Impulswerkstatt Fortstetzung

Impulswerkstatt: Überblendungen

Dies Foto habe ich in Herkulanum (Ercolano), der Schwesterstadt von Pompeji, aufgenommen, die ebenfalls durch den Vesuvausbruch im Jahre 79 n.Chr. unterging.

Was sieht der Mann? Sieht er das Unheil kommen? Es ist ein Wandgemälde, das zu Zeiten gemalt wurde, als die Stadt noch von Leben vibrierte. Und doch scheint mir, als ahne er bereits, was auf sie zukommt. Es ist, als schrecke er von einem Ton auf…

… Er lauscht erschrocken, späht in alle Richtungen, aber er versteht die Zeichen nicht. Die Lava des Vesuvs wird sein Haus und sein Leben nehmen wie das aller anderen.

Auch dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt und betrifft das Doppelgesicht.

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Impulswerkstatt: Überblendungen

 

Einladung zur Impulswerkstatt November, Dezember 2021

Das Doppelgesicht, liebe Myriade, hat es mir sogleich angetan. „Kubismus“, der verschiedene Ansichten in einem Bild zu vereinigen sucht, faszinierte mich als Versuch, das Bewegte im Unbewegten festzuhalten. Malerei zwingt ja nicht nur das Dreidimensionale in die Zweidimensionalität, sondern lässt auch die Bewegung in einer einzigen Pose erstarren.

Mit dem Aufkommen der ersten „bewegten Bilder“ der Kamera begannen auch die Maler, ihren Bildern eine Pseudo-Bewegung einzuhauchen. Es entstand der Kubismus. Mit dem Fortschreiten der filmischen Möglichkeiten und als Reaktion darauf  wurde der „Futurismus“ in der Malerei geboren. Seither haben die Maler nicht aufgehört, mit dem Bewegungs-Problem zu kämpfen und Lösungen zu suchen (vergl hier  oder auch hier)

Auch ich habe mich ein wenig in „kubistischer“  Malerei versucht, zB hier. Und meine neuesten Experimente mit „Überblendungen“ gehen in eben diese Richtung.

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Kürbis und Totenkopf, W = Wohnzimmermöbel (abc-etüde, Zimmerreise)

2021-10-15 Einladung f. Zimmerreisen 11-2021 mit V+Wabc.etüden 2021 44+45 | 365tageasatzaday

2021-10-15 Einladung f. Zimmerreisen 11-2021 mit V+W

Eine Melange aus Zimmerreise und abc-etüde? Ja, warum eigentlich nicht, liebe Heide, liebe Christiane, lieber Wortverdreher. Puzzleblume hat es vorgemacht, ich eile hinterher mit einer zweiten Etüde und einer zweiten etwas ungewöhnlichen Zimmerreise.

Schreibeinladung für die Textwochen 44.45.21 | Wortspende von wortverdreher

abc-etüde als Zimmerreise

Der Kürbis und der Totenkopf

„Am Ende wird es ja auch bei uns auf einen hohlen Kopf hinauslaufen, dessen Anblick andere erschreckt“ – das schrieb ich als Antwort auf Puzzleblumes Kommentar zu meiner gestrigen abc-etüde.  Zur Illustration zog ich einen Totenkopf aus dem Archiv, den ich von einem Kupferstich Dürers abgezeichnet hatte.  Sehr sorgfältig übrigens, ohne in gewohnter Weise zu krakeln.

Totenkopf in Dürers „Hieronymus“, Tintenstift-Kopie

Plötzlich verstand ich: Auch Dürer dachte Totenkopf und Kürbis zusammen. Der hohle Kürbis spielt auf den menschlichen Totenkopf an, vor dem die Kinder schreiend davonlaufen.

Kürbis in Dürers „Hieronymus“, Tintenstift-Kopie

Wie hatte ich das übersehen können? Und wieso vergaß ich, dass ich Kürbis und Totenkopf mit unserem W = Wohnzimmer in Athen zu einem neuen Ensemble vereint hatte? Das war, als Tito noch lebte und kurz vor Corona. Keine Sorge, ich werde dies kitzlige C-Thema nicht weiter verfolgen.

