Heute habe ich einen neuen Stift, mein neues kleines Skizzenbuch und mein neues Auto ausprobiert.
Ich mag Neues nicht besonders. Es schüchtert mich ein. Neue Kleidung zum Beispiel. Ich werde erst warm damit, wenn ich den eigenen Körpergeruch hinterlassen, den ersten Fleck drauf gekleckert habe. Ein neues Buch? ein wenig drin rumblättern, ein Eselsohr, eine kleine Anstreichung – schon ist es mir verwandter. Ein neues Auto – die erste Schramme, eine kleine Beule, die Hundehaare auf dem Rücksitz – dann erst ist es ganz meins. Ich bin unvollkommen – wieso sollen die Dinge, mit denen ich zu tun habe, perfekt sein? Andererseits schimpfe ich mit mir, wenn ich das Makellose beschmutze. Ich schäme mich meiner Unvollkommenheit. Kurzum, ich befinde mich angesichts von Neuem in Stress.
Heute bekam ich endlich mein neues Auto und fuhr es heim. Es ist wieder ein Italiener, hergestellt in der Türkei. Der Motor klingt anders als bei meinem vorigen Wagen, beim Anfahren huppelt es noch, der Blicker sitzt nicht genau da, wo er soll, der Rückwärtsgang ist woanders als für mich gewohnt. Alles ist mir zu neu. Froh war ich, als ich es unversehrt geparkt hatte und den Schlüssel abziehen konnte. Morgen werde ich eine kleine Tour unternehmen und sehen, ob wir Freunde werden können.
Vorher war ich wie immer in meinem Wald, bewaffnet mit einem neuen kleinen Skizzenbuch und einem neuen Tintenkuli. Ein bisschen kalt kamen mir die Skizzen vor, es fehlten mir die Wärme des Graphits und die wechselnde Intensität des Grau, je nach Druck meiner Finger. Aber schon bei der zweiten Skizze – den Wurzelmännchen – begann ich mich sicherer zu fühlen. Für Konturzeichnungen ist der Stift gar nicht so schlecht, dachte ich. Außerdem lassen sich die Zeichnungen besser fotografieren, da die Tinte nicht glänzt.
Mithilfe von einfachen Filtern lassen sie sich leicht ein wenig dramatisieren. Ich glaube, ich werde meinen Spaß damit haben. Das bisschen Umgewöhnung werde ich wohl schaffen.




























































