„Jetzt ist jetzt“: lieblich-unkatastrophische Reimerei (abc-etüde)

abc.etüden 2020 47+48 | 365tageasatzaday

Dies ist nun schon meine vierte Etüde zu Ulli Gaus Wörtern, alle im Rahmen von Christianes abc-etüden zusammengereimt. Danke euch beiden herzlich für die Anregung.

Die Etüde ist zugleich ein Beitrag zu meinem gestern angeregten Projekt „Lebbare, umsetzbare Alternativen„. Denn welche Mittel stehen uns, als Subjekte, auch heute unbeschränkt zur Verfügung, um uns aus lähmender Verdrossenheit und Grübelei zu befreien?

Für mich ist es das Dreigespann Natur – Fantasie – Kunst.

 

Jetzt ist Jetzt

Die schlimmste Quelle von den Übeln

Ist immer noch das viele Grübeln

Griesgrämig glotzt du in die Sonne

Und missvergnügt auf jede Wonne

Die sich vielleicht

ins Denken schleicht

Was soll dir das, du dummes Huhn

Kannst du denn nicht was Heitres tun?

 

Stöber lieber in Archiven

Stromer unter den Oliven

Du wirst bestimmt was Nettes finden

Und es zu einem Strauß verbinden

Ein Blümlein hier, ein Blättlein da

Ein hübsches Bild, da staunste, wa?

Ja, sowas hast du mal gemacht

Und heute nicht? wär doch gelacht!

 

So nimm den Pinsel, nimm die Farben

Die guten, nicht die schon verdarben

Nimm Kleister, Leinwand und Papier

Und zaubre Bilder jetzt und hier!

Fürs Grübeln hast du später Zeit

Jetzt mach dich für den Tag bereit!

Erweck sie jetzt, die Fantasie!

Denn heut ist heut und morgen nie!

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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19 Antworten zu „Jetzt ist jetzt“: lieblich-unkatastrophische Reimerei (abc-etüde)

  1. hgamma schreibt:

    Guten Tag Gerda.

    Danke für diese schönen Bilder.

    Als Ergänzung: Mein Grübeln, tut niemandem was an.

    Herzliche Grüße
    Hans

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      doch, dir selbst. Und den Menschen, Tieren und Pflanzen um dich herum vielleicht auch, wenn du zu viel Energie ins Grübeln steckst und ihnen zu wenig Aufmerksamkeit schenkst.

      Gefällt 1 Person

      • hgamma schreibt:

        Guten Tag Gerda,

        Vielen Dank für Deine Antwort.

        Nicht mal in meine Seele selbst, anderen Menschen, Tieren und Pflanzen um mich herum, kann ich mich in ihre Wirklichkeit hineinversetzen.

        Das wenige was mir bleibt ist, mit meinen Sinnen, die Erfahrung, dass ich inmitten von allem, ein Teil der Natur, in ihr selbst ausgesetzt mir bin.

        Die ganze Energie ins Grübeln zu stecken, mit dem Zweifel, ob dies oder das, für mich von Bedeutung, wesentlich sein kann; was aus der Seele, der Welt, zu allen Sinnen mir zufällt. In der Beobachtung, wenn es mir möglich wird, das bessere zu wählen, es in die Tat umzusetzen.

        Darin sehe ich meine täglich Aufgabe, dem Drama von Welt und Seele, meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken.

        Herzliche Grüße
        Hans

        Gefällt 1 Person

  2. alphachamber schreibt:

    Wie recht Sie haben. Morgen werde ich daran denken, nach den vielen Sachbuechern kommt mal wieder etwas Erbauliches dran. Habe noch „Romance of the Three Kingdoms“ und ein paar Baende von Edgar Allen Poe vor mir… (leider haperts beim Zeichnen)
    Danke fuer den huebschen Reim!
    MFG

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  3. Bilder und Worte sind 👌👌👌👌👍

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  4. Myriade schreibt:

    Gefällt mir als Absichtserklärung schon einmal sehr gut!

    Gefällt 3 Personen

  5. Christiane schreibt:

    Schön! Ich gebe dir recht, liebe Gerda: Immer wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, ist auch kontraproduktiv. Man kann diese Schlange nicht komplett ignorieren, aber darauf, wie man mit den Umständen umgeht, hat man Einfluss.
    Danke dir! 😁
    Vorabendgruß 😁☕🥐👍

    Gefällt 3 Personen

  6. Werner Kastens schreibt:

    Sehr schön, liebe Gerda! Ja, aktiv werden, auch in Kleinigkeiten das Schöne sehen und sich einfach mal hingeben.

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Unbedingt, Werner! Jetzt ist das Leben! Zumal ich mich auf dauernde Einschränkungen einrichte. Für mich ist das,was in diesem Jahr geschieht, nur der Gipfel des Eisbergs, auf den unsere wunderbare Titanicwelt zurast.

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  7. Gisela Benseler schreibt:

    Unglaublich farbenfroh ist das Gemälde. Das Gedicht ist „klasse“, bis auf den Schluß: “ denn jetzt ist jetzt und morgen nie.“ Das mit dem „jetzt“ finde ich gut. Zu der letzten Zeile schweige ich lieber still.

    Gefällt 1 Person

  8. Ule Rolff schreibt:

    Das klingt nach Hoffnung und deine Boote segeln wunderbar durch das Blau, Gerda. Sie gehören wohl in die Kategorie: „Sowas hast du mal gemacht“.

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Ja, Ule! und eben sah ich eine Reportage aus Polynesien, die mein Herz belebt hat. Eine Kultur des Teilens, und zugleich des Respektes vor den Ahnen und dem Göttlichen, in einer Inselwelt von großer Schönheit. Vielleicht kann ich wieder „sowas machen“. Hab einen schönen Tag.

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  9. Pingback: Fazit Textwochen 47.48.20, willkommen Adventüden 2020! | Irgendwas ist immer

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