Altes Portrait, Annäherung No 3 (tägliches Zeichnen)

Diesmal weiß ich, wen ich damals portraitiert habe:  Dushan aus Serbien. Er war, wie so viele andere, 1989 nach Griechenland geflohen und suchte Gelegenheiten, etwas zu verdienen, um zu überleben. Ein kluger sensibler junger Mensch, verloren in der Fremde. Gegen eine kleine Vergütung saß er mir im Gemeinschaftsatelier über unserem Sprachinstitut Modell.

Ich mag diese große Portraitskizze sehr. Während ich heute die leicht verschwommenen Konturen mit dem Blick abtaste, um sie abzuzeichnen, überlege ich, was aus Dushan wohl geworden ist. Dreißig Jahre sind seither vergangen. Wenn er damals 23 war, so ist er heute 53. Das weiche, noch im Werden begriffene Gesicht wird sich verhärtet haben, die Augen  … ach, was weiß ich schon. Er ist mir ja ein Unbekannter geworden.

Die Fotos vom Gemälde und von der Zeichnung schiebe ich übereinander. Sie sind sich fremd, stoßen sich aber nicht ab.Die Zeichnung mache ich digital zur Gipsmaske.

Nein, ich weiß nichts über ihn. Ich würde ihn wohl nicht wiedererkennen. Oder doch?

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Montags ist Fototermin: Spaziergang jenseits des Bergdorfes

Gestern machte ich einen großen Spaziergang – oder sind 7.6 km etwa doch schon eine Wanderung? Wie dem auch sei. Ich spazierte die Straße bis zum nächstgelegenen Bergdorf namens Megali Mantinia hinauf und, anstatt auf anderem Weg zurückzukehren, ging ich geradeaus weiter. Immer weiter: durch das stille steinerne Dorf, hinaus und hinauf vorbei an einer wild-unfruchtbaren Steinwelt, abgelegenen Ziegenkrals, bellenden Hunden hinter provisorischen Zäunen, einem Kirchlein, dessen großer Oliven bestandener Hinterhof mich zur ersten Rast lud. Hier und da ein Haus, auch zwei landwirtschaftliche Autos begegneten mir, wir grüßten uns, wie man es auf dem Lande tut. Dann tat sich die große Gebirgslandschaft auf, bis hinauf zu den Schneepipfeln des Taygetos blickte ich, und bis hinab zu den Buchten von Kalamata und Kardamili. Wäre die Sonne nicht untergegangen und hätten die alten Knochen nicht protestiert, ich wäre immer noch dort unterwegs, in dieser großen weiten schweigenden Welt der Hirten und Berge.

Bergwelt und ein Zipfel Meer: Herangezoomt.

ohne Zoom: links: Schneegipfel des Taygetos, rechts die Buchten von Kitries und Kardamili

Blick zurück zum Dorf und hinab zum Meer (gezoomt).

Megali Mantinia (Groß-Mantinia), etwa 180 Einwohner

große Kirche herangezoomt

 

 

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Bei Ralph Butler stieß ich auf einen Artikel zur „Spaziergangswissenschaft“. Ich finde, da ist was dran. Denn die Bauern und Hirten: Sehen sie Landschaft so wie ich, die Spaziergängerin aus dem Norden? Wohl eher nicht.

Anfänge der Spaziergangswissenschaft

  1. Juni 2017 von ralphbutler

Querfeldein denken mit Lucius Burckhardt 

Anfang der 1980er-Jahre tauchte der Begriff „Spaziergangswissenschaft“ in der Burckhardtschen Forschung zum ersten Mal auf.

