Ein Aufruf:
Eine liebe Freundin ist böse auf mich und hat meine „Schlaumeiereien“ satt. Sie fragt in einem Kommentar,
„wieso wir uns nicht, jede und jeder für sich, Gedanken um lebbare und umsetzbare Alternativen machen, die es ja gibt, und diese zu verbreiten, statt noch mehr Ängste ins Netz und ins Feld zu tragen.“
Diese Anregung möchte ich gerne aufgreifen. Denn sie hat Recht. Wir brauchen „lebbare und umsetzbare Alternativen“ und nicht noch mehr Angst im Netz und im Feld. Daher möchte ich dich, liebe Leserin, lieber Leser, hiermit herzlich aufrufen, dir Gedanken zu machen: welche lebbaren, umsetzbaren Alternativen gibt es zur Misere des „Nicht-mehr“ und „Höchstens-noch“, in der wir steckenzubleiben drohen?
Mein heutiger Eintrag ist sicher noch nicht in diesem, sondern noch immer im schlaumeierischen Geist verfasst, der sich meiner angesichts der Coronamaßnahmen bemächtigt hat. Aber vielleicht ist er ein erster Befreiungsschlag. Ich erhoffe mir von dir, liebe Leserin und lieber Leser, bessere, weitergehende, tiefer durchdachte Vorschläge als den, den ich am Ende des Dialogs mache! Und selbstverständlich werde auch ich meinen Beitrag leisten.
Falls du etwas beitragen möchtest, kannst du entweder einen Kommentar oder einen eigenen Blog-Eintrag schreiben, den du hier verlinkst. Ich würde in ca zwei Wochen eine lesbare Übersicht aller Eingänge erstellen.
Ein fiktiver Dialog über Zahlen, Tests und was wirklich hilft.
Dieser Dialog ist bei der Lektüre der heutigen „Welt“ entstanden, die ich, wie auch sonstige Mainstream-Medien, immer fleißig durchforste nach verwertbaren Informationen (kursiv Gesetztes sind Zitate aus der „Welt“). An den obigen „Aufruf“ dachte ich bei der Abfassung noch nicht. Der ergab sich erst am Ende des „fiktiven Dialogs“.
Anton: 65.413 neue Corona-Fälle meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) in den ersten vier Tagen der laufenden Woche. In der Vorwoche waren es im gleichen Zeitraum 69.048 gemeldete Neuinfektionen.
Berta: Fast dreieinhalbtausend weniger Fälle? Dann schwächt sich die Epidemie also ab? Ist ja fabelhaft!
Anton: Nach dem steilen Anstieg im Oktober zeigt die Infektionskurve in vielen Ländern wieder nach unten
Berta: O wunderbar, bald können wir aufatmen! Oder doch nicht?
—–
Anton: . „Gleichzeitig stieg die Positivquote von 7,86 Prozent auf neun Prozent.“
Berta: O weh, nein! Wird es etwa noch schlimmer?
Ja, was denn jetzt? Schlimmer oder besser? Oder alles wie gehabt?
Anton: „In der vergangenen Woche sank die Zahl der erfassten PCR-Tests erstmals seit Wochen um rund 200.000 auf 1.384.943.“
Berta: Es wurde weniger getestet? 200 000 weniger als in der Woche zuvor? Warum? wer wurde nun nicht mehr getestet?
Anton: Nach Angaben des RKI soll nur noch getestet werden, wenn eine „schwere Symptomatik“ vorliegt, also Atemnot, Bronchitis oder Lungenentzündung oder verhältnismäßig eindeutige Symptome wie der Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn. Außerdem soll getestet werden, wer Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder wenn ein mögliches Cluster vorliegt und bei Kontakt oder Zugehörigkeit zu Risikogruppen.
Berta: Klingt ja vernünftig. Man will weniger testen, weil, wie ich hörte, die Test-Kapazitäten überfordert sind, seit die normalen Erkältungskrankheiten zugenommen haben. Wenn jeder, der einen Schnupfen oder ein Kratzen im Hals hat, getestet werden will, kommen die Labore nicht mehr nach.
Aber was hat das mit den gesunkenen „Infektionszahlen“ zu tun?
Anton: Nun, das ist einfach: Wenn du weniger testest, erhältst du auch weniger Ergebnisse. 200 000 weniger Tests, das bedeutet: 3.300 weniger positive und 196.700 weniger negative Testergebnisse.
Berta: Aber wie kommt es zur höheren Positivquote?
Anton: Das ist auch einfach: wenn du vor allem Menschen mit Symptomen und nicht mehr jedermann testest, erfasst du relativ mehr Menschen, die sich den Corona eingefangen haben und daher Symptome aufweisen. 91% der Getesteten sind auch jetzt „Corona-frei“ (negativ), aber vorher waren es 92.14%.
Die neue Teststrategie ist gerade erst angelaufen. In der kommenden Woche wirst du einen noch deutlicheren Rückgang der „Infektionen“ (positiv Getesteten) sehen, und gleichzeitig einen Anstieg der „Positiv-Quote“ (% der positiv-Getesteten bezogen auf Gesamtzahl der Getesteten) .
Berta: Und was nützt das mir?
Anton: Nichts. Denn dich, als realen Menschen, interessieren diese Zahlen wenig. Dich interessiert, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass du dir eine böse Infektion einfängst.
Berta: Und wie hoch ist diese Wahrscheinlichkeit?
Anton: Weiß ich nicht. Frag doch das RKI. Vielleicht haben die dadrüber ja auch eine Statistik.
Berta: Und was soll ich jetzt tun? Ich habe keine Lust, mich anzustecken.
Anton: Das Beste wird sein, du hältst dich, wenn du kannst, fern von großen Menschenansammlungen und von akut Erkrankten, achtest auf eine gesunde Ernährung, gehst viel an der frischen Luft spazieren, nimmst Vitamin C und D ein, trägst bei nassem Wetter feste Schuhe und bei windigem einen Schal, … na, du weißt schon. Vielleicht hast du ja auch einen Arzt oder Heilpraktiker, der dir noch ein paar Ratschläge gibt, wie du dein Immunsystem am besten stärkst. Dass du dir den Virus irgendwann, irgendwo einfängst, ist ziemlich wahrscheinlich, aber deshalb musst du ja nicht gleich schwer erkranken oder gar dran sterben.
Wie blass du bist! Komm, lass uns rausgehen! Ein Spaziergang wird uns allen gut tun!
