Zeichnen und filosofieren (1): Hundsein oder Nichthundsein….

„Hundsein oder Nichthundsein, das ist hier die Frage“. Tito stellt sich tiefgreifende Fragen, denen mit dem Stift nachzugehen ich bemüht war.

Kleine philologisch-philosophische Nebenerörterung für Liebhaber:

Wie du vielleicht (nicht) weißt,  lautet das englische Original (Shakespeare, Hamlet)

„To be, or not to be, that is the question“

Aus mir unerfindlichen Gründen übersetzte August Wilhelm von Schlegel:

„Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage“

und so geistert dies Zitat bis heute durch den deutschen Zitierschatz. Warum blieb er nicht beim O-Ton? „Sein, oder nicht sein, das ist die Frage“. War ihm das zu banal? War er ein verkappter früher Existenzphilosoph, der, sich seiner höheren Mission bewusst, uns auf die Möglichkeit des Nichtseins hinweisen wollte?

Tito jedenfalls hat sich der Schlegelschen Version angenommen, um über sie nachzusinnen.  Dass er ist (existiert), steht für ihn außer Frage. Und dass er eines Tages nicht mehr sein wird, beunruhigt ihn nicht wirklich. Aber ob es ein Nichthundsein geben kann, das beschäftigt ihn anscheinend sehr.

In rötlicher Bearbeitung:

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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19 Antworten zu Zeichnen und filosofieren (1): Hundsein oder Nichthundsein….

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Ob ein Nicht-Hundedasein möglich wäre, das könnte für Tito – hier – die Frage zu sein. Jedenfalls ist Deine Zeichnung unglaublich locker, leicht und fein, mit einem leichten Humor gewürzt, finde ich, Gerda.

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  2. finbarsgift schreibt:

    Schmunzel …
    Herzliche Grüße vom Lu

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  3. Verwandlerin schreibt:

    Ist mir noch nie aufgefallen … Indeed, a interesting point!

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  4. Ule Rolff schreibt:

    Grins! Ich stelle gerade fest, dass mir die Hundepsyche doch sehr fern liegt.

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    • gkazakou schreibt:

      Wie denkst du denn über die Sache? Warum hat Schlegel das Shakespearische „not to be“ in ein deutsches Nichtsein verwandelt? Und warum ist es dabei geblieben? Und wozu das Wörtchen „hier“, das im Original fehlt? Und wozu das Semikolon? 😉

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  5. lyrifant schreibt:

    Hieße das, dass, wenn wir Menschen über das Sein nachdenken, vor allem an ein Mensch-Sein denken? Wobe Dein Beitrag zeigt, dass Du, Mensch, durchaus in der Lage bist, über ein Hund-Sein nachzudenken – und ich vermute, dass der Hund vermutlich auch über das Sein von Nicht-Hund nachdenkt, oder nicht? Auch wenn wir natürlich nicht wissen können, in welche Kategorien ein Hund, ein Tier die Welt einteilt. Hach, spannend!

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  6. Wir hatten mal einen Hund (14 Jahre lang), der hieß Diogenes, zunächst weil seine Behausung eine Tonne war. Offenbar hat er sich da eingefühlt und philosophiert, jedenfalls sah er dann auch wie ein Philosoph aus. Ob er über Sein und Nichtsein nachdachte war nicht herauszufinden… 😉

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    • gkazakou schreibt:

      🙂 Diogenes ist ein schöner Name für einen Hund mit filosofischen Neigungen und einer Vorliebe für Sonnenplätze. (Weiß man noch was von diesem Weisen, außer dass er zu Alexander gesagt haben soll: „Geh mir ein wenig aus der Sonne!“?)

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  7. Ule Rolff schreibt:

    Zwar kenne ich Herrn Schlegels Gründe nicht, aber ich sehe eine interessante rhythmische Spiegelung vom Englischen ins Deutsche. Und für diese braucht es an der Stelle des „hier“ eine zusätzliche Hebung.
    Vielleicht hat er an der Stelle des Semikolons eine stärkere Zäsur empfunden, als sie ein Komma leistet? Bist du si her, dass in Schlegels Originalhandschrift auch ein Semikolon steht? Bist du sicher, dass er sich darüber überhaupt Gedanken gemacht hat? Soweit ich weiß, spielten zu Schlegels Zeit, also vor Duden, weder Interpunktion noch Rechtschreibung eine so große Rolle wie seit dem 20.Jh.

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Tito macht sich Sorgen? Möchte er gerne in die Mani, hat er bei seinem letzten Ausflug dort eine Hündin gesichtet, die ihm nun immer mehr im Kopf herumspukt? Hundesorgen sollte Frauchen ernst nehmen, vielleicht steckt ja auch wirklich ein Philosoph in ihm? Wissen wir es denn?
    Sein, oder Nichtsein, das ist hier die Frage
    Vielleicht ging es Schlegel in erster Linie um die Sprachmelodie, liebe Gerda?

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  9. gkazakou schreibt:

    Das mag sein (dass esSchegel um ie Sprachmelodie ging), liebe Bruni. Dennoch frage ich mich, warum das „nicht sein“ zu einem „Nichtsein“ wurde. Was Tito angeht: er muss sich fügen, wie wir alle.

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  10. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    und es wäre doch so interessant, andere fundierte Meinungen dazu zu hören

    Gefällt 1 Person

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