Dora zum NeunundzwanzigstenFünften: Katzenflüsterei

Niemand soll sagen, dass Dora ihre Rolle als Katzenfütterin nicht ernst nähme. Selbst wenn ich den Napf bereits gefüllt habe, ist sie zur Stelle, um ihre Lieblinge noch einmal zu versorgen. „Du knauserst“, sagt sie. „Katzen brauchen immer ein bisschen mehr im Angebot, als sie fressen können. Sie lieben den Überfluss und mögen es nicht, wenn man ihnen nur das Nötigste reicht.“

Sie lässt schon auch mal ihre Geschenklatüchte stehen, damit Theo sich nach Belieben bedienen kann. Theo der Goldene, den ich prosaisch den Gelben nenne,  ist ihr Liebling. Ihm flüstert sie allerlei Dummheiten ins Ohr, wie eine in ihr Kind verliebte Mama. „Komm schon, friss, mein Engel, mein Hübscher“ und dergleichen. Theo ist das freilich egal. Er hat wenig Sinn für Romantik.

Dora ist, das muss ich anerkennen, trotz ihrer Affenliebe zu Theo, nicht voreingenommen. Sie füllt auch den zweiten Napf, falls Ferdinand der Graue wieder auftauchen sollte. Ach ja, der kleine Zausel ist verschwunden. Schade.

Dass die Kleinen nun schon bald groß sind und für sich selbst sorgen sollen, scheint Dora nicht zu beeindrucken. „Sie sind noch klein“, behauptet sie. Prinkipessa ist da wohl anderer Ansicht. Jedenfalls turtelt sie schon sehr mit dem hübschen Nabucco, und ein noch ungetaufter gelber Kater, offenbar der Papa von Theo, singt im Garten Liebeslieder. Wenn das man gut geht!

Hier sieht man Nabucco mit Prinkipessa. Mehr sage ich nicht

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Impulswerkstatt: Pilze und Flechten

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, 4. Foto.  https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2022/05/03/einladung-zur-impulswerkstatt-mai-juni/

———————————————————————————————————-Zu gerne möchte ich mich durch dieses Bild impulsieren lassen, liebe Myriade, denn ich mag solche farbigen Wucherungen in der Natur durchaus. Jedenfalls solange sie im pflanzlichen und mineralischen Bereich bleiben.

Meine Sympathie hört auf, wenn sich solche Wucherungen an bzw in tierischen und menschlichen Organismen bilden. Also von denen will ich nicht reden, wenngleich gerade solche Assoziationen mich anspringen, wenn ich dein Foto sehe. Weg damit!

Und damit du siehst, dass ich es mit dem „Weg damit!“ ernst meine, habe ich ein Foto herausgesucht, das freundliche Assoziationen zulässt und deinem ähnelt: Flechten. Auch da gibt es freilich die Möglichkeit, in üble Assoziationen abzugleiten, etwa zur Grindflechte, igitt. „Grindig“ nannte oder nennt man Menschen, die bzw deren Gesicht, Kopfhaut, Arme, Beine oder auch Innenohr  Nasenschleimhaut von dieser Flechte befallen wurden – die dazu auch noch hoch ansteckend ist. Nein, ich werde mich hüten, nun auch noch andere die menschlichen Organe befallende Wucherungen anzuschauen. Weg damit! 

Bleiben wir strikt im pflanzlichen Bereich, wo Flechten, genauso wie Pilze, gerne vorkommen dürfen. Nichts dagegen! Ich habe eine besonders hübsche Flechte herausgesucht, um keine weiteren üblen Assoziationen aufkommen zu lassen. Ich hoffe, sie gefällt dir.

Die Moral von der Geschicht:

Was gut dem Stein tut, tut es nicht dem Gesicht.

