Aus aktuellem Anlass (Legebild)

Das Bild habe ich im Januar 2016 gelegt und heute aus aktuellem Anlass neu bearbeitet. Ich verstehe einerseits die Handlungsweise der griechischen Regierung, denn so wie die Dinge sich entwickelt haben, gibt es keine vernünftige Alternative zum Schließen der Grenzen. Andererseits bricht es mir das Herz zuzuschauen, wie diese wehrlosen Menschen zwischen den Interessenblöcken zerrieben werden.  Wann wird endlich das große HALT erklingen, das den Kriegen und der politischen Ausbeutung menschlichen Ungücks ein Ende bereitet?

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Neue Galerie: Kunst am Bau (Collagen aus Fotos, Zeichnungen und Legebildern)

Diesmal ist es keine Kinoleinwand, sondern eine spiegelnde Fläche an einem Gebäude, vermutlich eine frühere Reklametafel, die mir als Projektionsfläche diente.

Zunächst das Originalfoto: Gerahmt von einer Wand mit allerei Spray-Kritzeleien spiegelt sich die Fassade eines modernen Bürohauskomplexes. Wir befinden uns in einer sogenannten unterbewerteten Gegend Athens nahe am Omonoia-Platz. Immer wieder unternahm man Anläufe, ihr ihre frühere Geschäftigkeit zurückzugegeben. Gelungen ist es bisher nicht.

Also dachte ich: ich eröffne dort mal eine Galerie, das wird dem Stadtteil auf die Füße helfen. Anstatt des Bürogebäudes ließ ich allerlei andere Dinge – Zeichnungen, Legebilder, Fotografien – sich in der leeren Fläche spiegeln und hängte die Bildwerke schön ordentlich an die frisch geweißte Wand meiner Galerie. Leider waren die Besucher wenig bis gar nicht an meiner Kunst interessiert. Was habe ich nur falsch gemacht?

Du kannst die Galerie übrigens durch Anklicken vergrößern. Sofern dir das nicht genügt, sieh dir ein paar der ausgehängten Werke von Nahem an.

Die alte Villa von Maroussi:

O, Pardon, die ist sehr verspiegelt. Ich muss die Beleuchtung ändern:

Na ja. Vielleicht doch besser die elegante Akademie aus dem 19. Jahrhundert?  Die würde der Gegend einen gewissen Glanz verleihen:

Oder doch lieber die lustige Gesellschaft, die ihre Drachen steigen lässt? Die kann man auch in einer nächtlichen Variante haben:

Vielleicht ist das Original doch am überzeugendsten, zumal jetzt, wo die Sonne draufknallt und die dummen Spraybilder an der modernen Fassade gnädig verspiegelt.

 

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Nochmal Kino. (Zeichnung-Foto- vs Foto-Zeichung-Montage)

Die Beziehung zwischen Gezeichnetem und Fotografiertem beschäftigt mich weiter. Zwei einfache Beispiele mögen zeigen, wie verschieden es wirkt, ob man die Zeichnung ins Foto oder das Foto in die Zeichnung einmontiert. Ich benutze als Projektionsfläche noch mal die Kino-Leinwand.

Gezeichneter Raum – Projektion eines Fotos

Fotografierter Raum – Projektion einer Zeichnung.

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Ein kleiner Nachtrag zum „Reinen Montag“ (Zeichnung-Foto-Collage)

Die Bilder schieben sich in der Erinnerung übereinander. Die kleine Geflügelte segelt vom Stadtwald herüber zur nahegelegenen alten Villa. Keine Angst, sie landet sicher auf ihren zwei Beinen und rennt zum Papa, strahlend.“Ich bin mit dem Adler geflogen!“ Die alte Villa errötet vor Freude über den unerwarteten Besuch.

 

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Mist, kein Wind (Sauberer Montag)

So viel unternehmungslustige junge Papas, fürsorgliche Mamas und eifrige kleine Kinder sieht unser Stadtwald selten. Heute am „reinen Montag“ oder Sarakosti (40 Tage bis Ostern) begann die Fastenzeit mit dem traditionellen Picknick und dem Drachensteigen, die hier Adler heißen. Schau mal hier oder hier.

