Gemeinsam Bilder legen – Spielen (2)

Gestern erwartete ich den zehnjährigen D, mit dem ich das gemeinsame abwechselnde Schnipselbildlegen kürzlich erfunden und erfolgreich praktiziert habe (hier).

D und G legen abwechselnd Maries Schnipsel aus.

Doch nicht er kam, sondern seine Mutter und deren Freundin erschienen – das Kind, auf das ich eingestellt war, war verhindert. Nun fällt es mir aber schwer, einen Handlungsimpuls, der sich in mir aufgebaut hat, einfach fallen zu lassen. Ich wollte mit D neue Varianten des Spiels ausprobieren. Also bat ich die beiden Frauen, bevor sie mir ihr Anliegen vortrugen, mit mir ein Bild zu legen. Sie zögerten, waren dann aber zu ihrer eigenen Überraschung hoch konzentriert dabei, als wir in strenger Reihenfolge und stumm ein gemeinsames Bild legten.

M, N und G legen gemeinsam in strenger Reihenfolge ein Bild aus

Interessanter als das Ergebnis war es, den Prozess zu beobachten: Legte sie zentral oder am Rande, legte sie systematisch ein selbstständiges Motiv oder ergänzte sie eher, veränderte, intervenierte vielleicht sogar in das Motiv einer anderen? Zögerte sie, suchte nach dem geeigneten Platz, oder ging sie zielstrebig und kurz entschlossen vor? Spannend war auch: wer würde die Verantwortung übernehmen, das Bild „fertig“ zu nennen? Wer aufhörte, beendete das Spiel auch für die anderen – und das war kein einfacher Entschluss…

All diese Beobachtungen sammelten wir nicht nur, sondern fassten sie auch in einer Spielanweisung zusammen, wenn es darum ging, mit heftig konkurrierenden und streitenden Geschwistern Bilder zu legen: Würde die selbstbewusste siebenjährige A die Reihenfolge respektieren? Würde sie den zehnjährigen Bruder imitieren oder eher stören? Wer würde das Spiel aufkündigen? Was war der Vorteil dieses Spiels gegenüber Konkurrenzspielen wie Mensch-ärgere-dich-nicht? usw usf. Es wurde ein fruchtbares Gespräch, das ganz natürlich in die eigentliche Themenstellung der Sitzung überleitete.

Ich aber saß danach noch mit den Farbstiften da, die ich für die Arbeit mit D bereitgelegt hatte. Und so färbte ich ein paar der weißen Schnipsel ein. Wie würde sich das ausnehmen?

Fortsetzung folgt.

 

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Über Geheimkünstler. Eine halb gereimte abc-etüde

Über Geheimkünstler

 

Sag mir, Liebe, was suggeriert dir

das Wort

Geheimkünstler?

Zugegeben, es ist ein etwas sperriges Wort, aber sag:

ich soll darüber was dichten.

 

Geheimkünstler? Na, wart mal,

da denk ich doch gleich an den Herrn Geheimrat, der

zugleich auch ein Künstler war. Oder vielmehr

ein Dichter, glaub ich, und dann ein Geheimrat.

 

Und sag ich Geheimrat, denk ich auch gleich

an Geheimratsecken, also nicht die ,

wo Geheimräte rumstehn und wichtig Erscheinendes reden

nicht an solche Ecken denk ich dabei

Vielmehr an deine Haare, die weichen zurück

An den Seiten der schön gewölbten Stirne

Und bringen Ecken ins lockige Haar. Da

Wird dann das Alter schon sichtbar.

 

Am besten du gehst zu einem geschickten Frisör

Einem Figaro, der seine Kunst wohl versteht

Und weiß wie man Ecken begradigt und schönt

So dass dein Alter geheim bleibt.

Was schreib ich also, was räts du mir?

 

„die geheimen ecken

des hauptes mein

die soll mir zudecken

das figarolein“.

 

Ach nee, das ist allzu banal

Wie wäre es mit …  ja warte mal …

 

„geheimkünstler wurde er genannt

von allen frauen, die ihn gekannt

er war ein künstler der leis suggerierte

wenn er die blöße des hauptes touchierte

dass afrodite im weibe noch lebte

in jedem haar die göttin erbebte“

 

So geht’s, das klingt doch schon ganz flott

und nicht so sperrig wie … mein Gott!

Ich muss die Wörter dringend zählen

Anstatt mich durch den Reim zu quälen

Ich glaube wirklich, es genügt

Ich bin jetzt fertig und vergnügt.

 

Dies ist ein Beitrag zu Christianes abc-etüden. Die Wörter für die Textwochen 40/41 des Schreibjahres 2021 stiftete Yvonne mit ihrem Blog umgeBUCHt. Sie lauten:

Geheimkünstler
sperrig
suggerieren.

