Ich schaue hinaus in den getrübten Himmel. Karfreitag, gut, da darf es trübe sein. Wo Dora wohl steckt? Seit sie weggesegelt ist, ist die Zeit zum Stillstand gekommen. Nichts rührt sich, alles ist trübe Erwartung, Nachher gehe ich, mir eine Lithurgie im kleinen Kloster anzuhören und mit den vier psalmodierenden Mönchen und den anderen Besuchern dem blumengeschmückten Katafalk zu folgen, eine gelbe Kerze in der Hand. In der Nacht drauf kommt es hoffentlich zur Auferstehung.
Gestern war Dora noch da. Ihre liebenswerte Neugier galt den blauen Schwertlilien, die höher und majestätischer sind als die weißen …
und etwas später mit dem Blühen beginnen. Wie ein Gemälde in rötlichem Blau mit weißlichen Lichtern – schäumend, lebendig öffnen sie sich. (Hallo Babsi! Manche deiner Landschaften sind so.)
Das wirklich Aufregende aber ist laut Dora die gefiederte getigerte Blütenzunge, die sich aus diesem schäumenden Blau herauswölbt und eine perfekte Rutsche ergibt.
Hier posiert Dora neben der hoch aufgerichteten Zungenrutsche.
Eigentlich, liebe Dora, ist es hier genauso aufregend wie in der „Weite und Freiheit“ des Meeres. Was du dort findest, kannst du auch hier finden. Weite oder Nähe – auf den Blick kommt es an.
Ich hoffe wirklich, dass du bald zurück bist, denn ohne dich fehlen meinem Leben dein Witz und deine Leichtigkeit.
































