Attische Landschaft: Fotos und tägliches Zeichnen

Wie schön diese frühsommerliche Landschaft mir jetzt vorkommt! Ich glaube, ich habe mich in sie verliebt. Sie hat mich gezähmt, würde der Fuchs im „Kleinen Prinzen“ sagen. Täglich bin ich in ihr herumspaziert, immer zürnend, dass man mir weitere Wege verbot, und kaum darf ich auch woanders hin, will ich gar nicht mehr weg von ihr. Die Fotos sind von heute.

 

Erstmals hatte ich auch wieder Lust, draußen zu zeichnen. Mit Hund, Block und Stift machte ich mich auf den täglichen Spaziergang. Und skizzierte im Stehen zuerst, das letzte dann auf einem Stein sitzend.

 

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Zeichnen und filosofieren (1): Hundsein oder Nichthundsein….

„Hundsein oder Nichthundsein, das ist hier die Frage“. Tito stellt sich tiefgreifende Fragen, denen mit dem Stift nachzugehen ich bemüht war.

Kleine philologisch-philosophische Nebenerörterung für Liebhaber:

Wie du vielleicht (nicht) weißt,  lautet das englische Original (Shakespeare, Hamlet)

„To be, or not to be, that is the question“

Aus mir unerfindlichen Gründen übersetzte August Wilhelm von Schlegel:

„Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage“

und so geistert dies Zitat bis heute durch den deutschen Zitierschatz. Warum blieb er nicht beim O-Ton? „Sein, oder nicht sein, das ist die Frage“. War ihm das zu banal? War er ein verkappter früher Existenzphilosoph, der, sich seiner höheren Mission bewusst, uns auf die Möglichkeit des Nichtseins hinweisen wollte?

Tito jedenfalls hat sich der Schlegelschen Version angenommen, um über sie nachzusinnen.  Dass er ist (existiert), steht für ihn außer Frage. Und dass er eines Tages nicht mehr sein wird, beunruhigt ihn nicht wirklich. Aber ob es ein Nichthundsein geben kann, das beschäftigt ihn anscheinend sehr.

In rötlicher Bearbeitung:

 

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Da mach ich doch gleich mit! (und ein bisschen Werbung)

Eben las ich bei Ulli Gau:

Mir gefällt das Kunstprojekt von Maria Deppe

„Setz dem Ganzen eine Krone auf . . .“

Eingeladen sind alle, die – verbunden mit dieser speziellen Zeit – Lust haben eine Postkarte zu gestalten, egal wie, auch mit Worten. Diese soll dann abfotografiert und an Maria geschickt werden. Auf ihrer Webseite – siehe unten – stellt sie nach und nach die eingeschickten Beiträge ein.

Schön ist es, wenn du deine Postkarte an eine Freundin, einen Freund schickst und die/der wieder eine Postkarte gestaltet, fotografiert, an Maria per Mail schickt und du dann diese auch an eine Freundin, einen Freund verschickst … usw. So kann daraus ein schöner, bunter Reigen werden, der nun schon begonnen hat. Doch schaut einmal selbst.“

http://kunstprojekt.mariadeppe.de/

Ulli bildet bei sich zwei sehr schöne, besondere Karten ab, die eine von Marie, die andere hat Ulli selbst gestaltet. Und da ich seit einer Woche Karten mit mir herumtrage, um sie an Freundinnen zu schicken – aber nicht schicken kann, da ich keine Briefmarken bekomme und der Flugverkehr nach Deutschland hapert -, will ich sie jedenfalls elektronisch an Marie Deppe schicken. Die Karten hat der Eichhörnchenverlag gedruckt, nach Legebildern, die ich für mein Büchlein Tui-Tiu angefertigt habe. Eine Gelegenheit, auch an diesen sympathischen Verlag für sehr junge Menschen und an das Pappebüchlein

zu erinnern. Im Eichhörnchenverlag von Nina Schurchardt, der wegen der ausfallenden Messen und anderer Präsentiermöglichkeiten für Neuerscheinungen ziemlich kämpfen muss, findest du, wenn du magst, wunderschöne künstlerisch gestaltete Büchlein für die jüngsten Leserinnen und Leser.

Die Karten, die ich auf den Weg schicken werde, sobald sich der Flugverkehr normalisiert, habe ich eben auf dem Balkon fotografiert:

 

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Feigenkaktusfeld. Bearbeitete Zeichnungen

Das Feigenkaktusfeld als Barriere. Eine Gruppe Spaziergänger in goldener Aufhellung. 

Feigenkaktusbeet und offenes Gelände mit Bäumen in dynamischem Austausch

Kalt, abweisend das Haus,  die Pflanzung davor wird von der Dunkelheit verschlungen.

 

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Schreiben und Zeichnen (3): Der Feigenkaktusfeld

Jutta Reichelt, deren „Geschichtengenerator“ mich zu vielen Bildergeschichten inspirierte, teilt in Covid-Zeiten ihre Schreibanregungen großzügig mit allen Interessierten.

Die letzte ihrer fünf zum 1. Mai verschickten Anregungen lautet:

1. 5. Notiere eine Beobachtung. Notiere sie anders.