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Die Meerzwiebel

In dieser Jahreszeit ist wenig Blühendes auf den Feldern zu entdecken. Um so mehr erfreuen die Meerzwiebeln mit ihren weiß bestirnten Kerzen mein Auge. Sie wachsen aus dem dunklen trockenen Grund der Olivenhaine hervor, manchmal schlangengleich züngelnd und tänzelnd, übermannshoch. Geheimnisvolle Wesen sind es, giftig und wohltätig dem Menschen.

Ja, die Meerzwiebel ist giftig, aber gerade dadurch auch ein Heimittel. Pharmako heißt auf Griechisch Medizin, Pharmaki aber ist Gift. Παν μέτρον άριστο – auf das rechte Maß kommt es an.  Zu wenig hilft nicht, zu viel bringt um. Außer den schon in antiken Zeiten üblichen Anwendungen – von Wundheilung über Wassersucht und Asthma bis Rattengift – kam im 18. Jahrhundert die Erkenntnis hinzu, dass die in der Zwiebel enthaltenen Substanzen ähnlich wie Digitalis des Fingerhuts als Herzmittel eingesetzt werden kann.

Die große Zwiebel überdauert schadlos den harten Sommer und treibt nun überall die hohen Blütenstände aus. Die blühen von unten nach oben: im unteren Abschnitt sind die weißen sechsblättrigen Blüten bereits vergangen, in der Mitte sind sie voll erblüht und im oberen Abschnitt knospen sie. Die bodenständigen Blätter kommen erst später zum Vorschein. Zum Jahreswechsel zieht man so eine Zwiebel am Schopf aus dem Boden und hängt sie über die Haustür. Das ist ein sicheres Hausmittel für ein fruchtbares glückliches Neues Jahr.

Der Blütenstand, der nie ganz aufgeblüht ist, so dass man an ihm beobachten kann, wie das Leben zwischen abgeblühter Vergangenheit und knopsender Zukunft im Hier und Jetzt erblüht, wird durch die große Überlebenskraft der Zwiebel zu einem freundlichen Gleichnis. Alles vergeht und alles ist aufgehoben in der Dauer.

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Frankossika

Franken-Feigen – das ist auch nichts anderes als der gestrige Feigenkaktus, nur auf Griechisch. Anscheinend haben die Franken einst diese Wüstenbewohner nach Griechenland gebracht – vielleicht aus Palästina, wer weiß. Denn dorthin zog es die Franken (die deutschen und französischen Ritter), um die Heilige Stadt zu „befreien“ und sich nebenher zu bereichern. Große Teile Griechenlands fielen damals unter ihre Herrschaft.

Besonders beliebt waren die fränkischen Herren nicht, die die Landbewohner zwangen, ihnen Burgen zu bauen und auch sonst zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen. Haben die Griechen deshalb die so schwer zu erntenden Feigenkaktusse Frankenfeigen genannt? Ich weiß es nicht.

Was ich weiß, ist, dass ich diese gewaltigen Kaktus-Gebilde sehr mag und bewundere. Heute blieb ich wieder vor einem stehen. Ein junges Blatt zog meine Aufmerksamkeit auf sich.

Filigrane Blattskelette und hart getrocknete Altblätter habe ich ja gestern gezeigt. Wie anders stellt sich solch ein Jungblatt dar!

Dieses Blatt wird, wenn es voll entwickelt ist, einen Kranz von hellgelben Blüten tragen, die sich zu rotgelben Früchten entwickeln, etwas so:

Aus diesen Früchten könnte man vieles machen, zum Beispiel einen Saft, der Diabetikern hilft. Ich weiß das, weil eine Freundin Finanzierungsmittel sucht, um solchen Saft zu produzieren. Proben davon habe ich getrunken – er hat mir sehr gemundet.

Nun aber stehen diese großartigen pflanzlichen Skulpturen nutzlos am Wegrand, die Früchte fallen in den Staub, niemand erntet sie. Schade, eigentlich.

 

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Feigenkaktus? Das ist hier die Frage (abc-etüde)

abc.etüden 2021 40+41 | 365tageasatzaday

Dies ist ein Beitrag zu Christianes abc-etüden. Die Wörter für die Textwochen 40/41 des Schreibjahres 2021 stiftete Yvonne mit ihrem Blog umgeBUCHt. Sie lauten:

Geheimkünstler
sperrig
suggerieren.

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Als ich dies filigrane, vom Meer ausgewaschene Gebilde fand und mit seinem blauen Schatten fotografierte, dachte ich wie so oft: Was sind das nur für Geheimkünstler, die da unsichtbar für unsere Augen die herrlichsten Gebilde erschaffen?

