Epiphanias. Dora zum Sechsten

Im letzten Jahr jammerte ich, weil ich Will.i das lithurgische Wassersegnen nicht zeigen konnte – es galt ein striktes lockdown auch für Kirchenfeste. Ich nahm ihn stattdessen zu einer kleinen privaten Demonstration ans Meer mit. https://gerdakazakou.com/2021/01/06/6-1-2021-epiphanias-mit-will-i-am-meer/

In diesem Jahr fanden die Feiern statt. Ich aber verschlief.

Also gingen Dora und ich zu einer kleinen privaten Andacht ans Meer. Wiederum finden sich zwei Stöcke, aus denen sich ein Kreuz legen lässt, das die Meereswellen bald mitnehmen werden.

Als ich mich aufrichte und zum Himmel schaue, sehe ich Dora zwischen den Wolken herumturnen.

„Was treibst du denn da oben?“ rufe ich hinauf. „Ich sammele Licht ein!“ schreit sie lustig zurück. „Hier gibts alle möglichen Farben. Grad hab ich ein blaues Licht erwischt! Soll ich es dir schenken?“

Ich habe keine Ahnung, woher das türkisfarbene Licht stammt, das sich auf dem Foto zeigt. Im Bildabschnitt mit der Sonne habe ich die Kontraste ein bisschen verstärkt, um das Halo sichtbarer zu machen. Der Rest des Fotos ist unverändert.

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Impulswerkstatt: unterschwellige Wahrnehmung und träumerische Ordnung

Nanu? Was ist denn das?- Ja, schau nur genau hin, du wirst es schon bemerken. Nur musst du deine Aufmerksamkeit von dem knalligen Rosa des Vordergrunds abziehen. Dann bemerkst du nämlich, dass da im Hintergrund noch ganz andere Botschaften transportiert werden.

Man nennt unterschwellige Wahrnehmung, was das Auge zwar erfasst, aber vom Hirn nicht bis zur Stufe des Bewusstseins verarbeitet wird. Das meiste, was wir sehen, bleibt unter der Bewusstseinsschwelle.  In der Produktwerbung und in der politischen Propaganda hat man daraus ein Instrument der bewussten Beeinflussung und Manipulation gemacht. Für uns arme Erdenbürger ist es eine Herausforderung, dennoch bei uns selbst und unseren bewussten Entscheidungen zu bleiben.

Im Fall des Fotos handelt es sich um eine Variante der unterschwelligen Wahrnehmung: man kann den Hintergrund ja durchaus sehen, doch weil der zentrale Reiz (das titelgebende Rosa) sehr stark ist, bleiben die Hintergrundinformationen „unsichtbar“. Dasselbe gilt für die junge Mutter des Fotos: auch ihr wird der Hintergrund nicht bewusst, da sie mit ihrem Kind beschäftigt ist.

Und  doch ist er da. Und er wirkt. WIE er wirkt, das weiß niemand genau. Vermutlich verbindet er sich mit anderen sublimenalen Reizen zu neuen Bildern, aus denen sich unsere Träume, Ängste und Wünsche bedienen.

Ein solches Traumbild habe ich in der folgende Collage erstellt: Der Hintergrund 1 wird zum Thema.  Die drei anderen Fotos  (je ein großer Ausschnitt) werden zu Nebeninformationen. Kannst du sie zuordnen?

Myriades Originale:

 

 

 

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Impulswerkstatt: Signalfarben-Blödelei

Myriades Original:

Hurra, es ist ein Mädchen!

Variante in Blau:

Hurra, es ist ein Junge!

Variante in Blaurosa

Hurra, es sind Zwillinge!

Ergebnisoffene Variante:

Hurra, es ist ein Kind!

 

 

 

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Dora reimt (abc-etüde)

Dora übt sich im abc-Katastrophen-Reimen. Es geht noch ein wenig holperig, aber sie ist ja auch noch klein. Es wird schon werden! Ihre Message ist auf jeden Fall bedenkenswert!

Hoffnungsschimmer und Menschheitstat

Wie lebt ihr, ihr Armen?

Es ist zum Erbarmen

Ihr webt und ihr näht

Von morgens bis spät

In sweatshops, in Kellern und finsteren Stuben

Ihr Männer und Frauen, ihr Mädchen und Buben!

Es wäre unverzeihlich

Wenn ich nicht Hoffnungsschimmer brächt

Wie’s weiter geht, das freilich

Ob besser oder schlecht

Das kann ich nicht bestimmen

Es ist das Resultat

Der guten und der schlimmen

jedwedes Menschen Tat.

