Integrieren diverser Materialien und Techniken (Feigenkaktus)

Immer habe ich das Bedürfnis, Zurückgebliebenes oder Fallengelassenes doch noch in den Fluss der Gegenwart hineinzuholen. Hier ein aktuelles Beispiel: Wie lässt sich die letzte Zeichnung mit den vorangehenden Schnipseln und ihren besonderen Eignschaften integrieren? Da ich nicht gelernt habe, mit verschiedenen Layern zu arbeiten, muss ich mich auf einfache Techniken des Abdeckens beschränken.

Zunächst noch mal die Zeichnung:

A. Ich decke die Zeichnung teilweise mit Legematerial von Andrea ab, lösche die Zeichnung und färbe den Hintergrund blau. Dadurch betone ich das Hineinwachsen in den Luftraum.

B Ich überdecke die Variante 1 mit Susanne B’s Legematerial und bestimme einen Bildausschnitt. Mir scheint, dass der Kaktus nun eine Verwandtschaft mit dem Pfauenschwanz zeigt.

Zeichnung & Andrea & Susanne B,Bildausschnitt

C Ich entferne Andreas Schnipsel und lege nun nur Susanne Bs Schnipsel auf die Zeichnung:

D Die letzte Variante habe ich dann digital bearbeitet, um eine farbige und eine schwarz-weiße Integration zu erreichen. Die Zwischenstufe ist durch gesteigerten Kontrast zwischen den beiden Ebenen gekennzeichnet.

Die philosophisch-politischen Assoziationen überlasse ich jetzt mal dir, liebe Leserin, lieber Leser.

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Montags ist Fototermin (plus tägliches Zeichnen): Der Feigenkaktus

Leider blüht er nicht, trägt auch keine Früchte – aber er ist eine mächtige Skulptur, der Feigenkaktus in meinem Garten. Ich habe ihn schon manchmal gezeichnet – gestern wieder. Und diesmal habe ich auch einige Detailfotos gemacht.

Mich fasziniert das Spiel von Raum und Gegenraum oder auch Positiv und Negativ, also das Gegeneinander der fleischigen stachelbewehrten Form und des Luftraums. Hinzu kommt das lebhafte Spiel von Licht und Schatten – eine Herausforderung für den Zeichner.

Und eine Detailzeichnung, wo ich den genauen Verlauf von Licht- und Schattenzonen auf der minimal gewöbten Stachel-bewehrten Oberfläche dreier Blätter verfolgte.

 

 

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Bebildertes Wort zum Sonntag (1): „Dieser Crassus mit seiner Muräne“ (Über die Sprachkrise)

„Dieser Crassus mit seiner Muräne…. über den Abgrund der Jahrhunderte hergeworfen“

Das las ich in Hugo von Hofmannsthals berühmtem „Brief“ des Lord Chandos an Francis Bacon (1902, Reclam, Gelbe Reihe, S.58): „Ich weiß nicht, wie oft mir dieser Crassus mit seiner Muräne als Spiegelbild meines Selbst, über den Abgrund der Jahrhunderte hergeworfen, in den Sinn kommt.“

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Was folgt, ist ein kurzer Blick auf die beteiligten Personen dieses Zitats: Crassus, Lord Chandos, Francis Bacon, Hugo von Hofmannsthal. Was eine Muräne ist und wie sie aussieht, kannst du bei Bedarf selbst eruieren.

Foto Wikipedia

Marcus Licinius Crassus, der über den Tod seines Lieblings-Fisches, einer rotäugigen Muräne, blutige Tränen vergoss, lebte von 115-53 v.Chr. Er war berühmt für seinen Reichtum, den er während des Bürgerkriegs durch Beschlagnahmung des Besitzes politischer Gegner zusammenraffte. Auch sonst war er nicht zimperlich: „Sein Vermögen mehrte er zielstrebig, u. a. durch Vermietung von zu Fachkräften weitergebildeten Sklaven und als Grund- und Hausbesitzer; nach Plutarch ließ er seine Handlanger Häuser in Brand stecken, die dann von Crassus’ Privatfeuerwehr gerettet wurden, nachdem Crassus die Hauseigentümer gezwungen hatte, für wenig Geld ihr Eigentum auf ihn zu übertragen. Als er 85 v. Chr. nach Spanien flüchtete, verfügte er über ein Vermögen von 300 Talenten, am Ende seiner Karriere konnte er auf 7100 Talente zurückgreifen.“ (Wiki)

