Häuser, Boote, Flaschen … (tägliches Zeichnen)

Das tägliche Zeichnen ist mir zur lieben Gewohnheit geworden. Es ist ein Halt, ein Anhalten. Eine Ruhepause, in der nichts wichtig ist als das zu erfassen und festzuhalten, was sich vor Augen befindet. Oben die  Seefront unseres Dorfes Paliohora, ein Gemisch aus stattlichen alten Steinhäusern (rechts), einem Ungetüm von billigem Hotel (Mitte) und am ansteigenden Hang dies und jenes Gebäude (links), im Vordergrund aufgeschichtetes Gestein, um die Wellen abzuhalten.

Unten eine Kapelle in Paliohora als Perspektivübung. Der Vorplatz ist mit einer Menge neuer Mauern und Treppen zugebaut, die eine ziemliche Herausforderung ans perspektivische Zeichnen darstellen.

Noch steiler von unten nach oben gesehen habe ich dieses traditionelle Haus in Kitries gezeichnet. Es wird  durch schwere Felsmauern geschützt. Eine Treppe aus dicken Natursteinen erschließt es.

 

In vier Anläufen mühte ich mich, ein Boot zu zeichnen, das, festgezurrt an der Hafenmole,  auf leichten Wellen zappelte und schwankte. Es wollte einfach nicht stillhalten

. Nach all dem Gezappele und Gezerre der Boote ist dann ein Stillleben echt erholsam.

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Montags ist Fototermin: Einsamkeiten suchen

Heute zog es mich in die Einsamkeit, die gleich jenseits der letzten Häuser beginnt. Niemand ist da. Fast niemand. Hunde kläffen wüst, ich klaube Steine auf, um mich notfalls zu wehren. Schafe drängen durch ein Gatter, Ziegenglocken bimmeln zwischen den Felsen. Ein Huhn hat sich verirrt. Ein weißes und ein schwarzes Pferd kommen an den Zaun, mich zu begrüßen. Überall krüppelige aber gut gepflegte Ölbäume im Felsgrund. Ein schmaler Pfad aus Feldsteinen, schwer zu begehen, führt mich zum Fuß einer Treppe, die sich bis hoch ins Gebirge zieht. Sie wurde in einer Zeit gebaut, als es hier nur Esel gab, um die menschlichen Behausungen miteinander zu verbinden. Einmal bin ich mit Tito hinaufgewandert, fast. Denn ganz schaffte er es nicht. Hunde lieben das Treppensteigen nicht besonders. Heute machte ich schon am Fuß kehrt. Auch ich überlege es mir nun zweimal, bevor ich mich auf einen solchen Weg mache.

Fotografiert habe ich fast nichts. Die Bilder sind ja in mir.

Da aber heute Fototermin ist, machte ich doch drei Aufnahmen. Oben die Straße oberhalb des Dorfes Megali Mantinia – unten das Dorf Sotirianika.

und der Beginn des Pfades, der in schier endlosen Stufen hinauf ins Gebirge führt.

 

 

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28.3.2021 Was tun mit Apelpis?

Elpis und Apelpis, (Hoffnung und Verzweiflung)

Will.ie ließ, als sie verschwand, die Zwillinge Elpis und Apelpis zurück – ihr erinnert euch. Der Narr trägt nun Elpis (Hoffnung) durch die Weltgeschichte.  Was aber soll ich mit Apelpis (Verzweiflung) tun? Sie schreit und schreit! Seit ihre Zwillingsschwester Elpis nicht mehr da ist, beruhigt sie sich überhaupt nicht mehr. Kaum mache ich den Computer auf und lese ihr die Überschriften der Tagesnachrichten vor, läuft sie gefährlich blau an.

Überwachung auch zu Hause: Angestellte im Homeoffice bekommen obligatorische Webcams. Das berichtet der Guardian, den das Unternehmen zu seinen Kunden zählt….“ (RT.de)  Ich kann nicht weiterlesen (du kannst dem link des Guardian folgen), denn Apelpis schreit zu sehr. Also wechsle ich schnell zur FAZ. Sofort springt mich eine Überschrift an: „Reservefabriken für das nächste Virus.“ O weh, nein, Apelpis läuft noch blauer an und kriegt kaum noch Luft. Schnell was anderes! Vielleicht die WELT? Erste Meldung: „Dritte Welle. Jetzt werden die Corona-Manager von der Angst getrieben.“ Apelpis kriegt einen Schreikrampf, und so gebe ich auf und wechsle erneut meine Quelle (RT.de). Impfen bald überflüssig? – Antivirales Nasenspray gegen Coronaviren erhält Zulassung in Israel“. Sofort wird Apelpis still, und mir scheint, sie lächelt sogar ein wenig. Und so lese ich beflügelt weiter, doch leider: „Bisher gibt es keine öffentlich zugänglichen Daten zur Wirksamkeit, außer einer Pressemitteilung des Unternehmens…“ und schon fängt Apelpis wieder an zu jammern.  Also weg von den Nachrichten! Nachrichten sind nichts für das Kind.

Ich fühle mich total überfordert. Ich brauche eine Amme für Apelpis! Die gutmütige Eule vielleicht, die Sanftmut mit Weisheit verbindet? Doch die schaut nur hilflos auf das schreiende Bündel. Ihre Kollegin, die es mit Spielzeug versucht, kriegt ihrerseits einen Schreikrampf. So wird das nix.

Am besten, ich lege die Missgeburt, wie man es früher tat, vor die Tür eines Tempels und stehle mich davon.

Doch bringe ich es nicht über mich, sie so verzweifelt weinend da liegen zu lassen. Gibt es denn niemanden, dem ich meine Apelpis anvertrauen kann?

Und dann geschieht das Wunder. Eine liebliche kleine Gartenskulptur bückt sich, hebt sie auf und wiegt sie in den Armen. Da verliert das Gesichtchen von Apelpis seine baue Farbe, sie leuchtet wie die liebe Sonne und schummert friedlich ein.

Gute Nacht, ihr Lieben. Kommt gut in die Woche!

 

 

 

 

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28.3.2021 Impulswerkstatt: Guten Morgen ohne Sorgen!

Impulswerkstatt – Einladung für März

Endlich dürfen wir wieder früher aufstehen! Für mich als Morgenmuffel ist das natürlich eine Herausforderung, und so beschloss ich, die gewonnene Morgenstunde damit zu vertrödeln, mein Immunsystem mit Vitaminen zu füttern. Da Myriade das Obst in ihrem Korb sträflich vernachlässigt hat (oder habe ich da was übersehen?), nahm ich das gestern gekaufte aus der Tüte und breitete es vor mir auf dem Küchentisch aus. Was gabs denn da so?

Hm: Mandarine, Zitrone, Banane? Aber in welcher Reihenfolge? Oder doch lieber Kiwi …

und Birnen? Die Auswahl ist groß, denn ich lebe im Überfluss, und wie jeder weiß, ist das Wählen eine Qual. Da es aber inzwischen eines unserer letzten Freiheitsrechte ist, muss ich es auskosten. Gründliches Abwägen ist geboten.

Wie ich so stehe und überlege, gehen meine Gedanken zu Will.ie. Immer noch keine Nachricht…  Wie mag sie inzwischen aussehen? Ist sie immer noch eine Rothaut, oder ist sie jetzt dunkelhäutig oder wurde sie hellhäutig wie manche Krankenschwestern vor Ort?

Wie es ihr da wohl geht in ihrem Afrika? Ist sie fröhlich? selbstbewusst? traurig und bedrückt?

Bekommen ihr die Hitze und Trockenheit, hat sie vielleicht Durst? Was kriegt sie da überhaupt zu essen? Bekommt sie genug Vitamine? Obst sollte es ja wohl geben in Afrika, oder? Sahel-Zone, Subsahara, ich hab keine Ahnung, was da wächst. Lebt sie überhaupt noch?

Man hört so gar nichts aus Afrika!

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Moritat mit Dackelfalten (abc etüde)

Zeit für ein paar harmlose Kata-Strophen: Christiane lud zur abc-etüde mit den Wörtern „Dackelfalten, fruchtig, scheppern“, die Puzzle❀. spendete.

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday

 

Moritat mit Dackelfalten

Die Sau die schaut so hübsch und klug

Aus Schweineäuglein in die Welt

Sie ist dem Eber schön genug

 Sie ist halt, wie’s dem Schwein gefällt.

 

Der Dackel mit den Dackelfalten

Wirkt gravitätisch schon als Kind

Doch sollst du ihn für ernst nicht halten

Denn er ist lustig wie der Wind.

 

Die Wespe mit der Wespentaille

Sehr gern an frucht’gen Säften nippt

Drum nenn sie, bitte, nicht Kanaille

Das Glas ist eh schon umgekippt.

 

Die Krähe in dem Baume droben

Mit ihrer Stimme scheppernd lacht

Sie will sich nämlich heut verloben

Weil Liebe Krähen glücklich macht.