„Wir sind mobil wie nie zuvor, und das hat Folgen für unsere Wahrnehmung.“

„Wir führen eine neue Wissenschaft ein: die Promenadologie oder Spaziergangswissenschaft. Sie gründet sich auf die These, dass die Umwelt nicht wahrnehmbar sei, und wenn doch, dann aufgrund von Bildvorstellungen, die sich im Kopf des Beobachters bilden und schon gebildet haben. Der klassische Spaziergang geht vor die Mauern der Stadt, in die Hügel, an den See, auf die Klippen. Der Spaziergänger durchquert eine Reihe von Orten […] Am Schluss, nach Hause zurückgekehrt, erzählt der Spaziergänger, was er gesehen hat. […] Dabei beschreibt er keinen der durchquerten Orte, den Wald, das Flusstal, schon gar nicht die Fabrik oder den Müllplatz, sondern er beschreibt integrierte Landschaftsbilder. Die Wahrnehmung beruht auf dem kinematografischen Effekt des Spazierengehens.“

Das Spazierengehen ist die „natürlichste“ und einfachste Art, sich eine Landschaft oder eine Stadt zu erschließen. (…)

Wahrnehmung beruht auf dem kinematografischen Effekt eines Spaziergangs, wie es schon die englischen Landschaftsgärtner mit ihren Rundwegen und angelegten Perspektiven wussten. Einzelne Sequenzen des Gesehenen werden im Kopf abgespeichert und wir sprechen, nach Hause zurückgekehrt, von typischen Landschaften und Regionen.

„Landschaft wahrzunehmen muss gelernt sein. Das gilt sowohl historisch wie individuell. Unser Kulturkreis wurde befähigt, Landschaft wahrzunehmen, weil die römischen Dichter, weil die Maler der Spätrenaissance, weil die englischen Landschaftsgärtner Landschaft darzustellen verstanden. Landschaft also ist ein kollektives Bildungsgut. Diesen Lernprozess müssen wir aber auch individuell durchmachen…“

http://www.deutschlandfunk.de/querfeldein-denken-mit-lucius-burckhardt-1-3-von-der.1184.de.html?dram:article_id=319584

 

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Dora zum Einunddreißigsten: Zündstoff Hoffnung

Dora schaut mir wie gewöhnlich über die Schulter, als ich mir die Einträge zu Petras Gemeinschaftsprojekt „Zündstoff Hoffnung“ besehe. „Ich kann das auch!“ ruft sie aufgeregt. „Ich will auch zündeln!“

Und eh ich’s mich versehe, wird die Welt zur Bühne. Links sitzen in aufsteigenden Reihen auf zerbröckelnden steinernen Theatersesseln einige Gestalten, rechts erscheint ein T wie ein Tisch oder Altar oder doch eher wie der Auslöser einer altertümlichen Sprengmaschine? Dora springt auf das T und löst ihr goldenes Päckchen von den Füßen, hüpft dann leichtfüßig wieder herunter. Zurück bleibt das goldene Päckchen, das still vor sich hinglüht. Was hat Dora bloß vor? Mir wird mulmig zumute. Bedeutet das T womöglich …. Tod?

Lachend und gestikulierend kommt sie auf mich zugerannt.  „He, was hast du vor?“ rufe ich. „Du willst doch wohl nicht die ganze Welt in die Luft sprengen?“

„Ach was! Ich zündele bloß ein bisschen. Ihr wollt doch Hoffnung haben, oder? Also sollt ihr sie auch bekommen!“ Sie zielt mit ihrem Strahlentopf auf das Päckchen, da macht es Plipp und Plopp und schon beginnt eine Lichtexplosion. Im Zentrum erstrahlt eine Sonne. Drumrum bildet sich ein leuchtendes Kreuz, grad so, wie man es manchmal bei Sonnenuntergängen sehen kann. Die Gestalten auf den Theatersesseln zerfallen zu Staub.

„Na, ist das was?“ ruft Dora, die recht begeistert von ihrem Werk ist. „Ja,“ räume ich ein. „Das ist was“.

Ja, das ist was, wenn wie damals über der zerfallenden alten Welt, über dem Marterkreuz der Materie strahlend sich das Auferstehungskreuz erhebt und sich der Glaube ausbreitet, dass Liebe den Tod überwindet. Zündstoff Hoffnung genug bis zum heutigen Tag.