Während des Spartacus-Aufstandes tat sich Crassus besonders hervor: Nach dem mühsamen Sieg über das Sklavenheer ließ er die 6000 gefangenen Sklaven entlang der Via Appia kreuzigen. Hübsch, nicht wahr?

Crassus war der 3. Mann im Triumvirat mit Caeesar und Pompejus, die die Römische Republik aushebelten.

Warum Lord Chandos (nach Hofmannsthal) in diesem Crassus eine Art Inspirator sah, in dessen Licht er seine Sprachkrise erläutert? Das ist mir ein Rätsel.  Der (imaginäre) Lord Chandos lebte als jüngerer Sohn des Earl of Bath, und schrieb den Brief 1603  an Francis Bacon, späterer Lord Verulam und Viscount St. Albans – also 3 Jahrhunderte bevor Hofmannsthal ihn erfand.

Francis Bacon lebte von 1561-1626. Ich würde ihn als vorbildlichen Opportunisten bezeichnen: Als Jurist war er u.a. für die Anklage eines nun in Ungnade gefallenen Freundes und Förderers zuständig,  als oberster Staatsanwalt für Folterungen und Todesurteile an Kritikerns des politischen Systems verantwortlich, selbst homosxuell, ging er die Ehe mit einer wohlhabenden Vierzehnjährigen, schließlich selbst wegen Korruption verurteilt -, gilt als „Wegbereiter des Empirismus„. Er starb an den Folgen seines einzigen eigenhändig ausgeführten Experiments: er wollte  wissen, „ob sich die Haltbarkeit toter Hühnchen durch Ausstopfen mit Schnee verlängern ließe, zog er sich eine Erkältung zu und erlag wenig später einer Lungenentzündung“ (wiki).

Was hatte Hugo von Hofmannsthal im Sinn, als er diesen fiktiven Brief eines Lord Chandos an Francis Bacon schrieb? Man sagt: die Sprachkrise, die der Generation zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu schaffen machte. Hofmansthal lebte 1874-1929 und war 1902, als er den Brief verfasste, ein erfolgreicher junger Dichter – ähnlich seinem Lord Chandos, der seinem älteren Mentor Bacon höchst wortgewandt darlegt, warum er nicht mehr schreiben kann.

Was aber ist eine Sprachkrise? Ich würde es mal salopp so ausdrücken: keine literarisch passablen Worte zu finden angesichts der Kluft zwischen dem ethischen Anspruch und den tatsächlichen Lebensverhältnissen, zwischen den offiziell vertretenen Werten einer Gesellschaft und dem realen Unrechtssystem. Nicht aussprechen können, was zum Himmel schreit, weil man dafür seine bürgerliche Existenz und gesamte Bildung über Bord werfen müsste und nur noch „Scheiße“ schreien könnte. Kurzum: auch heute leben wir in einer Sprachkrise, die es in sich hat. 

 

 

 

 

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Zweimal Olivenbaum (tägliche Zeichnung)

Endlich wieder Olivenbäume zeichnen! Der Baum am Strand, den ich gestern zeigte, ist eine andere als die sonst hier verbreitete Sorte Koroneiki, glatter und weniger zerklüftetder Stamm, höher das Gezweig.

 

 

Die Bäume in meinem Garten gehören zur Sorte Koroneiki, die das wetbeste Öl hervorbringen. Heute vormittag hatte ich Lust, all den Zerklüftungen eines solchen Baums mit dem Stift zu folgen. Die erste Zeichnung machte ich aus mittlerer Entfernung

IMG_3401

Bei der zweiten rückte ich ihm noch näher auf den Pelz bzw die Borke.

