Montags ist Fototermin (3) : Wo der Nedontas ins Meer fließt

Am Rande von Kalamata liegt das Mündungsgebiet des Nedontas. Einmal habe ich euch das dortige Froschkonzert zu Gehör gebracht. Jetzt schweigen die Frösche, aber das Schmelzwasser von den Bergen strömt immer noch dem Meere zu und bildet zwischen dem Flusssand kleine Lagunen. Ein feines Spielfeld für den Hund.

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Montags ist Fototermin (2): Experiment Blume ansehen – Blume fotografieren, vergleichen.

Wieder und wieder beschäftige ich mich mit der Frage, was die technische Reproduktion eines Kunstwerks (W. Benjamin) eigentlich mit unseren Sehgewohnheiten und unserer Weltwahrnehmung macht. Um das Problem zu verdeutlichen, habe ich, wie ihr wisst,  Zeichnungen unter verschiedenen Lichtbedingungen aufgenommen und die Fehlfarben der Fotos verstärkt und verschoben. Ich versuchte damit, den Finger auf die oft übersehene Tatsache zu legen, dass im Blog keine Zeichnung, sondern nur ein FOTO einer Zeichnung zu sehen ist.

Das Problem gibt es freilich nicht nur bei der Reproduktion von Kunstwerken, sondern ebenso, ja sogar in gesteigerter Form beim Fotografieren von Natur.  Ein fotografiertes Meer ist kein Meer, sondern ein Foto von einem Meer. Es fehlt fast alles: Geräusche, Wind, Bewegung, wechselne Farbspiele….. Gut, das wissen wir. Aber  der optische Eindruck vom Meer, das ich sehe, und dem Foto des Meeres stimmt doch wohl prinzipiell überein?  Oder etwa nicht?

Ich wollte es genauer wissen und machte ein Experimen mit einem sehr einfachen Motiv: eine hellblaue Blüte.

Bevor ich sie klipste, betrachtete ich sie eingehend, wanderte mit dem Blick in ihr liebliches Körbchen, streifte zwischen den Blättchen herum, versuchte, mir die Farbe zu vergegenwärtigen und einzuprägen.

Dann fotografierte ich sie und hielt das Foto neben die reale Blüte. Wo waren denn all  die lebendigen Eindrücke hin? Weg waren sie. Nicht nur war die Blüte auf 2 Dimensionen geschrumpft, sondern auch die Farbe hatte ihren Glanz verloren.  Kein Körbchen mehr, um den Blick ausruhen zu lassen, nur ein blässliches flaches Blau war auf dem Foto zu sehen.

Immer wieder ließ ich meinen Blick zwischen dem  Foto und der Blüte hin und herwandern und verglich. Es war wirklich sehr aufschlussreich. Fast physisch nahm ich die Verarmung der Sinnesfülle wahr. Das lebendige Blumenwesen erschien mir auf dem Foto tot. Und ich fragte mich: Was geschieht eigentlich mit uns, wenn wir uns daran gewöhnen, statt der Welt nur mehr Bilder von der Welt zu betrachten und diese für die Welt zu halten?

Ich wiederholte dies Experiment mit anderen Blütenfotos, und es war immer dasselbe. Besonders schockierend fand ich, dass auch die Farben überhaupt nicht mit dem übereinstimmten, was ich mit meinen Augen in der Natur sehen konnte. Traurig und banal, dieses Rotviolett des Geranien-Fotos, verglichen mit der Geranie, die da vor meinen Augen blühte.

Ich kann dieses Experiment jedem/r empfehlen, der/die mehr über die Wirklichkeit erfahren will. Denn der Vergleich schult den Blick, und seit ich damit begonnen habe, nehme ich weit besser wahr, was WIRKLICH in der Welt ist, als ich mir anhand von Fotos träumen lasse. Wir müssen uns, scheints, bewusst umerziehen, um von der reproduzierten Welt in die wirkliche zurückzukehren. Vielleicht probiert ihr es auch mal mit Kindern aus, deren Blick „vom Vorübergehn (der elektronischen Bilder) ganz trüb geworden, dass er nichts mehr hält“?

 

 

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Montags ist Fototermin (1) Was vermag das Foto? Überlegungen anhand von „Felsvorsprung mit schäumendem Meer“ (Foto)

Gestern versuchte ich, den Anprall der Wellen an meinen Felsenvorsprung zu zeichnen – das Ergebnis zeigte wenig von meinem Erleben.
Würde ein Foto stärkere Aussagekraft haben? Christiane, Ulli und Ule hatten (sofern ich richtig verstehe) kommentiert, dass es ihnen auch im Foto kaum gelingt. Und es stimmt: Auch das Foto derselben Szene, die ich gestern zeichnete, gibt wenig bis nichts von der Kraft des Geschehens wieder.

