Rosmarin

Vorhin sah ich bei Lu Finbar ein schönes Foto von Rosmarinblüten und begab mich in den Garten, um zu schauen,, wie es mit meinem Rosmarin steht. Δενδρολίβανο/Libanonbaum heißt er hier, da man ihn zu Räucherzwecken verwendete, wenn man keinen echten Weihrauch hatte. „Baum“ ist übrigns kaum übertrieben, denn so ein Rosmainpflänzchen schafft es in wenigen Jahren und ohne dass man sich groß um es kümmert, zu einem enormen Gebüsch heranzuwachsen. Das Holz, zu Pulver zermahlen, soll übrigens gegen jede Art von Zahnproblemen helfen. Zu dumm, dass ich das nicht wusste, bevor mir etliche Zähne verloren gingen…. Natürlich wird dem aromatischen Rosmarin noch vieles andere an heilsamen Wirkungen nachgesagt -und das schon seit altersher. Ausprobieren?

Mein Rosmarin ist bereits vollständig verblüht. Nicht mal ein klitzekleines Blütchen konnte ich entdecken. Dort, wo die Blüten waren, wachsen nun flache weißlich-rosa-violettfarbene Früchte heran.

 

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Grünes Herz (Sukkulente 1)

Auf unserem aus Bruchsteinen gemauerten Holzschober steht eine kleine Ansammlung von Blumentöpfen mit Sukkulenten. Nichts Besonderes,  aber sie machen mir Freude. Immer mal wollte ich eine komplette Fotoserie davon einstellen. Aber dazu werde ich wohl so bald nicht kommen. Warum also nicht peu a peu?

Heute beginne ich mit einer unscheinbaren dunklen Schönheit. Wenn jemand den Namen weiß: bitte melden!

Wenn das Licht ins Zentrum fällt, leuchtet das grüne Herz auf.

Von Nahem ohne Sonnenlicht  betrachtet

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Dora zum SechstenFünften: Feuer (Geschichten und tägliches Zeichnen)

Noch einmal zünde ich das abendliche Kaminfeuer an. Genug Holz vom Olivenschnitt ist ja da, und das lebendige Feuer tut der Seele und den alten Knochen gut. Zwei Weingläser, ein Teller auf dem runden schwarzen Metalltisch. Der Schein der Flammen huscht darüber hin.

„Das Feuer“, meint Dora, „gehört eigentlich dazu, das muss drauf aufs Bild.“ Mitzeichnen? Aber wie? Unruhig sind die Linien der Zeichnung ja, man kann schon, mit ein bisschen Fantasie, auch das Feuer dazu denken.

„Soll ich die Zeichnung etwa anzünden?“ frage ich schließlich. „Hihi!“ Dora ist amüsiert. „Gar keine so schlechte Idee! Aber lass man, ich hab noch eine bessere!“ Und schwupps steht sie auf dem Zeichenblatt und gießt elektronische Flammen drüber. Die Linien der Zeichnung sehen gleich aus wie verkohlt.

Heutige Kids wie Dora können, so scheint es, das uralte Feuer mit der modernen Technologie verschmelzen. Hoffentlich verstehen sie dennoch den Unterschied zwischen beiden.

„Du verstehst schon, dass dein elektronisches Feuer keine Ähnlichkeit mit dem wirklichen Feuer hat?“ frage ich vorsichtshalber. „Wieso keine Ähnlichkeit?“ fragt Dora und runzelt die Stirn. „Es ist doch dasselbe, oder?“

Ist es dasselbe? Sicher nicht, denn an den elektronischen Flammen kannst du dich nicht wärmen, und kannst auch deine Seele nicht baumeln lassen. Eher machen sie nervös und hippelig. Aber liegen sie nicht doch auf einer Linie mit dem Feuer, das einst Prometheus den Menschen brachte? Man sagt ja, er habe uns Menschen das Feuer der Intelligenz gebracht, so wie der andere, der Luzifer, auch. Und so seien wir überhaupt in die Lage versetzt worden, uns zu Herren und Herrinnen der Erde aufzuschwingen.

Manches gilt jedenfalls für die Elektronik genauso wie fürs uranfängliche Feuer. So warnt Friedrich Schiller in der großen Ballade, in der er die Technologie des Glockengießens beschreibt:

Wohltätig ist des Feuers Macht,
 Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
 Und was er bildet, was er schafft,
 Das dankt er dieser Himmelskraft;
 Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft…

Da hört dann die Ähnlichkeit auch schon auf. Denn was geschieht, wenn das Feuer der Kontrolle entgleitet? Dann folgt es seiner eigenen Natur.