 

 

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Das Haus am Ende der Bucht: Skizzieren – fotografieren – Bilder legen

Das Haus am Ende der Bucht – ein halbwegs über dem Wasser schwebender Kubus  – wollte ich zeichnen, aber der Platz war gestern abend besetzt. Also begnügte ich mich zunächst mit dem Blick auf die  Silhouette einer Pinienpflanzung über der Steilküste und versuchte mich dann an einem Olivenbaumstamm. Als ich allein war, konnte ich noch schnell das Haus skizzieren.

Zum Abschied machte ich Detailfotos des Hauses, das sich bei Sonnenuntergang goldockrig verfärbt.

Heute griff ich noch einmal zu Susanne B΄s farbigen Rechtecken und legte sie zu Bildern zusammen. Dabei war mir, als belebte sich das Haus, es zeigte seine Stuben im Licht vieler Sonnen und Stürme, denen es standhielt.

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Übergänge schaffen (3). Von gegenständlicher zu konkreter Kunst

Die halbdurchsichtigen farbigen Rechtecke aus Susanne B’s Schnipselset haben mich zu weiteren Versuchen angeregt. Ich war neugierig, wie sich die Farbflächen mit meinen Zeichnungen vertrugen und was sie mit ihnen machten. Wenn du die Bilder anklickst, siehst du sie ohne den störenden Einfluss der Nachbarbilder.

Dann wurde ich neugierig, wie die Rechtecke, deren Verteilung durch die Zeichnung angeregt wurde,  auf einer rein weißen Fläche wirken würden. Also löschte ich die Zeichnung, so dass nur die Farbflächen mit den schwach durchscheinenden Linien der Zeichnung zurückblieben. 

 

Dieses Experiment führte ich an vielen Zeichnungen durch.  Hier drei weitere.

Die Bilder mit gelöschter Zeichnung kann man der „konkreten Kunst“ zuordnen, da sie auf geometrische Formen reduziert sind – allerdings ohne die streng mathematische Regelmäßigkeit, die dieser Kunstrichtung eigen ist. Wer mehr übr die“Konkrete Kunst“ erfahren möchte, kan ich wärmstens den Blog von Lars empfehlen:  http://arte-concreta.com/author/lahaus71/

 

 

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Allein am Meer: Sonne und Mond

Heute Abend: Außer mir kein Mensch in der Bucht. Das Meer unruhig. Kalt und sehr erfrischend das Bad.

Im Gegenlicht der leere Strand

und eine große Sonne

Kulisse für das täglich sich abspielende Drama:  Sonne und Mond, Begrüßung und Abschied in eins.

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Zeichnen und Legen: Verbindung schaffen (2)

Ich habe noch ein bisschen weitergespielt. Und das kam so: Auf meinem Schreibtisch stapeln sich die Zeichenblöcke mit Zeichnungen des Vorjahrs. Und daneben liegen die Tüten mit den Schnipseln. Aus der Tüte mit Susanne B’s Schnipseln nahm ich die halb durchsichtigen farbigen Rechtecke und legte sie versuchsweise auf Zeichnungen.

Diese und andere Collagen bearbeitete ich dann digital, wobei ich mich bemühte, die Transparenz der farbigen Rechtecke zu erhöhen.

und  auf manchen der so geschaffenen Bühnen ließ ich das nun schon bekannte Paar auftreten.

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Erlöschen der Hibiskusblüte (Video)

Gestern sah ich im fantastischen Nachmittagslicht eine Hibiskusblüte vor dem blau-weißen Himmel feurig erglühen.

Dann zog eine Wolke vor die Sonne und das Rot erlosch. Würde ich diesen Vorgang auch auf Video festhalten können?

Ich probierte es mehrmals, aber Sonne und Wolken taten mir nicht den Gefallen, sich im Rhythmus meiner beschränkten bits zu bewegen. Doch schließlich:

Fehler
Dieses Video existiert nicht



 

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Den Debattenraum erweitern (4): Warum sterben mehr Afroamerikaner an Covid19? Dr. Wodrags Antwort.

