Montags ist Fototermin: Zoomen

Ein bisschen voyeurhaft ist es ja schon, wenn man mit seinem kleinen smartphone andere Beachbesucher heranzoomt, in der Hoffnung, dass sie es nicht bemerken. Ich versuche dabei freilich, die abgelichtete Persönlichkeit sympatisch erscheinen zu lassen oder anderweitig zu schützen.

Das ist auch nötig, wie der strenge Blick der Besucherin zeigt, als sie mich bemerkte.

Zum Glück sind nicht alle so aufmerksam, und so kann ich in meiner Bucht nicht nur schwimmen, sondern auch Leute beim Schwimmen fotografieren – unter Respektierung ihrer Persönlichkeitsrechte, selbstverständlich.

Manche haben vielleicht ja auch gar nichts dagegen, wenn fremde Augen ihre Schönheit aus der Ferne und anonym bewundern.

Hauptsache, niemand unterbricht ihr Spiel! Winter? Herbst? Vielleicht, irgendwann. Aber nicht jetzt,bitte!

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Dankeschön, Marion! Awsome Blogger Award

Marion die Verwandlerin hat mich für diesen Award vorgeschlagen, hat auch 10 Fragen gestellt. Dem, der Fragen hat, so habe ich gelernt, soll man antworten, sofern man kann.

Aber zuerst muss ich die Award-Bedingungen hier reinkopieren:

So, und nun zu Marions Fragen – und meinen Antworten:

  1. Seit wann bloggst du? Seit dem Mai 2015.
  2. Wer sind deine drei Vorbilder im Leben? Vorbilder – was ist das? Ich glaube, das Vorbild bin ich mir selbst – genauer, in meinem Höheren Selbst.
  3. In welchem Tier kannst du dich am ehesten wiederentdecken und warum? – Ziege – neugierig, meckerig, einzelgängererisch. Weiß gute Kräuter zu schätzen.
  4. Was ist ein Lieblingsgericht von dir? Fast hätte ich jetzt geschrieben: Zicklein mit Kartoffeln im Backofen, aber das esse ich nicht mehr, seit ich ein für dieses Schicksal auserkorenes Zicklein  lieb gewann. Also: mit Kräutern und Zwiebeln gefüllte Aubergine im Backofen, bestreut mit Schafskäse.
  5. Was ist eines deiner Lieblingszitate? „Mut hat auch der kleine Muck“ (Wilhelm Hauf)
  6. Was war eines deiner Lieblingskinderbücher? Keine Ahnung. Vielleicht die Märchen von Wilhelm Hauff?
  7. Wer ist einer deiner Lieblingsmaler? Uff. Nee. Da habe ich viele! Sehr sehr viele. Sagen wir mal El Greco, Goya, Velasquez, Picasso aus der iberischen Ecke, Manet, Monet, Matisse, Cezanne, Delacroix von den Franzosen, Hieronimus Bosch, Rembrandt, Vermeer, Van Gogh, Frans Hals von den Holländern …. also ich hör lieber auf, bevor ich mit den Russen, Italienern, Deutschen etc pp fortfahre.
  8. Entscheidest du wichtige Dinge eher mit Pro-und-Contra-Liste oder aus dem Bauch heraus? Meistens entscheiden sich die wichtigen Dinge von selbst – ob ich will oder nicht.
  9. Ziehst du das Stadt- oder das Landleben vor? Und warum? Momentan das Landleben, weil Stadtleben ohne freien Menschenkontakt, mit Maske und mit reduziertem Kulturleben doof ist.
  10. Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch braucht, um für dich symphatisch zu sein? Hm, weiß nicht. Die Chemie vielleicht? Wie er lacht oder die Achseln zuckt? Ob er nett zu mir ist? Seine Ansichten zu Mensch und Welt?

Jetzt kommt der schwierige Teil: ich soll selbst 10 Fragen stellen und sie dann an 5 Mitblogger verschicken. Die meisten werden sich darüber gar nicht freuen. Aber so gehen die Spielregeln nun mal, da gibts keine Drückebergerei.

