Origanon und andere Hölzer, Knochenvase, Keramikboot (Bleistiftzeichnung)

Von meinem Besuch in der Macchia habe ich zwei gewundene Hölzer von Origano mitgebracht. Die zeichnete ich heute, draußen vor dem Atelier sitzend, zusammen mit einem Stück Schwemmholz, einer Knochenvase mit Trockengräsern und einem dekorativen Keramikboot.

Du findest vielleicht, das sei ein ziemliches Sammelsurium. Nun ja, da hast du mal recht. Es ist Auf- und Eingesammeltes. Die „Knochenvase“ – ein Knochen, den ich zur Vase umfunktioniert habe –  ziert schon lange mein Fensterbord. Das Keramikboot erstand ich zu Weihnachten, um es zu verschenken, aber es blieb mir erhalten. Das Stück Schwemmholz hat angesichts des milden Winters die Heizungsperiode überstanden. Und die gewundenen Origano-Hölzer fand ich auf dem Pfad, der sich vom Kloster „der lebensspendenden Quelle und der Eichen“ Richtung Meer senkt.

Holz vom Oregano, Schwemmholz, Knochenvase und Keramikboot, 50 x 70 cm (c) gerda kazakou

Ich hab dann noch ein bisschen mit Fotoshop herumgespielt.

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 24 Kommentare

Huascaran (aus dem 5. Kapitel der „Schwanenwege“, unveröffentlicht)

Beim Anschauen von Ullis fünftem Beitrag zu Booten und Schiffen (darin der Film Fitzcaraldo) und einem Kommentar von Christa Hartwig (mit einem link zu http://www.barbara-schaefer.de/publikationen/img/30gardasee.pdf), erinnerte ich mich an eine Passage meines Romanfragments „Schwanenwege“.  Ludwig und sein geheimnisvoller Freund Johannes fahren mit der Bahn von Hamburg nach Genua, um Ludwigs Mutter zu finden. Johannes erzählt von einem Schiff namens Huascaran, das 1938 seine Jungfernfahrt von Hamburg nach Genua antrat.*

Schwanenwege, 5. Tag.

Bahnfahrt, Teil eins: Huascaran

Sie fanden ein leeres Abteil. Johannes setzte sich in Fahrtrichtung, Ludwig ihm gegenüber ans Fenster. Eine ältere Dame steckte den Kopf durch die Tür: Noch ein Platz frei? Johannes nickte, half ihr, das Gepäck zu verstauen.

Leise setzte sich der Zug in Bewegung, gewann schnell an Tempo.

Ludwigs Blick schweifte hinaus. Alles bewegte sich von ihm weg, entglitt ihm. Sein Kopf schaukelte hin und her, rüttelte leicht, wenn der Zug über eine Weiche fuhr. Gebäude, Masten, Güterwaggons erschienen, rasten vorbei und wurden Vergangenheit. Weg, vorbei. Ein Wort tauchte in seinem Kopf auf, raste vorbei, verschwand. ‚Mutter’. Tauchte auf, verschwand. ‚Vergiss es’. Der Zug wurde schneller, und schneller rasselten die Gedanken in seinem Hirn.  ‚Svaneby’ – ‚Mutter’ – weg. ‘Schule’ – ‘muss mich entschuldigen’ – weg.  ‚Nacht mit Johannes‘ – weg. Johannes – Johannes.

Johannes war da, saß ihm gegenüber, rutschte nicht weg in die Vergangenheit. Er war da, sagte etwas, sein Mund öffnete sich weich, Laute glitten heraus, Laute. Ludwig starrte auf diesen Mund und versuchte sich zu konzentrieren. Die Laute wurden zu Wörtern, daran reihten sich andere Wörter, sie fügten sich zu einer Geschichte. Johannes erzählte von einem Passagierdampfer namens Huascaran, der seine Jungfernfahrt auf der Strecke Hamburg-Genua machte.

Von Hamburg nach Genua. Unsere Jungfernfahrt. Jung-Fern-Fahrt. Jung. Fern. Fahrt. Mit dem Schiff über die Alpen. Vororthäuser, Schranke, wartende Autos. Auf der Südamerikastrecke, Brasilien, sagte Johannes’ redender Mund. Auf dem Schiff war meine Mutter. Mutter – Mutter.

