht erwischt.  Ich renne und hole mein Smartphone, doch da ist niemand mehr. Kann ich denn ständig auf Lauer liegen? Wieder bleibe ich ohne Beweismittel… Und wäre das Loch nicht dort, fein säuberlich ausgesägt aus der Rückwand meiner Gartenbank, niemand würde mir Glauben schenken.

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Und wie heißt, bitte schön, der Schmetterling?

Wenn er auffliegt, ist er leuchtend gelb, das manchmal ins Orange hinüberspielt. Aber er ist so fattrig, dass ich ihn nie auf dem Foto  erwische. Sitzt er, sieht er aus wie ein Blatt. Im meinem Garten wimmelt es in diesem Jahr von solchen herrlichen gelben Sommervögeln.

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Heute war Fototermin: Mein Atelier und der Garten

Letztes Jahr um diese Zeit veröffentlichten wir alle unser 12-Monatsbild vom Mai 2017. Ihr erinnert euch? Zeilenende hatte dies schöne Projekt angestoßen, und wie so viele fotografierte auch ich am Ende jeden Monats das gleiche Motiv: mein Atelier …

Heute, als ich die Stühle im Atelier für eine Arbeitsgruppe zurechtrückte, fiels mir ein – – und so knipste ich den Raum, dazu auch die Kruschelecken, ging dann hinaus und schaute nach den Blumen, den Bäumen, der weiten Landschaft ringsum.

Mein Atelier heute um 4 Uhr am Nachmittag:

Und was es ringsum zu sehen gibt:

Dann arbeiteten wir. Als wir fertig waren, stand schon der volle Mond über dem Garten. Zeit für einen Nachtspaziergang.

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Burg und Wasserturm (Bleistiftzeichnung)

Im Zentrum der Ebene liegt eine wehrhafte Burg. Sie überragt ein paar dicht aneinander gedrängte Kuben. Eine helle Mauer sichert das Gelände samt dem hohen Wasserturm und einer alten Zisterne. Zwei runde Objekte jenseits und diesseits der Ummauerung geben Rätsel auf.

Na ja, so ungefähr. Die Wasserflasche aus Plastik, die hier als Wasserturm fungiert, ist übrigens eine echte Herausforderung fürs Zeichnen. Den Ständer für Pinsel und Stifte hat mir ein serbischer Freund aus abgesägten und bunt angestrichenen hohlen Eisenteilen zusammengeschweißt. Die Küchenreibe hat bereits ein ehrwürdiges Alter und ist immer noch voll funktionstüchtig. Ein glatthäutiger Pfirsich und eine Zitrone, dazu ein langes helles Rohr vervollständigen die Komposition.

 

Ich begann die Zeichnung draußen bei Tageslicht, wurde aber nicht fertig und trug die Dinge ins Atelier, um bei Lampenlicht weiter zu zeichnen. Man merkt es an der unterschiedlichen Beleuchtung, wenn man ein gutes Auge hat.

Bleistiftzeichnung mit Reibe und Wasserflasche (c) gerda kazakou, 2018

In der Nacht sieht die Ebene dann so aus.

 

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Dinge und eine weiße Wand (Bleistiftzeichnung)

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Eine weiße Atelierwand, ein nächtliches Fenster mit gemauertem Sockel. Davor haben sich allerlei Dinge eingefunden. Beginnend von oben: Die Knochenvase und ein Holz auf der marmornen Fensterbank, ein Spielzeugdackel und ein weißer glatter Stein auf einem Karton, eine Messing-Lampe mit durchbrochenem Zylinder und weißem Kabel, ein verrostetes Stück Eisen und ein Kleiderhaken in Gestalt einer Eule auf der Tischplatte davor. Absichtlich habe ich diesmal eine extreme Komposition gewählt, bei der die Dinge standhalten müssen gegen die große weiße Wandfläche.

Geheimnisvoll wird das Stillleben, wenn man die Schwarzweiß-Werte umkehrt. Dann werden Knochenvase und Wand schwarz und der Vordergrund ist aufgehellt.

Diesen Vordergrund zeige ich jetzt noch mal als Ausschnitt in beiden Versionen. Bitte zum Vergrößern anklicken.

 

 

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Blech-Sieb, metallener Blumenübertopf, Keramikschälchen, Kaffeetässchen aus Porzellan, Holz und Granatapfelblüten (Bleistiftzeichung)

Heute habe ich auf meinem schwarzen 6-eckigen Gartentisch, dessen Spanholzplatte verfärbt ist und interessante Brüche aufweist, wieder ein paar  Dinge aufgebaut: ein altes Sieb aus Blech – Erbstück von der Schwiegermutter -,  einen gehämmerten Blumenübertopf, den ich für Sammelsurium verwende, ein Joghurtschälchen aus schlichter Keramik, eine winzige Tasse für griechischen Kaffee und ein gewundenes helles Schwemmholz. Auf der Tischplatte lagen ein paar vertrocknete Granatapfelblüten, die ich mit einbezog.

Was hat mich gepackt, dass ich diese Dinge zeichne? Und dann auch noch in möglichst akribischer Form? Immer mal wieder stelle ich mir solche Fragen, denn ich bin ja nun schon seit ein paar Monaten auf diesem Trip. Heute ging ich sogar ins Internet mit dem Suchbegriff „sich mit den Dingen beschäftigen“. Und was fand ich? Eine Menge Seiten über Beschäftigungen für Kleinkinder, Demenzkranke und Hunde. Ansonsten nur Dinge im übertragenen Sinne, insbesondere „Beschäftigung mit religiösen Dingen“.

Wer braucht Dinge? Wir alle. Unsere Welt ist vollgestopft damit. Doch Beachtung schenken ihnen vor allem Kinder und alte Leute.  Dinge sind Anker der Welterfahrung für die ganz Jungen und der Erinnerung für die Alten.

Dinge sind aber noch weit mehr – und das eben fasziniert mich. Andere, mir unbekannte  Menschen haben sie hergestellt aus Materialien und in Fabrikationsweisen, von denen ich nichts weiß. Wie wenig habe ich sie in meinem Leben beachtet! wie gleichgültig habe ich sie benutzt! Jetzt schreien sie nach Beachtung, und ich stehe staunend vor ihren Formen und Materialien. Schwierig sind sie zu zeichnen.

Nehmen wir das Sieb, dessen wohl geordnete Löcher mal Dunkelheit, mal Helligkeit durchlassen, dessen verbeulte Oberfläche das Licht unterschiedlich bricht, mal matt aufscheinend, mal greller, mit wandernden Schatten und Lichtreflexen je nach Sonnenstand und Bewölkung, die Ränder teils hart, teils weich gerundet. Ich zeichne und beobachte und zeichne. Und meine Gedanken wandern zu denen, die es vor vielen Jahren fertigten – wann war das wohl? In den Nachkriegsjahren, oder ist es schon länger her? Welche Werkzeugmaschinen damals wohl eingesetzt wurden? Wie wurden die Arbeiter – oder waren es Arbeiterinnen? – entlohnt? Woher kam das Blech, woher das Material der Griffe? Wer sich wohl die Form und die blumenhaft geordneten Löcher ausgedacht hat? Wie sah wohl das Geschäft aus, in dem es angeboten wurde? Und wie kam es in den Haushalt meiner Schwiegermutter? Ich denke an die unzähligen Male, dass darin Gemüse gewaschen, Spagettis abgetropft wurden. Ich weiß nicht, wie es zu uns kam, vermutlich hat sie es uns mal gebracht, denn sie kochte gelegentlich auch für uns. Ich habe es nie besonders beachtet, dies Sieb und all die vielen Dinge, die mich umgeben. Ich habe keine Gedanken an die einfachen Dinge verschwendet, sondern habe mich lieber mit „geistigen Dingen“ befasst. Aber sie haben mir gedient und dienen mir weiterhin. Und nun fühle ich die Notwendigkeit, sie zu beachten, samt ihren unbekannten Schöpfern.

Die Naturdinge setze ich dazu, um mir eine genauere Vorstellung von dem Unterschied zu bilden: Worin unterscheiden sich die menschengemachten von den natürlichen Objekten?

 

 

 

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Schlangenbändigung (Kohle-Bleistift-Zeichnung)

In meinem Sammelkorb winden sich die Hölzer wie Schlangen.

In früheren Zeichnungen habe ich dem einen und anderen Schlangenholz schon Raum gegeben. Zum Beispiel hier:

Heute aber quollen sie alle gleichzeitig aus dem Korb, wanden sich, verknoteten sich, wimmelten durcheinander wie lebendige Schlangen. Ich kam mir vor wie eine Schlangenbändigerin, als ich sie alle gemeinsam auf einem Zeichenkarton abzubilden versuchte. Ihr kennt das vom Kindergarten oder Schulausflug, oder?

Manche besonders eindrucksvolle Gestalt arbeitete ich dann noch ein wenig heraus.

oder meinetwegen auch so (mithilfe von fotoshop)

 

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