Im Wohnzimmer sind alle friedlich vereint: Löwe und Hund, Totenkopf und Kürbis. Ein Großteil des Mobiliars ist aus Hieronymus‘ Gehäus entlehnt. Nur das Gemälde mit den Zypressen, Hängelampe, Tischtuch, Eule und Musikregal sowie der Bewohner sind aktuell vorhanden.

Ein merkwürdiges Ambiente. das mich zu weiteren Experimenten anregte. Ich zeichnete den Raum neu, stellte alles Kopf. Der Kürbis entwächst nun dem Boden, der eigentlich die Zimmerdecke ist.

Montage aus Zeichnungen und Fotoelementen

Das aber lässt mich schwindeln. Möge der Kürbis weiterhin friedlich von der Decke hängen und uns nicht eines Tages auf den Kopf fallen.  Der Löwe mag bleiben.

Das wars für heute. Weitere Wohnraum-Gestaltungen findest du unter dem Stichwort Hieronymus, zB hier.

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Kürbis: Woher-Wohn? Bildnachtrag

Wenn ich meine abc-etüden bebildere, mache ich viele Anläufe. Und es sind nicht immer die interessantesten Biler, die ich dann auswähle, sondern die, die vielleicht am ehesten verständlich sind und zum Text passen.

Die folgende Variante möchte ich gern noch zeigen. Sie stellt die Frage nach dem Woher und Wohin des Kürbis auf radikalere Weise als das Bild, das ich schließlich auswählte.

 

 

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abc-etüde: Der Kürbis – eine Hommage

abc.etüden 2021 44+45 | 365tageasatzadayhttps://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/10/31/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-44-45-21-wortspende-von-wortverdreher/

Der Kürbis – eine Hommage

„Ich bin ein alter Kürbiskopf

Der auf dem Feld gelegen

Nun lieg ich bei dem  Suppentopf

Den Hungrigen zum Segen.

 

Vernehmt mein letztes Reimgedicht

Bevor ihr mich zerschneidet

Und unterbrecht mich bitte nicht

Wenn ihr mich gleich ausweidet

 

Was  du als Kürbis vor dir hast

Das war vorerst ein Samen

Den hinterließ bei einer Rast

Ein Vogel, meine Damen!

 

Der Samen und mein Kürbis-Ich

Wir sind ein- und dasselbe

Erkennen tut ihrs sicherlich

Denn beide sind wir gelbe.

 

Und sonnengelb ich dann auch blieb

Als mir die Blüten sprossten

Insekten hatten Hochbetrieb

sie wollten alle kosten

 

Sie kraxelten und summten in

Der köstlich gelben Blüte

Sehr kitzlig war ich innen drin

Welch Wollust, meine Güte!

 

Die Blüte wurde schrecklich matt

Verrostet ihre Farbe

Die Bienen freilich waren satt

Was mir blieb, war die Narbe.

 

Aus der trieb ich als Frucht hervor

Erst klein, dann immer runder

Die Narbe blieb mir als Decors

bis jetzt als Fünfzigpfunder.

 

Genug, ihr Damen, kommt geschwind

Mit eurem scharfen Messer

Was sein muss, wird, wer wagt gewinnt

Vom Warten wird nix besser.

 

So höhlt mich aus, das Kind krakeelt

Es will den Kürbiskopf jetzt haben

Passt auf, dass ihr mich nicht sehr quält

Bald wird euch heiße Suppe laben.

 

Mein Außen wird zum Kürbiskopf

Mit Augen Mund und wenn ihr wollt

Setzt oben auf den Kopf den Topf

Passt auf, dass er nicht runterrollt!“

 

So krakelt und so makelt noch

Ein wenig unser gelber Freund

Doch hm, was ich da eben roch

Ist Kürbissuppe – wie mir scheint.

 

Sie duftet gelb, wie Sonnenschein

Wie Bienenlust und warme Erde

Ich mein, ich hör schon Vögel schrein

Auf dass der Kern zum Kürbis werde  

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Montag ist Fototermin: Vom Dokument zur Bildgalerie

Heute habe ich zwei kleine Werkstätten aufgesucht, die von befreundeten Frauen betrieben werden, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich fotografierte nicht, um etwas besonders Schönes besonders schön abzulichten, sondern einfach, um es „festzuhalten“: Arbeitsräume, Maschinen, Produkte. Auch Menschen fotografierte ich: Hände beim Ausrollen des zuvor gekneteten Teigs für die Kekse, um ein Beispiel zu zeigen.