Meine Mutter, ein Kind, dreijährig, Rahel, meine Mutter, reiste mit diesem Schiff, von Brasilien nach Hamburg.

Langsam tauchte Ludwig aus seiner Benommenheit auf. Was erzählte Johannes da? Seine Mutter, die Rahel, reiste auf dem Schiff? „Entschuldigung“, murmelte er, „was sagtest du eben?“

„Die Huascaran, sagte ich, wurde in Hamburg gebaut, bei Blohm und Voss. Man nannte sie nach dem höchsten Berg von Peru. Stell dir das vor: Ein Schiff mit dem Namen eines Sechstausenders. 1938 im Dezember lief sie vom Stapel. Ein stolzes Schiff, siebentausend Bruttoregistertonnen, dunkler Rumpf, helle Aufbauten. Ihre Jungfernfahrt machte die Huascaran unter der Hakenkreuzfahne, von Hamburg nach Genua.“ Also doch. Er hatte richtig gehört.

„Sie bediente dann kurze Zeit die Südamerikalinie, dann kam der Krieg. Man rüstete sie zum Reparaturschiff der Kriegsmarine um. Bei Kriegsende wurde Blohm und Voss demontiert, und die  Huascaran kam als Beaverbrae in kanadische Hände. Als sie sechzehn war, wurde sie italienisch. Sie erhielt einen weißen Aufbau, wurde überhaupt ganz weiß. Sie war keine Jungfrau mehr, klar, aber eine hübsche Braut, ein Mittelmeer-Schwan mit Namen Aurelia. Mit einunddreißig wurde sie von Griechen gekauft und hörte nun auf den Namen Romanza. Achtunddreißig Jahre war sie, als sie unter die Billigflagge Panamas geriet. Noch einmal wurde sie umgestrichen und neu aufgetakelt. Mit zweiundfünfzig erhielt sie den Namen Romantika. Da war sie schon recht betagt. Mit neunundfünfzig brannte sie völlig aus. Das Wrack wurde nach Ägypten geschleppt und dort verschrottet.“

Das graunasse Land vor dem Zugfenster raste vorbei und verschwand. Ludwigs Gedanken beruhigten sich. Johannes’ Stimme nahm ihn mit auf die Reise des Schiffes. Merkwürdige Wechselfälle, seltsame Verwandlungen. Er sah es vor sich: Das stolze Passagierschiff Huascaran, es läuft vom Stapel – Nazi-Bonzen – Hakenkreuze – Siegheil. Noch ist ja Frieden, doch der Krieg liegt schon in der Luft. Die Huascaran bricht auf zu ihrer Jungfernfahrt nach Genua, Hamburg-Genua, so wie sie jetzt, Johannes und er, Ludwig. Eine Jungfernfahrt. Menschen stehen am Kai und winken zum Abschied. Mit seinen siebentausend Bruttoregistertonnen durchschneidet das Schiff die grauen Wasser der Elbe, in Wedel draußen mit Musik begrüßt und verabschiedet zugleich. Es gewinnt die Weite der Nordsee, zieht an der flachen holländischen Küste entlang, durch den britischen Kanal vorbei an Dunkerque und Calais, an der normannischen Küste zieht es hin, es umschifft die britannische Halbinsel, der Leuchtturm von Brest weist den Weg, noch immer ist ja Frieden, sein dunkler Leib pflügt ruhig das nächtliche windgepeitschte Meer. Es gewinnt die spanische Küste, hier ist der Krieg schon angekommen. Wie lange braucht es, um Portugal zu umfahren? Wie weit ist es bis Cabo de San Vicente, zum Weltende, wo Johannes’ Urvater die Karten für Kolumbus zeichnet, die den Weg nach Brasilien öffnen? Die Huascaran wird ihm folgen, wird dieselbe Route nehmen und Johannes’ Mutter, die Rahel, heimholen nach Hamburg. Heimholen. Seine Mutter. Ein kleines Kind noch.

