Alphabet der Materialien: D wie Daunen, Dampf und Dosendeckel, Drucker und Digitalanzeige

Hier nun endlich der vierte Buchstabe meines Alphabets der Materialien, die mich im Haushalt umgeben.

D wie Daunen fiel mir zuerst ein, als ich die Daunen auffegte, die sich aus meinem Federbett verflüchtigt hatten. Bei genauerem Hinschauen merkte ich freilich, dass da doch weniger Daunen und mehr zerschnippelte Gänsefedern für meine Wärme gesorgt hatten. Daher auch die Löcher im Bezug.

Die anderen D-Wörter habe ich eigentlich nur hinzu gefügt, damit die Daunen sich nicht so einsam fühlen. Denn Dosendeckel sind ja keine Materialien – oder vielleicht doch? Eine Skulptur aus Dosendeckeln wartet noch auf die Realisierung. – Und Dampf? Der kann, wie wir wissen, ganze Züge in Bewegung setzen, und insofern ist ihm ja eigentlich Materialcharakter nicht mehr abzusprechen als der Kohle. – Der Drucker – nun ja, aber die Druckerschwärze in seinem Inneren? Die mir das Kopieren per Hand und Schreibinstrument abnimmt? Ist sie nicht Material ebenso wie die Chinatinte im Tintenfässchen? – Die Digitalanzeige aber ist definitiv kein Material, sagst du. Bist du dir da so sicher? In Zeiten digitaler Kunst kann man sie durchaus als Element zB in einer Fotocollage verwenden – und dann ist sie Material im selben Sinne wie die Zeitungsausschnitte in einer herkömmlichen Collage.

Offenbar verschiebt sich der Begriff der Materialien mit der technologischen Entwicklung und mit dem möglichen Gebrauch.

Ps. nachträglich ist mir „DRAHT“ eingefallen. Ich habe mal einen weggeworfenen Draht fotografiert und in Szene gesetzt. Falls du es sehen willst, einfach draufklicken.  Draht

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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30 Antworten zu Alphabet der Materialien: D wie Daunen, Dampf und Dosendeckel, Drucker und Digitalanzeige

  1. dergl schreibt:

    Die Digitalanzeige würde durchaus in Visueller Poesie oder Konzeptkunst/Installation ihre Anwendung als Material finden können. Der Drucker beziehungsweise seine Erzeugnisse kann man da auch verorten, sogar in Performance, wenn beispielsweise ein Poster durchgeschlagen wird. Zumindest der erste, verkleinerte Prototyp könnte ja auf einem regulären Drucker gedruckt worden sein. Ganz davon ab: Begleittexte in Museen oder Faltblätter in Aktionskunst.

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    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, dergl, für deine interessanten weiterführenden Hinweise. Offenbar ist heute nicht nur jeder ein Künstler und alles Kunst, was der Künstler als solche definiert, sondern auch: alles kann Material für den künstlerischen Ausdruck sein.

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  2. Werner Kastens schreibt:

    Wie steht es mit einem Dudelsack, Demion, Damespiel, Dampfwalze, Damenwäsche, Damenschuh, Dämmstoff, Dachlatte, Damensattel, …..?

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    • gkazakou schreibt:

      Lieber Werner, wenn du so was in deinem Haushalt hast – gerne. Aber bitte mit Überlegungen, warum es sich um Materialien handeln könnte. Ich hab all diese von dir genannten Dinge nicht.

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      • karfunkelfee schreibt:

        Beim Dudelsack musste auch ich passen, den Demion von meiner Mam leihen, das Damespiel ist unvollständig, Dachlatten hortet mein Vater in der Garage und Dämmstoff auch.
        Ich habe ein paar Dupperdosen. Was noch? Dotter (Eigelb), Dünnblechdosen, Derivate (wie Putzmittel etc., )Dralonstoffdecke
        So, ein paar fielen mir ein. Die Sachen, die ich auch da habe. Damensattel braucht jeder Haushalt. Deko 😉
        Viele liebe Grüße und feines Alphabet👌

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      • Werner Kastens schreibt:

        Liebe Gerda, aber bestimmt hast Du eine DVD, die Du schon 1000-mal gehört hast und jetzt los werden willst, möglichst noch mit einem schönen Aufkleber. Und von Deinem alten Drucker noch die ausgedienten Druckerpatronen aus Plastik, oder sogar ölige Druckfarbe? Oder einen Deckel aus Glas, vielleicht auch ein Deckblatt aus Papier? Den Docht einer Wachskerze aus gewundenem Band?

