Bilder bewerten und ausrangieren: Aquarell 159-186.

Ein neuer Schwung von Aquarellen steht heute an. Mal sehen, ob sich da noch die eine oder andere Perle findet.

Aquarelle

Ein wenig dazu:

Zypressen, diese ernsten hochragenden Gestalten, die die Landschaft ins Senkrechte führen. fanszinieren mich, und so habe ich sie wieder und wieder studiert, beschrieben, gemalt.  Die heutige Fassung …

ist eine Schwester der beiden schon gezeigten Bilder, in denen ich auch Ölkreide verwendete.

Ganz anderes die Auffassung, mit der ich die hohen Pappeln malte.

Die Pappeln malte ich auf Samothrake, und dort ist auch dieses geometrisierende Aquarell des Tempels mit drei der vier wieder aufgerichteten Säulen, die so charakteristisch für die Insel sind, gemalt.

Realistische Zeichnungen zeigte ich an anderem Ort, z.B. hier.

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Reale Orte sind auch  die Ponte del Greci in Venedig, wo ich mich, auf den nassen Stufen zum Kanal hockend, im Aquarellieren übte. Ich freue mich, dass die drei Versionen erhalten geblieben sind.

Zwei Versionen gibt es vom Kloster Gonias bei Kolymbari, Kreta, das eine bei schönem Wetter, das andere bei aufziehendem Unwetter. Ungewöhnlich ist der Blickwinkel, denn ich sitze auf einer Mole und betrachte das Kloster von seiner wehrhaften Rückseite.

Ganz aus der Reihe fällt dieser dramatische Sonnenuntergang. Dort habe ich einen Himmelsausschnitt der „Alexanderschlacht“ von Albrecht Altdorfer (entstanden 1528- 1529) kopiert.

Dieses gewaltige Gemälde, das die letzte Schlacht Alexanders gegen den Perserkönig Darius und damit den Sieg des Abendlandes über das Morgenland zeigt, machte mir starken Eindruck.

Dies hier war einer meiner ersten „Fruchtkörbe“ – ein immer wiederkehrendes Thema-

Die zunehmende Neigung zur Abstraktion lässt sich an diesen zwei Vasen mit Mimosen demonstrieren.

Dieselbe Tendenz sieht man bei zwei schon gezeigten Mimosenvasen-Bildern.

Zum Abschluss noch ein Winterbild: fast zeichnerisch kommt es daher mit dem kahlen Geäst der Bäume und dem struppigen Wintergras.

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Himmel, Meer und Holzplanken

Der heutige Tag – stürmisch, glänzend, Die Sonne illuminierte Land und Meer mit ständig wechselnder Beleuchtung – sogar ein enorm breiter Regenbogen stellte sich kurz zwischen Stadt und Vorgebirge. Am Himmel Wolkengetümmel, besonders dicht über den Gipfeln des Taygetos. Morgen wird man wohl Neuschnee sehen.

Besonders schön war heute auch unser Mittagessen in der Stamm-Taverne. Wir setzten uns nach drinnen, denn draußen stürmte es. Durchs breite Fenster fiel Sonnenlicht in den Raum. Die Tische hübsch mit Blumen geschmückt. Der Wirt setzte sich zu uns, um in unsere Zeitungen zu schauen, die Wirtin heizte den Kamin an, ihre Schwester und deren Tochter wirtschafteten in der Küche. Es ist wie Familie für uns, und das änderte sich auch nicht, als andere Besucher eintrudelten: freundliche ruhige Menschen mit Kindern, albanischen Arbeiter, zwei Frauen, zwei Männer…  Das lebendige Feuer im Kamin – wohl das erste in diesem Herbst – lockte die Kinder an.

Nach dem Essen machte ich einen Spaziergang in der Sandova-Bucht. Das Meer war mal fast schwarz mit leuchtendem Silberstreifen am Hozizont, dann wieder ganz von funkelndem Silber übergossen, mal war es von hellem Türkis, dann sommerlich blau. Der  auf dem Sand zurücklaufende Schaum hinterließ perlende Muster. Bei manchem Lichteinfall schimmerte er wie eine Kupferplatte.

In der Ferne malten die Wellenzungen tiefviolette Schatten auf den Sand.

Steine warfen ihre Zipelmützen-Schatten auf den neu angeschwemmten makellosen Sand.

Zwischen den Steinen und auf den Felsen wächst ein Kraut, ich pflückte ein paar Blätter, sie schmecken saftig und leicht salzig. Neuerdings verwendet man sie wieder im Salat.

 

 

So viele Wesen sind hier eingeschlossen. (Ich weiß, es ist nur Pareidolie,  aber ändert das was? Ich sehe, was ich sehe.)

Du siehst kein Gesicht? Na, dann dreh es um.

Manchmal reicht auch ein Auge, um mit einer Holzplanke ins Gespräch zu kommen.

Schön war der Tag. Und nun sichte ich mal die Bilder, die ich für heute vorgesehen hatte.

 

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Aquarell (Deckfarben) 148-158

Heute war ein total verregneter Tag (gelobt sei der Regen!), und ich habe viel im Atelier gekramt, fotografiert, sortiert. Dabei haben sich einige schöne Erinnerungen eingestellt. Bilder sind ja meine besten Erinnerungsstützen.

Die Wasserfarben, die ich anfangs benutzte, waren keine Aquarell-, sondern Deckfarben aus dem Schulmalkasten. Sie sind viel kräftiger als die feinen Aquarellfarben, man hat auch Schwarz und deckendes Weiß zur Verfügung, ist also nicht verloren, wenn man alles Weiß des Papiers übermalt hat.

Die starken Farben sind gerade das Richtige an einem trüben Novembertag. 

Mit Deckfarben sind auch andere bereits gezeigte Bilder gemalt, etwa diese:

Ein paar Worte zu den heutigen Bildern:

Das folgende Bild zeigt eine aufgelassene Ölmühle bei Petra auf der Insel Lesbos.

Obgleich die Mühle schon seit geraumer Zeit nicht mehr arbeitete, war der steinige Strand davor schwarz von den jahrzehntelangen Abwässern. Das Meer rollte flach darüber hinweg und bildete weiße parallele Schaumlinien.

Mit diesem Boot fuhren wir von der Insel Chios zur gegenüberliegenden türkischen Küste.

Solche Menschenszenen aus der Fantasie zu malen, machte mir Spaß.

Bei zwei der Landschaften habe ich mich an Aquarellen von George Rouault orientiert. Dies ist die eine. Kannst du erkennen, welches die andere ist?

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Warme Socken

Auch bei uns ist es kälter geworden, und meine Füße neigen dazu, Eisklumpen zu werden, wenn … ja wenn ich nicht die Socken anziehe, die mir eine liebe Freundin gestrickt hat. Sie ist Griechin, kam nach der Grenzöffnung 1990 aus Albanien und zog sich, als sie eine schmale Rente erhielt, in ihre alte Heimat zurück. Dort beherrscht man noch die Kunst, Rohwolle zu verspinnen und daraus Socken zu stricken, die so passgenau wie Schuhe sind. Die langen Jahre der extremen Armut sind eben auch dazu gut gewesen, alte Kenntnisse und Technologien, die das Überleben ermöglichen, zu bewahren. Danke, Tanja!

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: ein Tavernenbesuch

Gestern hatten wir Lust, mal wieder in eine „volkstümliche“ Taverne zu gehen, wo man für erstaunlich wenig Geld gut und reichlich essen oder auch Speisen in Aluschachteln mit nach Hause nehmen kann. Majirio – Garküche. Die Deko ist schnörkellos, die Bedienung  schnell, sachlich.

Die Taverne ist eine Frauenangelegenheit: die Chefin, die Bedienung, die Köche – Frauen. Das fiel mir auf, angekündigt wird es nirgends.  Vor dem Eingang bildete sich zur Mittagszeit eine Schlange, während wir an einem der wenigen Tische saßen. Nein, die Menschen warteten nicht darauf, dass ein Tisch frei würde. Freie Tische gab es genug. Sie waren gekommen, um zu gehen: eine Bestellung, Abfüllen des Gewünschten in die Aluschale, Versenken in die Plastiktüte, Bezahlen, zu einem der geparkten Autos oder zu Fuß ins Geschäft, Büro oder nach Hause gehen.

Der Außenraum der Taverne ist von der Küche getrennt, man kann nicht hineinschauen wie bei anderen ähnlichen Tavernen. Ein schmales Fenster zur Küche stand aber offen, dahinter sah ich eine Frau an einem Topf werkeln.

Ich hielt mein Handy hoch und knipste blind, um zu sehen, was sich dort drinnen abspielt und wer, wieviele für den Fluss der Speisen aus dem Inneren sorgt. Und so kann ich euch auch das Innere der Küche präsentieren.

Du willst vielleicht wissen, was unser Essen kostete? Einmal Lamm im Backofen mit Backkartoffeln, einmal Huhnrolle mit Füllung und Backkartoffeln, ein großer Teller grüner Salat mit Öl und Zitrone, vier Scheiben Bauernbrot, eine Flasche Wasser, ein Fläschchen Ouzo, ein Viertel Weißwein, und für den nächsten Tag eine Portion Pastizio (Makaroni-Hackfleisch-Bechamel-Pastete), die wir uns heute teilten, kosteten mitsamt Bedienung 30 E. Und geschmeckt hat es auch sehr gut.

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Bilder bewerten und ausrangieren, Kohlezeichnungen 78-139

Auch die Kohlezeichnungen habe ich nach Themen geordnet und zum Schluss noch ein bisschen zu einzelnen Bildern gesagt. Viel Spaß beim Gucken!

Portraits und Menschenbilder

Landscapes (Landschaften, Bäume, Siedlungen)

Seascapes (Boote, Häfen)

Stillleben

 

 

Tiere (Katzenstudien)

Anderes (Wald-Kathedralen, Wolken)

Ein paar Bemerkungen zu

Portraits

Dies ist eine von vielen Aktstudien mit professionellem Modell. Ich machte sie auf doppeltgroßem Bogen von der Rolle (aher die Falte in der Mitte). Solche akademischen Studien sind zwar notwendig….

hemmen aber den Selbstausdruck. Um mich zu lockern, kopierte ich Aquarelle des von mir damals hoch geschätzten  Malers Georges Rouault (1871-1958) …

und fertigte auch selbst eine Reihe fantastischer Kohlezeichnungen an. Eine fand sich in dieser Mappe, die anderen kannst du hier anschauen.

Auch diese kleine Kohlezeichnung ist vermutlich eine Kopie. Mit der roten Linie (Ölkreide) betonte ich die Bewegung.

 

zu den Seascapes

Die Boote und Häfen nicht meist nicht vor der Natur gezeichnet, sondern meinem Inneren entsprungen. Boote und Häfen sind für mich innere Bilder.

Mehr oder weniger abstrakt sind sie alle, aber es ist immer auch der Gegenstand erkennbar, hier ein Holzboot in einem Schuppen.

 

Auch die Stillleben gehen stark ins Abstrakte. Bei dieser Zeichnung handelt es sich um eine vom Kubismus inspirierte Studie.

 Anderes

Im Grunde sind dies Waldeindrücke in hoher Abstraktion. Der Wald wird zur Kathedrale. 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bleistift 47-91

Weiter geht es mit den Zeichnungen – aber wie? Ich habe hin und her überlegt, ob ich  nach dem Medium oder nach den Themen sortieren soll – und entschloss mich dann zum Medium: also Bleistiftzeichnungen und Kohlezeichnungen getrennt. So habe ich nun auch meine Dossiers im Atelier angelegt, zumal die Kohlezeichnungen eine andere Aufbewahrung brauchen. Denn auch wenn ich sie fixiert habe, färben sie auf das nächste Blatt ab.

Innerhalb eines Mediums habe ich dann wieder nach Themen, und soweit möglich nach Entstehungszeit sortiert. Diese Ordnung werde ich dann rückwirkend auch bei den schon gezeigten Arbeiten anwenden und entsprechende Mappen anlegen. Ich hoffe, dass ich damit zurechtkomme und dann die Arbeiten auch wiederfinde.

Im Laufe der Zeit verwendete ich sehr verschiedene Bleistiftsorten – von harten bis sehr weichen. Auch Graphitstift kam vor.  Manchmal ist es nach dem Foto schwer zu entscheiden, ob das Bild mit weichem Bleistift oder mit Kohle gezeichnet wurde.  Nur am Original kann ich eindeutig feststellen, wo es hingehört.

Auch die Papiere sind unterschiedlich in Größe und Qualität. Da gibt es große (70×100) Zeichenpappen guter Qualität, aber auch graues Papier von der Rolle verschiedener Gößen oder dünnes billiges Papier, das im Laufe der Jahre vergilbt. Der Erhaltungszustand der Zeichnungen ist entsprechend unterschiedlich.

Bleistift Portraits und Menschenbilder

Bleistift: Landschaften und Architektonisches

Bleistift: Stillleben

Bleistift: Sonstiges

Ich könnte zu den Zeichnungen viele Geschichten erzählen, will mich aber auf wenige beschränken.

Zu den Portraits: Vielleicht ist dir dieses aufgefallen?  A war Studentin der Kunstakademie und verdiente sich nebenbei Geld als Modell. Diese Kombination half auch mir, denn sie gab mir wichtige Hinweise. Eine ihrer Reden war: Hab keine Angst, tu mit dem Bild, was du willst, es gehört dir. Das hat sich mir tief eingeprägt.

Beim Aufräumen fand ich zwei Blätter, die von ihr stammen. A starb mit 32 Jahren an Leukämie.

Diese beiden jungen Frauen waren ebenfalls zugleich Studentinnen und Modelle. Die zweite hatte bereits einen Assistentenjob an der Kunstakademie. Was aus ihnen wurde, weiß ich nicht.

Eine andere Zeichnung zeigt meine Mutter, als ich sie zum letzten Mal in ihrer Wohnung besuchte.

Dieses Portrait zeigt eine andere geliebte inzwischen verstorbene junge Frau.

Zu den Landschaften:

Zwei sehr bekannte Maler sind hier versteckt: diese Zeichnungen sind freie Kopien nach Van Gogh, aus seiner holländischen Zeit.

Und bei diesen stand Feininger Pate.

Dies ist der Rundbalkon der Wohnung, in der wir die ersten Jahre in Athen wohnten. Das war ein toller Glücksfall. Wir fanden es an einem späten Abend, nachdem wir lange herumgelaufen waren, um eine Wohnung zu suchen. Das zweistöckige Haus war dunkel bis auf ein Licht im ersten Stock. „O, das gefällt mir!“ rief ich. „Viel zu teuer!“ und „Viel zu spät“, meinte mein Mann. „Wenn wir es eh nicht kriegen, können wir auch fragen“, war meine Antwort. Und was geschah?

Und dies ist eine Ansicht von Kassel, die ich bei einem Besuch zeichnete.

Stillleben:

Das große Apfelstillleben ist von Cezanne inspiriert – nicht stilistisch, aber vom Aufbau her.

Die tanzenden Birnen und andere Früchte mit den Spiegelungen sind hingegen ganz meine eigene Erfindung.

 

Sonstiges:

Meine Hände – die rechte mit der linken, die linke mit der rechten gezeichnet.

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Miniaturen 56-64

Diese kleinen Feder-und-Pinsel-Arbeiten mit Spuren von Ölkreide sind, anders als die gestern gezeigten, gleich als Miniaturen gemalt, also keine Bildausschnitte. Ich habe sie alle hinter Passepartouts mit Schräganschnitt geklebt. Das Schneiden der Passepartouts war für mich eine ziemliche Herausforderung, und ich verbrauchte so manche Pappe, bis es mir perfekt gelang.

„Blick in die Weltenweiten“ nannte ich diese Serie, die 2002 entstand.

Aber natürlich kann es auch ein Blick in den Mikrokosmos sein.

Der Eintrag war noch nicht fertig, da machte er sich schon fort ins World Wide Web. Ich habe ihn zurückbeordert und füge noch weitere Miniaturen hinzu. Sie gehören in dieselbe Serie …

Ich fertigte sie zu meinem 60. Geburtstag an, machte ein großes Atelierfest. Zum Abschied konnte sich jeder Besucher eine Miniatur aus insgesamt 100 aussuchen. Fast alle fanden ihren Abnehmer, diese hier blieben in meinem Besitz.

Das war in Maroussi, wo ich nach meiner vorzeitigen Verrentung ein kleines Geschäft als Atelier mietete.

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Glasscherbenspiel (Impulswerkstatt)

Deine Einladung zur Impulswerkstatt, liebe Myriade, enthält auch das Material „Glas“, und ich fühlte mich sogleich angesprochen. Denn Glas ist nicht nur im heilen bearbeiteten Zustand ein großartiges Mittel, um ein Außen und ein Innen zu trennen und doch nicht zu trennen, so wie hier das in die Ateliertür eingelassene Fenster …

… es ist nicht nur in rohem Zustand bemerkenswert, so dass ich in Jordanien eine Halde runterkletterte, um einen der hinuntergerollten grünen Glasklumpen einer Glasfabrik aufzusammeln und mit nach Hause zu tragen…

…es ist auch im zerbrochenen Zustand ein vorzügliches Mittel, um Kunstobjekte herzustellen.

Der griechische Künstler Costas Varotsos etwa hat sich auf große Skulpturen aus geschichtetem Glas spezialisiert. Am bekanntesten ist sein „Dromeas“ (Läufer, 1988, siehe hier)

Thousands of Shards of Glass Imitate Blurred Motion in a ...

 

Gläsern ist auch der düstere Spirit im „hortus conclusus“ des Byzantinischen Museums in Athen (mehr kann man hier lesen)

Ich selbst erfand für mich das „Glasscherbenspiel“. Ich sammelte geschwärzte zerkratzte Scherben auf, puzzelte mir auch die ursprüngliche Form der Scheibe zurecht…

und begann dann zu spielen. Eine große Zahl von Gestalten fand so eine vorübergehende gläserne Existenzweise. Ja, ja, sie sind alle – und noch viel mehr – aus dieser einen zersprungenen Glasscheibe entsprungen!

 

Für so manche fand sich dazu auch eine mitsprechende Umwelt.

Ein unendliches Spiel, zumal sich diese Scherben vor unterschiedlichen Hintergründen unterschiedlich einfärben, denn sie sind ja aus GLAS!

Ich brauchte diese fotografierten Scherben nur auszuschneiden und hatte das schönste Spielmaterial.

 

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abc-etüde: Hänsel und Gretel

Horizont
kleinkariert
eintreten
.

Dies sind die drei von Myriade gespendeten Wörter, um die herum sich eine Geschichte von bis zu 300 Wörtern entspinnen soll. So wollen es die Spielregeln der von Christiane organisierten abc-Etüden.

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(Quelle: Wikipedia. „Gliederung der topographische Karten (Meßtischblätter) in Deutschland von 1870–1943″)

Das magische Messtischblatt.

Sie haben sich im Wald verirrt. Die Spuren, die Gretel legte, wurden längst von den Vögeln vertilgt. Hänschen quengelt. „Wann krieg ich was zu essen? Ich will nach Hause!“

Gretel seufzt. Sie hat keine Ahnung, wo sie sich befinden. Vielleicht könnte sie vom Wipfel eines Baumes den Horizont sehen. Aber die Fichtenstämme haben keine Seitenäste, unmöglich, da hochzuklettern.

Blöd, dass ihr Handy hier kein GPS-Signal empfängt. Wenn sie nun für immer im Wald herumirren müssen? 

Gretchen ringt um Gelassenheit und wandert weiter, den quengelnden Bruder im Schlepptau. Diese Scheiß-Brombeeren! ihre Beine sind schon ganz zerkratzt. Als sie fast aufgeben will, öffnet sich der Wald auf eine Lichtung, drauf steht ein windschiefes Häuschen. Und aus dem Schornstein steigt Rauch, der nach Gänsebraten duftet!

Gretel fragt durch die offene Tür: „Wir sind verirrte Kinder! Dürfen wir eintreten?“

„Kommt nur herein! Ich habe euch schon erwartet!“

Erwartet? Gretel stutzt, aber Hänsel hat nur den Backofen im Sinn. „Gibts hier was zu essen?“- „Sicher“, antwortet die Alte.  „Bist halb verhungert, wird Zeit, dich zu mästen.“

Gretel weicht zur Tür zurück. „Woher wussten Sie, dass wir …?“ Die Alte weist auf eine riesige kleinkarierte Karte an der Wand. „Jede Veränderung wird dort von weltweit operierenden Beobachtungsstationen in Echtzeit eingetragen. Siehst du das flackende Lämpchen? Dort ist dein Vaterhaus. Nun pass auf, was geschieht.“ Gretel erstarrt. Sie erkennt ihren Vater, er folgt einem Sarg .. Wer ist diese Alte und … Ist das wirklich ihr Vater? Hat die Alte etwa den Tod der Stief …?

Gretel ist, als hätte sie sich ins Metaverse verirrt. „Mach schon, bring Wasser! Bring auch Feuerholz“, hört sie nun die Alte brummeln. So ist das also. So sehen die Machtzentren der Welt aus! Und ihr Bruder? Wird die Alte ihn erst mästen und dann auffressen?

299 Wörter


 

Die Geschichte entspricht logisch meinen Raum-Zeit-Collagen (schau zB hier). Wer sich oberflächlich über die Entwicklung der Vermessung der Welt informieren möchte:

 https://www.bev.gv.at/Presse/Aktuelles/Erdfeste-Koordinatensysteme.html

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