Nochmal Kino. (Zeichnung-Foto- vs Foto-Zeichung-Montage)

Die Beziehung zwischen Gezeichnetem und Fotografiertem beschäftigt mich weiter. Zwei einfache Beispiele mögen zeigen, wie verschieden es wirkt, ob man die Zeichnung ins Foto oder das Foto in die Zeichnung einmontiert. Ich benutze als Projektionsfläche noch mal die Kino-Leinwand.

Gezeichneter Raum – Projektion eines Fotos

Fotografierter Raum – Projektion einer Zeichnung.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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19 Antworten zu Nochmal Kino. (Zeichnung-Foto- vs Foto-Zeichung-Montage)

  1. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda, in diesem Zusammenhang fällt mir William Kentridge ein, der seine animierten Zeichnungen, auch in solchen Zusammenhängen präsentiert.
    Liebe Grüße Juergen

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  2. Sehr schön! Manchmal reicht die Umkehrung, um etwas Neues hervorzubringen.

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  3. Ule Rolff schreibt:

    Die Zeichnung auf der Kinoleinwand wirkt kaum wie eine Montage, denn eine solche Situation ist ja möglich. Und die Verdunkelung des Raumes sorgt auch für eine Entsättigung der Farben.
    Umgekehrt wirkt die Montage stärker verfremdend.
    Ein sehr interessanter Versuch, liebe Gerda. Für derartige Kombinationen bieten sich auch Schaufenster, Fenster in Wohnhäusern und Autos an, in denen man die Szenerie auswechselt. Solche Spielchen mit Photoshop machen mir auch in der Fotografie Spaß.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ule. Ja, solch eine Situation wie in No 2 ist „denkbar“, wie du sagst. ZB wird ein Film über moderne Kunst gezeigt- wasauch die geringe Zahl der Zuschauer erklären würde 🙂 . Eine Situation wie in No 1 ist also nicht denkbar? Ist eine Zeichnung weniger real als ein Foto derselben Lokalität? Wieso? Da steckt doch eine Täuschung drin, oder?

      Auf diese Täuschung zielt mein Versuch ab. Dem Foto wird Glauben geschenkt, die Zeichnung hingegen gilt wohl per se als Fiktion? Und wie war es vor der Erfindung der Fotografie? Da waren alle Portraits Fiktion? Und danach, selbst nach Erfindung von Fotoshop, bilden alle Fotografien die Wirklichkeit getreu ab? Da stimmt doch etwas in unserer Wahrnehmung nicht, scheint mir.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Ich kann dich beruhigen, Gerda: seitdem ich mit Photoshop arbeite, traue ich keinem Foto mehr! Davon abgesehen bilden weder Zeichnungen noch Gemälde noch Fotos die Wirklichkeit ab, allenfalls zeigen sie die Vorstellung, die sich der Künstler davon macht oder die er uns davon vermitteln will, sind halt Kunst. Mehr geht nicht, glaube ich.

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    • gkazakou schreibt:

      Einverstanden,Ule. ich bezog mich auf deinen Satz „Die Zeichnung auf der Kinoleinwand wirkt kaum wie eine Montage, denn eine solche Situation ist ja möglich.“ … im Gegensatz zu der umgekehrten Version, die „stärker verfremdend“ wirke. Ich stimme dir da auch zu. Und genau darauf bezog sich dies Experiment: dass wir (nicht du und ich, aber der gewöhnliche Betrachtende) eben doch dem Foto mehr Realitätswert beimessen.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Das ist leider immer noch so (und davon lebt ein bestimmter Zweig der Presse), aber ich habe die Hoffnung, dass die hübschen Spielzeuge, die es jedermann und -frau erlauben, ihre Handyfotos mal eben zu „bearbeiten“, mit der Zeit das kritische Bewusstsein schärfen werden.
        Und mein Bewusstsein schärft jetzt nur noch der Schlaf. Ich wünsche dir eine gute Nacht, liebe Gerda.

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    • gkazakou schreibt:

      da wünsche ich dir einen erholsamen Schlaf, liebe Ule!

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  4. kowkla123 schreibt:

    lasse es dir gut gehen und passe auf dich auf, Klaus

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  5. pflanzwas schreibt:

    Okay, hier kommt das Kino 🙂 Ich sehe den Beitrag erst jetzt, aber die Assoziation war richtig. Eine spannende Idee. Ich komme wieder, wenn ich wieder wach bin 😉 Gute Nacht!

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Der gezeichnete Raum – Projektion eines Fotos
    Der gezeichnete Raum tritt in den Hintergrund, die Projektion des Fotos wirkt stark auf mich,
    so, als könnte ich meine Schritte auf den Weg in das Wäldchen lenken, liebe Gerda. Die Täuschung lädt mich ein, einzutreten. Sie ist mir bewußt, aber ich lasse mich auf sie ein 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      Interessant, Bruni! Genauso war es ja wohl gedacht, als man Kinos baute: der Raum soll verschwinden, alle Aufmerksamkeit sich auf die Leinwand konzentrieren, und dann spaziert man hinein in den Raum der Illusion. Bei Bildern in Galerien ist das sehr viel schwieriger, denn die Aufmerksamkeit wird in viele Richtungen gezogen: andere Exponate, Besucher, Bewegung, wechselnde Beleuchtung…. da hilft auch der Bildrahmen wenig. Beim alten Theater spielte ebenfalls nur ein Teil der Handlung auf der Bühne, der Rest war den Besuchern gewidmet: wer saß wo, wie war er gekleidet, mit wem sprach er/sie…. Das Kino aber macht den Besucher anonym, er wird äußerlich unsichtbar und kann sich unbeobachtet seinen inneren Erlebnissen hingeben.

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  7. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Das alte Theater war sehr anders als eine Kinovorstellung, ob ja, nicht umsonst kam das Lorgnon ständig zum Einsatz. Man mußte ja schließlich wissen, wer war noch alles da, mit wem konnte man sich am Tag danach darüber unterhalten, welche Frau trug welche Robe, wer war ihr Begleiter 🙂
    Im Kino tauche ich ab in die Handlung, möchte keine Störung und konzentriere mich auf das, was die Leinwand mir präsentiert. Die auf den anderen Plätzen interessieren mich nicht.

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