#inktober2018 – tägliche Federzeichnung 2.10.

Bei Agnes habe ich von inktober gelesen und dachte mir: das ist doch eine nette Herausforderung! Täglich eine Federzeichnung -Marker oder andere Tintenzeichnungen gehen auch -. Man folgt einem Wortimpuls und zeichnet drauf los.
Nun bin ich aber noch nicht so weit, habe nicht das richtige Gerät. Also poste ich erstmal ältere Zeichnungen, die ich fotografiert habe.

Das Wort zum 2. Oktober ist „tranquil“ (ruhig, besinnlich, friedlich).  Auf geht’s!

 #inktober and #inktober2018

2. October 2018.

TRANQUIL

gerda kazakou (c) „tranquil“ , inktober (2. Oktober 2018)

 

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Montag ist Fototermin: Rätselhafte Wellenmuster und mehr

Auch an den Orten, von denen man meint, sie bestens zu kennen, gibt es Merkwürdigkeiten zu entdecken. Zum Beispiel diese:

Ja, was ist das? Ich wunderte mich, als ich bei „Babis“ Kaffee trinkend den Baum betrachtete. Diese vielen Ringe, so gleichmäßig wie Wellen, wenn ein Stein ins Wasser fällt. Daneben gab es andere wulstartige Verdickungen der Borke, aber ohne diese strenge Geometrie.

Ich stand auf, um mich zu vergewissern. Es war ein alter Nagel, vor vielen Jahren in den Ast geschlagen, der diese Wellen verursacht hatte. Schmerzwellen?

Ein anderes Phänomen kann mich immer wieder verblüffen: Schatten, Spiegelungen, Brechungen im Wasserglas. Wie gut, dass in Griechenland immer ein Glas klares Wasser zum Kaffee serviert wird, da geht mir das Staunen nicht aus.

Was bildet sich denn da in dem reinen Wasser ab ?

Die beiden breiten Streifen stammen von meinem Spazierstock und dessen Schatten, die im Glas eine abenteuerliche Kurve hinlegen. Die obere „Landschaft im Glas“ wird von dem Baumstamm perfekt gerahmt. Die Lichteffekte im Sockel des Glases und auf der rohen Holzplatte des Tisches, zusammen mit dem Spazierstock und dessen Schatten fügen sich zu immer neuem Farb- und Formenzauber.

Und ist doch nur ein einfaches Wasserglas.

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Gemeinsam zeichnen (10)

Das gemeinsame Zeichnen fiel in dieser Woche wegen Schlechtwetter aus, doch kamen Poppy und Magda gestern für ein Stündchen vorbei, und so haben wir denn doch ein wenig skizziert. Einmal saß ich Modell, einmal Poppy, der ich auch ein paar Hinweise zu Perspektive und Proportionen einer sitzenden Figur gab. Diese gemeinsame Zeichnung habe ich leider nicht fotografiert.

Magdas expressive anatomisch verzerrte Zeichnungen erinnern mich ein wenig an Max Beckmann.

Ich machte zwei Zeichnungen von Poppy. Leider hatte ich wenig Zeit und Ruhe. Das Portrait bearbeitete ich anschließend, um eine größere Abstraktion zu erreichen.

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Nach dem Sturm

„Große Welle“, (c) gerda kazakou, 2008

Heute vormitttag inspizierte ich die Schäden, die der „Medicane Zorbas“ an der Küstenstraße und bei der Taverne „Babis“ hinterlassen hat. Nichts Dramatisches, aber natürlich für die Betroffenen unangenehm. In anderen Teilen des Landes sieht es schlimmer aus, insbesondere dort, wo sich trockene Flussbetten in wilde Gewässer verwandelten. Inzwischen ist der Sturm unterwegs zur Ägäis, und morgen erreicht er dann, schon sehr abgeschwächt, die türkische Küste.

Bei uns also: Die Küstenstraße war schon frei geräumt, das Geröll zu riesigen  Haufen aufgeschüttet. Auch am langen Strand begannen die Auräumarbeiten. Zu „Babis“ ging ich zu Fuß, denn die Zufahrt war von beiden Seiten zerstört. Die 4 m hohen Wellen (so sagte mir Ana) schlugen bis zu den Bäumen hinauf, die Kinder waren fasziniert. Opfer wurde außer der Straße die Umzäunung, die Ana mit hübschen Bildchen und Muscheln geschmückt hatte. Ich holte mir einen Stuhl., ließ den Blick über die friedliche blaugrüne See gleiten und trank genüsslich meinen Kaffee. Die Saison ist vorbei. Adieu September! Sei mir willkommen, Oktober!