Almuth von Pflanzwas wunderte sich: „So sieht der Feigenkaktus aus? Das sieht aus wie von Korallen. Habe ich noch nie gesehen.“ Ich gebe ihr recht: diese Formen suggerieren die verzweigte Schönheit von Korallen. Nicht unähnlich den Korallen ist der Feigenkaktus auch in der Art, wie er den Raum ergreift –  groß und sperrig und vielfach verzweigt steht er da, mit feinsten Stacheln bewehrt, so dass die Ernte der wohlschmeckenden vitaminhaltigen Früchte zum Abenteuer wird.

Ob dieses Fundstück tatsächlich ein Ohr des Feigenkaktus ist? Ich antwortete Almuth: „So sieht der Feigenkaktus eigentlich nicht aus. Ich habe diese filigranen Gebilde am Strand gefunden und geschlossen, dass es vom Wasser „anatomisierte“ Blätter des Feigenkaktus sein müssen, da ich mir keine andere Pflanze vorstellen konnte“.

Wie der Feigenkaktus „wirklich“ aussieht, habe ich schon mehrfach in diesem Blog vorgeführt, zB hier und hier, oder auch hier, auch gezeichnet habe ich dieses urtümliche Gebilde mit seinen zartgelben Knospen, seinen nahrhaften orange Früchten und seinen hauchfeinen Nadeln, die man nicht mehr loswird, wenn man ihn unvorsichtigerweise angefasst hat.

Im Kommentar erzählte ich, dass ich „ein steinhart getrocknetes Exemplar vom Wegrand mitgenommen (habe), da ist das Skelett nicht freigelegt, sondern das Blatt erhalten wie eine längliche Schale.“  Und ich überlegte, dass ich dies  Exemplar wohl auch mal zeigen könnte. Bruni ermunterte mich: „Ja, bitte, mach mal.“

Hier siehst du dies am Wegrand gefundene steinhart getrocknete Feigenkaktusohr, bei Kunstlicht fotografiert auf dem Küchenhocker.

Eine weitere Ansicht der Vorderseite und der wüst vernarbten Rückseite des Blattes:

Sag selbst: waren da nicht Geheimkünstler am Werk?

(290 Wörter)

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Dryaden, Najaden, Oreaden (Foto-Collagen mit Zeichnungen)

Das „Wort des Tages“ von Sonja aka Frau Wildgans lautet diesmal „Nymphe“.  Ein wenig habe ich dort im Kommentar beschrieben, wer oder was Nymphen ursprünglich sind.  Nymphe ist ein Wort aus dem Griechischen. Heute bedeutet es: „Braut“. Ursprünglich waren es Naturwesenheiten, die jeweils konkreten Orten zugeordnet waren. Jeder Baum hatte eine Baumnymphe, die starb, wenn der Baum gefällt wurde. Auch umgekehrt: der Baum starb, wenn die Nymphe ihr Lebensende erreicht hatte. Die Nymphe erbleichte, tanzte noch ein Weilchen mit ihren Artgenossinnen und sank dahin. Mit ihr starb der Baum. Die bekannteste Nymphe ist Euridike, die Geliebte von Orpheus. Sie war eine Dryade (von drys – Eiche).
Namentlich bekannt sind viele andere Nymphen, die mehreren Untergruppen angehören: Najaden sind Nymphen der Quellen und Brunnen, sehr viele starben inzwischen, da die Quellen versiegten und die Brunnen vergiftet wurden. Oreaden beschützen die Berge….

Gestaltet habe ich meine Nymphen im vergangenen Jahr aus eigenen Fotografien und Zeichnungen, die ich am Computer in Collagen zusammenführte. Einige wenige zeigte ich schon. Hier nun noch weitere Bilder, die sich wundersamerweise auf meinem Computer fanden und nicht mitsamt der kaputten externen Speicherplatte im Orkus verschwanden. Eine Euridike, die aus der Unterwelt zurückkehrte, sozusagen.

Dryade. Die Blätter verfärben sich und fallen ab, sie aber bleibt lebendig und erhält die Platane am Leben. Im kommenden Frühjahr wird sie erneut Knospen treiben.

Najade. Immer noch bewacht sie die Quellen. Im Mondschein kannst du ihr begegnen. Du musst aber leise sein, sie ist sehr scheu.

Schlafende Dryade: Sie schläft an den Wurzeln des Olivenbaums. Zart und fein ist sie, aber der gewaltige Stamm des Baumes erhält von ihr seine Kraft.

Eine Brunnen-Najade, erkennbar an ihrem Krug, schaut nach der Olivendryade. Vielleicht braucht sie Wasser? Aber nein, den süßen Schlaf wird sie nicht stören.

Trauernde Oreade: Schwere Zeiten für die Hüterinnen der Berge. Vom Feuer verwüstet, von Herden abgegrast, von Trassen für Lifts und Windgeneratoren gemartert, von Tunneln und Autobahnen durchbohrt ist ihre Heimstatt.  Wüsten entstehen, wo Fruchtbarkeit war.

