Aus aktuellem Anlass (Legebild)

Das Bild habe ich im Januar 2016 gelegt und heute aus aktuellem Anlass neu bearbeitet. Ich verstehe einerseits die Handlungsweise der griechischen Regierung, denn so wie die Dinge sich entwickelt haben, gibt es keine vernünftige Alternative zum Schließen der Grenzen. Andererseits bricht es mir das Herz zuzuschauen, wie diese wehrlosen Menschen zwischen den Interessenblöcken zerrieben werden.  Wann wird endlich das große HALT erklingen, das den Kriegen und der politischen Ausbeutung menschlichen Ungücks ein Ende bereitet?

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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41 Antworten zu Aus aktuellem Anlass (Legebild)

  1. finbarsgift schreibt:

    Wie recht du doch hast …
    Und welch wundersames Legebild!
    Herzliche Abendgrüße vom Lu

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  2. kopfundgestalt schreibt:

    Ich muss immer an den Film von Wim Wenders über Salgados Arbeiten denken: Auch da eine Volksgruppe, die hin-und hergetrieben wurde.
    Der Fotograf Salgado musste irgendwann aufgeben, all das menschliche Leid, er konnte nicht mehr davon berichten. Es fraß ihn auf.

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Es fehlen einem alle Worte

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  4. chris schreibt:

    Besonders schlimm fand ich das Vorgehen der Küstenwache, die sogar Gummi-Boote beschossen hat und versuchte sie zu rammen – so geht es auch nicht. Natürlich kann ich die Einheimischen auf Lesbos verstehen, denn die Zustände dort sind wirklich unhaltbar. Es wäre ein Leichtes, die 20.000 Flüchtlinge auf 27 Länder zu verteilen. Dies zumindest meine Meinung, aber mich fragt leider niemand… 🙄

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    • gkazakou schreibt:

      ein Leichtes? Wer spricht von 20 000? Es geht um viele Millionen…. Ich sehe überall die durch Angst genährte Wut ansteigen, der Faschismus hebt sein Haupt. Man darf Gesellschaften nicht überfordern, dann werden die Menschen bösartig.

      „Weh, wenn sich in dem Schooß der Städte
      Der Feuerzunder still gehäuft,
      Das Volk, zerreissend seine Kette,
      Zur Eigenhilfe schrecklich greift!. ….

      Der ruh’ge Bürger greift zur Wehr,
      Die Straßen füllen sich, die Hallen,
      Und Würgerbanden ziehn umher,….“
      (Schiller, die Glocke)

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      • chris schreibt:

        Ich spreche von den 20.000 aus dem Lager Moria auf Lesbos, die endlich dort weg müssen – natürlich sind es Millionen, das weiß ich auch… 🙄 Für Deutschland wäre es ein leichtes diese zumindest aufzunehmen, darunter 4000 Kinder. Natürlich können wir nicht alle Flüchtlinge der Welt aufnehmen, das muss auch klar es sein. Nur, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn etc nehmen eben gar keine Flüchtlinge – das kann nicht sein. Unsere Subventionen nehmen sie dagegen gerne… da hakt es !

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    • gkazakou schreibt:

      Und warum diese und nicht die anderen? Wir haben auch auf anderen Inseln solche wilden und/oder überfüllten Lager, unversorgte alleinreisende Jugendliche gibts zu Hauf in den Städten, in den Wäldern, an den Grenzen nicht nur Griechenlands, sondern auf der ganzen Balkanroute. Ohne Schließung der Grenzen kann auch denen, die schon da sind, nicht geholfen werden. . Die von dir genannten osteuropäischen Länder haben andere Probleme mit der Integration (Roma, Ukrainer) und sind wirtschaftich schwach. Dass sie „unsere Subventionen“ nehmen, ist ein zumindest fragwürdiger Ausdruck, denn der eigentliche Profiteur der EU ist immer noch Deutschland (Exportförderung und Einflusssicherung).
      Die Gefahr ist doch, dass die EU unter dem Andrang der Hilfesuchenden auseinanderbricht (Brexit). Und dann kann es nicht mal sich selbst helfen. Nein, ohne Konsens der Bevölkerung geht es nicht.

