Der Hund von Baskerville – gerettet!

Nach meinem gestrigen Ausflug in die Hohe Kunst kehre ich zurück in die Niederungen der erzählenden Legebilder. Der Hund von Baskerville ging mir nämlich nicht aus dem Sinn. Wir sollen akzeptieren, dass das arme Tier, verwildert und halb verhungert, mithilfe von Phosphor  in ein dämonisches Ungeheuer verwandelt und schließlich erschossen wurde. Denn die Menschen hatten vor dem Ungetüm, das sie selbst erschaffen hatten, eine Heidenangst.
Doch dann kam in England die aminal care-Bewegung auf. Und so wurde der arme Hund von einem kinderlos gebliebenen eleganten britischen Paar adoptiert. Er wurde gewaschen und geföhnt, entwurmt, gegen neun Krankheiten geimpft, kastriert, gechippt und auf Diät-Kroketten gesetzt.  Wenn es kalt wurde – was damals in England noch manchmal passierte – bekam er ein hübsch gebrodertes Jäckchen angezogen.

Der Autor Sir Arthur Conan Doyle stieg zwar mitsamt seinen Manuskripten aus dem Grab und pochte auf sein Copyright. Aber es half ihm alles nichts. Die Zeiten haben sich gewandelt. Der Hund hat nun eine Herrin, die ihn liebt.

der Hund von Baskerville – gerettet! (c) gerda kazakou 2018

Hier kommen die Schauspieler noch mal im Einzelauftritt auf die Bühne: Bitte Applaus!

Diese Legearbeit habe ich mit einem Teil der Schnipsel, die mir Jürgen Küster zuschickte, sowie mit einem zerrissenen Umschlag auf einer Legefläche 70 x 100 gemacht.

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Violine und Krug

Durch den Zusatz des bräunlichen Umschlagpapiers zu Jürgens Schnipseln ist eine Farbskala entstanden, die mich sehr an die Kubisten – und hier besonders an Braque – erinnert. Meine große Komposition mit Violine und Krug zeigt das, denke ich mal, auch wenn Braque niemals viel Schwarz verwendete.

Komposition mit Violine und Krug (a) gerda kazakou, 2018

Hier, zum besseren Betrachten, noch drei Bildausschnitte. Man kann sie durch Draufklicken vergrößern.

Bevor ich diese Komposition legte, entstand eine andere. die weniger strukturiert und durchdacht, dafür aber verspielter ist. Ich möchte sie hier zum Vergleich und der Vollständigkeit halber auch noch zeigen. Denn dies Blog ist eben auch mein künstlerisches Tagebuch.

Komposition in Schwarz, Weiß und Ocker. Legearbeit (c) gerda kazakou, 2018

Wer sich für den Kubismus a la Braque interessiert, findet eine anschauliche Analyse des Bildes „Violine und Krug“ hier.

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Mensch, Fuchs und Schatten

Die meisten Menschen malen Schatten schwarz. Sie malen sie schwer wie Blei. So wie ich hier auf diesem Bild, das ich mithilfe der Schnipsel aus Jürgens Umschlag und mit dem zerrupften Umschlag selbst legte.

Natürlich weiß ich, dass Schatten nichts wiegen, ich bin ja kein kleines Kind, dem man alles erklären muss.  Ich weiß sogar, dass trotzdem niemand stark genug ist, sie aufzuheben, so sehr er sich auch bemüht. Und dass Schatten nicht schwarz sind, weiß ich, sondern zarteste substanzlose farbige Form, die das Licht auf die Oberflächen malt, die es nicht direkt erreichen kann. Weil zum Beispiel ein Mensch seinen Weg blockiert. Oder ein Fuchs.

O, Pardon, andersrum muss es sein: der Fuchs ist dichter als sein Schatten, ergo …

Doch wo ist nun die Farbe des Fuchses hin? Er ist doch nicht pechschwarz!  Vielleicht sollte ich den Fuchs verdichten und den Schatten auflichten?

Realistischer, aber nicht schöner. Nein, so geht es nicht. Vielleicht behandle ich Fuchs und Schatten einfach gleich und überlasse es dem Betrachter, was für ihn A und was B ist!

Ha, da schreiten sie, verewigt als Relief! (Du kannst sie zum Vergrößern anklicken)

Wie mit dem Fuchs lässt sich auch mit den Menschen verfahren. Oder doch fast.

      Ich fand sogar ein passendes Gedichtchen vom Herrn J.W. Goethe:

Fuchs und Jäger

Schwer, in Waldes Busch und Wuchse,

Füchsen auf die Spur gelangen;

Hält’s der Jäger mit dem Fuchse,

Ist’s unmöglich, ihn zu fangen.

Und so wäre manches Wunder

Wie A B, Ab auszusprechen,

Über welches wir jetzunder

Kopf und Hirn im Kopf zerbrechen.

 

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Der Hund von Baskerville

Als einer der letzten seiner Art – ausschließlich aus Jürgens Schnipseln – ist der Hund von Baskerville entstanden: ein schwarzes Biest auf weißem Grund – oder auch invers, nicht weniger furchterregend. Aber man bedenke: nicht der Hund ist schuldig! Eine armselige Kreatur ist er, Kreuzung aus Bluthund und Dogge, halb verhungert und bissig. Der eigentliche Täter ist wie immer ein Mensch, der ihm per Phosphorpräparat ein extra furchterregende Aussehen gab. Der Hund wird abgeknallt – ein Opfer menschlicher Verbrechen mehr. Zum Glück gibt es Sherlock Holmes, der auch diese Untat aufklären wird.

  1. Reihe: Original und invers
  2. Reihe: Ausmal- und Druckversion

Zum Vergrößern bitte anklicken!

Womit ich mich vorerst von „Jürgens Schnipseln pur“ verabschiede. Im folgenden experimentiere ich damit, sie zusammen mit dem zerrissenen Umschlag zu verwenden.

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Der Umschlag

Die harten Kontraste und scharfen Kanten des Materials, das ich von Jürgen Küster erhalten habe, haben mich ein wenig ermüdet. Auf der Suche nach einem vermittelnden Medium – ich dachte an Kohle oder Pastell und experimentierte mit einer schon bemalten Pappe – fiel mein Auge auf den Umschlag, in dem das Material zu mir gekommen war: bräunlich, zerfetzt, glanzlos. Ich zerriss ihn in Stücke und legte ein Bild, die bräunlichen Fetzen zur Milderung der Konturen verwendend. Und so entstand ein viel weicherer Bildeindruck. Mir gefällts. Ich werde noch ein wenig damit experimentieren.

und drei Bearbeitungen:

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Fische – Schiffe

Fische gehen immer. Drum war dies auch einer meiner ersten Versuche mit Jürgens Schnipseln. Es ist etwa gleichzeitig mit dem Schiffsbild (unten) entstanden. Gelbliche Unterlage Format 50 x 70 cm

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Mann, Hund, Boot und eine Angel

Minimales zur See (c) gerda kazakou

Mann, Hund, Boot und eine Angel: minimales Bild,  für das ich nur wenige von Jürgens Schnipseln verwendet habe. Auch ist es kleiner als die vorigen, Format 70 x 80 cm.

Hier zwei Bild-Ausschnitte:

… und eine Bearbeitung für mystisch Gestimmte.

Minimales zur See, Filter (c) gerda kazakou

 

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Beim Zahnarzt

Ich war heute beim Zahnarzt und bin einen weiteren Zahn los. Die Schnipsel aus Jürgens Arsenal bringen die rechte Atsmosphäre herüber, so hoffe ich. Nein nein, es war nicht so grauslich, keine Angst! Aber wenn ich in einer modernen Praxis sitze, denke ich unwillkürlich an die Folterinstrumente aus Vorzeiten, als die Barbiere die Zähne zogen.

Beim Zahnarzt (a) gerda kazakou

Beim Zahnarzt (c) gerda kazakou, 2018

Beim Zahnarzt, Ausschnitt (c) gerda kazakou

Beim Zahnarzt, Ausschnitt (c) gerda kazakou 2018

Guten Abend allerseits!

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We all live in a yellow submarine

Ja, wie denn nun?! Bitte ein Bild anklicken, dann geht das Album auf.

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Kata-Strophen über die Liebe von ER und ELL (abc-etüde)

Heute Nacht wachte ich von einer ReimmühLe im Kopf auf. Da tummeLten sich ELLs und ERRs und woLLten vermähLt werden. Und das kam so: ELke SpeideL, geborene LLienert schenkte uns drei Wörter mit vieLen vieLen Ells: SchLüsseLbLumengeLb, GraupeLn und KrÜgLein.  Ein klein wenig eR war auch daRin; gRaupeln und KRüglein. Da ich als GeRda geboRene StRuck mich dem ER zugehöRig fühle, kuLLeRten und RoLLten immerzu L-R-Wörter in meinem aRmen Kopf heRum. Ich schlief erst wieder ein, als ich versprach, ihnen eine abc-etüde zu widmen. Da dies nun schon meine dritten Kata-Strophen in dieser Woche sind, verzichte ich auf weitere Vorreden.

ELL UND ER

ELL die LiebLiche
Mit den goLdenen Locken
SchLüsseLbLumengeLb ihr Luftiges Leibchen
LiebLing der Leichten Muse und Liebenswert LächeLnd

ERR das Raubein
GRau schon das KRaushaaR
Doch der BaRt RabenschwaRz noch, RostRot der Rock
RitteR und RäubeR, heRzmoRdend veRRucht sein Ruf bei den HeRRen

TRafen einandeR, Rau ERR, LiebäugeLnd die ELL
TRanken sich zu mit BieR und LiköRen
TRotzten Regen und GRaupeLn
und bLeichgRauem Licht

Sie LeeRten die KRügLein
Die KRüge und gLäseRnen KeLche
Sie Rückten zusammen und Landeten schLießLich
Bei Rock und bei BLues mit BLuse und Rock schon zeRRissen

GReLL Lachend und RoLLend, RückLings faLLend und LaLLend,
Die gLatten GLiedeR LustvoLL verschLungen
VerkRaLLt und VeRschmoLzen, VeRLoR
deR ERR in deR ELL sich.

Und was waRd geboRen?
Ein KaRLchen, ein KLäRchen erbLickten das Licht
Doch deRen Geschichte erzähL ich euch nicht.

2bb

 

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