 Einhertritt auf der eignen Spur,
 Die freie Tochter der Natur.

Wem aber folgt die Elektronik, wenn sie der menschlichen Kontrolle entgleitet? Wem gehorcht sie, wenn der Mensch mithilfe seiner Intelligenz den „Homo Deus“ (Yuval Moses Harrari) geschaffen hat? Nun, vermutlich diesem Gott. Dumm nur, wenn der Strom ausfällt. Dann sitzen wir, sofern wir Holz haben, wieder an der alten Feuerstelle.

Dora aber erzähle ich lieber, so am Feuer sitzend, das Märchen vomFischer un syner Fru„, das folgendermaßen endet:

„Na wat will se den?“ sed de But. – „Ach! sed he, se will warden as de leve Gott.“ – „Gah man hen, se sitt all wedder in’n Pißpott.“ (Hochdeutsch: Was will sie denn? sagt der Butt. – Ach, sie will werden wie der liebe Gott – Geh man hin, sie sitzt schon wieder in ihrem alten Pisspott.)

Dora sieht mich nachdenklich von der Seite an. „Dieser Butje hat es, glaub ich, nicht richtig gemacht. Man darf nicht alles schenken, was sich die Leute so wünschen. Wozu brauchte die Frau einen Palast? Wozu wollte sie Papst werden? Wenn man ihr das alles gibt, glaubt sie am Ende tatsächlich, sie wäre Gott.“

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Der Falter (Kleine Beobachtungen, mit Dora)

Ich stelze durch einen Olivenhain, in dem die Kräuter hochgeschossen sind, oft genug mannshoch. Der Pfad, den es hier vor einem Monat noch gab, ist kaum noch zu erraten. Erstaunlich diese Wachstumskraft, die sich nach einem Tag sanften Regens und einigen Tagen milder Sonne im ausgelaugten Boden zeigt. Die Oliven sind ja Monokulturen, die Böden sind verarmt, zudem werden viele Felder durch Roundup kahl gebrannt. Aber dann bricht sich das Leben doch wieder Bahn und schafft gewaltige Mengen an „Biomasse“- bis die Hitze kommt und alles verdorrt.

Ich arbeite mich also durch den Olivenhain vorwärts. Da schreit Dora plötzlich: HALT! Ich bleibe wie angewurzelt stehen. Was ist los? Eine Schlange? Nein, es ist „bloß“ ein auffallend schöner Falter, der mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Halm sitzt und sich nicht rührt.

Er rührt sich auch nicht, als ich näherschleiche und mein Handy zücke. Er rührt sich nicht, als ich vorbei gehe. Was ist mit ihm geschehen?

Merkwürdig scheint mir nicht nur die Bewegungslosigkeit, sondern auch die Form: was ist das für ein Kopfende? Vier Fühler? Zwei Füher, zwei Beine mit Füßen, die sich an der Blüte festklammern?  Wieder und wieder betrachte ich die Fotos, vergrößere einen Bildausschnitt, komme aber zu keinem Schluss. Ist das alles ganz normal, und ich weiß eben nicht Bescheid?

„Ich weiß tatsächlich nicht Bescheid“, gebe ich auf Doras Frage hin zu. „Ich werde mal meine Leser fragen.“ – „Ja, tu das“, pflichtet Dora mir bei. „Und frag auch deine Leserinnen!“ Ach, richtig, Dora gendert! Ich hingegen includiere selbstverständlich alle hier Lesenden, wenn ich die altmodische Form „Leser“ benutze. Man möge es mir verzeihen.

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Tot oder lebendig: Mohn (tägliches Zeichnen)

Gestern nahm ich eine Mohnblüte und zwei Stängel wildes Getreide mit nach Haus. Ich stellte sie zu einem vertrockneten Olivenzweig und einer künstlichen Stechpalme mit roter Frucht in die weiße runde Vase auf dem schwarzen runden Tisch. Zwei rote Tupfer: ein lebendiger, ein toter.

Der Mohn ist trotz seiner sensiblen Natur auch heute, am zweiten Tag, noch lebendig. Die künstliche Stechpalmenfucht hat schon viele Weihnachten überlebt und wird wohl auch das nächste Weihnachten erleben.

Das Tote überlebt das Lebendige – ist das in sinnvoller Satz?

Einen Versuch, das aus Totem und Lebendigem gemischte Stillleben zu zeichnen, machte ich, obgleich es mir sinnlos erschien, das Rot des Mohns in Schwarzweiß wiederzugeben. Es wurde denn auch nichts mit dem Mohn.

