Bilder bewerten und ausrangieren. Miniaturen 25-55 (Aquarell und Kreiden)

Vor genau einem Monat, am 22.10., trat ich diese Reise durch meinen Atelierbestand an. Ich hatte keine Vorstellung davon, über welche Wege und Zwischenetappen sie mich führen würde. Inzwischen frage ich mich, ob ich es wohl in achtzig Tagen schaffen werde?*

Mit Passepartout (dem beweglichen Diener des Phileas Fogg) geht es schneller voran. Mit seiner Hilfe lassen sich auch schon mal fünf Mini-Minia-Touren in einer Minute erledigen.

Diese Miniaturen sind, wie ich an anderer Stelle schon schrieb (hier), Ergebnis einer besonderen Art der Herstellung: Ich malte normal große Bilder, nahm dann selbst geschnittene Passepartouts verschiedener Größe zur Hand und suchte das Bild nach kleinen Ausschnitten ab. Wenn ich einen fand, der mir besonders zusagte, schnitt ich ihn aus und klebte ihn auf ein weißes Blatt A4. So entstand eine große Sammlung von Kleinstgemälden, ähnlich den Mustermäppchen von Textilunternehmen. Heute würde man dazu wohl auch Thumbnails (Daumennägel) sagen – also digitale Kleinstformate, die man je nach Bedarf vergrößern kann.

Mich faszinierten diese winzigen „Landschaften“. 1987, als die meisten entstanden, gab es weder Handys noch Heimcomputer, und ich dachte nicht daran, dass ich sie fotografieren und digital in Riesenformate verwandeln könnte. Dass ich sie aber als Riesenformate malen könnte – daran habe ich seither schon manchmal gedacht. Hier 30 Beispiele.

—————–

*Vergl. Jules Verne, „Reise in 80 Tagen um die Welt“. Ich sah gestern eine ziemlich alberne slapstickartige Verfilmung von 2004 im TV. Der Gehilfe des Phileas Fogg namens Passepartout ist ein Chinese, der mit Kung-Fu-Einlagen glänzt. Passepartout nennt man nicht nur den Schlüssel, mit dem man jede Tür öffnen kann, sondern auch den Papierrahmen um Bilder.

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, die schöne Welt des Scheins, Elektronik, Fotografie, Geschichte, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Methode | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 19 Kommentare

Bilder bewerten und ausrangieren: Bilder 158-185

Fast einen Monat bin ich nun schon dabei, diese Übersicht über den Inhalt meines Ateliers zu erstellen. Und als ich grad dachte, nun wären nur noch die – zugegebenermaßen sehr vielen – Zeichnungen in den Blöcken dran, bemerkte ich einen Stapel großformatiger Blätter, teils bemalt, teils Kohlezeichnungen. Ich hatte sie gleich anfangs, als ich die Leinwände fotografierte, beiseite gestellt.

Und so kehre ich noch mal zu den „Gemälden“ zurück, nur dass diese nicht auf Leinwand, sondern auf grauer Pappe gemalt sind, und zwar wie fast alles, was ich gemalt habe, mit Pigmenten, Kleister und Wasser. Eines ist auf Leinwand gemalt. Die Formate liegen um die 50x70cm. Manche sind größer, andere kleiner.

 

Ich habe die Bilder schon mal vorgeordnet: vorneweg 12 Figurenbilder, anschließend 6 „Landschaften„, davon vier abstrakt. Es folgen 6 Stilleben mit Blumen und Vasen, zwei Ansichten des Ateliers, das ich damals betrieb, ein Clownsbild und ein abstrakt Architektonisches.

Nun möchte ich ein wenig über die Bilder erzählen:

Figur im Raum. Von dieser Serie stellte ich zwei Bilder 1997 in Berlin aus (hier). Die besitze ich nicht mehr,

„Bewegung im Stillstand“ nannte ich sie für mich. Auch ein sitzender Mensch ist ja bewegt insofern, als er der Schwerkraft, der Zeit und seinen inneren Zuständen unterworfen ist – und das wollte ich darstellen.

Doppelportraits haben für mich eine besondere Faszination, da damit auch Beziehungen ausgedrückt werden können.

