Montags ist Fototermin: Einsamkeiten suchen

Heute zog es mich in die Einsamkeit, die gleich jenseits der letzten Häuser beginnt. Niemand ist da. Fast niemand. Hunde kläffen wüst, ich klaube Steine auf, um mich notfalls zu wehren. Schafe drängen durch ein Gatter, Ziegenglocken bimmeln zwischen den Felsen. Ein Huhn hat sich verirrt. Ein weißes und ein schwarzes Pferd kommen an den Zaun, mich zu begrüßen. Überall krüppelige aber gut gepflegte Ölbäume im Felsgrund. Ein schmaler Pfad aus Feldsteinen, schwer zu begehen, führt mich zum Fuß einer Treppe, die sich bis hoch ins Gebirge zieht. Sie wurde in einer Zeit gebaut, als es hier nur Esel gab, um die menschlichen Behausungen miteinander zu verbinden. Einmal bin ich mit Tito hinaufgewandert, fast. Denn ganz schaffte er es nicht. Hunde lieben das Treppensteigen nicht besonders. Heute machte ich schon am Fuß kehrt. Auch ich überlege es mir nun zweimal, bevor ich mich auf einen solchen Weg mache.

Fotografiert habe ich fast nichts. Die Bilder sind ja in mir.

Da aber heute Fototermin ist, machte ich doch drei Aufnahmen. Oben die Straße oberhalb des Dorfes Megali Mantinia – unten das Dorf Sotirianika.

und der Beginn des Pfades, der in schier endlosen Stufen hinauf ins Gebirge führt.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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25 Antworten zu Montags ist Fototermin: Einsamkeiten suchen

  1. ele21 schreibt:

    Was für ein schöner Weg aus Steinen ❣️

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  2. finbarsgift schreibt:

    Feine einsame Idylle in Text und Bild.
    Mag ich seeehr …
    Herzliche Abendgrüße vom Lu

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  3. OIKOS™-Editorial schreibt:

    Wirklich eine wunderbare Idylle, und man kann raus gehen ohne betrübte Gesichter zu sehen. 😉 Beste Wünsche für die Woche! LG Michael

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  4. pflanzwas schreibt:

    Die Stufen sehen wirklich steil aus, da muß man sich wohl fit fühlen. Das mittlere Bild sieht ein bißchen dramatisch aus, daß gefällt mir.

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  5. mmandarin schreibt:

    Diesen Weg muss man allein gehen. …… aber müssen wir nicht ohnehin alle Wege letztendlich allein gehen?? Dieser ist jedenfalls wunderschön. Ich saß gestern lange allein am Rhein. Das tat so gut. Liebe Grüße Marie

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  6. sonnenspirit schreibt:

    Ja solche breiten Stufen sind für die Esel gemacht, deren Schritten passen sie. Ich musste sie immer kreativ einteilen, denn die Knie begannen zu schmerzen….

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  7. und Du bist keine Menschenseele begegnet, liebe Gerda?
    Die Treppe zum Himmel, von Menschen vergangener Epochen gemauert. Sie ist wunderschön. Es muß toll sein, sie bis zum Ende, bzw. einem Aussichtspunkt, gehen zu können.
    Du bist gebissen worden? Was hast Du denn gemacht? Einem struppigen Hund zu nahe gekommen?
    Liebe Grüße aus einem strahlenden Tag von Bruni

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  8. Welch Mühen und Arbeitswillen muss es den Erschaffern dieses Treppenweges gekostet haben!
    Alleine ihn zu Begehen ist ja schon ein Kraftaufwand!❣
    Super spannend ist es auch und so kann man bei Pausen auch die Schönheit dieser Gegend genießen!
    Einfach wundervollst❣❣❣

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