Montags ist Fototermin: Kleine Beobachtungen (8) zur Begrenzung des Lichts

Dieser Eintrag wurde von WP vernichtet, wohl beim Umformen in einen Block. Das macht mich traurig. Ich kann ihn nicht wieder herstellen, aber die Fotos sind noch verfügbar. Ich lade sie hier nochmal runter, leider erscheinen sie in einem sinnlosen Block. Inhaltlich ging es um die Art, wie Hell- und Dunkelzonen sich gegeneinander abgrenzen.

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Montag ist Fototermin: Unbrauchbar aber fotogen

Heute las ich bei Susanne Berkenkopf als Wochendevise

„Habe nichts in deinem Haus, von dem du nicht weißt,
dass es nützlich ist oder dass du es schön findest.“

Am Ende der Woche wünscht sich Susanne eine Rückmeldung: „Was hat es ausgelöst?“  Meine spontane Antwort:  Ich kann dir jetzt schon sagen, was es bei mir ausgelöst hat, liebe Susanne: widerstreitende Gefühle. Denn ich ertrinke in Unnützem, doch sobald ich es in die Hand nehme, um es wegzuwerfen, erkenne ich sein „künstlerisches Potential“, Da wird mir jedes Schnipselchen, jeder unbrauchbare Gegenstand zu einem Ausdrucksträger …

Tatsächlich hatte ich für diesen Montagsbeitrag Fotos von völlig überflüssigen und nicht mal schönen Dingen meiner Wohnung gemacht. Damit wollte ich in gewisser Weise anschließen an eine frühere Rubrik, die ich „Alphabet der Materialien“ nannte (Februar bis Mai 2018). Ich brach es damals ab, aber das Thema hat mich nie verlassen. Es behält seine Faszination, denn jedes Material gibt das Licht in verschiedener Weise zurück: anders Plastik, anders Eisen, anders Gewebe, anders Stein – und in jeder Kategorie unzählige Varianten…  Und so reizt es mich oft,  Alltags-Dinge in zufälliger Anordnung zu fotografieren. 

Schwer auszurangieren sind auch durchaus überflüssige und unschöne Dinge, an die viele Erinnerungen geknüpft sind. Und so beendete ich meine Antwort an Susanne so: „… und ich lege es beiseite, um es gelegentlich in ein Bild zu integrieren. Gestern ging es mir so mit Röntgenaufnahmen des zerbissenen Beins meines Hundes, der vor drei Monaten starb:“.

Die hatte ich nämlich aussortiert, um sie wegzuwerfen. Doch heute heftete ich sie an die Balkontür und fotografierte sie. Wahrscheinlich werde ich sie noch mal brauchen.

 

 

 

 

 

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Kunst am Sonntag: Licht, Papier&Pappe als Malmittel

Heute griff ich mal wieder zu den Malmitteln, die jederzeit umsonst zur Verfügung stehen: Papierreste und Licht.

Beim Fotografieren spielte ich mit den Schattenbalken der Jalousie. Da heute Wolken vor die Sonne zogen, waren die Schatten mal scharf begrenzt, mal weich und verschwommen.

Im folgenden Bild schnitt ich den „Spaziergänger“ digital aus (a) und montierte ihn als überdimensionierten Schatten senkrecht ins Bild (b)

Die Negativform der großen Figur setzte ich dann als Klammer ins letzte Bild (c).

 

 

 

 

 

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Skizzieren auf meinem Rentenbescheid (tägliches Zeichnen)

Es war nicht geplant, heute außer Haus zu essen. Doch dann saßen wir zur Mittagszeit unter den großen schattenden Platanen einer Taverne, lauschten dem Rauschen eines Brunnens und dem Stimmengewirr im Hintergrund – dort wurde eine Kindstaufe gefeiert -, und warteten auf die Bestellung. Ich kramte in meinem Beutel nach dem Zeichenblock, aber der war nicht da. Nur ein Briefumschlag mit dem letzten Rentenbescheid fand sich. Warum nicht? Auch der hat eine unbedruckte Seite.