Die berühmte Arie aus Glucks Oper „Ach ich habe sie verloren“ möge diese Nymphenschau musikalisch ergänzen.

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Gold und Blau (Montag ist Fototermin)

Zwei fein ziselierte „Bindegewebe“ vom Feigenkaktus brachte ich gestern vom Strand nach Haus. Heute hielt ich sie bei strahlendem Mittagslicht über ein Dossier, um ihre Schatten zu fotografieren, die sich tiefblau darstellten.

Meine anderen Fotografierversuche führten zu weniger eindrucksvollen Ergebnissen: Eine späte Holzbiene (glaube ich) besuchte die vom Wind bewegten gelben Blüten, die einen Blumenkasten des „Verschönerungsvereins“ an der Bucht von Akrogiali zieren. Zart waren die Blüten und Blätter, und die Biene schwer. Die Blüten schwankten wie Boote im aufgewühlten Hafen, aber die Biene fand Halt, nahm was sie brauchte und suchte emsig eine andere Blüte auf. Blüten-hopping. Auf den meisten Fotos sind nur halbe Blüten und Bienen zu sehen, denn sie schwankten zu schnell aus der Bildfläche. Immerhin….

gelang mir dann doch noch ein Portrait.

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Hafenzeile überblendet (Wiederholung)

Die gestrige Überblendung von Foto und Zeichnung sei sehr klein geraten, fanden einige LeserInnen. Drum habe ich sie noch einmal in höherer Auflösung erstellt.

Hier siehst du das Foto mit eingeblendeter Zeichnung. Die Deckung ist nicht 1:1, denn ich habe aus einem etwas anderen Winkel fotografiert als skizziert.Und natürlich trifft man beim Zeichnen auch andere Entscheidungen. Insbesondere habe ich die Treppe weniger mächtig ins Bild gerückt.

die eingeblendete Zeichnung:

Das Ergebnis: „colorierte Zeichnung“ oder „überzeichnetes Foto“ 50% : 50%

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Häuserzeile und Boote am Hafen (tägliches Zeichnen)

Ein wenig habe ich heute am Hafen zeichnen können –  nur eine Skizze, aber es hat mich entspannt und mir Freude gebracht, auf den ollen Stufen zu sitzen,  hinter mir ein Fischer im Gespräch mit einem Kumpel, vor mir das bewegte dunkle Wasser des Beckens, begrenzt von der hübschen Häuserzeile, und dahinter die Berge, der Himmel mit leichtem Gewölk.  Zwei Segelboote hatten an der Kaimauer festgemacht, von ihnen sah ich nicht viel mehr als ein bisschen Takelage.

Fotografiert habe ich die Skizze im Garten, im Halbschatten eines Olivenbaums…

und dann noch einmal „normal“ im vollen Schatten des Hauses.

Andere Ansichten dieser Ecke des Hafens:

Überblendungen habe ich auch ausprobiert, doch gezeichnete und fotografische Ansichten waren nur teilweise zur Deckung zu bringen.

 

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Gemeinsam Bilder legen (Maries Schnipsel 6)

Es macht Spaß, und ich kann es für viele Zwecke empfehlen: gemeinsam Bilder legen. Du brauchst nur einen Satz Schnipsel und eine große Unterlage. Meine Besucher_innen lassen sich gern verführen, ein wenig mit mir zu plaudern und dabei auch Bilder zu legen – oder umgekehrt.

Dies hier entstand gestern: rechts und in der Mitte legte meine erwachsene Besucherin, links ich, und während wir schwätzten, wurden Fuchs und Hase, Krokodil und Vogel, Pilze, Fisch, Baum und Mond erschaffen.

Heute kam ein zehnjähriger Junge zu Besuch, da legten wir abwechselnd: ein Schnipsel er, eines ich. Es war spannend: würde er an meins anschließen oder seine eigene Form bilden wollen? Sollte ich bei ihm weiterbauen oder es lieber ganz ihm überlassen? Wortlos verständigten wir uns. Ein formenreiches surreales Bild entstand, das uns beide schmunzeln ließ.

Das Schöne am gemeinsamen Schnipseln sind die Leichtigkeit und scheinbare Anspruchslosigkeit beim Bilderfinden.  Man kann wegnehmen, zufügen, verschieben, beim andern intervenieren, fabulieren, Reaktionen hervorrufen, und vor allem: Spaß haben.

In Arbeitspausen und zur Entspannung greife ich daher auch allein immer wieder zu den Schnipseln und lege mir was aus. Meistens sind es kleine Geschichten so wie hier mit den Seglern und dem kleinen Smutje im Ausguck.

Neuerdings gefällt es mir, meine Kreationen in irgendwelchen Meeren …

oder in Kunstlandschaften verschwinden zu lassen.

 

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