Also frage ich mal

  1. mit wem hast du heute dein Abendbrot geteilt?
  2. welche Themen vermeidest du im Gespräch?
  3. Auf welchen Themen hackst du herum?
  4.  Wann warst du zuletzt rundum zufrieden, und warum?
  5. Was macht dir Stress?
  6.  Welche Haarfarbe hast du? Ist sie echt oder gefärbt?
  7.  Gibt es Wörter, die du täglich mindestens 30 mal benutzt?
  8.  Wie wirst du, wenn du etwas zu viel Alkohol trinkst?
  9. Fällst du anderen gern ins Wort?
  10. Wie war es für dich, diese Fragen zu beantworten?

Hiermit nominiere ich die folgenden Tiere für den AwesomeBloggerAward 🏆: Elefant, Krokodil, Eule, Wildgans, Kormoran

Sabine von https://lyrifant.wordpress.com/

Crocodilus von https://crocodylus.blog/

Anna von https://eulenschwinge.wordpress.com/

Sonja von https://wordpress.com/read/feeds/38044

Kormonan von https://kormoranflug.wordpress.com/

 

 

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Gelobt sei der Regen

Ja, gelobt sei der Regen, der seit gestern nacht fiel. Er durchweichte die harte staubtrockene Erde und ließ sie samt ihren Kräutern duften. In manchen Gegenden Griechenlands kam es freilich zu Katastrophen, Ernten wurden zerstört, Brücken brachen ein, Keller wurden überschwemmt, auch kamen drei Menschen zu Tode.

Dennoch: Gelobt sei der Regen. So sehr hat er gefehlt. Bei uns in der Mani ließ er nur ein paar Pflützen zurück.

Wir sind heute mittag durch die wolkenverhangenen Berge der Peloponnes gen Süden gefahren, aßen in unserem Stammlokal, trafen Freunde, umarmten uns, tauschten Neuigkeiten. Im Garten harkte ich große Haufen feuchter Piniennadeln zusammen, und im Atelier setzte ich meine Aufräumarbeiten fort: ein großer Sack füllte sich mit Zeichnungen und Pinseleien früherer Jahre. Noch ist viel zu viel übrig, aber immerhin ist ein Anfang gemacht.

Das letzte Abendrot lockte zu einem Spaziergang.

In der Ferne flammte die Straßenbeleuchtung von Kalamata auf. Es ist unendlich wohltuend, wieder hier zu sein.

 

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Früchte von unterwegs (Fotos)

Nach dem ersten Regen, der uns in Athen festhielt, machte ich eine Runde durch „mein Gebiet“, das ich immer mit Tito durchstreifte. Unterwegs pflückte ich frisch gewaschene Feigen und aß sie mit Genuß. Ein paar vergessene Weintrauben fand ich im Feld der „Wurzelmännchen“, die ich durch ein Loch im Zaun besuchte.

Auch einen Feigenkaktus mit sehr vielen Früchten sah ich. Aber die erntete ich nicht, denn ich erinnerte mich an mein Abenteuer, als ich sie das erste Mal sah und meine Hände danach ausstreckte. Eine alte Frau hatte Erbarmen mit mir und rief mir zu: ladi, ladi! (Öl, Öl) und rieb die Hände aneinander. Ja, das Olivenöl half, mich von den hauchzarten Nadeln zu befreien, die an meinen Händen hafteten und drohten, überall hinzuwandern, wo ich mich anfasste.

Feigenkaktus

Die Früchte des Feigenkaktus sind sehr vitaminreich und schmackhaft, aber man muss sie zu ernten wissen: mit einem passenden Gerät abpflücken und die Schale vorsichtig öffnen, um den Inhalt sorgfältig mit einem Löffel herauszuheben. Jede Berührung mit den Nadeln (Stacheln?) ist gefährlich.