 

 

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abc-etüde: Me-too (ungereimte Kata-Strophen)

Dem Aufruf von Christiane zum Schreibspiel der abc-etüden folgend, habe ich noch einmal ein paar Kata-Strophen verbrochen.  Es ist mein zweiter Anlauf mit den von Anna-Lena gespendeten Wörtern: gemeingefährlich, Kreuzfahrt, stelzen. Die beigefügten Fotos von Passagieren einer Kreuzfahrt, die ich heimlich aufnahm, verletzen hoffentlich keine Persönlichkeitsrechte. Falls Sie Einwände haben, werde ich Ihr Foto entfernen. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Me-too

Zwei Damen unbestimmbaren Alters
Die eine blondiert, die andre mit künstlichen Locken
tuschelten, ihre Äuglein huschten über das Deck, wie suchend.

Ein gemeingefährlicher Verbrecher – so hatte die eine vernommen –
Habe sich heimlich inkognito unter die Passagiere der Kreuzfahrt gemischt.
Doch welcher war es? Der mit dem Bart und athletischer Brust? Oder war
Es jener Jüngling, der ein verliebtes Mädchen am Arm hielt? Oder gar der
 elegante Mit-Fünfziger, ergraute Schläfen und immer noch ohne Begleitung?
Was war das Verbrechen? Wusste man Näheres? Er soll arglose Frauen
zu Drinks einladen und sie durch Zusatz von betäubendem Wirkstoff
 in hilflose Opfer
Seiner unersättlichen Sinnesbegierden verwandeln, o Gott! So
Tuschelten sie und lugten verstört unter großen Hüten hervor.
Sie würden kein Glas Wein annehmen und auch keinen Sekt
Von irgendeinem verliebt tuenden Fremden, bestimmt nicht!
Und – der Decksglocke folgend, die zum Dinner sie rief -,
 auf hohen Absätzen stöckelnd, storchengleich stelzend,
sich unterhakend, auf schwankendem Boden
taumelnd, sich kümmerlichen Halt bietend,
verschwanden sie aus meinem Blickfeld.
Drum weiß ich auch nicht
Was aus der Geschichte
Noch wurde.

 

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Sturmtief „Zorbas“

Ein Hurrican ist es nun doch nicht geworden. Der „Medicane Zorbas“, der seit zwei Tagen auf uns zuzog, hat sich zu einem Sturmtief mit ein paar Blitzen und Donnerschlägen abgeflacht. Mir soll es recht sein, wenngleich ich natürlich neugierig war, wie sich ein echter Hurrican anfühlt.
Das wichtigste ist: es gab und gibt Regen, endlich, und in erheblichen Mengen. Da können sich die Quellen in den Bergen wieder auffüllen, und die Wurzeln der Olivenbäume suchen nicht vergeblich nach Feuchtigkeit.
Gestern mittag bot sich, von unserer Terrasse aus fotogafiert, folgender Blick:

Heute Mittag sah es dann so aus:

Die Berge hatten sich in Wolken gehüllt, nur schemenhaft waren sie zu erkennen.

Dann setzte der Regen ein. Glücklich der Garten. Ein Stück Meer holte ich mir per Zoom heran.

Nachmittags um vier sollte der Höhepunkt des Sturms erreicht sein. Es regnete kaum, und ich machte mich mit Tito auf den Weg, mir das Spektakel am Meer anzusehen.

Ganz runter ans Meer kam ich nicht, denn ein schwerer Regen setzte ein, der mich, bis ich wieder daheim war, bis auf die Haut durchnässte. Mein Hund Tito trabte gottergeben neben mir her.

Jetzt ist es draußen Grau in Grau. Der Sturm ist weitergezogen. Das groß angekündigte Drama blieb aus. So geht es oft. Die Welt ist hysterisch geworden, gierig auf Katastrophenberichte.

Sogar der Strom, der eine Zeitlang unterbrochen war, fließt wieder, so dass ich meinen Tagesbeitrag posten kann. Hab einen angenehmen Resttag!

 

 

 

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abc-etüde: Frau Storch als Suppenkoch (Kata-Strophe).

„Kreuzfahrt, stelzen, gemeingefährlich“ sind die Wörter, aus denen wir diesmal eine Etüde basteln sollen. Danke  Anna-Lena von meine literarische Visitenkarte! Danke Christiane für deine treue Begleitung.

 

Was gekocht ist, muss man essen

(Kreuzfahrer-Kata-Strophen)

Frau Storch stelzt frech in die Kombüse
Im Schnabel trägt sie Kleingemüse
Sie spielt den Koch, gemeingefährlich
Wird ihre Suppe sein, mal ehrlich!
Die Gäste auf den Kreuzfahrtschiffen
Die ahnen nichts von ihren Kniffen
Sie sitzen brav an langen Tafeln
Und merken nichts, weil sie nur schwafeln.

