Natur- und Technik-Lineament. Digitale Spielereien fortgesetzt

Gann Uma schrieb zu meinem letzten Beitrag einen Kommentar, der mich aufhorchen ließ: „Ich finde es interessant, wie das Auto die organischen Formen einbindet“. Ich war sofort hellwach: Hatte ich nicht auch in meinen Zeichnungen immer wieder natürliche mit menschengemachten Objekten zusammengestellt? Also nahm ich mein Foto No 1 erneut zur Hand und machte  eine zweite Version des Ausschneidens. Anstatt nur die dominanten „Naturlinien“ zu berücksichtigen, ließ ich nun auch die „Techniklinien“ zu Worte kommen: Auto, Mauer, Pflasterung, Überdachung.

Das hybride Liniengeflecht von Natur und Technik hat ganz andere Qualitäten als das reine Astwerk. Mit allerlei Farb-Experimenten lotete ich das neue viel komplexere Lineament aus. Wenn du die Bilder anklickst, siehst du sie größer.

 

 

 

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Naturlinien und digitale Spielereien

Die Natur stellt uns großzügig jede Art von Linien zur Verfügung, die es wert sind, beachtet zu werden.  Ich habe ein paar einfache Lineamente fotografiert, um sie elektronisch auszuschneiden. Dabei ging es mir auch um die Beobachtung, wie sich die Dreidimensionalität verliert, sobald keine Gegenstände mehr zu erkennen sind. Ein Foto ist ja zweidimensional und wirkt auf uns nur deshalb dreidimensional, weil wir die Formen entsprechend unseren Seh-Erfahrungen ergänzen. Fehlen gegenständliche Hinweise, sehen wir eher flächig.

Die Leerflächen kann man leicht mit Farben füllen.

Du möchtest die Richtung ändern? Du ziehst es schwarz-weiß vor? Du siehst neue Gestalten sich entwickeln? Nur zu, spiel nach Herzenslust!

Und noch eine Reihe: Fotografieren, ausschneiden, drehen, Flächen farbig füllen oder als Schwarz-Weiß-Lineament stehen lassen.

Zum Abschluss ein Schattenbild:

 

 

 

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Gemeinsam zeichnen (3)

Heute waren wir schon zur viert; Magda, Poppy, Nena und ich.

Mit Magda hatte ich schon zwei Runden gedreht (https://gerdakazakou.com/2018/06/23/gemeinsam-zeichnen-1/ und https://gerdakazakou.com/2018/06/24/gemeinsam-zeichnen-2/). Sie ist im Zeichnen die Erfahrenste. Aber auch die anderen beiden, die heute hinzustießen, haben schon gelegentliche Anläufe genommen, die eine (Poppy) in der Ikonenmalerei, die andere (Nena) im freien Zeichnen.
Heute zeichneten wir mit viel Spaß zuerst im Freien. Das war nicht einfach, denn die Schatten und Lichter veränderten sich ständig. Für die letzte Pose zogen wir ins Atelier.

Wie verschieden eine Person gesehen und zeichnerisch wiedergegeben werden kann: hier habt ihr den Beweis. In der ersten Runde zeichneten die Frauen mich mit gelöstem Haar.

Während ich Modell saß, zeichnete ich meinerseits Nena, die mir, in ziemlicher Distanz und durch einen Tisch getrennt, gegenüber saß.

 

In der zweiten Runde saß Nena Modell. Licht und Schatten wechselten ständig, und Nena, die inzwischen den Widderkopf zeichnete, saß nicht still.

In der dritten Runde saß Poppy Modell – nun im Atelier. Sie zeichnete selbst nicht und saß still, was uns das konzentrierte Zeichnen erleichterte.

 

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He, Nachbar! Hörst du nichts? (digitale Spielereien mit Steinen, Muscheln und Borke)

Wenn du deinen pechschwarzen Kaffee aus einer knallgelben Tasse trinkst und über dir ein nicht minder knallblauer Himmel leuchtet, dann kann dich schon mal der Spieltrieb packen.  Zumal wenn das Spielzeug in greifbarer Nähe liegt.

Da werden dann aus Steinen, Muscheln und einem Borkenstück schon mal zwei Nachbarn, die sich über das Weltgeschehen unterhalten.

Oder sie stehen einfach nur beieinander und horchen auf das Grundrauschen der Welt  – jeder mit seinem Ohr.

 

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Kabelsalat (digitale Spielereien)

Kabelsalat auf dem Fußboden und dem Schreibtisch. Da dachte ich mir: wenn schon Salat, dann doch bitte einer in bunten Sommerfarben. Hier meine kleinen Salat-Kreationen. Ihr seht jeweils ein Foto und 2-4 Befüllungen mit Farbe.

 

 

 

 

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Am Saum des Meeres (2 Videos)

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Dieses Video existiert nicht

Acht Uhr am Abend war es, und die Sonne beschien kraftvoll den Saum des Meeres, das immer noch unruhig, aber deutlich zahmer in seinem Bette wühlte.

 

Ein anderes Video, das ich zuerst machte, steht leider auf der Seite, und ich weiß nicht, wie man es drehen kann. Egal, hören kannst du das Meer, und sein perlender Schaum auf dem Sand mag dich vielleicht auch auf der Seite liegend erfreuen.

