Haus in Akrogiali (tägliches Zeichnen)

Akrogiali ist ein hübsches Dorf am Meer, nicht weit von uns. Ich sitze gern dort in der Sonne vor dem „Verschönerungsverein“ und schaue aufs Meer oder aufs Dorf. Gestern nahm ich meinen Stuhl, rückte ihn an die Wasserkante und schaute zurück auf das Haus, das der Verein dort betreibt. Das Wort „betreibt“ ist etwas irreführend, denn das Haus ist stets geschlossen, es steht einfach nur da, die dem Meer zugewandte Seite mit Gedichten und Wandbemalung geschmückt, die wegen der Meeresnähe schnell wieder abblättert. Vor dem Haus gibt es eine kleine Terrasse, dann beginnt der Geröllstrand. Hinter dem Haus führt die Küstenstraße entlang, und dahinter erhebt sich eine Steilküste in Gelbocker, das durch den teils lichten, teils dunkelgrünen Baumbewuchs untergliedert wird.

Im Sommer geht es hier lustig zu, wie, habe ich schon mal gezeigt.

Das Fest der Panagia – ein heiterer Tag

 

Jetzt ist die Terrasse leer, und im Meer schwimmen nur drei Bojen. Aber die Sonne wärmt auch jetzt, und die Bäume werfen ihr leichtes Schattenspiel über die bröckelnde Wand.

Einen zweiten Anlauf machte ich noch, diesmal nahe der Wand sitzend, die sich perspektivisch längt und auf die Häuserzeile im Hintergrund zuführt (blauer Kugelschreiber).

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

Montags ist Fototermin: Nachttischlampe (kleine Beobachtungen)

Als es heute nacht mit dem Schlaf gar nichts werden will, greife ich zum kleinen Block und Stift und zeichne einen Ausschnitt des Sammelsuriums auf dem Nachttisch. Mich beeindruckt besonders der dicke fette Schatten der Wasserflasche.

 

 

 

 

 

 

 

Wie ich fast fertig bin, fällt mein Blick auf die Rückwand des Bettes (rechts neben der Lampe). Merkwürdig: dort bildet sich das blumige Muster des Lampenschirms ab, aber wie? Das Helle ist an der Wand dunkel, das Dunkle hell.

Ich bin so überrascht über meine Entdeckung, dass ich gleich noch ein zweites Foto mache. Und jetzt, beim Betrachten des zweiten Fotos, bin ich noch einmal verblüfft.  Wieso ist das quadratische Blütenmuster der Lampe auf dem ersten Foto dunkel, auf dem zweiten aber hell?

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, kleine Beobachtungen, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 15 Kommentare

Montag ist Fototermin: Ein Dach über dem Kopf

 

Jedem ein Dach über den Kopf! Die Ob-Dach-Losen geraten jede Weihnachten ins Scheinwerferlicht des öffentlichen Mitgefühls. Danach geht der Scheinwerfer wieder aus.

Meine Kamera streifte ein Dach, das den Himmel nur mühsam vom Raum darunter abschließt. Solche Dächer gibt es hier in den Dörfern viele: wo die schönen alten Ziegel nicht mehr halten, muss es welliges Eternit oder Blech tun. Ob noch Menschen darunter leben, weiß ich nicht.

——————————————————————————————————–

Drei links zum Thema:

Mein Lebensgefühl angesichts solch provisorisch-brüchiger Behausungen und Umstände habe ich oft versucht zu gestalten:

Architektur: brüchige Strukturen I

Meine Freude an den Dachpfannen und -ziegeln wird nur durch die Schwierigkeit, sie zu zeichnen, gedämpft. Hier ein Gespräch mit Will.ie vom Vorjahr, mit Wissenswertem zum Thema.

Will.ie und die Dachdeckerei (abc-etüde)

Obdachlose unterhielten sich auch schon mal in einer abc-Etüde von mir über aktuelle Themen:

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Architektur, Fotografie, Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 11 Kommentare

Johnny und Jenny (Schnipsel-Scherben-Bilder)

Gestern bekam ich eine kleine Vase mit Weihnachtsdekor geschenkt. Auf dem Weg zum Auto fiel mir die Tüte aus der Hand und die Vase zerbrach.

Zu Hause lagen ein paar Schnipsel rum, die ich am Tag zuvor aus einer Ausstellungs-Einladung geschnipselt hatte.

Und so kam Johnny zum Leben,

Doch was ist Johnny ohne eine schöne Maid? Ein trauriger Geselle. Ah, da kommt Jenny ja schon aus den Kulissen. Johnny dreht vor Freude eine Pirouette.

Nachdem ich diese Figürchen gelegt hatte, rief mich mein Mann: Im Fernsehen gebe es einen Film über das Leben von Charly Chaplin. Na so was! Das passte ja vorzüglich!

Ob die beiden eine Zukunft haben?

Veröffentlicht unter Allgemein, Commedia dell'Arte, Legearbeiten, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , | 12 Kommentare

Stilleben mit Apfel (alltägliches Zeichnen)

Ein bisschen habe ich dieser Tage auch gezeichnet, unter anderem einen tief roten Apfel. Zuerst nahm ich ihn in die Hand und zeichnete ihn vorm Kamin sitzend.

Bevor er gegessen wurde, machte ich eine weitere Skizze.

Später probierte ich verschiedene Möglichkeiten aus, Zeichnung und Foto miteinander zu verbinden.

Veröffentlicht unter Allgemein, Collage, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Methode, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Frühling lässt sein blaues Band …. (Weihnachtsspaziergang)

Nicht nur in den gelben Kelchen des Sauerklees sind die Bienen zugange, auch im Rosmarin und einer fetten gelben Pflanze summen sie herum, sammeln sie Nektar…

Auch ich sammele, außer Bildern, unterwegs so manches auf: Mandeln, Zitronen und Pampelmusen von Bäumen am Weg trage ich im Beutel heim.

Jenseits der Schlucht und oberhalb der Zypressen wird unser Steinhaus mit der großen Pinie sichtbar. Weit unten das Meer. 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Weihnachtsgans – mal anders.

Als wir heute bei Bestwetter mit Freunden in der Taverne am Segelhafen speisen, vernehme ich ein Schnattern von Gänsen. Dem folge ich und finde auf der benachbarten Wiese ein prächtiges Gänsepaar. Der Ganter rennt sogleich schimpfend auf mich zu, und so bleibe ich in gebürendem Abstand.

Kaum sitze ich wieder am Tisch, betreten die beiden mit forderndem Geschnatter das Lokal.

Der große Ganter schielt sogar auf einen Tisch, als suche er nach Fressbarem. Und so ist es denn wohl auch. Die Gänse wünschen zu speisen.

Schon eilt der Kellner herbei, in der Hand große Brocken Brot. Sie folgen ihm schnatternd hinaus. Er beugt sich zu ihnen hinab und reicht ihnen bröckchenweise das Gewünschte. Kaum legt er ein Päuschen ein, protestieren sie lauthals.

Endlich gesättigt, ziehen sie zufrieden ab. „Na“, sage ich, „hoffentlich nehmen sie kein unrühmliches Ende“. Meine Gedanken gehen dabei in Richtung Gänsebraten. Schließlich ist morgen Weihnachten, und gefüllte Gans ist auch hierzulande eine gängige Speise. Der Gänsefütterer aber hat ganz andere Sorgen: „Ja, der Autoverkehr! Sie gehen auch auf die Straße, da kann ihnen schon was passieren. Aber was soll ich machen. Sie wandern halt gern in der Gegend herum.“

Und die Moral von der Geschicht: Man denke nie zu klein von den Menschen! Und von den Gänsen auch nicht.

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Erziehung, events, Fotografie, Leben, Natur, Psyche, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 17 Kommentare

Weiteres aus Kampos: von Truthähnen und Galläpfeln

Ein wenig möchte ich vom heutigen Bummel durch Kampos erzählen, der ja nicht nur aus der Begrüßung eines Katers und der Fütterung eines anderen bestand.

Erfreulich war auch die erneute Begegnung mit dem Truthahn und seinen Hennen. Mich machte  froh, dass sie sowohl Thanksgiving als auch, bisher, die Weihnachtsschlachtung überstanden haben. Dora hat ihr Versprechen, dass ihnen „vor der Zeit“ nichts Böses geschehen werde, treu gehalten.

Diese Vögel faszinieren mich. Wie von einem anderen Stern eingewandert, kommen sie mir vor. Tatsächlich waren sie Bewohner der „Neuen Welt“, sprich Amerika, bevor sie als schmackhafter Braten auch auf europäischen Tischen landeten. Im Stern las ich, was Benjamin Franklin gegen den Weißkopfadler als Wappentier und zugunsten des Truthahns vorzubringen hatte, und dachte bei mir: Sieh mal an: wenn nun der Truthahn das US-Wappentier geworden wär…

Auf einem Pfad, der unter gewaltigen immergrünen Eichen entlangführt, bemerkte ich zwischen herabgefallenem Laub bräunliche Früchte, den Kastanien ähnlich. Doch hatten sie nicht die schöne glänzend-glatte Haut von Kastanien, sondern sahen irgendwie kränklich und klebrig aus.

Ich sammelte einige auf und breitete sie später vor mir auf dem Tavernentisch aus. Was konnte das sein? 

Ah, das sind wahrscheinlich Galläpfel – fiel mir ein. Ich hatte noch nie welche gesehen, aber in irgendeiner Ecke meines Hirns war dies Wort gespeichert, und auch, dass Galläpfel an Eichen vorkommende Parasiten sind. Wikipedia bestätigte meine Vermutung.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Dora, Fotografie, Geschichte, Leben, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Kater in Kampos

Heute waren wir wieder in unserem bäuerlichen Zentraldorf Kampos bummeln. Unterwegs trafen wir auf diesen feinen Kerl, der sich auf einem Schuppen hinter einem Olivenbaum von den Strapazen der Nacht ausruhte. Ich zoomte ihn heran, um ihn Christiane und anderen Kater- und Ölbaumfreunden vorzustellen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

Regenbogen-Diät

Bei Ralf Butler (Blütensthaub) las ich heute, dass man gut daran tue, bei jeder Mahlzeit fünf Farben zu essen. Dieser Ratschlag läuft unter dem Namen Regenbogendiät. Interessiert besah ich unseren Abendbrottisch: Ob er wohl 5 Farben enthielt? O ja, das tat er. 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Natur | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare