Sturmtief „Zorbas“

Ein Hurrican ist es nun doch nicht geworden. Der „Medicane Zorbas“, der seit zwei Tagen auf uns zuzog, hat sich zu einem Sturmtief mit ein paar Blitzen und Donnerschlägen abgeflacht. Mir soll es recht sein, wenngleich ich natürlich neugierig war, wie sich ein echter Hurrican anfühlt.
Das wichtigste ist: es gab und gibt Regen, endlich, und in erheblichen Mengen. Da können sich die Quellen in den Bergen wieder auffüllen, und die Wurzeln der Olivenbäume suchen nicht vergeblich nach Feuchtigkeit.
Gestern mittag bot sich, von unserer Terrasse aus fotogafiert, folgender Blick:

Heute Mittag sah es dann so aus:

Die Berge hatten sich in Wolken gehüllt, nur schemenhaft waren sie zu erkennen.

Dann setzte der Regen ein. Glücklich der Garten. Ein Stück Meer holte ich mir per Zoom heran.

Nachmittags um vier sollte der Höhepunkt des Sturms erreicht sein. Es regnete kaum, und ich machte mich mit Tito auf den Weg, mir das Spektakel am Meer anzusehen.

Ganz runter ans Meer kam ich nicht, denn ein schwerer Regen setzte ein, der mich, bis ich wieder daheim war, bis auf die Haut durchnässte. Mein Hund Tito trabte gottergeben neben mir her.

Jetzt ist es draußen Grau in Grau. Der Sturm ist weitergezogen. Das groß angekündigte Drama blieb aus. So geht es oft. Die Welt ist hysterisch geworden, gierig auf Katastrophenberichte.

Sogar der Strom, der eine Zeitlang unterbrochen war, fließt wieder, so dass ich meinen Tagesbeitrag posten kann. Hab einen angenehmen Resttag!

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, events, Fotografie, Leben, Natur, Vom Meere abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

24 Antworten zu Sturmtief „Zorbas“

  1. putetet schreibt:

    Sehr interessanter Beitrag und du bist wohl sehr mutig. 🙂
    LG Alexander

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Ach was, mutig! Ich bin an der Ostsee aufgewachsen, Alexander, da konnte man manchmal 45 Grad gegen den Wind stehen. Oder eine Bö riss sämtliche Knöpfe vom Dufflecoat. In meiner Heimatstadt gab es heftige Überschwemmungen, die halbe Stadt war mal unter Wasser. Natürlich sah man es sich an, kam ja nicht täglich vor. heute wird man durch die Medien ständig gewarnt und in Angst und Schrecken versetzt. Die Medien benehmen sich wie Helicopter-Eltern. Ich bin nass geworden – so what?

      Gefällt 4 Personen

      • putetet schreibt:

        Da hast du vollkommen recht. Die Medien übertreiben oftmals und schüren damit nur Ängste und Verunsicherungen.
        Auch ich als Norddeutscher kenne echte Stürme. Wir waren oft an der Nordsee, überwiegend St. Peter Ording.
        Bei Jahrhundertsturm vor gut 20 Jahren war ich auf Sylt. Da konnte ich mich gegen den Wind lehnen ohne umzukippen. 🙂
        LG und einen schpnen Sonntag dir,
        Alexander

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  2. puzzleblume schreibt:

    Dass man irgendwann einmal selbst stärkere Regenwetterbilder als wünschenswerte Szenerie empfinden könnte, hätte man sich hier in Norddeutschland bis zu diesem Sommer nur schwer vorstellen können – so kurz ist das Gedächtnis, nachdem doch nach den Sturmjahren 2016 / ’17 vom Spätsommer 2017 bis in den März 2018 hinein die Böden quatschnass und nicht zu bearbeiten waren: das erstaunt sogar mich, obwohl ich mich gegen dieses gewisse übersteigerte Wetter-Empfinden so in Acht zu nehmen versuche. Das extreme Wetter selbst hat den Sensationsmachern in die Hände gespielt, obwohl die Wetternachrichten technisch bisher nicht zutreffender geworden sind als Jahre zuvor, wirken die Aufmerksamkeit haschenden Meldungen wahrscheinlicher.
    Insgesamt habe ich bei Nachrichten den Eindruck, die Menschen seien wieder auf dem Weg in die finsteren Zeiten der Verbreitung von holzschnitthaften Aufregern. Das Picknicken auf Richtplätzen ist mit dem Essen vor dem TV-Aufreger schon längst wieder eingekehrt.

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    • gkazakou schreibt:

      „wirken die Aufmerksamkeit haschenden Meldungen wahrscheinlicher“. So ist es. Aber sind sie auch wahr? Wenn ich zB die Aufregung um den „Medicare Zorbas“ mit dem tatsächlichen geschehen vergeiche, so muss ich sagen: Panikmache. Verzweifelt versuchen nun die Fotografen, doch noch ein paar „gigantische Wellen“ vorzuweisen, damit sich ein Katastrophenbericht belegen lässt. Der Bürgermeister von Kalamata meldete hingegen, dass es keine nennenswerten Schäden gab (ein paar Zeltdächer von Cafes, die nicht eingerollt waren, ein paar Blumentöpfe), und man mit den Aufräumarbeiten morgen vormittag fertig sei.
      Ständig werden die Menschen mit Angstszenarien gefüttert. Die Naturphänomene werden dämonisiert. Die Schulen wurden geschlossen, die Menschen sollten möglichst zu Hause bleiben -weil ein „Hurricane“ anrücke. Nun, es war der langersehnte Regen, und ein bisschen Sturm.

