Montags ist Fototermin (plus tägliches Zeichnen): Der Feigenkaktus

Leider blüht er nicht, trägt auch keine Früchte – aber er ist eine mächtige Skulptur, der Feigenkaktus in meinem Garten. Ich habe ihn schon manchmal gezeichnet – gestern wieder. Und diesmal habe ich auch einige Detailfotos gemacht.

Mich fasziniert das Spiel von Raum und Gegenraum oder auch Positiv und Negativ, also das Gegeneinander der fleischigen stachelbewehrten Form und des Luftraums. Hinzu kommt das lebhafte Spiel von Licht und Schatten – eine Herausforderung für den Zeichner.

Und eine Detailzeichnung, wo ich den genauen Verlauf von Licht- und Schattenzonen auf der minimal gewöbten Stachel-bewehrten Oberfläche dreier Blätter verfolgte.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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14 Antworten zu Montags ist Fototermin (plus tägliches Zeichnen): Der Feigenkaktus

  1. finbarsgift schreibt:

    Faszinierendes Gebilde, so ein Feigenkaktus. Tolle Bilder. Feine Zeichnung.
    Warum blüht deiner nicht?
    Die Früchte sind auch sehr interessant und die Blüten sehr schön, finde ich.
    Herzliche Morgengrüße vom Lu

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Lu. Warum meiner nicht blüht, kann ich dir leider nicht sagen. Vielleicht ist der Platz zu schattig? Jedenfalls ist es schade, denn die zartgelben Blüten sind so zauberhaft, und die Früchte sehr schmackhaft und vitaminhaltig. Man muss freilich wissen, wie man sie zerlegt, ohne dass die haarfeinen Nadeln an die Hände und den Mund kommen. – Gestern habe ich ein Glas mit Feigenkaktus-Marmelade aufgemacht, sie ist flüssiges Gold und duftet verführerisch.

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  2. Ule Rolff schreibt:

    Eine Herausforderung sind die Schatten auch für die Fotografin. Die Schatten werden leicht so übermächtig, dass sie das Gesamtbild erschlagen.
    Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und negativem Raum/“Hintergrund“ ist sehr lebendig in diesen Fotos.
    In der zweiten Zeichnung mag ich besonders, wie du den Hintergrund zart aufgeteilt und damit zu einem gleichberechtigten Teil des Gesamtbildes aufgewertet hast. Die Detailzeichnung wird dadurch fast zu einer abstrakten Studie von harmonischer Flächenaufteilung.

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    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, Ule, für deinen Zuspruch. Ich mag das Wechselspiel zwischen Detailhaltigem und reduzierter Information auch sehr und weiß eigentlich nicht, warum ich mich meist verpflichtet fühle, alles auszuarbeiten. Vielleicht ist es mein demokratischer Sinn: keine Hierarchisierung, nichts soll vorherrschen, alles hat gleichermaßen Berechtigung und Bedeutung 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, und Bosch und so mancher andere der Alten. Da war das einzige Überragende das Göttliche. Erst in der Renaissance fühlte man die Notwendigkeit der Hierarchisierung und Perspektive des Weltlichen. Da wurde dann das überdimensionierte Ich gegen den Rest der Welt gestellt. 🙂

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  3. Johanna schreibt:

    Schön! Die Form hat etwas Schidlkrötenhaftiges .. 😊

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  4. TeggyTiggs schreibt:

    …auf den Fotos scheint mir der Kaktus ein großes vorzeitliches Monster zu sein, fremdartig verschachtelt, irgendwie ungelenk und ich sehe ihn sich bewegen, als liefer er auf Stelzen…etwas unheimlich…zumal ich ihn in der gesamten Gestalt nicht erfassen kann…sehr interessant fotografiert, so unterschiedliche Räume, Farben und Schatten…

    …beim Betrachten der ersten Zeichnung fühle ich mich fast erleichtert, endlich etwas Überblick, etwas feiner und geordneter, was meinem beschränkten Geist entgegenkommt, da fühlt er sich nicht mehr überfordert…

    …noch besser die zweite Zeichnung, nun ist es bewältigt, das Monster, es wird ins Detail gegangen, hervorgehoben, anderes angedeutet oder ganz weggelassen…

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    • gkazakou schreibt:

      Deine Gedanken und Assoziationen, liebe Teggytiggs, sind sehr interessant für mich. Von der Beunruhigung durch schwer zuzuordnende Formen (Monster) über die Beruhigung durch die Zuordnung zu einer Gestalt und schließlich die Beherrschung der Monster, wenn sie im Detail nachgebildet und in einen sinnvollen Zusammenhang eingeordnet werden. Du hast damit nachgezeichnet, was wir tagtäglich tun, wenn uns Dinge oder Ereignisse beunruhigen, die wir nicht recht einschätzen, beschreiben, zuordnen können. ZB gegenwärtig dieses Virus-Monster. Wir kommen nicht zur Ruhe, bis wir eine für uns brauchbare, da rational nachvollziehbare Beschreibung und Einordnung gefunden haben.
      Kinder sind noch nicht so routiniert in rationalen Zuordnungen, sie fragen „warum“, und der Erwachsene „erklärt“ und ordnet damit das Bedrohliche ein, normalisiert es. Nicht immer gelingt das. Beispiel: Goethes „Erlkönig“ (Nebelstreif, dürre Blätter, graue Weiden)

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      • TeggyTiggs schreibt:

        …so sind wir, daher auch die Schubladen, die so gern benutzt werden, um Meinungen und Menschen zu katalogisieren, dabei verliert das komplett geordnete an Lebendigkeit…ich würde von diesen Arbeiten daher die zweite Zeichnung bevorzugen, sie beschränkt sich im Detail auf so viel Unordnung, wie ich selber als interessanten Ausflug ertragen kann, während die angedeuteten Elemente mir von einer Größe erzählen, die ich ruhig mal links liegen lassen kann…so wichtig die Andeutungen auch sind, denn sie lassen mich vom Unbekannten wissen…

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  5. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Das Licht- und Schattenspiel bei den Fotografien macht das ganze Kaktusgebilde zu einem Kunstobjekt. Mir scheint, Schatten und Licht spielen miteinander, necken sich und machen einen vergnügten Eindruck, liebe Gerda, und fast fehlt mir dieses Spiel in Deiner wundervollen akribisch genauen Zeichnung.
    Bei meinem kleinen Feigenkaktus wäre Deine Zeichnung schnell gemacht, er hat nur drei Ohren 🙂 (ein Öhrchen brachte ich von einem Besuch in der Provence vor Jahren mit nachhause.) Einmal bisher hatte er eine wunderschöne gelbe Blüte, aber das wars auch bis heute. Etwas stört ihn, aber was?

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    • gkazakou schreibt:

      Da hast du recht, liebe Bruni, und ich willl es mir zu Herzen nehmen: das Licht-Schattenspiel , das die harten Formen auflöst, fehlt bei meiner großen Zeichnung. Bei der zweiten Zeichnung habe ich ihm penibel nachgespürt, da fehlt das Spielerische.

      Mein Feigenkaktus ist riesenhaft, mit zahllosen immer weiter sich verzweigenden Ohren. Auch er war zuerst nur ein Ohr – vor nunmehr 18 Jahren habe ich es in den Boden gesteckt. Blühen tut er nicht, leider. aber in er Nachbarschaft gibt esgenügend blühende Exemplare.

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Dein Kommentar freut mich, liebe Gerda. Das Licht- und Schattenspiel fehlte mir wirklich *lächel*. Er wirkte so ordentlich ohne diese lebendigen Spiele…

        Meiner braucht dann vermutlich noch so ca. 8 Jahre 🙂

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