Und wenn ich die Farben des Fotos mit der Zeichnung überblende? Die Schwärze der Zeichnung erscheint mir nun wie ein Vorgriff auf das Sterben des Mohns. Der Stechpalmenfrucht kann sie nichts anhaben. Die ist ewig bzw unsterblich, da sie nicht lebt und also auch nicht sterben kann.

Wie auch immer: ich werde dem Mohn schon noch ein paar Versuche widmen – draußen in der Natur und drinnen in der Vase.

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Dora zum FünftenFünften: Brot für die Welt

„Nanu?“ Ich wundere mich ja nur noch selten über Dora, aber dies Bild ist mir echt neu. „Was machst du denn da?“

„Ihr kümmert euch ja grad um euren Krieg. Ich kümmere mich zur Abwechslung mal um die Verhungernden. Es werden ja dank eures Krieges jeden Tag mehr, aber niemand hat Zeit für sie“, kommt prompt ihre vorwurfsvolle Antwort. Da werde ich ein bisschen rot, wende mich ab und sage nichts mehr. Und denke: Danke, Dora. Gut, dass jedenfalls du dich kümmerst.

deutsch: Brot, französisch: pain, italinisch: pane, finnisch: leipää, russisch: хлеб (khleb), ukainisch: хліб (khlib), polnisch: chleb.

 

 

 
 
 
 
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Mohn und Glockenblumen

Heute hat Bruni von Wortbehagen eine ihrer zarten Collagen gezeigt, zusammen mit einem wundervollen Gedicht, das beginnt mit der Zeile: Mohnblütenblatt du leuchtest am Mittag…

Dies Gedicht lag mir im Gemüt, als ich auf einem Feldweg in unsere Schlucht hinabstieg. Zärtliches Maienlicht umschwebte die Blüten der Wildblumen. Und zwischen ihnen, glorios und alle übertönend: der rote Mohn, griechisch Paparuna, französisch Coquelicot, englisch Poppy, italienisch Papavero, spanisch Amapola, russisch-polnisch-ukrainisch Mak. Rot wie das Blut, das in unser aller Adern fließt.

Der Mohn ist für immer mit den Schlachtfeldern verbunden, jedenfalls für mich (siehe zB hier). …wegen ihrer Farbe. Wegen ihrer zarten Zerbrechlichkeit und Flüchtigkeit. Weil sie auf Ruinen besonders gut gedeihen. Wegen des Gedichts, das McCrae im 1. Weltkrieg unter dem Eindruck der Schlachtfelder von Flandern schrieb (hier gesprochen von Leonard Cohen).   Weil ihr Saft Vergessen bringt, woran uns Paul Celans „Mohn und Gedächtnis“ erinnert.

Nun will ich vergessen und einfach zuschauen, wie das Rot aus dem Grün hervorquellen will, um sich zu entfalten.

und will das Rot sich entfalten lassen,  in all seiner Pracht.

Und will in diesen Ton des Mohns das zarte Glöckchenblau sich einschwingen lassen.

Frieden.

 

 

 

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Dora zum ViertenFünften: Farbe (tägliches Zeichnen)

 

Herrliches Maienwetter. Ich setze mich in den Garten vors Atelier, um endlich mal wieder einen Olivenbaum zu zeichnen. Dora beschaut die Zeichnung mit Kennerblick. „So weit, so gut!“ meint sie. „Doch solltest du auch ein paar Farben benutzen. Warte mal, ich helfe dir!“

Sie knipst ihre Latüchte an, und eh ich „Halt“ rufen kann, und „Ich will aber keine Farben!“, hat sie eine Ecke des Bildes mit Blau und Rot und Grün besprayt.

„Sieht doch gleich ganz anders aus!“ kräht sie vergnügt und posiert vor ihrem Werk. „Du wirst sehen: Alle mögen es so lieber. Farben machen fröhlich!“ Ich runzele die Stirn, sage aber keinen Ton. Auch „danke Dora!“ verkneife ich mir. Manchmal finde ich ihre Hilfsbereitschaft lästig. Aber wer weiß, vielleicht hat sie ja recht, und ich bin ein alter Miesepeter.

 

 

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Artischocke (kleine Beobachtungen)

Die Artischocke (Cynara cardunculus) heißt bei uns in Griechenland Αγκινάρα/Ankinara. Ihr Name leitet sich, wie könnte es anders sein, von einer Nymphe her, die Zeus ins Auge gefasst hatte. Kynara/Cynara* aber hatte keine Lust auf Zeus. Der Verschmähte verwandelte sie darob in ein Stachelwesen (αγκάθι/ankathi = Stachel).