      Gefällt 3 Personen

  3. Nach eine solchen Periode der Trockenheit, kann ein regenreiches Sturmtief durchaus eine Befreiung sein, sofern keine größeren Schäden angerichtet werden. Ich warte hier auch schon lange auf diesen Befreiungsschlag. Nach einem der ersten Regenschauer nach Monaten der Trockenheit, ist die Erde gerade mal 3 cm durchnässt.

    Gefällt 2 Personen

  4. kunstschaffende schreibt:

    Liebe Gerda,
    auch wenn es spannend ist, so ein Sturmtief live zu erleben, vielleicht sogar mittendrin im Auge des Hurricane zu sein, wenn man dabei vielleicht sein Zuhause verliert oder gar mehr, dann kann man auf die Spannung wohl gerne verzichten!
    Ich bin jedenfalls froh, dass Tito und Du unbeschadet wieder Zuhause seid!😘😊🤗😁

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    • gkazakou schreibt:

      Ganz recht. Wie ich schrieb: „Mir soll es recht sein“. Mir ist es recht. Zwischenzeitlich war der Strom weg. Und ich hab das, obwohl ich auch einen romantischen Zug habe, gar nicht so gern, wenn es andauert. Unser Haus ist aus 50cm dickem Stein, das fliegt so leicht nicht durch die Gegend
      Ich sah inzwischen die Tagesnachrichten, die in Athen ausgestrahlt werden, Da stand Kalamata an der Spitze der Ereignisse, nur weil eine Küstenstraße überschwemmt war. Das meinte ich mit „Hysterie“ und dass die Menschen scharf auf Katastrophenmeldungen sind (natürlich nicht auf Katastrophen, in die sie selbst verwickelt werden). Kurzum: ich bin froh, das nix Gravierendes passiert ist.

      Gefällt 2 Personen

  5. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda, ich kann dir nur bei allem zustimmen, die Menschen lechzen nach Katastrophen und Sensationen, während sie sicher in ihren Sesseln vor dem TV herumlungern. Ob es Langeweile ist oder Sensationsgier oder was auch immer noch, ich freue mich mit dir an dem lang ersehnten Regen. Seit diesem Jahr weiß ich nur zu gut, wie befreiend es für das Land sein kann und auch für mich, wenn es nach langer Trockenheit endlich regnet und windet, sprich wettert.
    Noch eins ging mir gerade durch den Kopf und das ist die ewige Angstmacherei vor der Natur. Klar, sie kann schon furchterregend sein, ich erinnere mich gut an den letzten späten Herbst und die Winterzeit, als es hier ziemlich krachte, viele Bäume fielen und auch ich mich fürchtete, was nicht so schnell bei Wetter passiert, man muss halt wissen und einschätzen wann man noch vor die Türe geht und wann es besser ist drinnen zu bleiben, mehr nicht, zumindest wenn man nicht in ausgesprochenen Hurricangegenden wohnt und dazu ein Haus mit dicken Mauern hat.
    Vielleicht brauchst du auch einmal ein richtig gutes Regencape, Regenhosen und Gummistiefeln, damit du das Ganze genießen kannst. Ich weiß ja, dass du starke Winde liebst! Und Tito scheint wohl nur Furcht vor Donner und Blitz zu haben?
    Danke für die beeindruckenden Bilder.
    Herzlichst, Ulli zur guten Nacht

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  6. afrikafrau schreibt:

    Vielen Dank für die Klarstellung der sog- „Katastrophen-Nachrichten““

    Gefällt 1 Person

  7. ann christina schreibt:

    Schöne Bilder, ich mag ja Regen und Grau in Grau. Natürlich nur, wenn es nicht zu lange dauert. Gut, dass es kein Hurrikan war. Tito ist tapfer 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      Nein, eigentlich ist er nicht besonders tapfer, sondern ein hasenfuß, der sich beim ersten Grummeln versteckt. Aber was sollte er tun? Er liebt mich. Also folgte er mir. 😉
      Auch ich mag Grau! Kindheitsfarben. Oft fehlt es mir im heiteren Süden mit seinem endlosen Blau.

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      • ann christina schreibt:

        Oh, ich kenne das Gefühl, ich habe meine Liebe zum Grau erst in meiner Zeit in Ungarn kennen gelernt. Da scheint meist die Sonne, hin und wieder dazwischen ein grauer Tag – im Winter mehr. Man merkt manchmal erst, dass man etwas mag, wenn es plötzlich nicht mehr da ist.
        Genau deshalb meinte ich übrigens, dass Tito tapfer ist. Erst, wer seine Angst überwindet, ich wirklich tapfer. Wer gar keine Angst hat, braucht ja nicht tapfer zu sein… 😉

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  8. Agnes Podczeck schreibt:

    Wie gut, dass Regen kam und Ihr doch von Schlimmeren verschont wurdet. Deine Fotografien sehen ziemlich spektakulär aus. Was für eine spannende Stimmung zwischen Himmel und Erde!

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  9. www.wortbehagen.de schreibt:

    Wie eindrucksvoll, Deine Bilderreihe, liebe Gerda, das echte Unwetter hst Euch verschont wie gut ist es. Ihr seid triefendnass geworden, aber ich wette, Du konntest Euch beide gut abrubbeln und trocknen und dann ist alles wieder gut
    Aber wie recht hast Du doch *Die Welt ist hysterisch geworden* und zwischen echt und Hysterie ist oft sehr schwierig zu unterscheiden, wir tun uns damit schwer…

    Gefällt 1 Person

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