 

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Wolkensaat (kleine Beobachtungen)

Heute vormittag durchlebe ich ein paar Schreckminuten: Am gegenüberliegenden Berghang steigt eine Rauchwolke auf, die sich schnell vergrößert.  In kürzester Zeit entstehen westlich davon kleine Ableger und entwickeln sich rasend schnell, und schon entdecke ich neue Brandherde….  Feuer! Ich rufe meinen Mann, er meint angesichts der vielen Brandherde in einer Reihe: „Brandstiftung“. Aber wie soll das möglich sein? Der Hang ist dort sehr steil, Straßen gibt es nicht. Ich starre und schließlich, leider etwas spät, fotografiere ich auch, um den Ausbruch des Brandes zu dokumentieren, dessen Zeugnis – die Rauchwolken – sich rasend schnell aufbreitet.

Aber es gibt keine Flammen. Soviel ich auch angstvoll starre – Flammen gibt es nicht. Und so beruhige ich mich allmählich. Fasziniert sehe ich einem Phänomen zu, das ich noch nie beobachtet habe: der Aussaat von Wolken. (Merke: Nicht immer ist Feuer, wo Rauch ist)

Während sich das Wolkenband innerhalb von 10 Minuten über den ganzen Berghang ausbreitet, bleibt der übrige Himmel wolkenfrei. Dann aber erscheinen auch „Brandherde“ oberhalb der Bergkante, und erste Wolkenkeime werden über dem Meer sichtbar. Schnell breitet sich das Phänomen über den ganzen Himmel aus, der sich rasch von Blau ins flockige Trübweiße wandelt.

Der Himmel verschließt sich. Kurz entlässt er einen leichten Regen, nicht genug, um das Blätterdach des Aprikosenbaums zu durchdringen. Auch jetzt, wo ich dies 5 Stunden danach schreibe, nieselt es sehr leicht. Das Licht ist weg. Das Gewölk ist locker-flockig, dazwischen Blauhimmel.

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Dora zum AchtundzwanzigstenFünften: Geburtstag

Weder ich noch Dora haben heute Geburtstag. Aber wir waren bei Rhea!!!

eingeladen. Sie wurde elf und feierte mit ihren Freunden samt Müttern und ein paar Vätern in einem schönen Anwesen über dem Meer. Aber was soll ich erzählen? Jeder weiß, wie Kindergeburtstage sind, nehme ich mal an.

„Schade, dass ich keine Fotos zeigen kann“, sage ich zu Dora. „Warum denn nicht? Du hast doch dauernd fotografiert!“ wundert sich Dora. „Es ist nicht in Ordnung, wenn man Fotos von Leuten hier im internet zeigt, ohne sie zuvor zu fragen. Ich müsste ihre Gesichter unkenntlich machen.“ – Dora runzelt die Stirn, was sie immer macht, wenn sie intensiv nachdenkt.  „Und wenn du mein Gesicht nimmst? Mich darfst du zeigen!“

Schön wars, freilich auch sehr warm, und im Himmel trieb Sand. Was mich ziemlich fertig machte. Die Sonne aber trug einen besonders eindrucksvollen Strahlenkranz.

 

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Glasscherbenspiel: Fischerei

Eine Besucherin im Atelier sieht die Scherben und beginnt versonnen, ein Bildchen zu legen. „Abstrakt“ sei es, sagt sie.

Mir aber will scheinen, dass sich eine Dame mit hochgereckten Armen aus dem Scherbensalat herausarbeitet. Sie kommt auf einem Felsen zu stehen. Zu ihren Füßen schwimmt ein großer Fisch vorbei. Und noch etwas platscht gegen den Felsen. Die Tasche vielleicht, in der sie ihre sämtlichen Ersparnisse untergebracht hat? O weh!

Sie neigt sich gefährlich nach rechts, um die Tasche herauszufischen.

Ha! Die Fischerei ist erfolgreich! In einer Hand die Tasche (mit sämtlichen Ersparnissen, womöglich!), in der anderen die Schwanzflosse des Fisches, als Gegengewicht.

Der Fisch, nun schwanzlos, macht sich aus dem Staube. Ähäm.

