Glasscherbenspiel: Figurales-Minimales für die abc-etüden

Ich habe nur wenige schwarz bemalte und zerkratzte Scherben. Da sind die Erzählstoffe ziemlich begrenzt. Aber die Scherben gefallen mir sehr, und ich mag sie nicht mit anderen Schnipseln mischen*. Also probiere ich aus, was sie hergeben.

Ein paar der Scherbenbilder habe ich schon gezeigt (Glasscherbenpädagogik), und damit sind die möglichen Varianten weiter geschrumpft.

Was aber ist mir dennoch gelungen?

WANDERVÖGEL: Schwungvoller Aufbruch…

Doch bei Hamburg auf der Chaussee, da taten ihnen die Beinchen weh….

Also geht ihre Geschichte nicht weiter. Wie wärs mit einer

GESCHICHTE ZUR SEE?

Sanft gleitet der Einhandsegler vorbei. Der Typ auf dem kleinen Boot fühlt sich lebendig nur, wenn der Motor unter ihm heftig vibriert.

Meine Sache ist das nicht. Lieber mache ich das Motorboot zum lächelnden Fisch und lasse ihn frei davonschwimmen.

Die beiden Seeleute aber versetze ich auf einen Felsen. Da mögen sie dem Leben der Fische nachsinnen,…

während das Segel führerlos davontreibt.

In ihren gläsernen Leibern vibriert die Erinnerung an Aufbruch und Abenteuer. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie da noch heute … Es sei denn, die Erzählfee erbarmt sich und lässt die Glasscherben sanft  in den endlosen Erzählstrom zurückgleiten.

*Zur Hilfe nehme ich schließlich doch drei schwarzweiße Papierschnipsel. Ich brauche sie für die Köpfe und eine Mütze.


Dies ist mein dritter Beitrag zu Christianes abc-etüden mit einer Wortspende von Katha-kritzelt.

Schreibeinladung für die Textwochen 14.15.22 | Wortspende von Katha kritzelt

abc.etüden 2022 14+15 | 365tageasatzaday

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Erzählstoff (zwei abc-etüden)

abc.etüden 2022 14+15 | 365tageasatzaday

Zwei Beiträge zu Christianes abc-etüden, mit von Katha-kritzelt gespendeten Wörtern

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/04/03/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-14-15-22-wortspende-von-katha-kritzelt/#

Erste Etüde: Erzählungen vom Frühling

Die Luft vibriert unablässig von Neuigkeiten – angefangen bei den bezaubernden Quittenbaumblüten, die unbedingt Beachtung verlangen, bis hin zu der unsäglichen Eröffnungsrede eines gewissen …. auf dem Weltregierungstreffen in Dubai.

Der menschliche Organismus vibriert unter dem steten Anprall von Abertrillionen Informationen, und wenn ich nicht selbst willentlich entscheide,  auf welche Schwingung ich mich jeweils einlasse, bin ich den stärksten Impulsen hilflos ausgeliefert. Ich frage mich also:  Will ich meine Nerven in Wut und Abscheu vibrieren lassen, nur zu: dann höre ich mir jetzt noch einmal die Unverschämtheiten des Möchtegern-Weltenherrschers an und studiere seine Kopfform, seine übergroßen Ohren und die Bewegungen seines Mundes, aus denen Worte hervorquellen, die meinen Tag vergiften. Ich kann aber auch in den Garten gehen und mich einschwingen in die sanften Essenzen, die die jungen Blüten des Quittenbaums verströmen.

Eine Quittenblüte gibt nicht genug Erzählstoff her? Du möchtest Drama, Verwicklungen und Suspense? Nun, auch das bietet die junge Frühlingsflora zu Hauf.  Nimm nur diese Zistrose und ihren regungslosen weißgepunkteten Bewohner: Wie wird sich ihr Zusammenleben entwickeln? Wird die Zistrose das Abenteuer unbeschadet überstehen oder wird sich der einquartierte Gast als gefräßiger Zerstörer ihrer sanften Schönheit erweisen?

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Zweite Etüde: Erzählungen vom Meer

Auf der weiten leeren sandigen Fläche, von der sich die Wellen zurückgezogen hatten, lag ein einzelner Stein. Ich hob ihn auf. Weiß war er, aus äußerst feinkörnigem Marmor. Ich ließ meine Finger sanft über die Oberfläche gleiten. Wie eine glatte Haut fühlte sie sich an,  und ich meinte, ein feines Vibrieren unter meinen Fingerspitzen zu spüren. War es das Meer, das seine unendlichen Geschichten dem Stein eingeschrieben hatte, so dass er  nun selbst ganz und gar zu Erzählstoff geworden war?