Ich ließ das A4-Blatt zusammengefaltet und begann auf dem untersten Drittel zu zeichnen. Salz- und Pefferstreuer auf unserem Tisch zogen als erstes meine Aufmerksamkeit auf sich. Davon ausgehend fügte ich Flasche, Gläser, den Teller mit dicken Bohnen …hinzu. 

Uns gegenüber stand eine gewaltige Platane, deren „Sockel“ hübsch mit Blumen bepflanzt ist. Wie winzig und flüchtig erscheinen gegen diesen Baum die Menschen! Zwei speisen links vom Baum. Rechts in der Tiefe des Tavernengartens lässt es sich die Taufgesellschaft gut gehen. Bunte Luftballons geben einen festlichen Anstrich.

Das oberste Drittel des Blatts füllte ich mit einer Szene, die sich jenseits des gepflasterten und mit einer umheckten Blumenanlage geschmückten Hofs abspielte.  Eine kleinere Gesellschaft hatte sich dort niedergelassen. Der Rest des langen Tisches war noch unbesetzt, er würde sich später füllen. In der Tiefe des Raums staffeln sich die Stützpfeiler und Querbalken für die großen schattenden Planen. Rechts gibt es erhöhte Sitze und den Eingang zu den Innenräumen, die im Sommer nicht genutzt werden. 

Du kannst dir das ohne Fotos nicht recht vorstellen? Dann schau hier.

 

 

 

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Dreimal Vase auf Balkontisch (tägliches Zeichnen)

Heute habe ich eine aus dickem Glas gegossene Vase auf das rundes Balkontischchen gestellt, um sie zu zeichnen. Seit eh und je stehen zwei Zweige mit unverwüstlichen Weidenkätzchen darin. Hinter dem Tisch erscheint ein weißer Plastikstuhl, dessen Formen sich im Glas der Vase brechen. Rechts das Balkongitter.

Im ersten Anlauf zeichnete ich das ganze Motiv, samt meiner Kaffeetasse und zwei Stiften.

In zwei weiteren Anläufen konzentrierte ich mich auf die Linien in der Vase und um diese herum. Solche Brechungen zu zeichnen ist ein unendliches lehrreiches Geduldsspiel, zumal sie sich ja mit dem Sonnenstand ständig verändern.

 

Übrigens habe ich die Vase schon öfter gezeichnet, hier zB den Sockel. https://gerdakazakou.com/2019/09/25/3-1-2-vasen-farbverstaerken-vs-buntstift-ein-vergleich/

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abc-Etüde: Ideensuche (Kata-Strophen)

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzaday

Christiane ruft wieder zur Teilnahme am abc-etüden-Spaß. Diesmal ist es Etüdenbegründer Ludwig Zeidler, der die Wörter spendete. Wohl nicht zufällig ist darunter das Wörtchen Idee, denn ach, damit steht es in diesem Hochsommer wie mit seinem Reimwort, dem Schnee. Die Ideen schmelzen dahin.

Ideen

wie sie erwecken?
Wie ihr engelhaftes Gesicht
auch heute wieder entdecken?

Ich grub und grab mich durch Scherben und Staub,
Wo sind die Ideen, wem fieln sie zum Raub?
Es tränen die Augen, die Lunge sie ächzt
Ach meine Seel nach Ideenkraft lechzt!
Wo seid ihr vergraben, die immer ihr thront’t
Bei den Göttern und deren Suche sich lohnt!
Ich sehe nur Schnipsel, denn nichts ist mehr ganz
Vergilbt die Ideen, verloren ihr Glanz.

Und doch, aus dem Haufen der wertlosen Sachen
Strahlt etwas mir zu und macht mich fast lachen.
Es erscheint ein Gesicht,
vielleicht ein Gedicht,
ein Lied und ein Wort
und husch … und fort.