Doch was gekocht ist, muss man essen
Solln es die Fische etwa fressen?

Frau Storch liebt keine Extratouren
Mags manchem auch im Bauch rumouren
Wenn ausgelöffelt das Gericht –
Ne Widerrede gibt es nicht.
Sag nicht, die Suppe sei zu salzig
Sag nicht, sie schmecke süß und schmalzig
Sag nicht, die Farbe sei dir eklig
Sie wird dir sagen: sei nicht mäklig.

Was auf dem Tisch steht wird gegessen
Solln es die Fische etwa fressen?

So war es immer, seit im Osten
Kreuzfahrer von der Suppe kosten.
Die einen finden Spaß daran
Den andern schmerzt der Bauch alsdann
Besonders wenn nun umgekehrt
So mancherlei gen Westen fährt
Denn drüben ist es heiß geworden
nach tausend Jahren Blut und Morden.

Was nun gekocht ist, musst du essen.
Sonst werden dich die Fische fressen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: ich mag den Vogel Adebar! Was die Dame (Beatrix von) Storch anbelangt, so steht sie hier nur stellvertretend für die alten Adelsgeschlechter, denen sie ja von Geburt aus angehört.  Und deren Kreuzfahrten gen Osten unvergessen sind.

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Rotes Kleid – roter Granatapfel

Ulli schrieb eine abc-etüde über eine Frau in rotem Kleid. Und da ich selbst grad ein rotes Kleid trage (freilich nicht so ein schönes wie auf ihrem Bild) und da sich Medicane Zorbas vom Ionischen Meer her auf Kalamata zubewegt und da ich raus ging in den leichten Nieselregen, um nach dem Rechten zu schauen und da ich auf dem Boden einen vom Regen sehr rot gefärbten Granatapfel fand und da ich mich in der Rolle der Persephone,  einen Granatapfel prüfend in der Hand haltend, sehr mag – soll ich davon essen, soll ich nicht davon essen? … ließ ich mich ablichten. Und poste das Foto – bevor Zorbas zuschlägt und wir womöglich keinen Strom mehr haben.

Wetterbericht auf Deutsch: Unwetteralarm in Griechenland

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwi8_Mqw0d3dAhXEVSwKHUckCnAQwqsBMAN6BAgFEAc&url=https%3A%2F%2Fwww.wetter.com%2Fvideos%2Fwetter-in-europa%2Fgrosswetterlage-medicane-moeglich-unwetteralarm-in-griechenland%2F595a3c99c8c7cc201d476905&usg=AOvVaw2Pb3Wl2MH3vDtyzzFqjClg). .

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Meerzwiebel und Bougainvillea

Noch einmal die schöne Meerzwiebel, die mich mit ihren sternigen Blütenständen bezaubert. Auf sehr hohen hohlen glatten Stielen sprießen sie aus der trockenen Erde und entfalten stufenweise ihre Blüten – von unten nach oben. Manchmal bilden die Zwiebeln kleine Ansammlungen, aber es macht ihnen auch nichts aus, ganz allein unter den Olivenbäumen zu stehen und sich im leichten Wind zu wiegen.

Die Bougainvillea „blüht“ ganzjährig, besonders die wilde violette Sorte hält auch extremen Wetterbedingungen gut stand. In Wirklichkeit sind es freilich nicht ihre Blüten, deren leuchtende Farbe uns zu jeder Jahreszeit beglückt, sondern es sind zusammengewachsene Hüllblätter, die um die eigentlichen kleinen Blüten herum Scheinblüten bilden. Die echten weißlichen Blüten sind jetzt im Fruchtstadium.

 

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Rottöne, Grautöne und ein wenig Blau. Der Herbst ist da.

Heute abend:

Herbstmeer, Kalamata-Bucht

Felsenkante und Meer (27.9.18)

Zwei Tage zuvor sitzen wir, vier Frauen, in einem Lokal am Meer. Und plötzlich habe ich Lust auf Campari, den ich sicher seit 20 Jahren nicht mehr getrunken hatte. Warum wohl?

Abendhimmel über dem Meer (25.9.2018)

Campari mit Eis

Der Kellner zieht die schützenden Plastikfolien vor, denn ein Wind kommt auf.

Bald wird niemand mehr am Meer sitzen. Fenster und Türen werden vernagelt. Die blauen Gitter rosten im salzigen Wind.

Der Herbst ist gekommen. Er ist schon da.

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