***

Dies ist mein zweiter Beitrag zu Christianes abc-Etüden, mit Wörtern, die diesmal Etüdenerfinder Ludwig Zeidler spendete. Danke euch beiden!

abc.etüden 2022 01+02 | 365tageasatzaday

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Dora zum Fünften (Zündstoff Hoffnung)

Petra ruft auf zu neuen Hoffnungsfunkenbildern und -beiträgen. Da wollte sich Dora nicht lumpen lassen, zumal Wunscherfüllung ihre Lieblingsbeschäftigung ist. Ich musste ihr ein passendes Surrounding aus dem Archiv fischen – und hopps stand sie mittendrin: ein Hoffnungsfunken inmitten zusammenschlagender Wellen.

 

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Dora zum Vierten: Die Schafskopfrunde

„Was liest du da eigentlich die ganze Zeit?“ fragt mich Dora. „Immerzu starrst du auf dein Handy, schneidest Grimassen und sagst Pu oder Sieh mal an!“ –  „Lass mich mal, ich lese die neusten Nachrichten“, antworte ich abwehrend. „Und worum geht es?“ beharrt Dora. „Geht es um die Geschenke, die ich den Menschen gebracht habe?“

„Ja, klar! Um deine Geschenke geht es! Worum denn sonst?“ antworte ich entnervt und ich lese ihr vor: „Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, spricht sich für eine konsequente Ausgrenzung von Ungeimpften aus …. Erst vor kurzem habe er eine private Schafskopfrunde abgebrochen, weil sich herausgestellt habe, dass ein Mitspieler ungeimpft sei, berichtete Hoeneß.“

Otto Dix, Kartenspieler, 1920, eigenes foto mit Dora-Collage

„Die Impfung, sage ich mit ironischem Unterton, „ist ein Geschenk der Wissenschaft an die Menschheit. Steckst du ja wohl dahinter, oder?“

Dora ist verwirrt. Von Ironie versteht sie nichts. Ich versuche, ihr die Zusammenhänge zu erläutern.  Was ein „Ehrenpräsident“ und was eine „Schafskopfrunde“ ist, begreift sie schließlich, aber warum ein „Ungeimpfter“ nicht tauglich für eine Schafskopfrunde sein soll –  das will ihr nicht in den Kopf. Dora ist eben recht naiv, ihre Weisheit ist die von Kindern. Sie schüttet ihre Gaben freihändig auf alle aus, egal ob sie ihr Schürzchen aufhalten oder nicht. Nie käme ihr in den Sinn, jemanden zu zwingen, etwas anzunehmen, was er nicht haben will.

„Dann wäre es ja kein Geschenk, sondern …“

Das passende Wort fehlt in ihrem Wortschatz, sie stammelt und stottert und schaut mich hilflos an. Ich hätte schon ein paar Wörter zur Verfügung, aber wie soll ich ihr die begreiflich machen? Drum stehen hier drei Punkte, die du nach Bedarf selbst ausfüllen kannst.

Francois Leger, Kartenspieler 1917, eigenes Foto mit Dora-Collage

 

 

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abc-etüde: Frommer Wunsch

Hoffnungsschimmer
unverzeihlich
nähen.

abc.etüden 2022 01+02 | 365tageasatzaday

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/01/02/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-01-02-22-wortspende-von-ludwig-zeidler/

 

 

Hoffnungschimmer, Licht

(so spricht Dora)

Silberstreif am Horizont

Zündstoff Hoffnung

Ach, ihr Lieben

So tief im Dunkel

Wandert ihr

Dass euch Licht nur als Hoffnungsschimmer erscheint?

Unverzeihlich scheint mir,

das himmlische Licht nicht zu achten

das in jedem Tautropfen schimmert

***

Kommt, lasst uns Engelskleider nähen

und Flügel aus Licht

Die breiten wir aus

Dass kein Kind mehr

Im Dunkeln sich ängstigt und weint.

 

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Impulswerkstatt: Hände

Schön, dass die Impulswerkstatt wieder geöffnet hat, liebe Myriade! Die Bilder sind mal wieder famos. Als erstes sprang mich dies Bild der Hände an….

denn erstens mag ich Hände, brauche Hände, zeichne Hände, und zweitens bin ich grad mit Dora (Name des laufenden Jahres) und dem Ausgleich von Geben und Nehmen befasst. Die edlen Hände der Schaufensterpuppen scheinen freilich nichts davon zu wissen. Was ist das? fragen sie leicht blasiert. Geben? Nehmen? Wir SIND, und das ist vollkommen genug.

Auf meinem Foto haben sich zwei Hände anders besonnen. Die eine mochte sich noch nicht von ihrem Gips trennen, die andere aber ist schon höchst lebendig in Aktion getreten. Komm, sagt sie und tippt die bandagierte Hand an: Berühr mich! Fühl mich! Gib mir seine Impulse, so wie ich dir die meinen gebe, wir tauschen uns aus.