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      • gkazakou schreibt:

        Hab herzlichen Dank, Werner, für dein fleißiges Mitdenken. An den Docht hatte ich auch schon gedacht. Ausgediente dvds? nein, alte Plastik-Druckerpatronen? Nein, hab ich nicht. Druckfarbe? Ja, das könnte sein, unten im Atelier, vermutlich eingetrocknet. Deckblatt? Was meinst du damit? Dias – ja, wahrscheinlich gibt es noch irgendwo welche.

        Es ist halt nicht so einfach zu bestimmen, was Material, was Ding oder Maschine ist. Darüber haben wir in einem anderen Kommentarstrang schon mal raisonniert. Dies Alphabet soll gerade auch dazu anregen: sich bewusster zu machen, von welchen Materialien wir umgeben sind, wie die Herstellungsprozesse sind, woher die Substanzen stammen, wie wir sie benutzen….ZB „Decke“ – da würde ich dann vorziehen: Wolldecke, Baumwolldecke. Leintuch, Daunendecke… , wo das Material das Bestimmende steht. „Deckel aus Glas“ müsste eingeordnet werden bei Glas oder eben Glasdeckel etc pp.

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    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, liebe Fee! „Demion von der Mam leihen“? Vielleicht den Demian? Dupperdosen sind wohl Tupperware? Ich merke, ich bin nicht auf dem Laufenden. Dotter ist natürlich klasse, Dünnblechdosen ein tolles Wort, doch hab ich sowas nicht, auch nichts aus Dralon…. Höchstens noch Dübel – wenn die als Material durchgehen.
      O mei, da fällt mir ja noch was wirklich wichtiges ein: DRAHT! den muss ich unbedingt noch einfügen, denn Draht ist ein sooo wichtiges Material, hilfreich in vielen Lebenslagen!

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      • www.wortbehagen.de schreibt:

        Ich kenne das Wort Dünnbrettbohrer 🙂
        ansonsten amüsiere ich mich königlich über Deine Antworten und den Draht, den habe ich schon bewundert und dabei gedacht, Gerda ist wirklich eine Meisterin der Kreativität. Sie biegt ihn nicht nur nach allen Seiten, nein, sie bearbeitet elektronisch so lange, bis sie aus dem bisserl Draht gaaaaanz viel Draht gezaubert hat

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Bruni, dieser Kommentarstrang ist so verworren wie der Draht, ich hoffe, er kommt trotzdem bei dir an. Also: ich schwöre! verbogen habe ich den Draht nicht! er lag vergessen irgendwo rum und war bereits verbogen als ich ihn von allen Seiten fotografierte. So geschehen im Workshop Kunsttherapie.

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      • www.wortbehagen.de schreibt:

        *lächel*, kam bei mir an und ich weiß, Du warst nicht der Drahtverbieger.
        Aber interessant war es, Deinen Bearbeitungen zu folgen

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    • gkazakou schreibt:

      🙂 Bruni!

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Materialen fürs Ohr mit „D“:

    Depeche Mode
    Davis, Miles
    Dale Cooper
    Dan, Steely,
    Dylan,Bob,
    Dennerlein, Barbara,
    Death by Chocolate,
    De Phazz,
    Dozier, Lamont,
    Duran Duran,
    Da Lata,
    Dalbello,
    Daisuke (!),
    Dixon,
    Dirt Crew,
    Delay Vladislav,
    DJ Qu,
    Daviz, Hubert (!),
    Dark Matter,
    Degeorgio(!),
    Dorian C,,
    Donna Summer,
    Dhafer Yussef,
    and so on 🙂

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  4. christahartwig schreibt:

    Material ist überhaupt ein wahrhaft vielschichtiges Wort, bedenkt man, dass als Materialist jemand bezeichnet wird, dem Besitztümer wichtiger sind als Ideale. Und natürlich können auch Dosendeckel Material sein – in dem Sinne, dass sie Bestandteil für etwas werden können, was nichts mit ihrem ursprünglichen Zweck (Dose verschließen) zu tun hat. Sogar Tubenverschlüsse sind Material, wenn man sie z.B. umkehrt und kleine Strohblumen (auch Material) darin festklebt, um sie als Blumentöpfe für einen Puppenstubenblumenstand zu benutzen.

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    • gkazakou schreibt:

      Also müsste man richtig sagen:etwas WIRD Material, indem Mensch es dazu macht, und nicht: etwas IST Material?

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      • christahartwig schreibt:

        Ja, ich glaube, da bist Du auf der richtigen Denkspur. Man muss unterscheiden zwischen Materie und Material. Materie ist die Substanz, aus der alle Dinge bestehen – also auch ein Baum. Erst wenn der Baum gefällt und sein Stamm weiterbearbeitet wird, wird das Holz zum Material (Werkstoff). Die Feder an der lebenden Gans ist Materie, ausgerupft wird sie zum Material, z.B. für ein Daunenkissen.

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      • gkazakou schreibt:

        gut. Mit einem kleinen Einwand: Nicht nur Materie wird zu Material. Auch ein Gedanke, eine Vorstellung, eine Digitalanzeige, eine Melodie kann dazu werden. Wichtig ist also der Aspekt des Verwendens. Auch da stolpere ich nochein bisschen: Wenn ein Vogel eine Feder zum Nestbau verwendet, ist es Material. Vorher ist es aber auch nicht einfach Materie …. Was aber ist es?

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      • christahartwig schreibt:

        Nistmaterial – sagt man doch auch so.
        Und jedes Material, das ursprünglich nicht Materie war, betrachte ich als Material im übertragenen Sinne. – Eine Digitalanzeige würde ich nicht mehr als Material ansehen, sondern als Produkt.

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    • gkazakou schreibt:

      das beantwortet den einen Teil der Frage. Der andere betraf die Federn des Vogels: Was sind sie, solange sie nicht als Nistmaterial verwendet, sondern aus Federkleid getragen werden? Nur Materie? Oder doch noch etwas anderes?

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      • christahartwig schreibt:

        Aber jede Materie ist doch auch noch etwas anderes. Was sind unsere Haare? Sie sind Materie aber auch Teil unseres Körpers. Abgeschnitten können sie das Material für eine Perücke sein.

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    • gkazakou schreibt:

      Grad darauf wollte ich hinaus, liebe Christa. Es gibt also Materie (allgemeinster Begriff für Etwas, aber WAS genau?) – Material (für einen bestimmten Zweck verwendetes „Materielles“) – und noch irgendetwas dazwischen, wo etwas „Materielles“ Teil eines lebendigen Organismus ist und mit diesem wächst, und wenn sein „Träger“ gestorben ist, allmählich zerfällt. Wir hätten also die Reihe Materie (pur) – bearbeitete Materie (Material) – belebte Materie – sich in Materie (pur) auflösende (ehemals belebte) Materie. Die ist dann wieder potentielles Material. Richtig? 😉

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      • christahartwig schreibt:

        Ja. Materie ist in einen Kreislauf eingebunden. Dabei durchläuft sie – nicht zwingend aber unter Umständen – einen von uns als „künstlich“ bezeichneten Zustand. In diesem Sinne wären ein Ameisenhaufen und ein Vogelnest etwas Künstliches, ebenso wie ein Hochhaus oder ein Toaster. Allerdings kennen wir die Probleme, die Hochhäuser und Toaster verursachen.

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  5. www.wortbehagen.de schreibt:

    Auch Dosendeckel bestehen aus einem Material. Ich hätte nun gedacht, so einfach, wie ich halt immer denke *g*, sie sind aus Blech, aber aus was ist denn nun, verdammt nochmal, Blech?
    Aber sicherlich irgendein Material, dessen Substanz ich im Moment nicht ergründen möchte.
    Die Daunenfederchen hätten sich wirklich sehr gegrämt, hätten sie ganz alleine hier zur hochspannenden Diskussion gestanden, liebe Gerda. Und so kam ins Spiel, was anregte, sich selbst mal umzuschauen, was sich da alles so in einem Haushalt vebirgt und mit D beginnt.
    Die Druckschwärze verbirgt sich vor mir, aber ich weiß, sie ist da… und wehe, sie ist es nicht!
    Beim Dampf überlege ich sehr und weiß genau, dieser Satz von Dir sagt aus, was ich auch meine:

    Offenbar verschiebt sich der Begriff der Materialien mit der technologischen Entwicklung und mit dem möglichen Gebrauch.

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    • gkazakou schreibt:

      🙂 Schön, Bruni! Ja, woraus ist Blech? Aus Metallen und Metall-Legierungen, aber aus welchen? O, da hast du ne Menge Auswahl: Kupfer, Eisen, Aluminium, Zinn und noch etliches mehr, fürchte ich. Wenn ich den Blech-Deckel vom Glas schraube, halte ich einen gewichtigen Gegenstand menschlichen Erfindungsgeistes in der Hand. Ihm nachzugehen, ist ein Abenteuer.

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  6. www.wortbehagen.de schreibt:

    Stimmt, liebe Gerda. Was wir alles so nicht bedenken, wenn wir im Haushalt hantieren…, unglaublich.
    Wiki… sagt: Sie sind aus Blech (z. B. Weißblech, verzinnter Stahl) oder Aluminium gefertigt und werden nach dem Befüllen durch Verlöten oder Bördeln hermetisch verschlossen

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