Langsam dampft die Huascaran durch die Enge von Gibraltar. Der Morgen bricht an, Möwen umkreisen das Schiff. Auf beruhigter See geht es nach Osten, Nordafrikas Küste erscheint im Dunst und verschwindet, als das Schiff nördlichen Kurs auf Sardinien nimmt. Noch muss es vorbei an Korsikas wilder Bergwelt, und da ist ja schon die weite, tief ins Land eingeschnittene ligurische Bucht, der Hafen von Genua: eine steinerne Kulisse, der Kai schwarz von Menschen, die Fähnchen schwenken, schwarze Uniformen, Militärkapelle.

Hier verschwamm ihm das Bild. Wie viele Tage die Huascaran wohl brauchte für ihre Jungfernfahrt? Und wer reiste mit ihr, damals, im Winter 38 auf 39? Waren es fröhliche Menschen, aufbruchshungrige, die sich an Bord drängten und hinabschauten auf den Kai von Hamburg? Die ankommensfreudig Genua begrüßten? Oder ahnten sie schon das Ende, spürten sie schon das ausgebrannte Wrack unter ihren Füßen, das hinüber geschleppt wurde, später, als der Krieg längst vorbei war und das Mittelmeer von Urlaubern wimmelte? Hinüber und hinunter geschleppt nach Ägypten, um unter Pharaos Sternen zerschreddert zu werden?

Jetzt fuhr er selber hin nach Genua, nicht aufbruchshungrig, nicht ankommensfreudig. Ein Wrack mit Angst im Herzen. Mutter, dachte er, Mutter.

Johannes’ Mutter, die Rahel, steht an Bord des Schiffes, ein kleines Kind noch. Sie kehrt heim, nach Hamburg. Doch was heißt hier heim? Sie ist drüben zur Welt gekommen, dort, wo ihre Mutter verbrannt ist. Und ihr Vater. In einem Auto sind sie verbrannt. Pardon, ein Unfall. Am Kai steht eine Frau, die winkt ihr zu. Das ist deine Oma, sagt die Tante, die neben der kleinen Rahel an Bord des Schiffes steht, das Beaverbrae heißt.

Ist es denn wirklich dasselbe Schiff? Die alte Huascaran? Ist das die Aurelia, die Romanza, weißer Schwan des Mittelmeers, dieselbe? Ist das die Romantika, ausgebranntes Wrack, auf einem Dock in Ägypten, auseinander geschweißt die stolzen Flanken, die ehemals weißen Aufbauten, ein Haufen Schrott? Welch lange Reihe von Verwandlungen, und ist doch immer dasselbe Schiff, nicht wahr?

„Metamorphosen”, sagte Ludwig laut.

Die ältliche Reisende, die ihm schräg gegenüber saß, blickte überrascht von dem Buch auf, in dem sie gelesen hatte. (….)

*Die Daten habe ich bei Wikipedia gefunden, das sich bezieht auf Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt 1850–1990, fünfbändige Lizenzausgabe für Weltbild, Augsburg; Band 5: Eine Ära geht zu Ende 1930 bis 1990. (= Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums. Band 22). 1990, ISBN 3-8225-0041-0, S. 82.  Daraus auch die gemeinfreien Fotos des Schiffes sowie die drei ersten Flaggen (Reichsflagge, Reichskriegsflagge, italienische Handelsflagge). Die vierte und fünfte Flagge zeigen die griechische Handelsmarine (bis 1970) und Panamas Nationalflagge.
Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, Leben, Psyche, Reisen, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , | 8 Kommentare

Jetzt reicht es aber mit Ostern!

Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, seid meistenteils schon ganz woanders, während ich grad versuche, die österlichen Schlemmereien zu verdauen. Gestern, Ostersamstag, war es eine riesige Tafel mit Fastenspeisen (u.a. Spagetti mit Muscheln und Krabben, und als Krönung ein Hummer!), bei Freunden am Hafen von Koroni. Heute am Ostersonntag waren wir in ein Bauerndorf nördlich von Kalamata gefahren, von Freunden eingeladen zum Osteressen. Dazu gehören: möglichst alle Angehörigen der Familie, dazu auch Freunde, lange Tische, grüner Kunstrasen, selbst gekelterter Wein, viele grüne und käsige Vorspeisen, Kokoretsi (am Spieß gebratene Innereien), ein sich drehender Spieß mit einem Schaf und einem schwitzenden Aufpasser, mehrere Hunde und Volksmusik aus dem Megaphon.

