Dora zum NeuntenFünften: Sukkulenten II

„Du wolltest doch peu a peu deine Sukkulenten zeigen!“ erinnert mich Dora. „Warum tust du es dann nicht? Versprechen muss man halten. Mich kannst du bei der Gelegenheit auch zeigen.“ – „Aber gern doch, Dora! Ich habe heute gefeiert und so viele ΔΩΡΑ (Dora/Geschenke) bekommen, dass du echt einen Ehrenplatz verdient hast“.

Nebeneinander stehen zwei Töpfe mit ziemlich ähnlichen Blüten, die einen rot, die anderen weiß und rosa.

Sehr groß sind sie nicht. Hier ein Bild mit dem ganzen rosa Topf. Falls jemand diese Art kennt – bitte melden.

Veröffentlicht unter Dora, Erziehung, Feiern, Fotocollage, Fotografie, Leben, Natur | Verschlagwortet mit , , , , | 15 Kommentare

Wenn Tierschutzarbeit zur Farce wird…

Haltet Ausschau nach verendenden „Friedenstauben“, darum bittet Bettina. Dieser Bitte möchte ich mich anschließen: ja, bitte schaut beim Spazierengehen, sammelt dehydrierte Brieftauben ein, pflegt sie gesund. Das wäre ein echter Friedensbeitrag.

Avatar von Gutes Karma to go by Bettina Marie SchneiderGutes Karma to go ®

Wenn Tierschutzarbeit zur Farce wird.

Seit in der Ukraine Bomben fallen, überschlagen sich die Menschen förmlich, den Tieren dort zu helfen, die hungrig und heimatlos auf den Strassen herumirren.

Wie viele wohl mittlerweile unter großen Anstrengungen und unter dem Einsatz großer finanzieller Hilfen gerettet wurden, für wie viele das Überleben wohl durch Futterlieferungen ermöglicht wurde?

Waren es 1000 Tierleben?

Waren es 10.000 Tierleben?

Zeitgleich wurden an nur einem Tag eine halbe Million Haustiere in Deutschland ausgesetzt und in den Tod geschickt.

Zeitgleich fand auch hier im Land eine „Hilfsaktion“ statt.

Über eine halbe Million Brieftauben wurden am Wochenende „im Zeichen des Friedens“ ausgesetzt.

Laut einer Pressemitteilung des Verbands Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. waren letztes Wochenende tausende deutsche Brieftaubenhalter dazu aufgerufen, ihre Tiere im Rahmen der Aktion „Brieftauben im Zeichen des Friedens“ an verschiedenen Orten in ganz Deutschland fliegen zu lassen. Einen Teil der Transporteinnahmen wollen die Flugveranstalter nach eigenen Aussagen an…

Ursprünglichen Post anzeigen 549 weitere Wörter

Veröffentlicht unter Allgemein | 4 Kommentare

Die Schlafwandler: weitere Bildvorschläge zu Pong 062

This gallery contains 5 photos.

Ursprünglich veröffentlicht auf GERDA KAZAKOU:
Heute spielte ich noch ein wenig mit dem Thema „Schlafwandler“, denn es beschäftigt mich. Vielleicht kennst du die Trilogie von Hermann Broch: „Die Schafwandler“, die ab 1930 veröffentlicht wurde? War mal einer meiner…

More Galleries | 8 Kommentare

Dora zum AchtenFünften: Taverne

Natürlich war Dora auch in der Taverne dabei. Und wie immer bereit, Menschen mit ihren Geschenken zu beglücken. Ob der Mann hinter der Zeitung überhaupt bemerkt, dass es Dora ist, die ihm das nötige Licht zum Lesen spendet?

So sind die Menschen! Alles nehmen wie für selbstverständlich hin und bemerken gar nicht, welche Geister sie unablässig bedienen.

