Der Falter (Kleine Beobachtungen, mit Dora)

Ich stelze durch einen Olivenhain, in dem die Kräuter hochgeschossen sind, oft genug mannshoch. Der Pfad, den es hier vor einem Monat noch gab, ist kaum noch zu erraten. Erstaunlich diese Wachstumskraft, die sich nach einem Tag sanften Regens und einigen Tagen milder Sonne im ausgelaugten Boden zeigt. Die Oliven sind ja Monokulturen, die Böden sind verarmt, zudem werden viele Felder durch Roundup kahl gebrannt. Aber dann bricht sich das Leben doch wieder Bahn und schafft gewaltige Mengen an „Biomasse“- bis die Hitze kommt und alles verdorrt.

Ich arbeite mich also durch den Olivenhain vorwärts. Da schreit Dora plötzlich: HALT! Ich bleibe wie angewurzelt stehen. Was ist los? Eine Schlange? Nein, es ist „bloß“ ein auffallend schöner Falter, der mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Halm sitzt und sich nicht rührt.

Er rührt sich auch nicht, als ich näherschleiche und mein Handy zücke. Er rührt sich nicht, als ich vorbei gehe. Was ist mit ihm geschehen?

Merkwürdig scheint mir nicht nur die Bewegungslosigkeit, sondern auch die Form: was ist das für ein Kopfende? Vier Fühler? Zwei Füher, zwei Beine mit Füßen, die sich an der Blüte festklammern?  Wieder und wieder betrachte ich die Fotos, vergrößere einen Bildausschnitt, komme aber zu keinem Schluss. Ist das alles ganz normal, und ich weiß eben nicht Bescheid?

„Ich weiß tatsächlich nicht Bescheid“, gebe ich auf Doras Frage hin zu. „Ich werde mal meine Leser fragen.“ – „Ja, tu das“, pflichtet Dora mir bei. „Und frag auch deine Leserinnen!“ Ach, richtig, Dora gendert! Ich hingegen includiere selbstverständlich alle hier Lesenden, wenn ich die altmodische Form „Leser“ benutze. Man möge es mir verzeihen.

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Tot oder lebendig: Mohn (tägliches Zeichnen)

Gestern nahm ich eine Mohnblüte und zwei Stängel wildes Getreide mit nach Haus. Ich stellte sie zu einem vertrockneten Olivenzweig und einer künstlichen Stechpalme mit roter Frucht in die weiße runde Vase auf dem schwarzen runden Tisch. Zwei rote Tupfer: ein lebendiger, ein toter.

Der Mohn ist trotz seiner sensiblen Natur auch heute, am zweiten Tag, noch lebendig. Die künstliche Stechpalmenfucht hat schon viele Weihnachten überlebt und wird wohl auch das nächste Weihnachten erleben.

Das Tote überlebt das Lebendige – ist das in sinnvoller Satz?

Einen Versuch, das aus Totem und Lebendigem gemischte Stillleben zu zeichnen, machte ich, obgleich es mir sinnlos erschien, das Rot des Mohns in Schwarzweiß wiederzugeben. Es wurde denn auch nichts mit dem Mohn.

Und wenn ich die Farben des Fotos mit der Zeichnung überblende? Die Schwärze der Zeichnung erscheint mir nun wie ein Vorgriff auf das Sterben des Mohns. Der Stechpalmenfrucht kann sie nichts anhaben. Die ist ewig bzw unsterblich, da sie nicht lebt und also auch nicht sterben kann.

Wie auch immer: ich werde dem Mohn schon noch ein paar Versuche widmen – draußen in der Natur und drinnen in der Vase.