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Erste Zistrosen

Ich möchte sie feiern: die ersten Zistrosen des Jahres.

 

 

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Dora zum ZweitenVierten: Höhlen (kleine Beobachtungen)

Heute zieht eine schöne Mergelwand meine Aufmerksamkeit auf sich. Nicht nur ist sie von feiner Maserung durchzogen,  sondern …

….  es sind auch viele kleine Höhlen hineingegraben – ein wenig wie die Höhlenwohnungen in Kappadokien, denke ich.

Dora, die gerade so etwas wie ein historisches Interesse entwickelt,  ist angetan von meinen Erzählungen über Frühformen menschlicher Siedlungen. Nicht dass ich nun eine Expertin wäre – aber für eine erste Einführung langt es.

Einerseits freue ich mich an Doras neu erwachtem Interesse, gehe auch bereitwillig auf Fragen ein und reichere meine Erzählung an mit einer Beschreibung der Höhlenwelt von Petra in Jordanien, die ich tatsächlich bereist habe. Ich erzähle auch von Will.ie und ihrem Aufenthalt in Niger, und von der dortigen Höhlenmalerei. https://gerdakazakou.com/2021/03/22/endzeit-endlos-malerei-niger/

Andererseits bremse ich ihren Forschergeist: „Nein, nein, du musst jetzt nicht in jede Höhle kriechen und nachsehen, ob sie bewohnt ist, Dora! Kann ja sein, dass da Eier oder Larven drin liegen, die würdest du stören,“ ermahne ich sie.“Ach was!“ ruft sie zurück, „hier ist niemand! Und wenn ich auf Larven stoße, dann schenk ich ihnen was zum fressen!“

Ich habe keine Ahnung, welche Art von Insekten die Baumeister sein könnten. Mit dem bloßen Auge kann ich gar nichts entdecken, und auf dem Foto sehe ich nur, dass vom Hauptgang ein Nebengang abzweigt.

Im weicheren Sockel der Wand gibt Anzeichen von Arbeit an neuen Höhlen, die flach und  an den Rändern wie aufgehäufelt wirken.

Könnten das Häuser von Mauerbienen sein?

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Die historische Kirche (tägliches Zeichnen, Fotos im Vergleich)

Noch einmal habe ich von fast demselbn Platz aus die kleine Kirche im Zentrum der Altstadt von Kalamata gezeichnet.

Vorgestern fast derselbe Realitätsausschnitt:

Das Ergebnis aber ist vollkommen. Und das liegt durchaus nicht nur am veränderten Format oder am Wetter, ann der Beleuchtung oder ähnlichen äußerlichen Kriterien.  entscheidend sind die zeichnerische Absicht und die jeweilige Befindlichkeit der Zeichnerin.

Als ich gestern zeichnete, schien mir, dass die Szene wie eingehüllt in Saharastaub und eine stille Müdigkeit dalag (hier durch einen Filter verstärkt).

Schuld daran war vermutlich meine eigene Müdigkeit. Denn die Szenerie war, wenn man nach dem Foto urteilt, nicht anders als sonst auch zur frühen Mittagsstunde:

Hier möchte ich an frühere Varianten des Themas erinnern:

Diese Zeichnung vom Juli 2021 hatte ich auch mit einem Foto überblendet und digital bearbeitet.

Eine weitere Zeichnungen von dieser Kirche vom August 2020:

Diese Zeichnung vom Kirchplatz ist vom Juli 2020

Diese ist von einer anderen Seite des Platzes aus gesehen:

Um den Kreis zu schließen, hier noch ein Foto des Kirchplatzes – mit dem Geschäft, das Hüte jeder Art anbietet.

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Täuschung: Traue keinem Foto, außer du hast es selbst gefälscht

Ich habe heute zwei Bilder mit Spiegeleien zu „April April“ gepostet. Es sind unschuldige Tricksereien, die mit bescheidenen Kenntnissen von Fotoshop leicht herzustellen sind. Dass ich Dora samt ihren Doppelgängern ins Foto eingefügt habe, ist offenkundig. Wie aber ist es mit mir selbst, die per Rückenansicht im Foto zu sehen ist? Es war niemand dort, um mich zu fotografieren, und ein Selfie aus dieser Position könnte ich nicht schießen.