Es war schön, heiß, laut, lustig, ich machte mit meinem Hund, der unter dem Lärm litt, Spaziergänge in der überschwenglichen Frühlingsnatur und versuche nun, meinen gewohnten Rhythmus zu finden.

(Pfeifenputzer in Koroni, Ostertafel, Tanz, Grill, Flieder, „verlassener Ort“, Nachbarhaus, violette Blüten, violette Zistrosen, Fütterung der Kinder, Gespräch an der leeren Tafel)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, events, Feiern, Fotografie, Leben, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 17 Kommentare

Karwoche – Ostern

Heute Nacht wird die Auferstehung Christi gefeiert. Da sich die Abläufe nie ändern, darf ich euch schon mal vorweg einen früheren Beitrag aus dem „kleinen Kloster“ verlinken.

Ostern: Frohe Auferstehung

Doch bevor die Auferstehung stattfinden kann, ist das grausame Geschehen der Kreuzigung zu überstehen. Die war gestern. Fotos machte ich diesmal nicht, aber in früheren Bildern habe ich eine Begleiterscheinung – das Zerreißen des Tempelvorhangs – verarbeitet. https://gerdakazakou.com/2016/04/29/osterwoche-karfreitag-der-tempelvorhang/

Das ist schon ziemlich viel. Aber die Zeit bleibt ja nicht stehen, und in dieser Woche war ich auch sonst noch an besonderen Orten unterwegs. Von einem Klosterbesuch am Mittwoch möchte ich euch erzählen.

Der großmächtige Bau des „Heilige Klosters der Lebenspendenden Quelle und der Eichen“ liegt ca 10 Autominuten von Kalamata entfernt im Vorgebirge des Taygetos. Recht verfallen und unbewohnt, wurde es kürzlich mit europäischen Mitteln vollkommen renoviert. Zweimal im Jahr wird es für Besucher geöffnet – das eine Mal war am vergangenen Mittwoch. Festungsartige Mauern, elegante Aufbauten, ein weitläufiger Innenhof und eine Aussicht, dass man zur Nonne werden möchte! Und rundum Stille, nichts als das Summen von Bienen in der blühenden Macchia und Vogelgesang in den Gesträuchen.

Ein kugelförmiges nach oben zugespitztes dunkles Waldstück aus Kiefern und Zypressen, weitläufig umwachsen von lichteren Eichen, zog mich in den Bann. Wie eine uralte Tempelanlage schien es mir. Meine armseligen Fotos bringen leider wenig von der magischen Welt dort draußen zu dir herüber.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, events, Fotografie, Leben, Malerei, Meine Kunst, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 13 Kommentare

Lichtbilder

Als ich gestern – wie so oft – die Lichtbilder bewunderte, die mein Glas auf die weiße Tischdecke einer Taverne zauberte, und ich dies Zauberwerk fotografierte, dachte ich, der Joachim Schlichting würde deiner Unwissenheit ein wenig aufhelfen. Und so freute ich mich, dass er heute in seinem höchst lesenswerten Blog eine ähnliche Wahrnehmung dokumentierte und erklärte: Spiegelbilder im Bierglas.

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Fotografie, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 33 Kommentare

Rückblende Malerei (7): Am Segelhafen (7, „Das rote Segel“)

„das rote Segel“, 2008 (c) gerda kazakou

Dies ist nun das letzte Bild der Segelhafen-Serie, die alle demselben Bildaufbau folgen.

Es war ein Experiment, ein Spiel mit Formen und Farben, das mir viel Spaß machte. Auch im letzten Bild wirst du alle Formelemente wiederfinden, die  für die Reihe konstitutiv sind: Das Dreieck des Segels, die Kreisform der Lampe (des Mondes), das Rechteck des Sockels, die zwei Figuren. Das Blau, das in den beiden ersten Bildern vorherrschte, ist zurückgekehrt, wird nun aber heftig herausgefordert durch das zinnoberrote Segel. Von hier war es dann nur noch ein kleiner Schritt zu meinen Bildern mit „roten Stäben“, zB hier.