 

Nun denk einmal, welch Unglück wär

Wenn Dackelbeine hätt das Pferd

Ne Wespentaille hätt der Bär

Ich find‘, das wäre Welt verkehrt.

 

Dem Schwein, der Wespe und dem Hunde

Ist grade recht so wie sie sind

Du richtest die Natur zu Grunde

Wenn du sie änderst, liebes Kind.

 

Wie  willst du sie denn besser machen

Wenn du dich gegen sie vergehst?

Drum lass die Finger von den Sachen

Die du nicht wirklich gut verstehst.

 

Und die Moral von der Geschicht?

Ich denk, die hast du schon verstanden

Willst du ein anderes Gesicht

Verlierst du das, was schon vorhanden.

 

Das neue wird nicht besser sein

Denn irgendwas ist immer schlecht

So steck das Messer wieder ein,

Wie’s ist, so ist’s doch grade recht.

 

Und hier noch ein Suchbild:

a) Wo ist der Dackel? b) Welches der abgebildeten Tiere ist kein Hund? c) Erkennst du Zerberus, den Höllenhund?

 

 

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26.3.2021 Warten auf Nachricht von Will.ie. Was ist los in Agadez? (Legebild-Collage)

Zu gerne wüsste ich, was Will.ie in Afrika treibt. Wie ihr, die ihr hier mitlest, wohl noch erinnert, ist sie am 21.3., unter Zurücklassung ihrer Sprösslinge Elpis (Hoffnung) und Apelpis (Verzweiflung), Richtung Afrika entschwunden. Elpis habe ich dann dem Narren anvertraut, der sie nun durch die Weltgeschichte trägt.

 

Leider habe ich von Will.i, seit sie mir aus Agadez in Niger eine kurze Message schickte, nichts mehr gehört, und so blieb mir nichts übrig, als meine spärlichen Kenntnisse über Afrika im Allgemeinen und Niger im Besonderen aus diversen Presse- und Reiseberichten im Netz zu erweitern.

Sein Wissen aus dem Netz zu speisen, ist ein mühseliges, trügerisches und oft auch frustrierendes Geschäft. Immerhin bestätigte sich Will.ies Hinweis, dass es dort uralte Höhlenmalereien gibt. Aber sicher ist sie nicht deshalb dort. Denn sie interessiert sich, wie ich immer wieder feststelle, ausschließlich für die Lebenden. Was also sucht sie dort?

Niger also: Subsahara, kein Zugang zum Meer. Ein wüstenartiges Gebiet von der Ausdehnung Österreichs ist Natur-Schutzgebiet. – Die Stadt Agadez, 115000 Einwohner, liegt im Zentrum von Niger. Als 2011 Gaddafi unter massiver Mithilfe von Frankreich und den USA-gestürzt und ganz Libyen destabilisiert wird, müssen die Schwarzafrikaner aus der Subsahara, die bis dahin in Libyen arbeiteten, um ihr Leben fürchten und setzen sich nach Agadez ab.

Jetzt beginne ich zu verstehen, was Will.ie in Agadez sucht: „Agadez wird zu einer Drehscheibe für den Menschenschmuggel in Richtung Europa“ (Wiki).

Also suche ich gezielt weiter im Netz und finde zB dies:

Deutschlandfunk 2016: Agadez als Durchgangsstation für Flüchtlinge

Agadez liegt im Zentrum des afrikanischen Staates Niger. Das Land gilt als eine der ärmsten Nationen der Welt. Auch in Agadez gibt es hohe Arbeitslosigkeit, viel Armut, viel Staub und viel Müll. Ein Wirtschaftszweig allerdings boomt: der Transport von Migranten durch die Wüste Richtung Libyen und Algerien. Von dort aus hoffen viele auf eine Chance, einen Weg nach Europa zu finden. Etwa 120.000 Migranten werden pro Jahr durch die Stadt geschleust.“

Sie hoffen. Hörst du, ELPIS?

Süddeutsche Zeitung 2019: Nirgendwo in Afrika

Die EU hat einen Deal mit Niger abgeschlossen: Ihr sperrt eure Fluchtroute, wir belohnen euch dafür mit Geld. Wie hoch der Preis wirklich ist, sieht man in der Wüstenstadt Agadez.(…)

Minister Gerd Müller besucht dieses Zentrum und sagt anschließend:„Also, man sieht erst mal, was Hoffnungslosigkeit bedeutet, wenn man in die Gesichter schaut und mit den jungen Leuten spricht….“

Hoffnungslosigkeit. Hörst du, APELPIS?