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Ach, sagt die eingegipste Hand, lass man. Ich mag meinen Gips. Er schützt mich. Er trennt mich von unliebsamen Erfahrungen. Er ist wie eine Maske, hinter der ich meine Verletzlichkeit verberge.

Aber die lebendige Hand mag nicht aufgeben. Komm, sagt sie, wir nehmen deine Gipshand vorsichtig ab….

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Und dann bemalst du sie. Du kannst sie aufbewahren und anschauen, auch mit ihr sprechen wann immer dir danach ist. Sie ist dein Ich-Objekt. Deine lebendige Hand aber ist frei.

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(Die Fotos habe ich während meiner Ausbildung zur Creative Arts Therapy bei Dr. Avi Goren-Bar gemacht.)

 

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Dora zum Dritten: Über das Nörgeln der Beschenkten

Dora besteht darauf, mir beim Bloggen auf der Schulter zu hocken. Sie will wissen, was ich über sie berichte, und auch, was meine Leser*innen so kommentieren. Gestern wurde sie ganz aufgeregt, als ich bei Elsbeths Kommentar ankomme. Da steht nämlich: . „Dora faziniert mich!“ –  „Ha!“ ruft sie begeistert und hüpft mir auf der Schulter herum. „Endlich jemand, der mich zu schätzen weiß!“ – „Na, na, sie ist doch nicht die Erste!“ gebe ich ihr zu Bedenken. „Da waren doch auch schon andere da, die dich sehr liebevoll begrüßten“ – „Ja, schon“, gibt Dora zu. „Aber manche waren auch recht misstrauisch. Du übrigen auch. Und eine möchte lieber einen Tiger als mich. Fasziniert war bisher keine. Was schreibt die Elsbeth denn noch so?“

„Hat das Grundwort ihres Namens, doron, wie in vielen Sprachen, nicht auch den Doppelcharakter von empfangen UND geben ?“

„Genau!“ ruft Dora, „Ich bin ein Doppelcharakter!! Zuallererst geht es natürlich ums Geben! Ich gebe und gebe und gebe und verlange nichts dafür.  Aber was nützt all das Geben, wenn niemand die Geschenke haben will und zu schätzen weiß?  Es ist wie Perlen vor die Säue schmeißen. Richtig gute Empfänger kannst du mit der Lupe suchen. Fast alle haben an meinen Geschenken irgendetwas auszusetzen. Das fängt schon bei der Geburt an: ich schenke einem Winzling das Leben, und das fängt gleich an zu schreien und sich zu beklagen! Und später dann: Mal ist die Mama nicht die richtige, mal der Papa, mal stimmt die Farbe vom Anorak nicht, mal ist die Marke vom Schuhwerk die falsche, mal kommt ein Brüderchen und man muss die Mama und den Papa teilen, mal kommt keins und man bleibt einsam und allein. Oder es ist eine Schwester, wo man doch einen Bruder wollte.  Des Nörgelns ist kein Ende. Warum hast du es mir so und nicht anders geschenkt? Du bist mir noch etwas schuldig geblieben! schreit und weint die Menschheit.“

Diese Dora hat mehr Temperament, als ich ihr zutraute. Mir dröhnen die Ohren. Bin ich etwa auch eine schlechte Empfängerin? Habe ich nicht auch immer irgendwas zu nörgeln? Ja, ich weiß, sie hat recht. Schon mein erstes Portrait – ich war damals etwa drei Jahre alt – drückt es aus: der handgestrickte Pullover, den ich zwecks Fototermin trage, ist hübsch, „aber er kratzt“.(Wo ist das Foto? Ich wollte es hier einfügen, aber…., Mist.)

Immer dieses ABER. Die Rose blüht herrlich, aber leider wird sie bald verwelkt sein. Das Essen schmeckt köstlich, aber musstest du so viel Salz verwenden? Wir leben in einer Demokratie, aber wenn es so weitergeht, ist es aus mit ihr. Nichts als Nörgelei.


Die obige Zeichnung ist ein altes Selbstportrait. Ist gar nicht mal so schlecht, ABER die Nase ist total verkorkst! Das Foto der Rose ist ein paar Tage alt. Schön war sie da, ABER inzwischen beginnen ihre Blütenblätter die Spannkraft zu verlieren und werden auch von Insekten angeknabbert. Im Hinterkopf höre ich Dora. „Gehts noch? Wie wäre ein Tag ohne ABER, liebe Gerda?“

 

 

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Nachklang

Nachklang vom heutigen Tag

Am Mittagstisch: Weinglas mit Schattenwurf

Am Strand: mit zwei Freundinnen

und auch so

Viele Geschneke. Danke!

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