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Dieses Video existiert nicht
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Wüstes Wetter

Ich liebe es ja, das wüste Wetter. Ich liebe das Meer, wenn es tobt, und und den Wind, wenn er mich vor sich hertreibt oder mir entgegenbläst. Ich liebe auch die Regengüsse, plötzlich, aus heiterem Himmel, oder lange sich vorbereitend mit weißen Wolkentürmen und schwarzen Wolkenfronten. Darum freue ich mich auf den Oktober. Aber im Juni, und im Süden Griechenlands? Doch ja, während bei euch die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, folgt hier ein Gewitter dem anderen. Heute war der Strand leergefegt, Wellen umspülten die Liegen und trieben mit so manchem Tischchen ihre Spielchen. Der ganze lange Strand gehörte Tito und mir. Und wenn der Himmel aufriss und das Sonnenlicht türkise Streifen aufs wüste Meer zauberte,  hüpfte mein Herz vor Freude.

Nun aber schnell abschicken, bevor der Strom wieder ausfällt!

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Auf der Suche nach neuen Impulsen (5): Strukturvergleich

Heute stieß ich im Archiv auf ein Bild vom vorigen Juni und dachte: Hoppla! Das sind ja ganz ähnliche Strukturen wie auf der Borke, die ich beim Figurenlegen verwandte.

romantische Landschaft (c) gerda kazakou

Borkenstück der Pinie

Ausschnittweise und etwas bearbeitet tritt die Ähnlichkeit der Bild- mit der Borkenstruktur noch deutlicher hervor. Finde ich.

Bildausschnitt „romantische Landschaft“, elektronisch bearbeitet (c) gerda kazakou

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Gemeinsam zeichnen (2)

Auch heute zeichneten wir uns gegenseitig. Magda brauchte zwei Sessions, um mich zu zeichnen, da ihr ihre erste Zeichnung nicht gefiel und sie sie auslöschte. Ich hatte daher Zeit, zweimal beim Stillsitzen den Widderkopf zu zeichnen, sie aber nur einmal.

Viele denken, die Ähnlichkeit der Zeichnung mit dem Modell sei das wichtigste Kriterium, um ihre Qualität zu beurteilen. Wenn die Zeichnung nicht ähnlich ist, sei sie misslungen.

Sicher, beim Zeichnen ringt man immer wieder um Ähnlichkeit – und das aus gutem Grund. Es ist eine unverzichtbare Übung, dies intensive Suchen, Forschen,  wie denn eine Linie, ein Licht, ein Schatten verläuft und wiedergegeben werden kann.  Ohne solch beständiges Üben geht es nicht. Ich habe schon bessere Zeichnungen gemacht als diese drei, zu Zeiten, als ich täglich nach Modell gezeichnet habe. Ich bin mit mir zufrieden, weil ich es nach langer Zeit wieder aufgenommen habe.

Neben der Ähnlichkeit mit dem Modell hat eine Zeichnung viele Eigenschaften, von denen es abhängt, ob sie gelungen ist. Fragt ihr, wenn ihr meine Zeichnungen seht, welches der Magda am ähnlichsten sieht? Nein, es ist euch ziemlich egal. Und wie ist es mit den beiden Zeichnungen, die Magda von mir gemacht hat: sie sind nicht besonders ähnlich, aber sind sie deshalb  misslungen?

Um meine eigene Zeichnung zu beurteilen, frage ich mich: Inwieweit habe ich das, was mir vorschwebte, zeichnerisch umsetzen können? Oder auch: fesselt mich eine Zeichnung auch nach dem hundertsten Hinsehen noch?

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von einer gelungenen Zeichnung. Es wäre für mich interessant zu erfahren, welche Kriterien du hast.

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Lygia Clark – zentrale Künstlerin des Neokonkretismus

Kunst am Sonntag:
Die brasilianische Künstlerin Lygia Clark hat mich mit ihrem „Tunnel“ tief beeindruckt. Auch die anderen Videos sind sehr sehenswert. „Den Menschen in das Werk einbeziehen, ihn Teil der künstlerischen Arbeit werden lassen“. Gefunden im ausgezeichnet informierenden Blog „arte concreta

Avatar von Lars - Arte ConcretaArte Concreta

In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder bedeutende Künstlerinnen der Konkreten Kunst vorgestellt. Waren es bislang europäische Künstlerinnen, so heute über eine Brasilianerin, die in diesem Blog schon öfters Erwähnung fand: Lygia Clark.

„Den Menschen in das Werk einbeziehen, ihn Teil der künstlerischen Arbeit werden zu lassen: Dieser Gedanke war zum Ende der 1960er-Jahre revolutionär. Mit Installationen, die begehbar waren, die man ertasten konnte, die man fühlen konnte, widersetzen sich junge Künstler den klassischen Regeln der Kunstrezeption. In Brasilien waren es die Anhänger des „Neoconcretismo“, die diesen neuen, experimentellen Weg gingen. Lygia Clark war eine der zentralen Figuren der Gruppe, Hélio Oiticica gehörte dazu. … Clark und Oiticica haben ihre künstlerische Laufbahn beide im Feld der Malerei gestartet, sich dann aber bald mit Installationen, die den Betrachter mit in das Werk einbeziehen, beschäftigt.

‚Ich gehöre einer Gruppe an, die versucht, die Partizipation des Publikums zu provozieren‘, beschrieb Lygia Clark…

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