Danke, kleine Dora, für deine feine ΑΝΑΠΑΡΑΣΤΑΣΗ (griechisch: Nachstellen von Ereignissen, um sie zu veranschaulichen und besser zu verstehen)

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„Hand mit Knochen“ archetypisch (tägliches Zeichnen)

Das Motiv der Hand, die den großen Rindsknochen umgreift, beschäftigt mich weiter (https://gerdakazakou.com/2022/01/26/impulswerkstatt-odyssee-im-weltraum/). Es symbolisiert für mich Archaisches, das in uns mächtig ist, auch wenn die heutige Menschheit das Töten lieber technisch und unter möglichster Ausschließung von Gefühl zu erledigen trachtet. Als Waffe dienen nicht mehr Knochen, sondern … Und auch das Schlachten der Tiere findet nicht mehr als blutige Opferung vor den Augen der Hungrigen, Gierigen oder Gottesdiener statt,  sondern in …. Der Verzehr des Fleisches: dito.

Durch die Technisierung des Tötungsvorgangs – ja, ein „Vorgang“ ist das Totschlagen nun – ist der Zusammenhang zwischen der Schlachtung und dem leckeren Kloß aus Rinderhack nicht mehr sichtbar, kaum noch fühlbar und kann erfolgreich verdrängt werden. Das Dumme beim Verdrängen ist freilich, dass das Verdrängte immer weiterwühlt und nach Ausdruck verlangt. Und wenn es dann an die Oberfläche kommt, erschreckt es uns mit seiner unerwarteten Grausamkeit. Wie ist es möglich, dass ein gesittetes Volk wie die Deutschen…. (nun, sicher nicht nur die Deutschen). Ja, es ist möglich. Es war möglich, und es bleibt möglich.

Die Hand mit dem Knochen eines getöteten Mitgeschöpfes symbolisiert daher für mich das schwere Erbe, das wir in unserer Menschheitsgeschichte mit uns schleppen. Es ist ein achetypisches Bild. Hier baue ich ihm ein Denkmal.

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Dora zum Dreißigsten: Sonnenaufgang

Der vergangene Tag war düster und nass, und auch in der Nacht treibt dichtes Gewölk über den Himmel  und verdeckt die Sterne. „Es wäre schön“, sage ich zu Dora, „wenn ich morgen mal wieder einen Sonnenaufgang zu sehen bekäme.“ – „Sonnenaufgang? Du? Aber da schläfst du doch meistens.“ – „Ja“, gebe ich zerknirscht zu. „Ich meine ja bloß… ich würde halt gern einen Sonnenaufgang sehen. Es ist doch nicht verboten, sich das zu wünschen, oder?“ – Dora sieht mich grübelnd an, als wollte sie sagen: „Du machst es mir nicht grad leicht mit der Wunscherfüllung. Du willst einen Sonnenaufgang sehen, weil dir der Regen auf die Nerven geht, aber aufstehen willst du nicht dafür. Wie, bitte schön, soll das gehen?“

Natürlich habe ich verschlafen und weiß daher nicht, obdie Sonne bei ihrem Aufgang zu sehen war oder Wolken sie verdeckten. Doch Klein-Dora ist pfiffig und hat für mich einen Sonnenaufgang inszeniert, damit ich gut in den Tag reinkomme und nicht maule. Danke, Dora, du bist ein Schatz.

Auch euch wünsche ich einen wunderschönen Sonntag!

inszenierter Sonnenaufgang

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Fingerspitzengefühl (Bebildertes Wort zum Samstag)

Fingerspitzengefühl

Wusstest du, dass „Fingerspitzengefühl“ ein deutsches Lehnwort im Englischen ist? So wie Kindergarten und Kaffeeklatsch? Ich wusste es nicht und wunderte mich sehr.