Artischockenknospe

Um diese Artischocke zu fotografieren, stieg ich heute in ein fremdes Grundstück ein, in dem sie und etliche ihrer Artgenossinnen prächtig gediehen.  Zum Glück hat man sie noch nicht geköpft.

Dem Knaben gleich, der Disteln köpft … 

(auch das ist Zeus, natürlich, nach Goethes „Prometheus“-Ode)

Dieser große schön geformte, stachelige Diestelkopf wird, wenn man ihn noch ein wenig reifen lässt, sich öffnen und eine wunderschöne blau-violette Blüte offenbaren. Und dann erahnt man, warum Zeus in Liebe zu ihr entbrannte. Aber er hatte wohl keine Geduld, wollte sie, anstatt ihr Zeit zur vollen Entfaltung zu lassen, vorzeitig verspeisen.  So wie wir Menschen auch. Denn…

Artischockenblüte

 

Was du isst, wenn du Artischocken isst, sind Blütenknospen! Genauso wie übrigens Kapern, die als Knospen geerntet werden, wie ich früher mal erzählte, nämlich hier.

Kapernblüte

Also iss Artischocken mit Bedacht! Sie tragen noch all die Kraft in sich, die in der Blüte zur Entfaltung kommt. Für einen gesunden Gallenfluss und die Absenkung des Cholesterinspiegels gibt es nichts Besseres.

———————————————————————————————————-*Das K von Kynara sprachen die Römer als Z aus und schrieben es als C – wie bei Cäesar, dem Kaiser. Der deutsche Name Artischocke ist eine Verballhornung des arabischen Namens لخرشوف / al-haršūf, den die Spanier übernahmen und in Westeuropa verbreiteten.

Denn ja, diese schöne Pflanze kommt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und verbreiteten sich in Europa teils über Rom, teils durch die Araber, die Andalusien besiedelten.

 

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Dora am DrittenFünften: Interaktiver Unterricht (abc-etüde)

Schreibeinladung für die Textwochen 18.19.22 | Wortspende von Myriade

 

„Guten Morgen ohne Sorgen!“

Doras neuer Weckruf…. Schlaftrunken krieche ich aus dem Bett. Noch stecke ich halb im Traum fest, denn mir träumte Wundersames, dessen Ende nun ungeträumt bleiben muss, während sich das Fertiggeträumte schon aufrebbelt. Halbblind suche ich meine Pantoffeln, die unters Bett gerutscht sind, finde sie auch und folge Doras Ruf, der jetzt lautet:

Kommt, ihr Kleinen, setzt euch nieder

der Unterricht beginnt gleich wieder.

 

Ha, da sitzen sie schon, die Fritzi, der Franz und die Frieda  Und spitzen die Öhrlein.

Und warten, was da kommt. Dora erklärt: „Ich bin die Lehrerin und ihr seid meine Schüler. Ich stelle eine Frage und ihr findet die Antwort. Frage eins:

Die Giraffe hat einen langen Hals. Warum?“

Frieda:

Ich glaub, sie ist sehr dumm

Wär die Giraffe klug wie ich

reckt sie den Hals nicht fürchterlich-

Franz:

Die Giraffe hält Umschau, und das ist klug

auch findet sie oben Blätter genug.

Fritzi:

Sie sehnt sich sehr bei Mondenschein

und will nur bei dem Monde sein

Mondsüchtig reckt sie in die Höhe

den Kopf, dass sie den Mond stets sehe.

 

„Sehr schön!“ befindet Dora. „Ihr habt eure Lektion gut gelernt. Bravo! Nun komme ich zur zweiten Frage:

Die Giraffe heißt Giraffe. Warum?

Fritzi:

Dora, nimms nicht krumm 

Frieda:

Das ist mir zu dumm.

Und weg sind sie. Nur Franz bleibt hocken. Er grübelt. Warum heißt man, wie man heißt? Warum heiße ich Franz? Hat man mich etwa gefragt, wie ich heißen möchte?

„Warum heiße ich Franz?“

fragt er schließlich. „Möchtest du anders heißen?“ fragt Dora höflich zurück. „Ja“, sagt Franz. – „Wie denn?“ – „Theo“. – „Und warum?“ – „Das ist von Gott“ – „Kein Problem“, kräht Dora vergnügt. „Ich taufe dich Theo! Ich heiße übrigens richtig Theodora. Und das heißt Gottesgeschenk!“

Glücklich schauen sie sich an. Zwei Gotteskinder.

300 Wörter.

 

 

 

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