 

Veröffentlicht unter Dora, Erziehung, Fotocollage, Leben, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , , | 21 Kommentare

Tavernenbesucher (tägliches Zeichnen)

Ein bisschen konnte ich heute im Tavernenhof zeichnen – oder eher kritzeln, denn ich hielt den Block unter dem Tisch, damit man mein Tun nicht bemerkte. Für mich reicht es, denn es geht mir darum, mit dem Stift meine Beobachtung und Erinnerung zu schärfen. Was ich gezeichnet habe, ist in meinem Gedächtnis eingebrannt. Auch habe ich Anteil genommen an den Menschen, die ich sonst nur oberflächlich beachtet hätte, habe ihren kommunikativen Stil, ihre Selbstdarstellung wahrgenommen. Ich „kenne“ die Frau mit der Sonnenbrille und ihren Partner jetzt ein wenig. Die anderen blieben anonym.

Farbverstärkt sieht die Zeichnung dann so aus. Mir gefällt, wie dadurch die Beziehungen im Raum verdeutlicht werden.

Veröffentlicht unter Leben, Meine Kunst, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 10 Kommentare

Impulswerkstatt, Bild 2 (und 4)

Deine neuen Impulsbilder verbindest du, liebe Myriade,  mit einer Schreibidee. „Sie öffnete die Tür“ und …„dann ging sie“. Dazwischen geschieht einiges.  Die Art und Weise, in der dies „einige“ erzählt wird, ist es, was dich interessirt, also nicht so sehr das was wie das wie.

Ich habe das zweite Foto ausgewählt und für die Erzählung ein wenig umgeformt. Mein Stil ist sachlich-beschreibend bzw psychologisierend.

——————————————————————————————————–

Die junge Frau öffnete die Tür zur Galerie. Die Wände und auch der Boden waren hellgrau gestrichen, die Exponate auf metallisch glänzenden Tafeln angebracht, die in leichter Schräge gegen den Boden standen. Das Gefühl von Irrealität, mit dem sie heute schon den ganzen Tag kämpfte, verstärkte sich. Was war das für ein Raum? Wieso hingen die Bilder nicht an den Wänden? Musste man sich hier auf den Boden hocken, um sie zu betrachten?

Offenbar. Anders war es nicht möglich. Also hockte sie sich hin. Und nun sah sie auch, was dort abgebildet war: ein uralter Olivenbaum. Auf einmal schien es ihr vollkommen richtig, am Boden zu sitzen. Dieser Baum – wie eine Botschaft aus einer längst versunkenen Zeit kam er ihr vor. Sie vergaß die glatten Wände und das metallische Schimmern des Raum, ließ sich ganz ein auf den Baum. „Wie ein Anker, der mich festhält, damit ich mich nicht im grauen Nirgendwo verliere“, dachte sie. Sie nahm ihre Kamera, zoomte den Baum nah heran und versuchte, seine Schrift zu lesen, seine Botschaft zu entziffern. Doch so sehr sie sich auch bemühte, es gelang ihr nicht. „Zu Hause, ja, zu Hause, in meinen vier Wänden werde ich es lesen können“, tröstete sie sich. Sie fühlte sich bereits zuversichtlicher und geerdeter als bei ihrem Eintritt. Entschlossen stellte sie sich auf ihre Füße und ging hinaus.

Auch diese Variante – mit deinem vierten Foto, Myriade – habe ich ins Auge gefasst. Die Geschichte müsste man entsprechend ein wenig umschreiben.

Veröffentlicht unter Architektur, ausstellungen, Collage, Fotocollage, Impulswerkstatt, Kunst, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche, schreiben, Schrift, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 10 Kommentare

Dora zum SiebtenFünften: Vergleichen

Als ich von der Rosmarin-Besichtigung zurückkomme, bemerke ich Dora, die im Licht-Schatten des reichen Laubs, das der große Aprikosenbaum inzwischen hervorgetrieben hat, fast unsichtbar ist.

Folge den Schatten: dort wo sie am Fuß der Hauswand zusammenlaufen, steht Dora, die mal wieder damit beschäftigt ist, sich auszumessen.

„Ich bin schon wieder geschrumpft“, höre ich sie jammern.

Warum sie als Messlatte ausgerechnet den schnell wachsenden Trieb einer Zwiebel benutzt, verstehe ich nicht. Seit der letzten Messung am Dienstag ist er von 65 auf 87 cm angewachsen – und natürlich kann Dora da nicht mithalten. Meine Erkärungsversuche (hier), dass nicht sie schrumpft, sondern der Trieb wächst, haben nichts gefruchtet.