Ich stelle diese Frage, weil ich zeigen möchte, wie leicht Menschen heute in die Irre geführt werden können, weil sie Fotos für Realität halten. Erste bekannte Fälle bewusster Täuschung waren das Entfernen von russischen Revolutionären aus Fotos, nachdem sie in Ungnade gefallen bzw ermordet worden waren. Schau mal hier.

Selbstverständlich wäre es naiv anzunehmen, dass nur Stalin zu solchen Mitteln der Retusche griff. Und noch naiver wäre es anzunehmen, dass die Propagandisten aller Lager die inzwischen gewaltigen Möglichkeiten der Manipulation der Menschen durch Bilder ungenutzt lassen. Das geht von einfachen Tricksereien – zB dass man Särge mit ertrunkenen Flüchtlingen aus Lampedusa zeigt und behauptet, sie enthielten Tote einer noch fast unbekannten schrecklichen Epidemie* – bis hin zu akribischen Bildbearbeitungen.

Was sich  im Propagandakrieg abspielt, lässt nur eine Warnung zu: Traue keinem Foto, außer du hast es selbst gefälscht! Quod erat demonstrandum.

Hier die drei Ausgangsfotos meiner heutigen Trickserei.

 

und das Ergebnis:

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* Einen interessanten Artikel über die Wirkung von Bildern fand ich unter

daraus Zitat: „Ebenfalls aus Italien erreichte uns damals ein Foto mit mehreren Reihen von Särgen, auf denen eine rote Rose liegt, kombiniert mit dem Satz: „Vielleicht ein Grund, dass alle mal zuhause bleiben sollten“. Nur leider: Einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gab es in diesem Fall gar nicht, das Foto stammt aus dem Jahr 2013 und zeigt die in einem Flughafen-Hangar aufgereihten Särge ertrunkener Boots-Flüchtlinge auf Lampedusa.“

 

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Dora zum ErstenVierten: April, April!

Kalamata heute. Ein lustiger Wind, mild die Luft. Also mache ich mit Dora einen Stadtbummel. Sie hat viel Spaß an den spiegelnden Scheiben…..

spielt zwischen den Spiegelungen Verstecken, führt mich an der Nase herum. „Fang mich doch, fang mich doch!“ ruft sie von hoch oben, aber da ist sie nicht, ich greife ins Leere. Wo steckt sie denn bloß?

„Hier bin ich!“ höre ich sie von der anderen Seite krähen.

April April kann’s machen wie er will!

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Wetterwechsel mit Sturm und Saharasand

Ein starker Wind hat heute einen Teil des Wüstensands, der uns seit Tagen das Licht wegnimmt, davongetrieben. Ob er nun neuen Sand bringt? Vielleicht, Wärme bringt er auf jeden Fall, denn er kommt aus Südwest. Wie auch immer: Das Meer, die große Waschmaschine, hat sich ans Werk gemacht. Ich atme tief durch.

Blick Richtung Mani:

Blick Richtung Kalamata

Düsterer Farbenrausch

Alle Fotos machte ich heute gegen ein Uhr mittags am langen Strand bzw auf der Promenade östlich von Kalamata.

 

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Die grandiose Dora!

Erstaunen und tiefe Verbeugung bei den Mitspielern, meint Dora, sei die angemessene Art der Begrüßung, wenn sie die Bühne betritt.

Wenn jemand meint, Dora sei ein bissel narzisstisch und selbstverliebt, so möchte ich dem wiedersprechen. Sie ist SEHR selbstverliebt. Oder, um es hoffnungsvoller auszudrücken: Sie ist aus der für Kinder eher normalen „Grandiosität“ und Selbstherrlichkeit noch nicht herausgewachsen, also noch nicht im guten Sinne erwachsen.

Ich nehme an, Dora hat diesen Narzissmus von unserer modernen Kultur aufgesogen. Sie ist ja ein Kind unserer Zeit. (Zu kindlicher Grandiosität hier und hier). Und so meint nicht nur Dora, sondern so mancher andere Zeitgenosse, dass es so toll wie heute in der Welt noch nie zugegangen sei. Mit all den wundervollen technischen, medizinischen und überhaupt Errungenschaften, mit unserem demokratischen Gemeinwesen, unserer Mobilität und unserem Wohlstand seien wir allen anderen Epochen weit voraus. Sie wundern sich über Leute, die die Grandiosität der heutigen Menschheit hinterfragen. „Ja, würdest du etwa lieber im Mittelalter leben? ohne Strom? Mit Hexenverbrennung? Hast du überhaupt eine Ahnung, wie scheußlich die Menschen früher gerochen haben? Und denk mal, was man heute alles transplantieren kann, und bald werden wir auf dem Mars siedeln können! Ist das etwa nichts?“ Nein (ja), natürlich (nicht), antwortest du dann kleinlaut.