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Dora zum FünftenFünften: Brot für die Welt

„Nanu?“ Ich wundere mich ja nur noch selten über Dora, aber dies Bild ist mir echt neu. „Was machst du denn da?“

„Ihr kümmert euch ja grad um euren Krieg. Ich kümmere mich zur Abwechslung mal um die Verhungernden. Es werden ja dank eures Krieges jeden Tag mehr, aber niemand hat Zeit für sie“, kommt prompt ihre vorwurfsvolle Antwort. Da werde ich ein bisschen rot, wende mich ab und sage nichts mehr. Und denke: Danke, Dora. Gut, dass jedenfalls du dich kümmerst.

deutsch: Brot, französisch: pain, italinisch: pane, finnisch: leipää, russisch: хлеб (khleb), ukainisch: хліб (khlib), polnisch: chleb.

 

 

 
 
 
 
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Mohn und Glockenblumen

Heute hat Bruni von Wortbehagen eine ihrer zarten Collagen gezeigt, zusammen mit einem wundervollen Gedicht, das beginnt mit der Zeile: Mohnblütenblatt du leuchtest am Mittag…

Dies Gedicht lag mir im Gemüt, als ich auf einem Feldweg in unsere Schlucht hinabstieg. Zärtliches Maienlicht umschwebte die Blüten der Wildblumen. Und zwischen ihnen, glorios und alle übertönend: der rote Mohn, griechisch Paparuna, französisch Coquelicot, englisch Poppy, italienisch Papavero, spanisch Amapola, russisch-polnisch-ukrainisch Mak. Rot wie das Blut, das in unser aller Adern fließt.

Der Mohn ist für immer mit den Schlachtfeldern verbunden, jedenfalls für mich (siehe zB hier). …wegen ihrer Farbe. Wegen ihrer zarten Zerbrechlichkeit und Flüchtigkeit. Weil sie auf Ruinen besonders gut gedeihen. Wegen des Gedichts, das McCrae im 1. Weltkrieg unter dem Eindruck der Schlachtfelder von Flandern schrieb (hier gesprochen von Leonard Cohen).   Weil ihr Saft Vergessen bringt, woran uns Paul Celans „Mohn und Gedächtnis“ erinnert.

Nun will ich vergessen und einfach zuschauen, wie das Rot aus dem Grün hervorquellen will, um sich zu entfalten.

und will das Rot sich entfalten lassen,  in all seiner Pracht.

Und will in diesen Ton des Mohns das zarte Glöckchenblau sich einschwingen lassen.

Frieden.

 

 

 

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Dora zum ViertenFünften: Farbe (tägliches Zeichnen)

 

Herrliches Maienwetter. Ich setze mich in den Garten vors Atelier, um endlich mal wieder einen Olivenbaum zu zeichnen. Dora beschaut die Zeichnung mit Kennerblick. „So weit, so gut!“ meint sie. „Doch solltest du auch ein paar Farben benutzen. Warte mal, ich helfe dir!“

Sie knipst ihre Latüchte an, und eh ich „Halt“ rufen kann, und „Ich will aber keine Farben!“, hat sie eine Ecke des Bildes mit Blau und Rot und Grün besprayt.

„Sieht doch gleich ganz anders aus!“ kräht sie vergnügt und posiert vor ihrem Werk. „Du wirst sehen: Alle mögen es so lieber. Farben machen fröhlich!“ Ich runzele die Stirn, sage aber keinen Ton. Auch „danke Dora!“ verkneife ich mir. Manchmal finde ich ihre Hilfsbereitschaft lästig. Aber wer weiß, vielleicht hat sie ja recht, und ich bin ein alter Miesepeter.

 

 

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Artischocke (kleine Beobachtungen)

Die Artischocke (Cynara cardunculus) heißt bei uns in Griechenland Αγκινάρα/Ankinara. Ihr Name leitet sich, wie könnte es anders sein, von einer Nymphe her, die Zeus ins Auge gefasst hatte. Kynara/Cynara* aber hatte keine Lust auf Zeus. Der Verschmähte verwandelte sie darob in ein Stachelwesen (αγκάθι/ankathi = Stachel).

Artischockenknospe

Um diese Artischocke zu fotografieren, stieg ich heute in ein fremdes Grundstück ein, in dem sie und etliche ihrer Artgenossinnen prächtig gediehen.  Zum Glück hat man sie noch nicht geköpft.

Dem Knaben gleich, der Disteln köpft … 

(auch das ist Zeus, natürlich, nach Goethes „Prometheus“-Ode)

Dieser große schön geformte, stachelige Diestelkopf wird, wenn man ihn noch ein wenig reifen lässt, sich öffnen und eine wunderschöne blau-violette Blüte offenbaren. Und dann erahnt man, warum Zeus in Liebe zu ihr entbrannte. Aber er hatte wohl keine Geduld, wollte sie, anstatt ihr Zeit zur vollen Entfaltung zu lassen, vorzeitig verspeisen.  So wie wir Menschen auch. Denn…

Artischockenblüte

 

Was du isst, wenn du Artischocken isst, sind Blütenknospen! Genauso wie übrigens Kapern, die als Knospen geerntet werden, wie ich früher mal erzählte, nämlich hier.

Kapernblüte

Also iss Artischocken mit Bedacht! Sie tragen noch all die Kraft in sich, die in der Blüte zur Entfaltung kommt. Für einen gesunden Gallenfluss und die Absenkung des Cholesterinspiegels gibt es nichts Besseres.

———————————————————————————————————-*Das K von Kynara sprachen die Römer als Z aus und schrieben es als C – wie bei Cäesar, dem Kaiser. Der deutsche Name Artischocke ist eine Verballhornung des arabischen Namens لخرشوف / al-haršūf, den die Spanier übernahmen und in Westeuropa verbreiteten.

Denn ja, diese schöne Pflanze kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und verbreiteten sich in Europa teils über Rom, teils durch die Araber, die Andalusien besiedelten.

 

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Dora am DrittenFünften: Interaktiver Unterricht (abc-etüde)

Schreibeinladung für die Textwochen 18.19.22 | Wortspende von Myriade

 

„Guten Morgen ohne Sorgen!“

Doras neuer Weckruf…. Schlaftrunken krieche ich aus dem Bett. Noch stecke ich halb im Traum fest, denn mir träumte Wundersames, dessen Ende nun ungeträumt bleiben muss, während sich das Fertiggeträumte schon aufrebbelt. Halbblind suche ich meine Pantoffeln, die unters Bett gerutscht sind, finde sie auch und folge Doras Ruf, der jetzt lautet:

Kommt, ihr Kleinen, setzt euch nieder

der Unterricht beginnt gleich wieder.

 

Ha, da sitzen sie schon, die Fritzi, der Franz und die Frieda  Und spitzen die Öhrlein.

Und warten, was da kommt. Dora erklärt: „Ich bin die Lehrerin und ihr seid meine Schüler. Ich stelle eine Frage und ihr findet die Antwort. Frage eins:

Die Giraffe hat einen langen Hals. Warum?“

Frieda:

Ich glaub, sie ist sehr dumm

Wär die Giraffe klug wie ich

reckt sie den Hals nicht fürchterlich-

Franz:

Die Giraffe hält Umschau, und das ist klug

auch findet sie oben Blätter genug.

Fritzi:

Sie sehnt sich sehr bei Mondenschein

und will nur bei dem Monde sein

Mondsüchtig reckt sie in die Höhe

den Kopf, dass sie den Mond stets sehe.

 

„Sehr schön!“ befindet Dora. „Ihr habt eure Lektion gut gelernt. Bravo! Nun komme ich zur zweiten Frage:

Die Giraffe heißt Giraffe. Warum?

Fritzi:

Dora, nimms nicht krumm 

Frieda:

Das ist mir zu dumm.

Und weg sind sie. Nur Franz bleibt hocken. Er grübelt. Warum heißt man, wie man heißt? Warum heiße ich Franz? Hat man mich etwa gefragt, wie ich heißen möchte?

„Warum heiße ich Franz?“

fragt er schließlich. „Möchtest du anders heißen?“ fragt Dora höflich zurück. „Ja“, sagt Franz. – „Wie denn?“ – „Theo“. – „Und warum?“ – „Das ist von Gott“ – „Kein Problem“, kräht Dora vergnügt. „Ich taufe dich Theo! Ich heiße übrigens richtig Theodora. Und das heißt Gottesgeschenk!“

Glücklich schauen sie sich an. Zwei Gotteskinder.

300 Wörter.

 

 

 

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Die Giraffe – eine nonfiktive Einführung ins Giraffengeheimnis (abc-etüde)

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/05/01/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-18-19-22-wortspende-von-myriade/

 

Bevor ich wieder in mondsüchtige Unsinns-Reimerei verfalle …

 

Giraffen kommen selten allein

Meistens sind sie zu zwein und zu drein

Auch vier können’s’ sein

Im Mondenschein….

 

suche ich diesmal nach Informationen. Denn was weiß ich schon über diese Tiere? So gut wie nichts. Ich mache mich ans Googeln, lese und staune. Und bin gerührt und manchmal auch traurig. Was haben sie sich nur dabei gedacht, einen zweieinhalb Meter langen Hals auszubilden? Dabei haben sie gerade mal 7 Halswirbel wie unsereins auch. Dieser lange Hals steht, wenn er ruht, im 55-Grad-Winkel vom Körper ab. Ich bitte euch: wenn er ruht!! Um ihn hängen zu lassen, etwa zum Trinken oder um an niedrigem Gebüsch zu knabbern,  braucht es Muskelkraft! Und wer oder was hält den Hals in seiner höchst ungewöhnlichen Ruhestellung? Eine einzige Sehne, die vom Kopf bis zum Steiß reicht! Hat sie die etwa ausgebildet, damit die Menschen, diese Schlaumeier, sie ihnen rausschneiden, um Bögen und Musikinstrumente damit zu bespannen?

Ausrufezeichen um Ausrufezeichen sind vonnöten, um die extravagante Ausstattung  der Giraffe ins rechte Licht zu rücken. Die Zunge wird, bitte sehr, 50 cm lang! Damit holt sie sich Akazienzweiglein heran, um sie samt Stacheln gemütlich zu zerkauen. Das Giraffen-Baby fällt aus einer Höhe von fast 2 Metern aus dem Mutterleib, in dem es 15 Monate lang friedlich herangewachsen ist! Eine Stunde danach steht es bereits auf seinen wackligen langen Beine, grad hoch genug, um den Euter der Mama zu erreichen!

Und das Schlafverhalten der Giraffe! Also für mich wäre das nichts. 30 Minuten hier, 10 Minuten da, ein bisschen Dösen zwischendurch. Leider haben ihr Wachsamkeit und „weiter Überblick“ (so heißt sie) nicht geholfen, als die modernen Jäger erschienen und sie aus reiner Lust und Dollerei abknallten. Das ist leider wahr und genauso wenig fiktiv, wie alles, was ich hier an Staunenswertem berichtet habe.

 

300 Wörter

2-Phasen-Giraffen-Scherbenlegebild

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Dora zum ZweitenFünften: Olivenblüten für Olivia

Bei uns stehen die Olivenbäume in Blüte. Klein und unscheinbar sind die Blüten, mit bloßem Auge lassen sie sich kaum ausmachen, auch sind sie oft von einer Art wattiger Substanz bedeckt. Wie ich ergoogelte, handelt es sich wohl um die Hinterlassenschaften von Wollläusen („Wollläuse, auch als Schmierläuse bezeichnet, sind ebenfalls eigentlich Nützlinge, da sie Honigtau produzieren und dadurch andere Insekten ernähren. Ist der Olivenbaum von Wollläusen befallen, zeigt sich ein klassisches Bild. -Die Insekten hinterlassen wollartige Gespinste. Ein weißer Belag, der ein wenig an Staubflocken unter dem Bett erinnert, ist immer ein wichtiger Hinweis auf einen Befall mit Schmierläusen.“ nachzulesen hier).