 

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Liebesleid. Eine kurze kata-strophische ABC-etüde

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Es regnet! Endlich! Da bleibe ich doch heute besser noch in Athen und fahre erst morgen in die Mani. Und so bleibt Zeit für eine zweite klitzekleine Etüde mit den Wörtern von Ludwig Zeidler.

Liebesleid

Katrins Herz ist schwer betrübt
Weil sie doch die Lizz so liebt!
Aber Lizz die Schöne Feine
Die so stolz auf ihre Beine
Und auf ihren bunten Rock
Hat auf Katrin keinen Bock.
Und ihr Lächeln, engelhaft
Tritt nur bei Karl-Heinz in Kraft.
Ach hätt Katrin ne Idee
Wie zu heiln ihre Herzensweh!
Hat ihren Kummer tief vergraben
Hat überhäuft die Lizz mit Gaben
Alles hat Katrin versucht
Doch Erfolg ward nicht verbucht.

Um Katrinchen ist es schad.
Wer kann hier helfen? Wer weiß Rat?

Übrigens habe ich diese jugendlichen Liebenden aus denselben Schnipseln wie die vorgestrige Doppelbühne gebastelt. Gut, dass ich sie noch nicht entsorgt hatte.

 

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Weiße und schwarze Kunst (Fotografie)

Eine Venus von Milo sah ich in der Plastiktüte. Das aus Afrika mitgebrachte elegante Paar wendet sich mit Grausen. Das soll Kunst sein? Doch der Schatten des Mannes wirft einen Blick zurück.

Nun aber, am Himmel zwischen Wolken dahinschwebend und fein gerahmt – vielleicht gefällt es den Herrschaften so? Nein?

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Aufräumen um wegzuwerfen 2: Kleine Bühne – große Bühne (Legebilder)

Das „Aufräumen um wegzuwerfen“ macht Fortschritte. Heute verschwand der Inhalt von zwei großen Plastiksäcken im Recycling-Müll. Bücher und Papiere, darunter auch das ausgedruckte 700-Seiten-Manuskript meines Romanentwurfs „Schwanenwege“ sowie die Schreiben an und Absagen von Verlagen.

Beim Aufräumen fiel mir auch eine Tüte mit bunten Schnipseln in die Hände. Sie stammen von einer Collage. Auch sie wollten entsorgt werden. Aber bevor sie den Weg alles Vergänglichen nahmen, habe ich sie noch einmal auf die Bühne  geholt. Als Bühne dienten mir die schwarzen Passepartouts der Linolschnitte, die ich vorgestern zeigte.

Die großen Gesellen wollten sich nicht auf die kleine Bühne bequemen, und so baute ich für sie eine größere Bühne, was ihnen sehr gefiel. Ha, ja, hier konnten sie sich entfalten!

Zugleich marschierten die kleinen Leute auf der kleinen Bühne auf. Wie im Leben halt. Die kleine Bühne verzierte ich mit einem reizenden kleinbürgerlichen Vorhang aus Toilettenpapier.

Hier sieht man die großen Herren als Schattenfiguren, von unsichtbarer Hand an Stäben und Fäden bewegt, während die kleinen Leute auf ihrer kleinen Bühne ihre kleinen alltäglichen Dramen aufführen. 

Nun ist auch dieses Stückchen aus: Applaus, Applaus!

 

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Schwarzmond – Aufgang

Der Schwarzmond erreicht jetzt (13 Uhr MEZ) seinen Höhepunkt.

 

Schwarzmond Aufstieg 3, 17.9.2020

 

Schwarzmond Aufstieg, teilweise invertiert

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Schwarzmond – Pause

„Heute herrscht die schwarze Selanna, der Schwarzmond. Keine gute Zeit um aufzubrechen. Ich warte, bis die junge Mondsichel wieder erscheint. Wer doch unterwegs ist, möge sich vorsehen“. So schrieb ich im September 2016.