Military Wiki informiert mich: „Fingerspitzengefühl [ˈfɪŋɐˌʃpɪtsənɡəˌfyːl] is a German term, literally meaning „finger tips feeling“ and meaning intuitive flair or instinct, which has been appropriated by the English language as a loanword. In German, it describes a great situational awareness, and the ability to respond most appropriately and tactfully. It can be applied well to diplomats, bearers of bad news, or to describe a superior ability to respond to an escalated situation….“

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Dora zum Neunundzwanzigsten: Selbstfesselung (tägliches Zeichnen)

Auf meinem Schreibtisch liegt eines dieser umkleideten Gummis, mit denen man seine Haare zusammenhalten kann. Ich ziehe es über meine Finger. Selbstfesselung, denke ich.  So fühlt es sich also an,  wenn man, anstatt seine Hand frei zu öffnen, um die Gaben des Lebens zu empfangen und zu verschenken, sich angstvoll Beschränkungen auferlegt. Auch in mir gibt es eine Stimme, die sagt: Übertreib es nicht, gib nicht zu viel, behalte für dich, du könntest zu kurz kommen. Sie sagt: Vorsicht, wenn das Leben dich beschenkt, nichts ist umsonst, was nichts kostet, ist nichts wert. Mach dich rar, verschwende dich nicht.

Eine andere Stimmee sagt: Warum fesselst du deine Hand? Öffne sie. Reiche sie hin dem, der sie braucht. Vergiss die Angst und die Sorge um morgen. Sei freigiebig, jetzt. Was gibt es Schöneres als Freigiebigkeit?  Morgen? Wer weiß schon, was morgen ist.

Dora schleppt eine Schere herbei. „He“, schreit sie, „die Schere klemmt! Bin ich Supermann? Wie wäre es, wenn du ein bisschen Hand anlegst und mir hilfst, dies dumme rosa Band zu zerschneiden?“

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Das doppelte Leiden der Impfgeschädigten (Erweiterung des Debattenraums)

Netzfund:  https://t.co/gJ2h5QhZ62

„Seit meiner Impfung ist nichts mehr, wie es war“

Der Volljurist Rolf Merk über seine Erfahrungen mit der Impfung und über das Tabu-Thema Impfschaden.

Aktualisiert

Rolf Merk, 24.1.2022aktualisiert 26.01.2022 – 16:01 Uhr

Zitat: „Nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus habe ich viele Ärzte aufgesucht. Da ich natürlich wissen wollte, was mit meinem Körper seit der Impfung passiert ist. Wie das alles geschehen konnte. Ich war überzeugt davon, für die Medizin ein spannender Fall zu sein, der im besten Falle die Wissenschaft weiterbringt – ach, wie naiv ich war! Meine Geschichte hat nicht nur (fast) keinen Arzt interessiert. Nein, ich wurde nicht einmal ernstgenommen. Misstrauen, Unverständnis und Langeweile sah ich in den Gesichtern der Ärzte, von denen ich mir so viel erhofft hatte. Und auch die Reaktion von Freunden und Bekannten war oft ernüchternd. Als habe man durch die Impf-Beschwerden ein Tabu gebrochen, etwas Heiliges in Frage gestellt, einen gesellschaftlichen Verrat begangen. Und dann erst verstand ich den Satz eines Bekannten, der ebenfalls schwere Nebenwirkungen erlitt: Erst verlierst du deine Gesundheit und dann deine Würde.“ (Ende des Zitats)

Überprüf mal deine Gefühle, während du dies liest. Empfindest du „Misstrauen, Unverständnis oder Langeweile“? Oder was sonst?

Ich selbst bin nicht geimpft. Also könnte es mir gleich sein. Ich könnte auch sagen: selbst schuld, du warst ja gewarnt. Aber das liegt mir fern. Ich wünschte mir wie der Herr Merk, dass man die Fragen der Impfschädigung ernst nimmt. Sehr ernst. Denn etwas anderes ist es, unglücklicherweise an Covid zu erkranken und Schäden zu erleiden, etwas anderes, solche Schäden durch die Impfung zu erleiden. Der Unterschied ist etwa der zwischen dem Bergsteiger, der abstürzt, und einem anderen, den jemand  geschuppst oder gar gezwungen hat zu springen.  In beiden Fällen wird man zu Hilfe eilen. Oder etwa nicht? Und selbst wenn du dich aus eigenem Entschluss in den Abgrund gestürzt hast, wird man dir zu Hilfe eilen. Wieso also lässt man die impfgeschädigten Menschen einfach im Abgund liegen?