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In gewissem Sinne ist das Foto der Zeichnung sogar unterlegen. Der Schaum wirkt kompakter und mehr wie mit dem Schneebesen geschlagenes Eiweiß, von Bewegung ist weniger zu spüren als auf der Zeichnung, was deutlich wird, wenn man in die Vergrößerung geht. 

Bildausschnitt, farbverstärkte Zeichnung mit Kuli und Bleistift, 2019-05-20

Mein Weg kann also nicht sein, beim Zeichnen (oder Malen) mich ans Foto anzulehnen, sondern ich muss andere Lösungen finden, um den Elementargewalten bildnerischen Ausdruck zu geben. Eine Möglichkeit liegt in den digitalen Instrumenten, eine andere in der „quasi-bewegten“ abstrakten Maltechnik (vergl. Petra von https://pawlo.wordpress.com/2019/04/26/quasi-mobile-3/), eine dritte im Video. Doch ich habe mir in den Kopf gesetzt, zeichnerische Lösungen zu finden. „Gestisches Zeichnen“ könnte mein Weg sein.

 

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Felsvorsprung mit schäumendem Meer (Skizze)

Heute habe ich mich an einem Motiv versucht, das mich faszinierte, aber zeichnerisch arg überforderte: Ich setzte mich auf den Felsvorsprung, den ich auch bei meinen Akroyiali-Skizzen beziehe, und schaute hinunter und hinaus aufs schäumende Meer. Die Bewegung des Wassers schien mir wie eine gewaltige Kraft unter wogender Haut zu sein, bis diese Haut beim Aufprall riss und die verborgene Kraft als weißer Gischt manchmal bis zu mir emporsprang. Mich faszinierte der Gegensatz zwischen dem  starken Felsen, der in früheren erdgeschichtlichen Zeiten durch die Kraft des Feuers aus vielen runden Steinen zusammengebappt wurde, und der anstürmenden, am Felsen hochspringenden Bewegung des Wassers, getrieben von einem unsichtbaren Wind. Festes, Feuer, Wasser, Wind – alles war spürbar, dazu der Lärm der brechenden Wellen und die feine Gischt, die mich und mein Blatt manchmal übersprühte.

Es macht nichts, dass die Zeichnung nicht sonderlich gelungen ist. Denn das Thema wird mich weiter beschäftigen. Vielleicht finde ich irgendwann eine Lösung dafür, wie sich dieses gewaltige Spiel der Kräfte im Bild darstellen lässt.

Und zwei Bearbeitungen.

 

 

 

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abc-etüde: Der Kater ist ein Magier. Collage aus drei Kater-Posts und ein paar Extra-Reimereien.

Auf den sprichwörtlich letzten Drücker komme ich noch mit ein paar Kater-Reimereien.  Danke, Christiane, für deine liebevoller Betreuung, danke Katharina von Katha kritzelt für dieWortspende! Die Wörter, um die herum wir uns dichtend und denkend bewegen sollen, sind – ihr seht es auf Christianes hübscher Einladungskarte – : Katzenauge, kurios und balancieren.

Bei diesen Wörtern fielen mir gleich drei Kater-Geschichten ein:

Am 6. August 2015 postete ich: Der Kater ist ein Magier. Das war zu Zeiten, als es bei uns in Griechenland im Wahlkampf hoch herging. Damals also dichtete ich (es war lange vor der Zeit der Etüden):

Der Kater ist ein Magier, Legebild August 2015

Auf Bällen balancieren

Vögel domestizieren

Pappfigurinen beleben

so dass sie das Tanzbein heben

Schildkröte tanzt und Delphin

leichtes Kunststück für ihn!

Nach seinem Takt und Peitschenknall

jongliert man auch den Nasenball.

O werter Herr Kater, wo lern ich die Kunst

und gewinne knallend des Publikums Gunst?

So hörte ich manchen Politiker fragen

in alten und in neueren Tagen.

Reim dich oder ich fress dich, sagte die Maus und biss den Faden ab.

Aber wo ist das Katzenauge? Na, in einer anderen Geschichte, nämlich im Märchen „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“. Das, was da in der Dunkelheit glühte und unseren Helden erschrecken sollte, waren allerdings womöglich Kateraugen.

„Von Einem der auszog…“, Legearbeit Januar 2016, bearbeitet.

Und immer noch fehlt mir ein Wort. Aber da fällt mir eine andere kuriose Katergeschichte ein, im September 2015 gepostet. Es ist das Märchen vom Gestiefelten Kater. Auch darin geht es um den Wahlkampf.

Der Gestiefelte Kater: Das Duell. Legebild September 2015

Hier und heute aber möchte euch nur eine harmlose Kater-Reimerei zum Schmunzeln anbieten.

 

Der Kater ist ein Magier

Der Kater ist ein Magier

Das wusste ich schon lange,

Und wenn ich einen Kater seh,

Dann wird mir wirklich bange.

Er hebt die Pfote und im Nu

Muss jeder ihm zu Diensten sein

Er mauzt und aus ists mit der Ruh

Denn er will raus, vielleicht auch rein.