Aber was rede ich! Hier und heute geht es überhaupt nicht um Wollläuse oder andere Schädlinge! Hier und heute geht es um eine Gabe von Dora für Arnos Olivia, damit sie sich in ihrer neuen Heimat bei Rosen und Co wohlfühlt!

Ich habe Dora nämlich, als wir an den blühenden Olivenbäumen vorbeikamen, von Olivia erzählt, und dass diese Schöne, die in den Pyrenäen heranwuchs, sich nun in nördlicheren Breiten akklimatisieren soll … und muss. Denn was bleibt ihr als displaced person (DP) übrig? Eine andere Erde, ein anderer Himmel!  „Und weit und breit keine Verwandten!“ meint Dora mitfühlend.

„Lass man“, sage ich. „Sie schafft das schon. Andere haben viel Schlimmeres überstanden. Olivia wurde mit viel Liebe empfangen. So gut wie sie hat es so leicht keine DP“. – Dora denkt nach. „Ich will ihr ein Willkommensgeschenk schicken, damit sie sich nicht einsam fühlt und damit sie weiß, dass sie auch hier Freunde hat, die mit ihr fühlen. Per Post vielleicht? Oder kannst du es hier über den Blog expedieren?“

Und schon hängt sie im nächsten Baum und sucht sorgfältig ein besonders schönes Zweiglein aus. „Dieser hier!“ ruft sie und legt es mir in die Hand. Dann nimmt sie die Position von Hermes, dem Götterboten an, lässt das Licht ihrer Latüchte sanft über die Blüten streichen und sagt. „So gehts. Und schreib bitte noch was dazu.“ Das mache ich natürlich gern.

Ab geht die Post!

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Der Lesende (tägliches Zeichnen und Foto-Überblendungen)

Die Skizze vom Zeitungsleser entstand gestern am Gartentisch.

Was außen ist, kann man sehen, jedenfalls andeutungsweise. Doch was liest der Mann? Womit beschäftigt sich sein Geist? Was geht in seinem Inneren vor? Keine Ahnung. Da kam mir die Idee, ich könnte es ja mal mit Überblendungen probieren.

Natürlich handelt es sich dabei nicht um Erforschung, sondern um Projektion: Ich projiziere Inhalte auf die leere Figur. Ich stelle mir zum Beispiel vor: der Mann vermeint,  in einem Straßencafe zu sitzen. Alle anderen Tische sind schon verlassen, der Abend sinkt, das Licht wandert weiter, aber er kann sich nicht von seiner Lektüre lösen. (Foto: Gasse in Kalamata)

Vielleicht aber ist er auch ganz vom Thema erfüllt und mit dem verwachsen, was er gerade liest? Verbrannte Wälder, es fehlt an Feuerwehren, auch das russische Super-Löschflugzeug, das die Insel Euböa letztes Jahr vor der äußersten Zerstörung rettete, wird in diesem Jahr nicht kommen und uns helfen…(Foto: verbrannter Baum)

Mag aber auch sein, er ist innerlich ganz ruhig und klar, erleuchtet vom Violett und schimmernden Weiß der  Schwertlilie, die neben ihm blüht. Nichts von dem Schlimmen, das er womöglich liest, kann ihn berühren. (Foto: blaue Iris)

Bringt das Gelesene Erleuchtung? Hier ist es eine späte Sonne, die Zeitung und Kaffeetasse erhellt wie eine Leselampe. (Foto: Sonne über Berglandschaft)

Es kann sein, dass die Zeitung wie ein Fokus wirkt, in dem die Tagesereignisse gebündelt werden und der bestimmt, wie sich die Aufmerksamkeit des Lesers ausrichtet. Anders wäre es, der Fokus säße im eigenen Herzen.  (Fotos: Pusteblume)

Die zugrunden liegenden Fotos zeigen das Innere einer riesigen Pusteblume, die mir vorkam wie die von Minaretten umgebene Ag. Sofia.

Nun, das sind so Spielereien an einem eingetrübten Ersten Mai …

 

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