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Googlest du „Impfschäden Corona“, findest du einen Haufen Artikel und „Faktenchecks“ , die Berichte über eine Häufung von Impfschäden nach der Impfung  in den Bereich der fake news verweisen. Schäden gebe es nur im Pro-Mille-Bereich, anerkannt seien bisher zwei bzw fünf Fälle. Also quasi nichts. – Auf der anderen Seite gibt es massenhaft Selbst-Berichte über schwere Impfschäden. Und alle berichten von derselben Erfahrung:  „Dass  nicht sein kann, was nicht sein darf“ (Morgenstern). Für die Betroffenen ist es ein doppeltes und dreifaches Martyrium.

Nun ist zu vermuten, dass nicht alle Beschwerden und Todesfälle nach der Impfung auf diese zurückzuführen sind. Es kann ein einfaches zeitliches Zusammentreffen sein. Es kann aber auch sein, dass ein bisher unerkanntes latentes Leiden durch die Impfreaktion virulent wurde. Das ist schlimm. Es kann auch sein, dass die Impfung direkt ursächlich für Leiden und Tod war. Das ist womöglich noch schlimmer.

Wie ist es bei den an und mit Covid Verstorbenen? Wieviele sind ursächlich durch die Virusinfektion, wieviele mit dem Virus schwer krank geworden und manchmal auch gestorben? Ich kann es nicht wissen. Und ich mag mich an diesen statistischen Betrachtungen auch nicht beteiligen, denn jeder statistische Fall ist ein Einzelschicksal.  Dass aber offenbar Impfschäden weg- und Coronakranke hinzudefiniert wurden* und werden – das finde ich unerträglich.

*https://tkp.at/2022/01/28/offizielle-zahlen-aus-england-und-wales-nur-12-prozent-aller-corona-toten-starben-ausschliesslich-an-covid-19/

 

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Dora zum Achtundzwanzigsten: Geklaute Geschenke

Dora kam heute morgen mit einem Teller anstolziert, auf dem sie sieben Kumquat-Früchte arrangiert hatte. „Magst du?“ fragt sie mich.  Ich greife zu und lasse mir eine dieser scharf-süßsauren Früchte munden. „Wo hast du die denn her?“ frage ich sie, die angenehm feste Schale verkauend. „Aus Nachbars Garten!“ –

Geklaute Geschenke sind auch Geschenke, denke ich und erinnere mich an meine Jugend: wie ich den Mut fasste,  aus einer öffentlichen Anlage in Dänemark Rosen zu klauen, um sie unserem Captain zum Geburtstag zu schenken. Nur geklaute Rosen durften es sein, das war Gesetz an Bord….

Die restlichen sechs Kumquats, hübsch verpackt mit einem Palmblatt, schenkt Dora einem heutigen Geburtstagskind und singt ihm ein Ständchen:

Hast du heut Geburtstag, wolln wir singen

dir zum Grüße Kumquatfrüchte bringen

ein Gutes Jahr

lichtvoll und wunderbar!

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Altes Portrait, neue Varianten (tägliches Zeichnen, Überblenden)

In meinem Atelier stehen massenhaft alte Gemälde. Nach dem ersten Experiment vor ein paar Tagen hatte ich auch heute Lust, eine alte Portraitskizze hervzorziehen und zu sehen, was sich damit anfangen lässt.

Ich stellte das Portrait vor mich hin und betrachtete es: Wer war das? Wann habe ich es gemalt? Der Ausdruck ist etwas verkniffen und traurig, das Haar streng mit einem Band am Kopf zurückgehalten. Die gelblichen und rötlichen Ockerfarben von Gesicht und Hintergrund kontrastieren mit dem Violett der Jacke.

Dann nahm ich meinen Block und zeichnete den Kopf mit Kugelschreiber ab. Ein wenig verändert sind Kopfhaltung und Ausdruck, aber offenbar handelt es sich um dieselbe Person.

Das Foto der Zeichnung bearbeitete ich digital (Filter für Strichführung und Farben), und legte es wie eine Maske auf das unveränderte Foto des Gemäldes. Zwei Beispiele dieser Reihe.

 

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