Weihnachtsgans – mal anders.

Als wir heute bei Bestwetter mit Freunden in der Taverne am Segelhafen speisen, vernehme ich ein Schnattern von Gänsen. Dem folge ich und finde auf der benachbarten Wiese ein prächtiges Gänsepaar. Der Ganter rennt sogleich schimpfend auf mich zu, und so bleibe ich in gebürendem Abstand.

Kaum sitze ich wieder am Tisch, betreten die beiden mit forderndem Geschnatter das Lokal.

Der große Ganter schielt sogar auf einen Tisch, als suche er nach Fressbarem. Und so ist es denn wohl auch. Die Gänse wünschen zu speisen.

Schon eilt der Kellner herbei, in der Hand große Brocken Brot. Sie folgen ihm schnatternd hinaus. Er beugt sich zu ihnen hinab und reicht ihnen bröckchenweise das Gewünschte. Kaum legt er ein Päuschen ein, protestieren sie lauthals.

Endlich gesättigt, ziehen sie zufrieden ab. „Na“, sage ich, „hoffentlich nehmen sie kein unrühmliches Ende“. Meine Gedanken gehen dabei in Richtung Gänsebraten. Schließlich ist morgen Weihnachten, und gefüllte Gans ist auch hierzulande eine gängige Speise. Der Gänsefütterer aber hat ganz andere Sorgen: „Ja, der Autoverkehr! Sie gehen auch auf die Straße, da kann ihnen schon was passieren. Aber was soll ich machen. Sie wandern halt gern in der Gegend herum.“

Und die Moral von der Geschicht: Man denke nie zu klein von den Menschen! Und von den Gänsen auch nicht.

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Weihnachtsgans – mal anders.

  1. Stefan Kraus schreibt:

    Schön!
    Frohe Weihnachten, liebe Gerda!

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  2. Mögen die Zwei gut beschützt sein!💕👼🙏🙏👼
    Frohe Weihnachten liebe Gerda!
    Liebe Grüße Babsi

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, Babsi, das hoffe ich auch. Übrigens ist heute die eine kleine Katze, die verschwunden war – ich nenne sie Roula – wieder erschienen. Jetzt fehlt nur der kleine Goldene.

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  3. Random Randomsen schreibt:

    Gans zauberhaft. 😀

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  4. Melina/Pollys schreibt:

    Oh, das erinnert mich an eine Begebenheit vor vielen Jahren – als wir zu einem Betriebs-Essen vom Chef eingeladen wurden. Ich die einzige die keine Gans wollte, da damals schon Vegetarierin- und als ich öfter mal seufzte: „Ach die arme Gans“ – meinte mein Chef: „Nächstes Jahr nehmen wir sie als Apetitzügler mit.“

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  5. Tolle Geschichte! Da ich kein Geflügel esse, weil Gänse, Enten und Hühner Freunde meiner Kindheit waren, gefällt es mit besonders.

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  6. wildgans schreibt:

    Klasse, wie das Gänsepaar behandelt wird!
    Schöne Grüße von Sonja

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  7. SO sind mir die Gänse entschieden lieber, liebe Gerda! Lebendig und neugierig…

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  8. I h gabe mich an Heiligabend su h am morgen mit 2 Gänsen unterhalten, aber das foto gefiel.mir nicht so recht u. ich habs gelöscht 🙂

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