Wenn er sein Katzenauge rollt

Weil er mit seinem Frauchen grollt,

Dann wird mir echt ganz kurios.

Wie macht der Kater es denn bloß

Dass seine Augen funkeln

So sonnenhell im Dunkeln?

Der Kater, ach, der hat Manieren

Recht üble auch beim Balancieren

Auf dem Balkongeländer

Wie leicht den Tod doch fänd er

Wenn er die fünf Stockwerke

Hinabstürzt, jedoch merke:

Er weiß halt alles besser

Der flinke Mäusefresser.

Er tut, was ihm gefällt,

Denn ihm gehört die Welt.

Der gestiefelte Kater, Legebild September 2015, Detail

 

 

 

 

 

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In der Taverne „Argo“ (Kuli-Bleistift-Zeichnung, digitale Bearbeitungen als Dia-Show)

Vor und nach dem immer leckeren Essen in der Taverne „Argo“  (ich aß Bamies = Okragemüse) skizzierte ich andere Gäste, den Platz mit seinen Tischen, Stühlen, Lampen und schattenden Bäumen und eine Katze, die ihre Siesta hielt.

Zu Hause fotografierte ich wieder unter verschiedenen Lichtverhältnissen und machte eine sehr große Zahl von Bearbeitungen. O weh! Welche soll ich davon posten? Zur Abwechslung vielleicht eine Auswahl als Diashow? Mit dem rechten Maus-Klick kannst du sie notfalls anhalten. Und das siebte Bild mit den angeknipsten Lampen lässt sich sogar ordentlich vergrößern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

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Blick auf Akroyiali 3 (Bleistift-Kuli-Zeichnung, Licht-Schatten-Fotos, digitale Bearbeitung)

Mein täglicher Spaziergang führte mich heute erneut zur Felsenplatte, von wo aus ich einen weiten Blick über die Bucht von Kalamata, das Dorf Akroyiali und die Ausläufer des Taygetos-Gebirges habe.

Blick auf Akroyali 3, 2019-05-17 Bleistift und Kuli

Nach einem starken nächtlichen Gewitter roch die Luft eher herbstlich. Dunkle Wolken trieben über das Gebirge. Schatten- und Lichtpartien wechselten in schnellem Rhythmus und zeichneten mal einen Hang, dann wieder eine Schlucht deutlicher nach.

Diesmal wollte ich einen größeren Landschaftsausschnitt erfassen. Dadurch schrumpft das eigentlich doch gewaltige Gebirge zu einem Maulwurfshügel. Gebirge zu zeichnen ist, wie zuletzt auch der Herr Dilettant (in „pars pro toto“) anmerkte, keine einfache Sache. Man verfehlt fast immer den Eindruck von schwerer in die Höhe getriebener Masse, den sie auf die Sinne machen. Und das stattliche Dorf, in dem wir gern einkaufen oder unseren Kaffee trinken, ist nicht mehr als ein winziges Strichgewimmel.

Die Fotografie der Skizze unter verschiedenen Lichtbedingungen (Foto 1 und 2) und deren digitale Bearbeitung (Fotos 3-6) betonen das Wechsellicht, das heute in der Natur herrschte.

 

 

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Tavernen-Collage zum Anklicken

Ulli machte mich drauf aufmerksam, dass das Collagen-Bild sich nicht anklicken und vergrößern lässt. Das ist schade. Ich kann es im gestrigen Eintrag nicht ändern. Also poste ich es hier gleich nochmal, diesmal hoffentlich korrekt. Damit ihr auch was zu sehen habt und keine Lupe braucht. Gute Nacht!

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Olivenbaum 25

Das schöne Nachmittagslicht lockte mich in den Olivenhain, und so zeichnete ich meinen 25. Olivenbaum, diesmal in kleinerem Block. Der Baum hat keinen so mächtigen Stamm wie die bisher gezeichneten, aber seine Krone hat einen recht beachtlichen Umfang, locker und unregelmäßig geformt lässt sie viel Licht durch. Um den Stamm wächst hohes Gras, wachsen auch Malven und gelbe Margariten und wilder Weizen.

Olivenbaum No 25

digitale Bearbeitungen des Olivenbaums No 25

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Taverne in Kampos (Bleistift-Kuli-Zeichnung, Bearbeitungen)

Heute möchte ich euch auf den kleinen Dorfplatz unseres Hauptortes, Kampos, mitnehmen. Wir fuhren hin, um unsere Wasserrechnung zu bezahlen, in den Feldern spazieren zu gehen, einzukaufen und zu essen. Eine Bleistift-Kuli-Skizze des Platzes samt Gästen konnte ich auch noch machen. Durch meine nun schon bekannten Tricks beim Fotografieren und digitalen Bearbeiten tauchte ich den kleinen Platz in verschiedene Atmosphären.

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