Am Ende des endlosen Weststrands von Kalamata mündet ein kleiner Fluss, der Pamissos, ins Meer. Zunächst sammelt sich sein Wasser in einem See, der sich dann durch eine schmale Rinne ins Meer entleert. Die Gegend ist einsam und verwahrlost. Zwei ausrangierte Boote versinken langsam im Mohn und anderen Blumen. Hohes Schilf verdeckt den See. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein schäbiges Gehöft, mehr Schuppen als Haus. Möwen kreisen darüber, Hühner rennen herum und ein Hund bellt aufgeregt, als er meinen Hund bemerkt. Mit dem hysterischen Gebell im Ohr mache ich vor Ort eine schnelle Bleistiftskizze.

Am Weststrand halte ich dann noch einmal an, um Tito rennen zu lassen und eine zweite Bleistift-Skizze zu machen – diesmal vom dunklen Meer, das mit kleinen Schaumkronen das Ufer berennt. Der Wind ist stark, treibt feinen Sand vor sich her. Am Horizont zeigen sich verschwommen die Ausläufer des Taygetos-Gebirges. Ein angeschwemmter Baumstamm bildet den Vordergrund der Skizze.

Zu Hause überarbeite ich beide Skizzen mit schwarzem Kugelschreiber, entsprechend meinen Erinnerungen. Ob sie dadurch gewonnen haben? Sie sind jetzt konkreter, haben aber Atmosphäre und Poesie des flüchtigen Augenblicks eingebüßt.
Durch elektronische Bearbeitung habe ich einige Eigenschaften der Skizzen noch verstärkt (zB die Gleichförmigkeit von kreisenden Möwen und Wasser und die Beziehung zwischen der Form des Baumstamms und der fernen Küste)
Noch eine andere Sicht auf diese Gegend ergibt sich in den Fotos, die ich dort machte. Vier Medien – vier verschiedene Weisen der Welterfassung.