„Es geht um Sicherheit und Dienstleistungen in den Heimatländern. Menschen haben keinen Zugang zu Wasser, sie sehen keine Zukunft für ihre Kinder, sie vermissen Institutionen, die es ihnen möglich machen würden, zuhause zu bleiben. Und wenn wir uns um Auswanderung kümmern wollen, dann sollten wir uns auf diese Punkte konzentrieren.“

Also doch eine Message für dich, ELPIS?

Europas wichtigstes Ziel: Die Zuwanderung begrenzen, möglichst effektiv. Deshalb fließen viele Millionen Euro in eine Mission mit den Namen EUCAP-Sahel. Europäische Polizisten und Zöllner versuchen schon seit einiger Zeit, ihre Kollegen in Mali oder Niger zu schulen…. 7.000 Kilometer Grenzen hat Mali und ganze 19 ausgebaute Grenzstationen. Da muss noch sehr viel Geld in den Grenzschutz investiert werden, um auch nur annähernd die Kontrolle zu bekommen.

Ach, so geht „Migrationsursachen bekämpfen“? Mehr Grenzpolizei, um die Flüchtlinge an der Weiterreise zu hindern? Verstehe. Viele Millionen sollen dafür via „Migrationspartnerschaften mit Mali, Nigeria, Senegal und – natürlich – Niger“ fließen –  leider fließen sie nicht für sauberes Wasser, was ja vielleicht auch eine Möglichkeit wäre, oder?

Nicht wenig, was da so fließt: „Der Europarat hat beschlossen, das Mandat der zivilen EU-Mission EUCAP Sahel Mali bis zum 31. Januar 2023 zu verlängern, und für den Zeitraum vom 15. Januar 2021 bis zum 31. Januar 2023 Mittel in Höhe von über 89 Mio. EUR bereitgestellt.“

90 Millionen Euro also nur für Mali. Es sei Mali gegönnt. Seit 2015 fließen diese Mittel schon. Nein, nicht für Wasser, sondern „um die internen Sicherheitskräfte bei der Wiederherstellung der Autorität der Regierung gegenüber dem gesamten Land nach der „Nord-Mali-Krise“ zu unterstützen. (…)“. „Der Konflikt in Mali ist eine Kombination aus dem Aufbegehren der Tuareg im Norden, einer sozio-ökonomischen Krise und der dschihadistischen Expansion in der gesamten Sahel-Zone…“

Ich kann leider nicht herausfinden, wie diese „Wiederherstellung der Autorität“ im einzelnen aussieht. Aber die Geldgeber wissen es sicher und passen auf, dass es nicht in den Taschen korrupter Politiker, Generäle Polizisten verschwindet. Und die Tuareg finden sicher woanders Arbeit.

Und wie sieht es nun in Agadez aus? EUCAP Sahel Niger soll durch Beratung und Ausbildung zum Aufbau der nigrischen Sicherheitskräfte (Polizei, Nationalgarde, Gendarmerie) beitragen und diese zur effektiven Bekämpfung von Organisierter Kriminalität und Terrorismus befähigen. (… ) Seit 2016 hat die Mission auch einen Standort in Agadez im Norden von Niger.“

Ach, Will.ie, melde dich doch mal! Kein WLAN? Auch nicht bei der EUCAP in Agadez?

Um mich abzulenken, mache ich eine Collage: Der Narr irrt mit Elpis durch eine Afrika-Show.

Diese Legebild-Collage habe ich heute aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt: Den Narren mit EΛΠΙΣ (Hoffnung) in den ausgestreckten Händen kennt ihr. Rechts stehen zwei und links vier afrikanische Holzfiguren. Die sah ich im St.Annen-Museum in Lübeck und schrieb dazu einen Beitrag, dem ich jetzt nichts hinzufügen möchte: Africa is on my mind. Das zentrale Legebild stammt aus einem anderen Eintrag: Mama Afrika.

Die vier Bilder in den Rahmen legte und montierte ich heute aus Schnittresten, die mir Jürgen Küster aka Buchalov einst schickte, bevor er sich wegen meiner C-Berichterstattung von mir abwandte. Danke für deine Schnipselspende, Jürgen. Es entstanden fünf neue Bilder, deren Geschichten noch nicht erzählt sind. Anklicken macht sie größer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nothing is more perilous than truth in a world that lies.

Vorgestern starb eine mutige Frau – Ute Ranke-Heinemann, die Katholikin wurde und dann mit echt protestantischem Geist die katholischen Dogmen zerpflückte und kämpferisch auf die Folgen ihrer perversen Sexvorstellungen hinwies. Gestern las ich nun vom Tod einer anderen Frau, die mit gewaltigem Mut gegen die Verstümmelung und Versklavung der Frauen in Ägypten und im arabischen Raum kämpfte. Ich kannte sie nicht, aber ich freue mich, sie nun kennenzulernen. Danke, Sunflower.