Mein „Dokumentieren“ verfolgt keinen professionellen Zweck. Ich mache mir einfach nur gern „ein Bild“ davon, wie Menschen leben und arbeiten. Die Fotos sind insofern privat, und ich möchte sie nicht ohne Einwilligung veröffentlichen.

Eines der Fotos aber nehme ich zum Anlass, um die Verwandlung eines Foto-Dokuments in Bilder mit künstlerischem Anspruch zu zeigen. Als Mittel benutzte ich ein paar Filter von Fotoshop. Selbstverständlich ist das ein oberflächliches Vorgehen. Anspruchsvoller wäre es, das Foto tatsächlich in Gemälde, Kohlezeichnung, Gravour umzusetzen. Aber dazu fehlt mir die Zeit, und bei der Gravour auch das technische Können. Der moderne Mensch und Künstler hat es halt eilig und bedient sich gern vorgefertigter Formate.

Das Fotodokument: eine Maschine in einem Raum.

Kunstgalerie: Hier kannst du von Bild zu Bild spazieren und den Ausdruck der Maschine (1) als Farbfoto, (2) als farbiges Gemäde, (3) als Kohlezeichnung und (4) als Drucktafel vergleichend auf dich wirken lassen (zum Vergrößern anklicken).

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Schwarz-weiß, bunt und unbunt (eine Legebild-Demonstration)

„Bunt“ ist das Wort der Woche: Foto-Challenge-Administrator Roland hat mir vergeben, dass ich in meinem Beitrag dazu mehr als ein Foto gezeigt habe.

Dankeschön, Roland! Aber was soll ich tun, das Thema ist für einen Maler zu wichtig, um es mit einem Foto abzuhaken. Und nun fragt Bruni (Wortbehagen) auch noch, ob es das Wort „unbunt“, das ich dort verwende, tatsächlich gibt.

„Die etwas fragen, die verdienen Antwort.“ (Bert Brecht, Legende von der Entstehung des Buches Taoteking…)

Ja, sage ich also, und versuche zu erklären:  „Das Wort „unbunt“ gibt es. Das sind die Farben weiß, grau und schwarz, die man erhält, wenn man die Farbschwingung abzieht und nur den Helligkeitswert behält. Wenn du ein farbiges Bild in Schwarzweiß umwandelst, siehst du, dass zB ein kräftiges Rot ein ziemlich dunkles Grau ergibt, während Gelb Hellgrau erscheint. Gelb hat einen höheren Lichtwert als Rot. Bei Mondschein erscheint die Welt in unbunten Farben….“ und schon gerate ich an den Rand meines physikalischen Wissens und würde gern Joachim (Schlichting)  fragen, ob die Erklärung so weit stimmt und warum die Farben bei Mondschein schwinden und eine unbunte Welt aufscheint.

Nun also ein zweiter Anlauf. Ich lege mit Maries Schnipseln, die weiß sind, auf schwarzem Grund ein Bild. Das Bild ist – theoretisch jedenfalls – SCHWARZ-WEISS. Die Grautöne sind ungewollt und dem ungleichmäßigen Lichteinfall beim Fotografieren geschuldet. Ich bereinige das Foto ein wenig und habe nun einen klaren Schwarz-Weiß-Kontrast.

Nun drehe ich die Schnipsel um, da wird das Bild ….  BUNT.

eine bunte Gesellschaft

Jetzt entziehe ich dem fotografierten Bild die Farbschwingungen. Wird es schwarz-weiß? O nein! Es bleibt farbig, aber es ist jetzt UNBUNT. Die Helligkeitswerte der Farben sind ja erhalten geblieben.

eine unbunte Gesellschaft

Schwarz-weiß-Fotografie gibt es genau genommen nicht. Es ist unbunte Fotografie – Fotografie, die mit vielen Grautönen eine besondere Farbigkeit schafft. Wenn jemand Dinge, Situationen oder menschliches Handeln schwarz-weiß darstellt, bewegt er sich außerhalb der Wirklichkeit.