Als kürzlich ein KRIEG in Europa ausbrach, waren sie sehr verwundert: Wie? Ist das denn möglich? Unter zivilisierten Menschen, also weder in Afrika noch in Asien, sondern HIER, vor unserer Haustür? Im 21. Jahrhundert? Längst vergessen haben sie, was HIER im 20. Jahrhundert alles möglich war. „Ach was, das war ein Versehen. Nie wieder! Wir haben unsere  Lektion gelernt. Die Russen freilich, die haben da offenbar eine Lektion verpasst. Die müssen wir ihnen nun erteilen“. Tja. Grandios.

Liebe Dora, du bist mir lieb. Du bist einzigartig. Aber einzigartig bist nicht nur du. Jeder und jede ist auf die eine und andere Art einzigartig. Wenn du das lernst: den Wert der anderen Epochen, Völker, Menschen und Lebewesen, ja, auch die mühsam hergestellten Dinge genauso zu schätzen wie den eigenen Wert, dann hast du ein bisschen an Weisheit hinzugewonnen.

(Diese Blüten mit kurzen und langen Stengeln hat Dora gestern unterwegs abgerupft, weil sie schnell welche haben wollte. Ich habe Dora deswegen gescholten und die Blüten dann mit einem Schwemmholz zusammengebunden und in eine Vase gestellt)

 

 

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Dora zum EinunddreißigstenDritten: Glasscherben-Pädagogik:

Vor einem Jahr erfand Will.i des Glasscherbenspiel. Aus zerbrochenen Verglasungen von Bildern, die verschmutzt und teilweise etwas bemalt im Garten lagen, legten wir Bildergeschichten.

Heute entdeckt Dora das Bild, wo Will.i als großer gläserner Zampano auftritt, und verlangt zu wissen, wer dieser Will.i – oder Will.ie? – eigentlich sei, von der die Myriade ihr gestern  schrieb. „Ich habe dich mit deiner Vorgängerin Will.ie verglichen, die ganz anders war, hat sie gesagt. War Will.ie ein Mädchen wie ich?“

Während ich ihr von Will.i, der zeitweilig zu Will.ie wurde, erzähle, lege ich aus ein paar schwarz bemalten Scherben ein Bild.

„Die Große, das ist dann wohl die Myriade oder du oder all die anderen Erwachsenen, und die Kleine, die da gescholten wird, die bin dann wohl ich?“ fragt Dora und blickt mich mit einer Mischung aus Verletztheit und Wut an.

O weh! Kinder haben es tatsächlich nicht leicht. Sie sollen Freude schenken, aber bitte schön auf die Art, wie es den Erwachsenen passt. Sie sollen fleißig lernen und kindliche Sprüche loslassen, damit man was zum Lachen hat, und zugleich eine Reife zeigen, die Erwachsene selten erreichen. Sie sollen selbstbewusst und gehorsam sein, sollen spielen und ihr Spielzeug mit Freunden teilen, sich dabei nicht schmutzig machen und nicht streiten…  Ich hör schon auf. Es ist jedenfalls eine ganze Latte an Erwartungen, denen Kinder gerecht werden sollen.

„Wie möchtest du das Bild denn haben?“ frage ich schließlich. „Na so!!“ antwortet Dora und schwupps! hat sie die Teile ein wenig anders gerichtet.

Aha. Sie dreht die Rollen um.

 

Und wenn sie groß ist, wird sie genau das tun, was jetzt die Erwachsenen mit ihr tun. Ich kann nicht behaupten, dass mir der Gedanke gefällt. Aber ich verstehe die Logik. Kinder ahmen nach, und so lernen sie.

Ich sammle nebenher die Scherben ein und lege ein weiteres Bild. Da hockt ein böses Kind auf den Schultern einer schwachen am Boden zusammengesunkenen Erwachsenen. Diesmal begnügt sich Dora damit, zwei Scherben umzulegen: sie tauscht die Köpfe und die Arme aus. Das Kind wirkt jetzt ganz unschuldig, gruselig und zurecht am Boden zerstört wirkt der Erwachsene.

Ein drittes Bild entsteht, wobei ich versuche, diesmal keine „pädagogische“, sondern eine gleichberechtigte Szene zu legen. Auch daran macht Dora kleine Veränderungen. Welche? Und was bewirkt sie dadurch?

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