Doch während gestern noch ein lustiger Wind wehte und der Himmel, blau mit weißen Wölkchen, zu jeder Art von Lustbarkeit einlud, herrschten heute Trübe und Flaute. Kein Windchen rührte sich. Und so sehr sich die Papas auch bemühten und rannten, die Dracheen blieben unten oder erhoben sich höchstens ein paar Meter, um dann kläglich in einem Zaun, einem Baum oder am Boden zu landen. Schön und friedlich wars totzdem.

Und ein kleines Mädchen machte den Drachen zu bunten Flügeln.

Sonst war es, Fototermin hin oder her, heute nix mit Fotografieren.

 

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Montags ist Fototermin: Verfallene Villa in Maroussi bei Athen (plus tägliche Zeichnung)

Die Villa in Maroussi strahlt trotz ihres fortgeschrittenen Verfalls noch immer  etwas von ihrer einstmaligen Eleganz aus. Das recht weitläufige Gelände ist zugewuchert und ein beliebtes Revier für Katzen, Sprayer und Tauben (Originalfoto-Ausschnitt, aufgehelltes Gesamtfoto)

 

Dieses Foto benutzte ich für die gestrige tägliche Zeichnung, die ich dann bearbeitete und bei Ping Pong 070 einsetzte. Heute zeige ich das Original der Zeichnung. Die rötliche Verfärbung entstand beim Fotografieren unter der Lampe, denn der schwarze Kugelschreiber reflektiert das Licht. Mir gefiels.

Verfallene Villa in Maroussi, Kugelschreiber, 2020-03-01

Nun sind es 10 architektonische Skizzen, hier im Überblick.

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Ping Pong 079 (griechischer Rosenmontag)

PING 079

ULLI AN GERDA → IN MAUERN LEBEN GESCHICHTEN VON GENERATIONEN …

PONG 079

GERDA AN ULLI → … UND MANCHMAL, IM ABENDLICHT, IST UNS, ALS SPRÄCHEN SIE ZU UNS.

verfallene Villa in Maroussi, Kugelschreiber-Zeichnung, farbverstärkt, digital bearbeitet, 2020-03-01

PING 080

GERDA AN ULLI → WAS GEHEN MICH DIE ALTEN GESCHICHTEN AN, WENN …

Frühlingstanz, digital bearbeitetes Legebild

 

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Griechische Kunst am Sonntag (Nikos Moschos bei Zoumboulaki, Athen)

Diese Rubrik habe ich lange nicht mehr bedient. Es wird Zeit für einen neuen Eintrag. Aber mit dem, was ich letztens in den Galerien Athens an neuer Kunst sah, bin ich nicht so recht glücklich geworden. Die Ausstellung „adaptation conditions“ von Nikos Moschos, die ich in der zentralen Galerie Zoumboulaki sah, will ich aber doch vorstellen.

Titel und Katalog versprechen eine interessante Seherfahrung: es gehe um den Prozess der Anpassung des Menschen an neue Bedingungen. Das Thema werde entwickelt um Anliegen, die seit Jahrhunderten Künstler umtreiben: Tod, Liebe, Autorität etc. – Nun aber seien die Entwicklungen so rapide, und der Begriff des Fortschritts sei inzwischen so durch und durch kommerzialisiert, dass es immer schwieriger werde, angemessen zu reagieren und abzuklären, was wirklich bedeutungsvoll sei. Technologie sei kein Hilfsmittel der Menschen mehr, sondern ersetze ihn mehr und mehr, und Wissen diene nicht mehr der Selbst-Erkenntnis, sondern dazu, Autorität zu oktroyieren.

Bei diesem Ansatz ist es dann nicht erstaunlich, dass der Maler Fortschritt nur in seinem dystopischen Aspekt wahrnimmt. Mit geradezu altmeisterlichem Können entwirft Moschos Bildwelten, die würgen, ekeln, „ankotzen“. Mich interessierte wegen eigener aktueller Versuche (Raum-Zeit-Collagen), wie er seine Bildwelten aufbaut. Ich fand allerdings außer dem Malstil (fast altmeisterlich mit modernen Effekten) keine zeitliche Dimension, sondern nur eine zerstückte Jetzt-Welt mit deformierten Menschen. „Trittst du hier ein, lass alle Hoffnung fahren“ – dachte ich, Dante zitierend.

Die Bilder sind sehr groß. Das erste heißt: „Lets get married“. Beim zweiten ist ein kleineres „Heile-Welt-Bild“ans Hauptwerk  angeklebt. Diese beiden sind mit Akryll auf Leinwand gemalt. Das dritte „FTW 2018“ betitelt, ist eine Zeichnung (Bleistift, Filzstift, Pastell) mit Collagen auf Papier. Ich zeige dann noch drei Bildausschnitte, die den Malstil verdeutlichen-

Nikos Moschos, Jahrgang 1979, studierte an der Kunsthochschule Athen und hat außer in Athen, Brüssel und Barcelona mit Einzelausstellungen auch an zahlreichen Gruppenausstellungen und Kunstmessen im In- und Ausland (2015 in Berlin) teilgenommen.

 

 

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Straße mit Werkstadt in Gazi (Athen, tägliche Zeichnung)

Ich mag diese alten Werkstätten sehr. Manche sind noch in Betrieb. Gezeichnet mit blauem und schwarzem Kugelschreiber. Darf es auch ein bisschen nostalgisch sein?

Die archetektonischen Skizzen, die ich in der zweiten Hälfte des Februar machte, noch einmal in Übersicht: 3 x Innenräume, 3 x Gazi, 2 x Kino, 2 x neoklassisches Athen, 1 x Anafiotika.

 

 

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Was nun?

Sie kommen zu hunderten, zu tausenden. Sie kommen mit Zügen, Bussen, Taxis, unterstützt durch türkische Grenzbeamten. Und sie marschieren in großen Gruppen auf die griechische Grenze zu. Sie wirken ausgeruht und entschlossen, „Europa“ zu erreichen.Man sagte ihnen: Geht los. Geht nach Europa.
Die griechische Polizei und Armee versucht, den Ansturm dieser unbewaffneten Armee von Menschen mit Blendgranaten und Stacheldraht aufzuhalten, vermutlich vergebens. Diese Menschen wollen sich nicht in Sicherheit bringen vor Kriegen, jetzt nicht mehr. Sie wollen ein neues Leben für sich und die Ihren erkämpfen. Das „Refugee welcome“ aus Berlin klingt immer noch verlockend in ihren Ohren. Aber nun sind sie wohl nicht mehr willkommen? Und Griechenland? Soll es tun, was in Deutschland nicht durchsetzbar wäre: gefängnisgleiche Lager auf Inseln, mit prompter Abschiebung? Die Griechen haben zunehmend das Gefühl, dass sie man wieder die Zeche zahlen sollen für eine Politik, die sie nicht zu verantworten haben. Die Inselbewohner sind im Aufstand. Sie wollen das nicht dulden. Sie wollen keine Gefängnisse auf ihren Inseln, sie wollen auch keine überfüllten Lager, sie wollen überhaupt keine Lager. Sie wollen, dass diese Menschen dahin gehen, wohin sie wollen: nach Deutschland, nach Europa.

Wielange schaut Europa wohl noch zu, ohne sich zu irgendetwas zu entschließen? Wie wärs, jedenfalls in den Ländern, aus denen die Menschen kommen, nicht mehr länger Kriege zu unterstützen, sondern mit eben diesem Geld beim Wiederaufbau zu helfen? damit es in Syrien, in Afganistan, in afrikanischen Ländern eine Zukunft gibt? Aber nein. Die Syrien-Sanktionen wurden grad mal wieder verstärkt. Idlib überlässt man, wem auch immer, Hauptsache man hat seine Ruhe. Nur so als Beispiel.

Ich weiß wirklich nicht, wohin das noch führen kann. Dort in Syrien. Hier in Griechenland. Und dort bei euch in Deutschland.

Vielleicht weißt du es? Allseits liebe Grüße zum Schalttag.

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