Anlässlich der jüngsten Ermordung eines Afroamerikaners, der in den USA zu einem Aufschrei führte, kommentierte eine farbige Journalistin:  Just a week ago, newspapers all across our country listed the names on their front pages of thousands of Americans killed by Covid19. More than 100,000 Americans have perished from the coronavirus. And, as I have repeatedly pointed out, nearly 23 percent of these deaths are African-Americans, even though we black people make up only 13 percent of the U.S. population. (Es ist grad eine Woche her, dass die Zeitungen auf ihren Frontseiten die Namen von Tausenden Amerikaner auflisteten, die durch Covid19 getötet wurden. Mehr als 100 000 Amerikaner starben am Corona-Virus. Und, wie ich immer wieder betont habe, fast 23% der Toten sind Afroamerikaner, obgleich wir schwarzen Menschen nur 13% der US-Bevölkerung ausmachen).

Warum? Das ist die große Frage. Dr. Wodrag meint, die Antwort zu haben: Wegen der massiven Vergabe eines Medikaments, das für Menschen mit einer für Afrikaner typischen Enzymschwäche tödlich ist. 

Dr. Wodrag ist in meinen Augen einer der ehrlichsten und engagiertesten Ärzte, die sich zu Corona zu Wort gemeldet haben. Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit, das Video anzuschauen: „Ein Menschheitsverbrechen“. 
https://youtu.be/WnU5kz86fOU?t=1317

Es geht, unter anderem, um die Gefahren eines weltweit empfohlenen Anti-Malaria-Mittels bei Menschen mit einer besonderen Enzymschwäche, die vor allem in tropischen, subtropischen und auch in Mittelmeerländern vorkommt, wo Malaria grassiert. Und die die hohe Sterblichkeit in Brasilien, in Mittelamerika, in NY, aber auch in Italien und Spanien erklären könnte. Dann wären die Menschen nicht an Corona, sondern am Medikament gestorben (Mikro-Thrombosen führen zu Atemnot und Herzstillstand). Übrigens waren die ersten sechs Toten in Schweden Somalier, weshalb Dr. Wodrag Verdacht schöpfte.

Außerdem beklagt Dr. Wodrag, dass Bayer, das diese Pillen gegenwärtig in großen Mengen verschenkt, in Afrika eine Großanlage für die Produktion eben dieses für Afrikaner tödlichen Medikamentes baut.

Schau einfach mal. Selbstverständlich kann ich die Aussagen nicht überprüfen.  Ich hoffe, dass dies in einem offenen Rechts-Verfahren sehr bald geschieht. Denn wenn es zutrifft, wäre es ein Menschheitsverbrechen an Menschen mit afrikanischen Wurzeln, gegen das der brutale Mord an einem Schwarzen fast zur Bagatelle wird.

https://youtu.be/WnU5kz86fOU?t=1317


Nachtrag 2.6.: Ich habe mich inzwischen versucht, kundiger zu machen, und fand viele Berichte über lebensgefährliche Nebenwirkungen des Wirkstoffes Chloroquin – was Wodargs Aussage bestätigt. Breit angelegte Forschungen mit Covid-Patienten wurden wegen erhöhter Sterblichkeit  bei der behandelten Gruppe gg der Kontrollgruppe abgebrochen.

Ich las auch Artikel  über Favismus, und tatsächlich wird in einigen darauf hingewiesen, dass die Behandlung  Chloroquin gegenindiziert ist. Also scheint es erwiesen zu sein, dass Chloroquin NICHT bei Menschen mit Favismus angewendet werden darf.

Nicht gefunden habe ich Studien über die von Wodarg aufgeworfene Frage, ob die hohe Sterblichkeit zB in Italien oder bei der schwarzen US-Bevölkerung oder in Brasilien mit dem Vorkommen von Favismus und der Behandlung mit Chloroquin  korreliert. Auch fand ich keine spezifizierte Untersuchung über Todesursache, Behandlung von Covid-Patienten und Anteil von Favismus-Patienten.  Die Kritik von Wodarg ist, soweit ich das beurteilen kann, insofern sehr berechtigt.

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