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„Ich war immer in Gefahr, seit ich anfing zu schreiben. Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit in einer Welt der Lügen.“ Ein Zitat von einer großartigen Schriftstellerin, Nawal el-Saadawi. Sie starb vor wenigen Tagen mit 89 Jahren in Kairo. Wie traurig. Nawal ist im Westen kaum bekannt, natürlich, im Westen nimmt man nichts zur Kenntnis von außerhalb des westlichen Kulturkreises. In Arabien, alle kennen Nawal. Die Frauen Arabiens verdanken ihr viel. Ich habe als Teenager in einem arabischen Land gelebt und deshalb, Nawal bedeutet mir sehr viel. Und ich bin der arabischen Welt immer noch sehr verbunden, ich habe es hier geschrieben (unglaublich, schon 8 Jahre alt). 55 Bücher hat Nawal geschrieben. Love in the Kingdom of Oil. The Fall of the Imam. God resigns. Wonderful books, even for ignorant Westerners. Please order some at saqibooks.com, the best online bookshop on Arab literature.

Nawal wurde 1931 in einem kleinen…

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Regensonne im Untergang (Fotografie)

Gestern Abend um sieben Uhr rannte ich noch einmal zum Meer, um den Himmel zu fotografieren.

Ich schaffte es, bevor der Regen auch unsere Küste erreichte. Das dunkle Rauschen des Meeres kann ich leider nicht wiedergeben.

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25.3.2021 Skizzen vom Frühling (200 Jahre Kampf um Selbstbestimmung)

Eigentlich ist heute ein großer Festtag. Es werden die 200 Jahre gefeiert, seit eine Handvoll Verschworene die „Revolution“ ausriefen, um das Land von der 400jährigen  osmanischen Okkupation zu befreien. Das war am 25. März 1821.  Der großen Militärparade schauen vor Ort nur ein paar Regierungsmitglieder und wenige Häupter bzw Ersatzhäupter befreundeter Staaten zu: Frankreichs Macron lässt sich von seinem Verteidigungsminister vertreten, Russland schickt seinen MP Missoustin – diese beiden Nationen unterstützten damals den griechischen Freiheitskampf -, der US-Außenminister schickt eine Grußbotschaft, wer aus Deutschland kam, weiß ich nicht. Das Volk sitzt an den TVs, sofern es diesen großen und mit ziemlichem Aufwand vorbereiteten Festakt sehen möchte.

Ich will es nicht sehen. Nicht, weil ich den Festtag der Griechen nicht ehre – o doch, das tue ich! aber ich ertrage den Anblick der Masken nicht. Die Helden der Revolution im weißen Faltenrock, Frauen und Kinder in traditionellen Trachten – maskiert. Die Reiter auf schönen Pferden – maskiert. Die Truppen im Vorbeimarsch oder auf teuer bezahltem Kriegsgerät – maskiert. Nur die Männer des Posaunenchors haben das Recht, ihre Atemluft ungefiltert der Atmosphäre zuzumischen. Der MP sagt: Heute haben wir nicht weniger schwere Kämpfe durchzustehen. Und das stimmt sogar.

Da ich es nicht sehen will, mache ich einen großen Spaziergang. Hoch der Himmel, mächtig die Wolken, sie reißen gelegentlich auf und lassen die Sonne auf das frühlinghafte Land scheinen. O, es ist schön. Ich setze mich zwischen Mandarinen-, Feigen- und Olivenbaum auf einen gefundenen Plastikstuhl und mache in meinen Winzlingsblock ein paar zarte Zeichnungen in Blau.

 

Ganz ohne Farben lässt sich der Zauber dieser Frühlingswelt jedoch kaum wiedergeben, zumal jetzt die Orangen-,  Zitronen- und Mandarinenbäume gleichzeitig blühen und Früchte tragen, und das Wechselspiel von Wolken und Blauhimmel das Besondere dieser Epoche ist. Weiß und Blau wie die Fahne des Landes, das heute seine Helden feiert, die ihm Souveränität und Selbstbestimmung bringen wollten. Vor 200 Jahren.

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Eine mutige Frau. Danke. (Erweiterung des Debattenraums)

Eine mutige Frau, die mir hilft, nicht an der Mitmenschlichkeit zu verzweifeln. Ich verneige mich und sage: Danke!

 

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