 

 

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Am Strand/im Dorf : zwei Skizzen mit Photo-Überblendung

Am Morgen ging ich schwimmen und saß dann noch ein bisschen in der Sonne, um mich zu trocknen … und den Stumpf der Tamariske zu zeichnen, der dort vor sich hin bleicht.

Die Zeichnung überblendete ich mit einem Foto…

und so sieht das hybride Ergebnis aus.

Am Mittag waren wir im Zentraldorf Kampos zum Essen. Die Männer an anderen Tischen waren weit weg, so dass ich nicht sehr viel erkennen konnte (etwas herangezoomt).

Eine Skizze musste dennoch sein. Das Foto überblendete ich mit der Skizze, die ich zu dem Zweck auseinander schnitt.

An diesen Beispielen zeigt sich mal wieder, dass das Überblenden des einen mit dem anderen ein neuartiges Ausdrucksmittel darstellt. Ob sich die hybride Art (Kunst) wohl etablieren wird? Man bastelt ja schon eifrig an hybriden Mensch-Maschinen und Meta-Welten, da wird es Zeit, sich in deren Wesen schon mal ein wenig einzufühlen. Dafür ist Kunst des geeignete Mittel.

 

 

 

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„bunt“ ist das Wort der Woche (Royuschs Foto-Challenge)

Projekt „Wöchentliche Fotochallenge“ #35

Ein schwieriges Wort? Nun, wie man es nimmt. Herbstwälder darfst du von mir nicht erwarten. Die gibt es hier in der Gegend nicht. Außerdem sind die nicht eigentlich bunt, sondern farbig. Auch Blumen sind nicht bunt, sondern entweder orange oder rot oder blau oder gelb – mit gelegentlicher Ausnahme einer Frühlingswiese oder eines gepflückten Straußes, wo man dann durch Grün den nötigen Ausgleich hat.

Bunt ist schon etwas anderes. Da stoßen sich reine Farben auf engem Raum und machen sich gegenseitig das Leben schwer – es sei denn, sie lassen ein wenig Unbuntes – also schwarz oder weiß – zwischen sich stehen, so dass ein Minimalabstand geschaffen wird. Dann finde ich „bunt“ nicht nur erträglich, sondern sogar ausgesprochen erheiternd.

Hier siehst du, wie ein unbuntes Bild in ein buntes verwandelt wird – durch Umdrehen der Schnipsel. Täter ist ein zehnjähriger Junge.

Bei Spielzeug ist „bunt“ fast die Regel, denn es herrscht der Glaube vor, dass die meisten Kinder „bunt“ mögen. Und so ist es wohl auch.

Und da ich ein kindliches Gemüt habe, zeigt auch der Header meines Blogs eine bunte Gesellschaft: ein Symposion.

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Mani-Alltag: unterwegs nach Kalamata

Der Alltag besteht hier, wie überall, nicht nur aus Oh! und Ah! und ist das aber schön!, sondern aus all dem dazwischen, also Autofahren, um in die Stadt zu kommen, und dann Warten, während der Gatte einkauft, manchmal eine überfahrene Jungkatze vom Asphalt auflesen, immer Müll in die dafür vorgesehenen Container füllen – es gibt hier inzwischen drei Sorten: für Verpackungsmaterial jeder Art, für Glas jeder Art und für alles übrige; ferner gibt es an einigen wenigen Plätzen Automaten für Plastikflaschen, Container für Altöl, fürs Recyceln von Kleidung und Schuhen, ja es gibt sogar dank der privaten Aktion Re:Think große hölzerne Container für Gartenabfälle zwecks Kompostierung.

Da wir heute nach Kalamata fuhren, habe ich unterwegs an zwei Stellen (Apotheke, Bäckerei), während ich wartete, mal nicht gezeichnet, sondern geknipst, um die, wie ich finde, typische Mixtur aus Busch und Kraut, Bau und Asphalt einer griechischen Zersiedlungslandschaft zu zeigen. Die Bilder sind rein zufällig nach rechts, links, nah oder von fern gerangezoomt entstanden.

Ich finde ja, dass der Himmel und die gelegentlichen Ausblicke aufs Meer einem helfen,  bauliche Schandtaten einfach zu übersehen. Das tue ich meistens und nenne es „ausblenden“.

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