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      • chris schreibt:

        Gerda, wir reden aneinander vorbei – wenn Du mich nicht verstehen willst. Ich bin jetzt zu müde für eine ewige Diskussion der Weltlage. Du kennst auch die Hintergründe der Diskussion hier in Deutschland nicht. Lassen wir es gut sein, dafür habe ich jetzt wirklich keine Nerven mehr. 🙄

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  5. mmandarin schreibt:

    Auch unsere Regierung sollte sich schämen. Da gibt es Kommunen , die sich bereit erklären, wenigstens Waisen sofort aufzunehmen und die „Entscheider“ können sich nicht durchringen, zu handeln. Eine Schande ist das. Deine Legearbeit rührt mein Herz. Maria

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  6. elsbeth weymann schreibt:

    https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/erdogan-und-die-fluechtlinge-erpressung-oder-notwehr-sendung-vom
    Europa ? Humanität ? „Ordnung“ ??…DANKE für dein wieder -Mit-erinnern…!!!!
    ich will etwas TUN …unterrichte gerade ein Mädchen aus Afghanistan, ..Im Gesamtkontext -eine fast hilflose Geste…aber : sie ist13 Jahre alt, ..sie will lernen !!!! und zurück in „ihr Land „..
    Herzlich ! Elsbeth

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Elsbeth, es tut immer gut, EINEM Menschen zu helfen, so gut man es vermag. Die VIELEN sind es, die einen so hilflos machen.Dann geht das DU verloren und an seine Stelle tritt das SIE (3. P.Pl). Möge dein Schützling viel Nützliches und Schönes lernen, den Weg zurück in ihr Land finden und dort in Frieden leben können.

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      • elsbeth weymann schreibt:

        ja…stimmt. …
        So heißt es schon in der Bibel „Liebe deinen Nächsten“-( wohlweislich nicht die ganze Menschheit). Und Buber übersetzt textnah und genial den Nachsatz „Er ist wie du“( statt “ wie dich selbst „!) Und wer nun der „meine / deine“ ist, das muss jede(r )selbst suchen, finden, entscheiden..tun….liebe Grüße !!!!

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  7. Ulli schreibt:

    Mich macht das alles unglaublich traurig, auch manchmal wütend, aber vorne an steht die Hilflosigkeit.

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    • gkazakou schreibt:

      Nähre nicht die Wut. Davon gibt es schon genug in der Welt, liebe Ulli. Wie ich eben schon Elsbeth schrieb: das Gefühl der Hilflosigkeit wird gemildert, wenn man EINEM Menschen beisteht. Alle Menschen lieben – ja, aber konkret geht es immer nur um den einen Menschen. So wie ich selbst ja auch nur EINE bin. Da muss man sich bescheiden. Liebe Grüße.

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      • Ulli schreibt:

        Nee, Gerda, ich nähre nicht die Wut, da ich mir ja Frieden wünsche, nähre ich diesen, was aber genau in diesen Fällen nicht immer einfach ist. Aber wem sage ich das!
        Was zum lieben schreibst – m- weiß nicht … ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass sich die Liebe ausdehnt, wenn man denn einmal einen Menschen so richtig geliebt hat oder liebt.
        Aber sich bescheiden ist wohl nie verkehrt 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      Sicher, Ulli, Liebe ist tendentiell ein allumfassendes Gefühl, und ich kann allen Menschen liebevoll begegnen, wenn ich davon erfüllt bin, Dennoch findet sie in einer DU-Beziehung ihren tätigen Ausdruck. Dort bewährt sie sich – oder bewährt sich nicht.

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      • Ulli schreibt:

        Aber dieses DU ist doch nicht nur Ein Mensch! Ich denke an meine Kinder, an meine Enkelkinder, an jeden Mann, den ich geliebt habe, an meine eine Freundin. Was heißt gelingen?

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    • gkazakou schreibt:

      Jede Beziehung, meine ich, ist eine ICH-DU-Beziehung, die sich von jeder anderen ICH-DU-Beziehung unterscheidet. Das heißt nicht, dass ich nicht viele solcher Beziehungen wertschätzen kann. Es heißt nur, dass „allgemein lieben“ nichts sagt.
      Du liebst deine Enkelin – DU-SIE – genau nur diese Beziehung. Du liebst deinen Ex-Mann – Du-Er, nur genau diese Beziehung, du liebst deine Mutter – Du-Sie nur genau diese Beziehung….
      Jede Beziehung kann scheitern: man wird ihr nicht gerecht, man liebt nicht genug,
      Man liebt eine Weile, aber irgendwann ist es aus damit, man liebt nicht auf die richtige Weise, man verletzt, man ist selbst verletzt…
      In der Flüchtlingsfrage:. Wenn du jemandem hilfst, nimmst du eine Beziehung zu einem bestimmten Menschen und nicht zu einem Kollektiv auf. Der jemand kann sich der Hilfe „würdig erweisen“ oder auch nicht. Wirst du ihm weiterhin helfen, wenn du merkst, dass er dich ausnutzt? Vielleicht wirst du sagen: der ist eine Ausnahme, nicht alle sind so. Ja, richtig. Denn jeder Mensch ist eine Ausnahme. Jeder Mensch ist anders. Und jede Beziehung ist doppelt anders, weil da ein Ich und ein Du beteiligt sind..Drum meine ich: Liebe beweist sich nur in der ICH-DU-Beziehung.

