
Auch heute zeichneten wir uns gegenseitig. Magda brauchte zwei Sessions, um mich zu zeichnen, da ihr ihre erste Zeichnung nicht gefiel und sie sie auslöschte. Ich hatte daher Zeit, zweimal beim Stillsitzen den Widderkopf zu zeichnen, sie aber nur einmal.
Widderkopf, Bleistift (Gerda)
Widderkopf, Kohle (Magda)
Gartenstück mit Widderkopf, Bleistift(Gerda)
Viele denken, die Ähnlichkeit der Zeichnung mit dem Modell sei das wichtigste Kriterium, um ihre Qualität zu beurteilen. Wenn die Zeichnung nicht ähnlich ist, sei sie misslungen.
Sicher, beim Zeichnen ringt man immer wieder um Ähnlichkeit – und das aus gutem Grund. Es ist eine unverzichtbare Übung, dies intensive Suchen, Forschen, wie denn eine Linie, ein Licht, ein Schatten verläuft und wiedergegeben werden kann. Ohne solch beständiges Üben geht es nicht. Ich habe schon bessere Zeichnungen gemacht als diese drei, zu Zeiten, als ich täglich nach Modell gezeichnet habe. Ich bin mit mir zufrieden, weil ich es nach langer Zeit wieder aufgenommen habe.
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Gerda zeichnet Magda (1)
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Gerda zeichnet Magda (2)
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Gerda zeichnet Magda (3)
Neben der Ähnlichkeit mit dem Modell hat eine Zeichnung viele Eigenschaften, von denen es abhängt, ob sie gelungen ist. Fragt ihr, wenn ihr meine Zeichnungen seht, welches der Magda am ähnlichsten sieht? Nein, es ist euch ziemlich egal. Und wie ist es mit den beiden Zeichnungen, die Magda von mir gemacht hat: sie sind nicht besonders ähnlich, aber sind sie deshalb misslungen?
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Magda zeichnet Gerda (1)
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Magda zeichnet Gerda (2)
Um meine eigene Zeichnung zu beurteilen, frage ich mich: Inwieweit habe ich das, was mir vorschwebte, zeichnerisch umsetzen können? Oder auch: fesselt mich eine Zeichnung auch nach dem hundertsten Hinsehen noch?
Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von einer gelungenen Zeichnung. Es wäre für mich interessant zu erfahren, welche Kriterien du hast.