Heute beginnt wieder die 3-Nächte-Phase des Schwarzmonds. Ich bin noch in Athen, da werde ich die mondlose Dunkelheit, in der die Sterne intensiver leuchten, nicht wirklich sehen können, aber ich fühle sie schon. Tiefe Verlorenheit kann dich ergreifen, Hoffnungslosigkeit, Todesahnung, wenn die schwarze Göttin herrscht. Besser ist es, in diesem Zustand nichts Neues anzufangen, sondern alle Pläne loszulassen und  in die Tiefen des Unbewussten hinabzutauchen. Und auszuruhen.

Wenn dann die neue Sichel erscheint,  will ich sie über dem Meer begrüßen.

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Aufräumen, um wegzuwerfen. Erste Erfahrungen

Heute habe ich mich ans Werk gemacht. Unbrauchbares soll aus der Wohnung verschwinden. Ich will diese alten Energien nicht mehr um mich haben. Ich brauche Leere – sagte ich mir.

Lass nur das übrig, was du im täglichen Gebrauch hast, und wirf weg, was sich bei dir angesammelt hat und was deine Erben sowieso nicht haben wollen.  Dieser fremde Blick half mir. Im Bad und Schlafzimmer ging es flott. Zwei Plastiktüten waren im Nu gefüllt. Bei den Schubladen mit den vielen Papieren aber geriet ich ins Stocken und konnte schließlich gar nicht weitermachen, als ich zwei Linolschnitte hervorzog. Die hatte mir ein Wohnungsnachbar in Frankfurt geschenkt. Er hatte Frau und Kind, beklagte seine beschränkten Verhältnisse und war totunglücklich, denn Künstler wollte er sein, nichts als Künstler. Was wohl aus ihm geworden war?

Dieter Bauer, „Gruppe I und II“, Linolschnitt, 1974

Das internet ist ja dafür da, solche Fragen zu beantworten. Ich fand tatsächlich eine Adresse, Bilder, Fotos.  Ein Mann gleichen Namens unterhielt ein Künstleratelier im Odenwald, auch dieser war Autodidakt, und das Gesicht schien mir zumindest ähnlich. Dieser hier malte bunte Stadtansichten und bot Kurse an. War er das? War das unser Wohnungsnachbar von damals? Hatte er den Schritt getan und sich seinen Lebenstraum erfüllt? Leider datierten die letzten Kursangebote von 2018. Hatte er aufgegeben? War er verstorben? Ich schrieb an die angegebene Adresse, fragte an.

Und anstatt aufzuräumen, war ich zurück in der Frankfurter Arbeitergegend, wo wir damals wohnten. Im Hinterhof zwischen den schweren Eisenstangen einer Schlosserei  spielten unsere Kinder – sein Sohn Andreas und unser drei Jahre jüngerer Sohn. Einmal hatte ich Andreas mitgenommen nach Griechenland. Zusammen mit zwei Kinderladenkindern und unserem Sohn waren wir runtergefahren, 60 Stunden Zugfahrt. Wohlhabende griechische Bekannten hatten Andreas eingeladen, er sollte mit ihren Kindern spielen, deutsch sprechen. Sie hatten einen Swimmingpool und waren bemüht, dass Andreas, damals etwa 8, schöne Erinnerungen an seinen ersten Griechenlandurlaub behielt.  Aber  es ging nicht gut, denn Andreas war vom Wohlstand eingeschüchtert und sein Frankfurterisch entsprach nicht den Anforderungen seiner Gastgeber. Wir erlösten ihn und so blieb er bei uns, bis wir zusammen zurückreisten nach Deutschland.

Das also war mein erster Aufräumtag. Jedenfalls eine Episode darin, denn es gab natürlich noch mehr solcher Rückführungen in die Vergangenheit. Wie jeder weiß, gehört es zum Schwierigsten, das, was unsere Erinnerung trägt, einfach wegzuwerfen, ohne sich noch einmal umzudrehen.

 

 

 

 

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