„Ist das denn so schwer zu begreifen?“ frage ich sie.

Im Geheimen aber denke ich: Im Kopf kann man es schon akzeptieren. Aber wie war das doch gleich, als mir das Kind, das mal in meinem Bauch Platz hatte, über den Kopf wuchs und wuchs und wuchs – so dass auch mich das Gefühl beschlich, auf Zwergengröße geschrumpft zu sein? Dabei bin ich mit 1.71 m ja nicht wirklich klein.

So geht es wohl mit vielem: Man glaubt, eigentlich ein ganz ordentliches Format erreicht zu haben, aber wenn man sich mit Giganten vergleicht, schrumpft man zur Bedeutungslosigkeit. „Ein Leonardo bist du nicht“, sagt mein Mann gern, um mich zu ärgern. Ach ja. Nein. Ich weiß. Wirklich nicht.

„Wozu sich vergleichen?“ sage ich weise. „Vergleichen ist Gift.“

Dora hat sich derweil hinauf zur Zwiebelknospe begeben, die sie mit dem Licht ihrer Latüchte zum Blühen bringen will. Wenn sie auch kleiner als der Zwiebelspross ist, so ist sie doch oho!

Mich beschäftigt indes die Frage, was die Zwiebel antreibt, so in die Höhe zu wachsen. Welchen Stern hat sie angepeilt? Und bis zu welcher Höhe bleibt das hohle Rohr ihres Stängels wohl stabil? 87 cm misst er bereits! Bisher wuchs er fast senkrecht, doch hat er sich schon einen Tick Richtung Sonnenuntergang geneigt.

Veröffentlicht unter Architektur, Collage, Dora, Erziehung, Fotocollage, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , | 16 Kommentare

Rosmarin

Vorhin sah ich bei Lu Finbar ein schönes Foto von Rosmarinblüten und begab mich in den Garten, um zu schauen,, wie es mit meinem Rosmarin steht. Δενδρολίβανο/Libanonbaum heißt er hier, da man ihn zu Räucherzwecken verwendete, wenn man keinen echten Weihrauch hatte. „Baum“ ist übrigns kaum übertrieben, denn so ein Rosmainpflänzchen schafft es in wenigen Jahren und ohne dass man sich groß um es kümmert, zu einem enormen Gebüsch heranzuwachsen. Das Holz, zu Pulver zermahlen, soll übrigens gegen jede Art von Zahnproblemen helfen. Zu dumm, dass ich das nicht wusste, bevor mir etliche Zähne verloren gingen…. Natürlich wird dem aromatischen Rosmarin noch vieles andere an heilsamen Wirkungen nachgesagt -und das schon seit altersher. Ausprobieren?

Mein Rosmarin ist bereits vollständig verblüht. Nicht mal ein klitzekleines Blütchen konnte ich entdecken. Dort, wo die Blüten waren, wachsen nun flache weißlich-rosa-violettfarbene Früchte heran.

 

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Fotografie, Leben, Natur, Therapie | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare

Grünes Herz (Sukkulente 1)

Auf unserem aus Bruchsteinen gemauerten Holzschober steht eine kleine Ansammlung von Blumentöpfen mit Sukkulenten. Nichts Besonderes,  aber sie machen mir Freude. Immer mal wollte ich eine komplette Fotoserie davon einstellen. Aber dazu werde ich wohl so bald nicht kommen. Warum also nicht peu a peu?

Heute beginne ich mit einer unscheinbaren dunklen Schönheit. Wenn jemand den Namen weiß: bitte melden!

Wenn das Licht ins Zentrum fällt, leuchtet das grüne Herz auf.

Von Nahem ohne Sonnenlicht  betrachtet

Veröffentlicht unter Fotografie, Leben, Natur | Verschlagwortet mit , , | 20 Kommentare

Dora zum SechstenFünften: Feuer (Geschichten und tägliches Zeichnen)

Noch einmal zünde ich das abendliche Kaminfeuer an. Genug Holz vom Olivenschnitt ist ja da, und das lebendige Feuer tut der Seele und den alten Knochen gut. Zwei Weingläser, ein Teller auf dem runden schwarzen Metalltisch. Der Schein der Flammen huscht darüber hin.