Hier nun meine kleine Beobachtung:

Das Feigenkaktusfeld

Am Rande des Geländes, in dem ich täglich meine Runden drehe, haben Anwohner einen Steingarten angelegt. Hauptsächlich haben sie Feigenkaktus gepflanzt und ihm, damit seine Ohren schön aufrecht wachsen, mit dünnen Stöcken Halt gegeben. Den Boden haben sie mit grob behauenen hellen Steinen belegt, zwischen denen andere Kakteen, dazu auch Lavendel, Rosmarin, Blumen und großblättrige am Boden kriechende Pflanzen wachsen.  Die Erde ist fruchtbar, wohl entnommen einem großen, mit Brettern gesicherten Komposthaufen, den sie ein wenig weiter hinter einem Ginsterstrauch anlegten und täglich mit Grünabfällen und Erde füttern. Die gute Pflege tut dem Beet wohl, alles gedeiht prächtig.

Wer sind diese Anwohner? Vermutlich gehören sie zu dem glatten weißen, etwas abweisend wirkenden Haus auf der anderen Straßenseite. Menschen sah ich dort nie, so dass man den Eindruck gewinnen könnte, dass die Arbeit an dem Beet und  am Komposthaufen nachts von den Heinzelmännchen erledigt wird.

Das Haus liegt in meinem Rücken, wenn ich über das Beet hinweg auf die sonnigen Wiesen und die vielfältigen Bäume und Büsche des freien Geländes blicke. In der Ferne, ameisenklein fast, spazieren Menschen. Die Feigenkaktur-Pflanzung steht wie eine Mauer zwischen mir und ihnen. 

Das Feigenkaktusbeet, Tintenstiftzeichnung 2020-05-04

 

Und hier dieselbe Beobachtung, anders notiert.

Ein schöner, sonniger Tag wieder. Auf meinem Bummel mit Tito zieht es mich zum Beet, das am Rande des Geländes entstanden ist. Ich möchte doch zu gern sehen, ob der neu gepflanzte Feigenkaktus gut gedeiht. Und ja, tatsächlich: Kräftig stehen die großen mit feinen Stacheln bewehrten Blätterohren gegen die helle Wiese. Daneben, mit dicken grün-gelb gestreiften zugespitzten Blättern, eine anderer Sukkulente, vermutlich eine Agave. Mir gefällt diese Pflanzung sehr, auch die Steine, die das Ganze stützen, alles ist mit großer Sorgfalt und Liebe gestaltet. Am meisten gefällt mir die Idee, das öffentliche Gelände, das lange Zeit eher einer Müllkippe glich, auf diese Weise zu verschönern.

Feigenkaktusbeet, in der Ferne Spaziergänger, 2020-05-05

Und hier dieselbe Beobachtung, noch mal anders notiert.

Wenn man vom offenen Gelände zur Straße geht, stößt man auf eine neue Pflanzung. Da stehen zuerst auf einer leeren Fläche ein paar noch sehr junge Bäume, Kirsche vielleicht, das Erdreich rundum ordentlich aufgehäufelt, damit sich das Gießwasser hält. Quasi als Straßenrandbepflanzung folgt dann ein grober Steingarten mit Feigenkaktus, Lavendel, Rosmarin und allerlei Blumen. Der Rosmarin blüht, umschwirrt von Bienen. 

Wer hat wohl diesen Garten auf dem öffentlichen Gelände geschaffen? Am wahrscheinlichsten wohl die Besitzer des gegenüberliegenden Hauses. Denn von dort aus zeigt sich die Pflanzung am hübschesten. Stutzig macht mich, dass dieselben Leute, die hier so viel Sorgfalt zeigen, ihr eigenes Grundstück vollständig mit einem modernen Wohnhaus und Garage bebaut haben. Warum haben sie keinen Platz für einen Garten gelassen? Wollen sie etwa den öffentlichen Raum privatisieren?  Morgen haben sie vielleicht einen Zaun drum herumgestellt, übermorgen ein Verbotsschild. Wundern würde es mich nicht. Derlei Übergriffe auf öffentlichen Boden sind gang und gäbe. Das Haus flößt mir jedenfalls kein Vertrauen ein: Weder das Erdgeschoss noch der erste Stock lässt sich einsehen. Unten verhindern dichte militärgrau angestrichene Jalousien den Einblick, im ersten Stock sind die Scheiben geschwärzt wie bei Autos, deren Fahrer nicht gesehen werden möchte. Nie sieht man ein geöffnetes Fenster, auch keinen Menschen ein- und ausgehen. Wer da wohl wohnt? Und wie kommt er dazu, diesen Garten anzulegen und so sorgfältig zu gestalten?

 

 

 

 

 

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Schreiben und Zeichnen (2): Drei Frauen.

Jutta Reichelt, deren „Geschichtengenerator“ mich zu vielen Bildergeschichten inspirierte, teilt in Covid-Zeiten ihre Schreibanregungen großzügig mit allen Interessierten.

Die erste ihrer fünf zum 1. Mai verschickten Anregungen lautet:
1. Notiere eine Beobachtung. Es geht nicht um das Üben detaillierter Beschreibungen,  sondern darum, aus der unendlichen Fülle des uns umgebenden Geschehens etwas willkürlich herauszugreifen. Beschreibe so knapp oder so umfangreich, wie es dir gerade gefällt.

Hier nun mein zweiter Versuch.


Drei Frauen.

Eine junge stattliche Frau, hell mit bestickten Bordüren die weite Bluse über dem sich wölbenden Bauch. Ihr dunkles Haar hat sie in einem langen jugendlichen Pferdeschwanz zusammengefasst. Ihre Schwangerschaft ist weit fortgeschritten. In ihrer Haltung spüre eine stolze Erwartung. –  Die zweite Frau neben ihr ist noch nicht Frau, es ist ein kleines Mädchen in rotem Jäckchen, das mittelblonde Lockenhaar mit einer Spange am Hinterkopf zusammengehalten. Laufen kann es schon ausgezeichnet. Es hat ein Blümchen in der Hand, aber seine Aufmerksamkeit ist von meinem Hund gefesselt, der bewegungslos dasteht, etwas gekrümmt auf schiefen Beinen. Es tröpfelt aus ihm, zu mehr reicht es nicht, denn er ist nun alt geworden und das Urinieren ist freudlos. – Die dritte ist eine Frau in mittleren Jahren. In ihr ist Bewegung, Eifer, Aktion. Sie nähert sich rasch den anderen, in der Hand einige für das Enkelkind gepflückte Blumen. Kleiner, älter und gedrungener als die junge Frau, mit Jeans, gemustertem Pullover und Weste, das Haar gekürzt, verkörpert sie für mich die praktische umsichtige Großmutter, die sich um alles kümmert, während die Junge das neue Leben austrägt.
Ich sehe ihnen von Ferne zu, diesen drei Frauen in verschiedenen Lebensaltern. Und versuche mich im Geist dazuzugesellen, vielleicht als Urgroßmutter, vielleicht als Tante oder große Schwester. Es gelingt mir ein wenig. Die Erfahrung solch weiblicher Dreisamkeit habe ich selbst freilich nur aus der Perspektive des Kindes erlebt.  Das tut ein bisschen weh, aber meine Segenswünsche kann ich den Dreien und bald vieren dennoch aus ganzem Herzen zuschicken.

Analog zu den Fotografien, die ich heute postete, habe ich auch diese Figurengruppe nachträglich aufgehellt, dazu auch farblich verstärkt.

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Distanz mit Aufhellungen (Montags ist Fototermin)

Die Distanz, die zwischen mich und die Welt gelegt wurde, fühlt sich manchmal an, als sei  ich am mühsamen Leben und die anderen Menschen seien ins Licht entrückt. Doch einer hält den Kontakt: der Hund.

Diesem Covid-induzierten mich quälenden Lebensgefühl möchte ich mit Fotografien und Zeichnungen Ausdruck geben. Heute mit Fotos – denn Montags ist Fototermin.

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Pusteblume (Montags ist Fototermin)

„Ich empfehle Jedem bevor sie oder er mit einem leichten Blasen in die weiße Haarpracht die Gleitschirme auf Reisen schickt, die noch unversehrten Köpfchen gegen das Licht zu halten und den durchschimmernden Innenbau in Augenschein zu nehmen.“ So las ich bei Joachim Schlichting , bezaubert wie so oft von dem Doppelgenuss eines exquisiten Fotos und einer wissenschaftlichen Explifikation, in diiesem Fall der Flugeigenschaften der Löwenzahnsamen.

Gestern und heute bemühte ich mich, seinem Rat folgend, nicht nur diese Zauberkugeeln zu betrachten, sondern auch zu fotografieren und dann auf die Reise zu schicken. Die ersten fotografischen Ergebnisse waren recht kläglich, zeigen aber die Verwandtschaft des Löwenzahns mit der Sonne – und zwar nicht nur im Zustand der Blüte.

Heute fand ich  große Samenstände, pustete und schickte sie auf Reisen.

Adieu, ihr Lieben! Kommt gut über den heißen Sommer, auf dass uns im kommenden Frühling wieder eure Sonnen erblühen!

 

 

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Der Frieden soll siegen (tägliche Zeichnung)

Nun habe ich das nächtliche Foto in eine Zeichnung umgesetzt. Dabei fiel mir auf, dass die nach oben gerichtete Hand das Siegeszeichen formt. Wäre es nur ein Finger, könnte man denken, es wäre eine Pistole. So gering ist manchmal der Unterschied zwischen Krieg und Frieden.

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Frieden

„Frieden“, sagte sie. und wie heißt du? Ich verstand sie nicht gleich, der Abstand war zu groß. Vor allem aber erwartete ich nicht, dass mich die Frau, die ich um Mitternacht mit ihrem Hund und ihren zwei Katzen auf dem Spielfeld im Wäldchen traf, deutsch sprach. Sie ist Griechin und heißt Eirini, Irene, und das ist in Deutsche übersetzt eben: Frieden.

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