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Dora zum SiebenundzwanzigstenFünften: Nachtfahrt

Die Tage sind sommerlich-heiß. Das Meer lockt nicht nur zum Schwimmen, sondern auch zum Bötchenfahren. Doch das Boot, das ich für Dora mal baute, ist längst in seine Bestandteile zerfallen.

 

Was tun? Ein neues muss her. Als Baumaterial dienen die eingefärbten Glasscherben, die nun schon ein Weilchen an die Stelle der papiernen Schnipsel getreten sind.

Als das Bötchen fertig ist, betrachte ich es mit einigem Bedenken: „Und nun? Die Sonne geht schon unter, eine Menge großer Felsen liegt vor der Küste, wie soll ich da ins Freie gelangen?“ – „Keine Sorge!“ kräht Dora fröhlich. „Ich bin der Leuchtturm und leuchte dir!“

 

Na, dann steht meiner Nachtfahrt ja nichts mehr im Wege. Adieu für jetzt!

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Anatomie einer Zeichnung

In dieser einfachen Zeichnung möchte ich drei Elemente isolieren, um sie näher zu betrachten. Ich nehme die Zeichnung, digitalisiere und „seziere“ sie.

1) Da ist zum einen die Linie (vergleichbar dem Knochenbau samt Sehnen, Muskeln und Nervensträngen). Dem Verstand reicht die beschreibende Linie, den Rest ergänzt der Betrachter leicht aus seiner Erfahrungswelt. Mehr als die Linie braucht es nicht, damit  man „erkennen kann“, worum es sich handelt, im vorliegenden Fall: Vase, Früchte, ein Tisch, eine Unterlage, ein Regal….

2) Im Original gibt es darüber hinaus ein paar halbwegs „ausgefüllte“ Flächen.  Diese „Ausfüllungen“ (quasi das Fleisch der Zeichnung) sind, wenn man sie isoliert betrachtet, recht sinnloses Gekritzel. Freilich kann man, wenn man will, auch mit ihnen eine Bedeutung verbinden, zB „Spuren im Schnee“ oder „Schattenspiele unter der Wäscheleine“ oder „verkleckertes Tischtuch“.  Offenbar sind die „Ausfüllungen“ so unbestimmt, dass etliche Assoziationen mit realen Erfahrungen möglich sind. Sprechen die beschreibenden Linien den Verstand an, so sprechen diese „Ausfüllungen“ die Fantasie bzw das Unterbewusste an – ganz ähnlich dem Rohrschachtest.

3) Als drittes Element wirkt die Farbe (vergleichbar dem Blut und den Säften).  Farbe spricht das an, was man gemeinhin die Empfindung nennt: Goldgelb hat eine irgendwie fröhliche, positive Schwingung, nicht wahr? Nicht für dich? Dann liegt es an der Unvollkommenheit der Abbildung. Denn wenn du die Augen schließt und dich der Vorstellung einer goldenen Schwingung hingibst, wirst du sicher nichts Unangenehmes empfinden, sondern Heilung und Glück.

1+2+3) Ich habe nun die drei isolierten Elemente – beschreibende Linie, flächige Ausfüllung und Farbe – digital übereinandergelegt und wieder zusammengefügt.

Und nochmal die ganze Reihe im Überblick: Original – beschreibende Linie – Ausfüllung von Flächen – Farbe – Addition.

Obgleich am Ende dieselben Elemente in derselben Kombination wie im Original vorhanden sind, ist das Leben gewichen. Das jedenfalls ist mein Empfinden. Ob ich es rüberbringen konnte, obgleich ja hier auch das Original nur als digitale Abbildung anzusehen ist?

Original

 

Was ich zeigen wollte:

Zerstückelst du, was sich lebend entwickelt, hast du nur totes Zeug in der Hand. Das gilt für eine einfache Handzeichnung. Wieviel mehr gilt es für Lebenszusammenhänge und lebende Organismen!

….Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

(J.W.Goethe: Urworte – orphisch)

 

 

 

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Gegenstand und Grund (Wahrnehmen, Erkennen)

Linien spielen über einen unruhigen grauweißen Grund. Auge und Hirn ordnen die Linien Gegenständen zu, meinen, etwas zu erkennen: Krug, Birnen, Orangen vielleicht, Becher. Eigentlich ist es ein Wieder-Erkennen. Dazu kommen die raumschaffenden Linien und die Spiegelungen oder Schattenwürfe. Ist alles  zugeordnet, ruht das Auge, ruht auch der Verstand. Man hat „erkannt“.

Doch noch verwirrt der grauweiße Grund und fordert heraus. Unruhig irrt das Auge, sucht auch darin Bekanntes, Wiedererkennbares. Ich helfe ein wenig nach, indem ich einen Filter setze, der die Kontaste verstärkt.

Das Ergebnis? Die Unruhe will sich nicht legen. „Was ist das?“ fragt der Verstand. Er kommt nicht zur Ruhe. Ein anderer Filter muss her.

Kehrt nun Ruhe ein? Ja und nein. Ja, denn es gibt keine Unklarheit mehr, alles ist zugeordnet. Andererseits: Nein, denn die Objekte haben nun eine gesteigerte Präsenz, fordern heraus: Betrachte mich! Vergiss das Umfeld, betrachte mich! nur mich! Und so versuche ich es mit einem neutralisierenden Filter: der Hintergrund wirkt nun wie ein einheitliches Gewebe, auf den Linien gestickt sind.  Die Spannung ist hin.

Im Grund funktioniert das Hirn auch bei Nachrichten nicht anders: Ich nehme einzelne Ereignisse, die mir umrisshaft dargeboten werden, wahr und benenne sie (aktuell etwa „Ukrainekrieg“ oder „Affenpocken“), aber es bleibt ein verwirrender kaum beleuchteter Hintergrund, der sich der einfachen Zuordnung entzieht (1). Eine stärkere Beleuchtung führt nicht unbedingt zu gesteigerter Erkennbarkeit der im Hintergrund wirkenden Kräfte (2). Werden die Vordergrund-Phänomene deutlich „ausgemalt“ und benannt (dies ist eine Birne, dies ist ein russischer Angriffskrieg), entsteht eine beruhigende Pseudo-Sicherheit, da der wirkende Hintergrund ausgeblendet ist. „Was geht mich der Hintergrund an“, heißt es dann. „Mir reichen die Ereignisse, die sprechen eine klare Sprache“.  (3). In der gleichgültigen wissenschaftlichen Betrachtung, bei „gleichem Abstand“,  wirken die konkreten Ereignisse wie eingelassen in ein einheitliches Gewebe. Man könnte dies und das ein wenig ausmalen, je nach Gusto, und das Bild entsprechend variieren (4).

 

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Gerbera (?) von Nahem betrachtet.

Ein bisschen langweilig finde ich diese in fast allen Vorgärten hier wachsende Blumenart. Ein wenig wie eine papierne Kunstblume. Den Namen weiß ich nicht. Vielleicht eine Gerbera, die in sehr vielen Züchtungsvarianten vorkommt?

Gestern betrachtete ich sie mir ein wenig genauer und bekenne, dass ich mal wieder vorschnell geurteilt habe. Denn auch diese bescheidene Blüte hat ihren besonderen Reiz. Bei der weißen ist es die aparte Musterung und Einfärbung ihres Zentrums. Die Komplementärfarben Gold und Violett finden sich hier harmonisch zusammen.

Die rosa Blüte versammelt in ihrem inneren Kreis tulpenähnliche Kleinstblüten, die meisten schon verwelkt, aber zwei recken sich noch einem eventuellen Insektenbesucher oder auch einer -besucherin entgegen.

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Das Löwenmäulchen hat mich nicht verschlungen, als ich es vorsichtig öffnete. Wäre ich ein Winzlingsinsekt – ich weiß ja nicht, wie es sich angefühlt hätte. So aber blieb meine Neugierde folgenlos.

Erstellt am von gkazakou | 13 Kommentare