„Das Feuer“, meint Dora, „gehört eigentlich dazu, das muss drauf aufs Bild.“ Mitzeichnen? Aber wie? Unruhig sind die Linien der Zeichnung ja, man kann schon, mit ein bisschen Fantasie, auch das Feuer dazu denken.

„Soll ich die Zeichnung etwa anzünden?“ frage ich schließlich. „Hihi!“ Dora ist amüsiert. „Gar keine so schlechte Idee! Aber lass man, ich hab noch eine bessere!“ Und schwupps steht sie auf dem Zeichenblatt und gießt elektronische Flammen drüber. Die Linien der Zeichnung sehen gleich aus wie verkohlt.

Heutige Kids wie Dora können, so scheint es, das uralte Feuer mit der modernen Technologie verschmelzen. Hoffentlich verstehen sie dennoch den Unterschied zwischen beiden.

„Du verstehst schon, dass dein elektronisches Feuer keine Ähnlichkeit mit dem wirklichen Feuer hat?“ frage ich vorsichtshalber. „Wieso keine Ähnlichkeit?“ fragt Dora und runzelt die Stirn. „Es ist doch dasselbe, oder?“

Ist es dasselbe? Sicher nicht, denn an den elektronischen Flammen kannst du dich nicht wärmen, und kannst auch deine Seele nicht baumeln lassen. Eher machen sie nervös und hippelig. Aber liegen sie nicht doch auf einer Linie mit dem Feuer, das einst Prometheus den Menschen brachte? Man sagt ja, er habe uns Menschen das Feuer der Intelligenz gebracht, so wie der andere, der Luzifer, auch. Und so seien wir überhaupt in die Lage versetzt worden, uns zu Herren und Herrinnen der Erde aufzuschwingen.

Manches gilt jedenfalls für die Elektronik genauso wie fürs uranfängliche Feuer. So warnt Friedrich Schiller in der großen Ballade, in der er die Technologie des Glockengießens beschreibt:

Wohltätig ist des Feuers Macht,
 Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
 Und was er bildet, was er schafft,
 Das dankt er dieser Himmelskraft;
 Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft…

Da hört dann die Ähnlichkeit auch schon auf. Denn was geschieht, wenn das Feuer der Kontrolle entgleitet? Dann folgt es seiner eigenen Natur.

 Einhertritt auf der eignen Spur,
 Die freie Tochter der Natur.

Wem aber folgt die Elektronik, wenn sie der menschlichen Kontrolle entgleitet? Wem gehorcht sie, wenn der Mensch mithilfe seiner Intelligenz den „Homo Deus“ (Yuval Moses Harrari) geschaffen hat? Nun, vermutlich diesem Gott. Dumm nur, wenn der Strom ausfällt. Dann sitzen wir, sofern wir Holz haben, wieder an der alten Feuerstelle.

Dora aber erzähle ich lieber, so am Feuer sitzend, das Märchen vom „Fischer un syner Fru„, das folgendermaßen endet:

„Na wat will se den?“ sed de But. – „Ach! sed he, se will warden as de leve Gott.“ – „Gah man hen, se sitt all wedder in’n Pißpott.“ (Hochdeutsch: Was will sie denn? sagt der Butt. – Ach, sie will werden wie der liebe Gott – Geh man hin, sie sitzt schon wieder in ihrem alten Pisspott.)

Dora sieht mich nachdenklich von der Seite an. „Dieser Butje hat es, glaub ich, nicht richtig gemacht. Man darf nicht alles schenken, was sich die Leute so wünschen. Wozu brauchte die Frau einen Palast? Wozu wollte sie Papst werden? Wenn man ihr das alles gibt, glaubt sie am Ende tatsächlich, sie wäre Gott.“

IMG_5776aa

 

 

 

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Ökonomie, Collage, Dora, Elektronik, Erziehung, Fotocollage, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Märchen, Meine Kunst, Mythologie, Natur, Technik, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare