Wo immer ich bin, möchte ich skizzzieren. Das war durchaus nicht immer so, ist erst in den letzten beiden Jahren entstanden, seit ich feststellte, wie viel besser und liebevoller ich auf die Welt schaue und wieviel besser ich mich erinnere, wenn ich sie mit dem Stift in der Hand beobachte. Vorher ließ ich die Bilder eher aus dem Inneren entstehen. Ich wollte etwas über mich selbst mitteilen: Wie es um mich bestellt war, wie ich die Welt betrachtete, wie sie mir gefiel oder eben auch nicht gefiel.
Heute schaue ich hin, was die Welt mir zu sagen hat – und erst in zweiter Linie interessiert mich, was ich evtl. der Welt zu sagen habe. Aus meinem Monolog wurde durchs Skizzieren ein Dialog.
Zum Skizzieren eignet sich jede Art von Papier, da es mir ja nicht auf ein auf Dauer gestelltes Ergebnis, sondern auf das Tun ankommt. ZB tut es auch die Rückseite eines Rezeptes (Gläser, Karaffe) oder einer Rechnung (Patienten im medizinischen Untersuchungszentrum verhandeln mit den Angestellten auf der andereen Seite der hohen Barriere):
-
-
auf einer Rechnung notiert
-
-
-
…
Meistens aber habe ich einen Block mit billigem Papier dabei, so auch heute, als ich mit Tito ein Päuschen auf dem Gelände des Bahnhofsmuseums machte, von dem ich schon manchmal erzählte (hier und hier). Heute wimmelte es von Erziehenden und Kindern. Natürlich hält kaum mal jemand still, da muss man fix sein. Oder man hat das Glück, dass Phlegmatiker gerade auf der Bank vor einem Platz nehmen. (1. Skizze: Opa hilft dem Kleinen, auf einer Leiste der Lok zu balancieren, vorne rechts das Paar mit Töchterchen von 2. Skizze. 2. Skizzze: Mann sitzt abgewandt, Frau knutscht mit dem Töchterchen, sofern sie nicht Selfies von den Dreien macht).
Danach waren wir in einer Taverne, und es blieb Zeit für eine Katzenskizzze, bevor das Essen aufgetragen wurde (Moussakas, mmm).

Die Gläser-Skizze bot sich auch für Licht-Schatten-Foto und digitale Bearbeitung an.