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Zweimal Zimmerpflanze vorm Fenster (tägliches Zeichnen)

Wenn ich sehr unruhig bin wie gerade jetzt (was vom EU-Flüchtlingslager Morea auf Lesbos nach den ersten Bränden noch übrig war, brennt nun auch, und das bei extremen Hitzegraden und Sturm. Es ist wie ein Fanal der Unmenschlichkeit. Mindestens 13 000 Menschen – eine normale deutsche Kleinstadt – sind ohne Obdach und ohne Hab und Gut, die Feuer wüten und bedrohen die gesamte Insel), dann versuche ich erst recht zu zeichnen. Es beruhigt mich, zwingt mich zur Konzentration.

Es war schon recht dämmrig draußen, als ich begann. Die Zimmerpflanze wirkte fast schwarz vor dem helleren Himmel.  Zuerst zeichnete ich mit einem Tintenstift (a), dann verstärkte ich die Kontraste mit einem Filzstift (b) und bearbeitete das Foto ein wenig (c).

Die zweite Zeichnung machte ich bei Kunstlicht. Draußen war es nun dunkel, drinnen brannte eine Lampe, die die Pflanze vergeichsweise hell gegen den weißen Fensterrahmen und die Schwärze der Nacht erscheinen ließ. Ich beschränkte mich weitgehend auf Konturlinien (a). In einer Bearbeitung ahmte ich den tatsächlichen Hell-Dunkel-Effekt nach (b), in einer anderen betonte ich das Lineare der Zeichung auf andere Art (c)

 

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Zweimal Wohnraumecke (tägliches Zeichnen)

Bevor wir nach Athen aufbrachen, nahm ich in zwei Anläufen zeichnend Abschied vom Wohnraum in der Mani.

Auf der ersten Zeichnung ging es mir um das Atmosphärische: Der Raum liegt im Dämmer, Licht fällt nur von den schmalen hohen Fenstern herein. Das eine Fenster ist im Bildausschnitt zu sehen, das andere schickt Licht von links und reflektiert in den Glasscheiben des Bücherschranks rechts. Die Webdecke erhält Licht von vorn durch ein drittes Fenster.

In einem zweiten Anlauf beschränkte ich mich auf die am deutlichsten hervortretenden Linien. Dabei handelt es sich um Linien, die Hell von Dunkel scheiden. Das Auge orientiert sich vor allem an solchen Hell-Dunkel-Kontrasten, und das Hirn organisiert anhand dieser Linien den Raum, der dadurch erkennbar wird.

 

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Neue Legebild-Technik

Heute holte ich ein etwas älteres Bild hervor, das ich mit Kohle und Farbpigmenten auf eine sehr große Pappe gemalt hatte. Ich wollte ausprobieren, wie sich die Schnipsel, die ich in letzter Zeit benutzte (vor allem von Myriade und Ulli) auf dieser Unterlage machen würden.

Aber daraus wurde nichts. Mein Farben sind viel gedämpfter, und so wirkten die aufgelegten Schnipsel wie Flicken.

Eine radikalere Lösung war nötig. Ich fand sie dadurch, dass ich eine ältere Pappe mit ein paar collagierten Figuren großflächig zerriss und die Stücke zusammen mit ein-zwei von Jürgens Schnittresten auf dem Gemälde auslegte. Hier zwei Ergebnisse im Original und je eine Bearbeitung. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Einen Titel habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht fällt dir einer ein?

 

 

 

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Montags ist Fototermin: Kleiner Abschied

Ich muss mal wieder Abschied nehmen – für hoffentlich nur kurze Zeit. Ein paar letzte Blicke zum Abgewöhnen.

Das hochragende verfallene Haus an der Bucht, ganz oben zwischen den Ziegeln winkt ein Bäumchen herüber.

Der Felsen, auf dem es gebaut ist – von gewaltigen feurigen Kräften einst zusammengebacken und vom Meer ausgewaschen, wo weichere Mineralien weniger Widerstand boten.

Das Meer, immer wieder das Meer und die Sonne im Untergang.

Haltet mir inzwischen Wacht, Hatschiputsch und Tarati, mäßigt die in euch eingeschlossenen wilden Kräfte des Wassers und Sturms, des Feuers und der Erde, bleibt zusammen und streitet euch nicht! Wir Menschen brauchen euch in schöner Harmonie.

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