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      • Ulli schreibt:

        Ich kann dir nicht darin folgen, Gerda, was ist denn die richtige Weise zu lieben?
        Mich stört dabei dieses richtig und scheitern, ich finde das Thema viel zu komplex, um es darauf zu reduzieren.
        Ansonsten ist es doch klar, dass jede Beziehung eine Ich-Du-Beziehung ist und genau hier beginnt die Dynamik und die Komplexität.

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    • gkazakou schreibt:

      Wenn du einverstanden bist, Ulli,dass Liebe sich in ICH-DU-Beziehungen erweist (und nicht allgemein), dann reicht mir das schon.

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  8. Christiane schreibt:

    Wie du sagst: Es bricht einem das Herz.
    Herzlich ❤️
    Christiane 😏🌧️☕🥐👍

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  9. Du hast mit deiner Arbeit eine eindrucksvolle „Antwort“ auf die Hilflosigkeit, die uns angesichts des großen menschgemachten Leids erfasst.

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Danke, Joachim. Gegen das nagende Gefühl der Hilflosigkeit hilft nur das Tun. Und sei es auch ein symbolisches Tun wie in diesem Fall. Wichtig ist, es durch die Bereitschaft zu ergänzen, jedenfalls EINEM Menschen oder EINER Familie zu helfen. Dann kann man es besser ertragen.

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  10. Pingback: Übel gelaunte Irgendwie-Etüde | abc.etüde | Irgendwas ist immer

  11. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ja, wann kommt das große HALT zur Gewalt, zu Kriegen, Waffengeschäften und dem ganzen WirrWarr in der Welt, bei dem man nicht weiß, wie es noch weitergehen soll?

    Menschen, laßt es Frieden werden, hört auf mit dem fürchterlichen Schießen, das noch mehr Schrecken und Ängste zu den Ärmsten der Armen bringt.

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  12. Anna-Lena schreibt:

    Dein Bild berührt mich und sagt mehr als alle Worte. Du bringst es auf den Punkt, auch in all deinen Kommentaren.

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  13. Ule Rolff schreibt:

    Die Absicht deine Bearbeitung erkenne ich wohl, und dein Leiden an den aktuellen und andauernden Ereignissen ist auch das meine, liebe Gerda. Die Notwendigkeit, auch künstlerisch darauf hinzuweisen, erkenne ich an, auch die Notwendigkeit, die Ängste und das Mitleid aus uns ZuschauerInnen hinaus zu arbeiten, damit deren ewiges Nachwachsen uns nicht erstickt.
    Ich suche noch nach Form, zur Zeit geht Form in Stücke, jede Gestaltung, wie ich unser vertrautes Leben in Stücke gehen sehe. Es wird nichts wieder gut, nicht für die Millionen Opfer, und nicht für uns, die zu lange Politiker zugelassen haben, die nicht sehen wollten.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ule. Ich habe nach tagelanger Herumquälerei, weil Vernunft und Herz im Widerstreit liegen, mit diesem Bild ein gewisses Gleichgewicht in mir herstellen können: Sowohl als auch. Der Verstand hat recht: ja, Griechenland muss angesichts der Umstände seine Grenzen dichtmachen. Sonst bricht hier alles zusammen. Aber ich muss deshalb mein Herz nicht zumachen, ich bauche mich nicht zu verhärten. Ich darf Mitgefühl haben und helfen. Ich tu ja faktisch sehr wenig, doch hatte ich in innere Klärung nötig, einen Standpunkt. Und den fand ich im sowohl-als auch. Da löste sich dann das harte entweder-oder und ich kam wieder in Fluss.

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  14. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda,
    Ich finde es so schäbig, wie das Elend der Menschen in der Kriegsführung ausgenutzt wird. Aber ich gebe dir recht, Griechenland hat keine Alternative, wie es die Bilder von Lesbos zeigen.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Berlin von Susanne

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Susanne. Hier ist es heute dunkel: Sahara-Sand trübt die Atmosphäre, schwarzes Gewölk. Aber wenn es er abregnet, macht er das Land fruchtbar. .

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      • Susanne Haun schreibt:

        Oja, ich habe in einem Bericht gesehen, dass trotz des vielen Regens der Boden in der Tiefe noch lange nicht bewässert ist. Ich glaube 1,80 Meter fehlen noch, um die Dürre vom Sommer auszugleichen.
        LG

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    • gkazakou schreibt:

      Vielleicht nimmt der lange ausgedörrte Boden das Wasser schlecht auf? Der Saharasand kommt mit dem Südwind. Er ist unangenehm, aber fruchtbar. Gestern hat es stark geregnet, heute strahlt der Himmel, der Sand ist nun im Boden. Gut so.

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