Am Segelhafen 7 (Das rote Segel)

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare

Ein Bootsgrab für Elisabeth

Den langsamen Verfall des Bootes namens Elisabeth habe ich über mehrere Jahre hin dokumentiert. Friedlich versinkt es im Boden, überblüht von Mittagsblumen.

Elisabeth, Dezember 2010 bis April 2016.

Nun, da Ulli Einträge über Boote sammelt und heute auch über Gräber mit Booten schrieb, fiel es mir ein. Und ich machte eine neue Aufnahme. So sieht Elisabeth heute aus.

 

Bug der Elisabeth

Babsi schrieb unten im Kommentar: „Das Holz aus dem sie gebaut ist, ist ja auch Natur!“. Ich habe mal Legearbeiten gemacht, die zeigen, wie aus  einem Baum ein Boot „entommen“ wird. Hier die Fotos.

Veröffentlicht unter Allgemein, events, Fotografie, Leben, Natur | Verschlagwortet mit , , | 17 Kommentare

Blume

Diese Schöne entdeckte ich heute, als ich erstmals wieder den Gartentisch deckte. Genau neben dem Tischbein ist sie hervorgeblüht. Vorsicht, nicht drauftreten!

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Natur, Umwelt | Verschlagwortet mit , , | 9 Kommentare

Alphabet der Materialien: D wie Daunen, Dampf und Dosendeckel, Drucker und Digitalanzeige

Hier nun endlich der vierte Buchstabe meines Alphabets der Materialien, die mich im Haushalt umgeben.

D wie Daunen fiel mir zuerst ein, als ich die Daunen auffegte, die sich aus meinem Federbett verflüchtigt hatten. Bei genauerem Hinschauen merkte ich freilich, dass da doch weniger Daunen und mehr zerschnippelte Gänsefedern für meine Wärme gesorgt hatten. Daher auch die Löcher im Bezug.

Die anderen D-Wörter habe ich eigentlich nur hinzu gefügt, damit die Daunen sich nicht so einsam fühlen. Denn Dosendeckel sind ja keine Materialien – oder vielleicht doch? Eine Skulptur aus Dosendeckeln wartet noch auf die Realisierung. – Und Dampf? Der kann, wie wir wissen, ganze Züge in Bewegung setzen, und insofern ist ihm ja eigentlich Materialcharakter nicht mehr abzusprechen als der Kohle. – Der Drucker – nun ja, aber die Druckerschwärze in seinem Inneren? Die mir das Kopieren per Hand und Schreibinstrument abnimmt? Ist sie nicht Material ebenso wie die Chinatinte im Tintenfässchen? – Die Digitalanzeige aber ist definitiv kein Material, sagst du. Bist du dir da so sicher? In Zeiten digitaler Kunst kann man sie durchaus als Element zB in einer Fotocollage verwenden – und dann ist sie Material im selben Sinne wie die Zeitungsausschnitte in einer herkömmlichen Collage.

Offenbar verschiebt sich der Begriff der Materialien mit der technologischen Entwicklung und mit dem möglichen Gebrauch.

Ps. nachträglich ist mir „DRAHT“ eingefallen. Ich habe mal einen weggeworfenen Draht fotografiert und in Szene gesetzt. Falls du es sehen willst, einfach draufklicken.  Draht

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Materialien, Natur | Verschlagwortet mit , , | 30 Kommentare

Rückblende Malerei: Am Segelhafen (6, Vor Sonnenaufgang)

Immer derselbe Bild-Aufbau mit denselben Elementen: Dreieckssegel, rechteckiger Sockel, runde Form (Mond oder Lampe), zwei Figuren. Das Rot, das sich im 5. Bild im Boot konzentriert hatte, ist nun ins Segel geschossen und hat den rechten Himmelsausschnitt rosa gefärbt. Drum nenne ich das Bild „Erotico“. Aber wenn man den Einteilungen des Tages folgen will, kann man es auch „Vor Sonnenaufgang“ nennen. Es ist mit 70 x 100 das zweitgrößte, gleich nach No. 1, und wie alle anderen auch mit Akryllpigmenten und Kleister auf Leinwand gemalt.

am Segelhafen 6 (Vor Sonnenaufgang)

Es hängt, wie übrigens auch das vierte, an einer Wand im Mani-Haus.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Malerei, Meine Kunst, Vom Meere, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 16 Kommentare