Leider habe ich nicht oft die Gelegenheit dazu gehabt. Notfalls nahm ich Zuflucht bei anderen Malern (Zeichnung nach Greco), bei Puppen (Clown und ostasiatische Puppe) oder auch bei der Fantasie (gelbes Bild). Diese Bilder zeigte ich schon früher.

Diese Seacsape (Seelandschaft) ist auf einem losen Stück Leinwand gemalt, die Linien sind mit Kohle drüber gezeichnet. Für mich ist es der Anblick des Meeres durch das gewirr der Zweige hindurch.

Das Stück Küste des folgenden Bildes (Pappe) ist so bewegt wie das Meer davor. Alles ist ja bewegt, wenn man es im Zeitraffer betrachtet. Dann sieht man, wie sich eine Küste im Laufe der Jahrmillionen aufbaut und im Laufe der Jahre von Wind und Wetter abgetragen wird, man sieht, wie sie sich mit Grün bedeckt und wie Felsen rissig werden und ins Meer stürzen. Der Olivenbaum klammert sich mühsam in dem kleinen Stück Fruchtland fest.

Ganz anders die Welt, die sich die Menschen erschaffen: sie ist asphaltiert, betonniert, begradigt, befestigt, begrenzend. Immerhin gibt es eine Küste mit Boot und eine bleiche Sonne, so dass das Menschlein nicht vollkommen verloren ist im Labyrinth der Stadt.

Stillleben sind bei mir sehr selten still. Der Apfel entrollt der Schüssel, die Flasche löst sich in den Spiegelungen auf, das rote Tuch verströmt seine Farbe.

Der Raum des Ateliers mit seinen Bilderstapeln, Rahmen, undefinierbaren Kanistern und Fliesen atmet, das Licht flackert und schwankt. Unruhe auch hier. 

Die dunkelhaarige Frau ruht in entspannter Haltung, die schlanken Beine übereinandergeschlagen, den Kopf in die Hand gestützt. Der Arm ruht auf einem Kissen. Das Stuhlbein scheint solide und verlässlich. Nur ihr Gesicht verrät, dass ihre Gedanken nicht zur Ruhe kommen können.

Und so ist es bei allen: auch die Stillleben strömen und zittern unter dem Licht und der niemals ruhenden Zeit. Dagegen steht nur der Eisenrahmen des Fensters…

oder die relative Stabilität eines hölzernen Regals.

Vergiss die Papiere in deinen Händern. Schließe die Augen. Versenke dich in dich selbst. Dort inder samtigen Schwärze herrschen Zeitlosigkeit und Ruhe, wenn du es zulässt. 

Na also, es gelingt. Ruhe kehrtins Innere ein.

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, ausstellungen, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 7 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Physalis peruviana in meinem Garten

Lu Finbar zeigte heute eine traumhaft schöne Frucht der Physalis peruviana aka Judenkirsche aka Kapstachelbeere, Andenbeere oder Andenkirsche. Und so freute es mich besonders, sie auch in meinem Garten zu entdecken. Sie ist aus Samen hervorgegangen und kräftig gewachsen. Leider ist ein großer Trieb abgebrochen – sei es bei der Erntearbeit, sei es durch die Katzen. Als ich ihn in die Vase stellte, wusste ich noch nicht, um welche Pflanze es sich handelt. Das ging mir erst auf, als ich Lu Finbars heutigen Post sah.

Ich fotografierte auch die hübsche kleine Blüte und vergewisserte mich, dass ich tatsächlich eine Fisalis peruviana in meinem Garten habe. Yes! Welche Überraschung!

Ob sie in der Vase ausreifen?

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Kinderkram

Man nennt es die Methode Kolumbus, der Indien suchte und Amerika fand. Die wendete ich heute an, als ich im Atelier einen kleinen Block mit Bleistiftzeichnungen suchte (siehe hier) und allerlei Merkwürdiges fand.

Ich fand drei Kunstdrucke hinter Glas und Rahmen. Die schmückten einst das Zimmer meines Sohnes in Frankfurt. Erstaunlich, dass sie es bis hierher geschafft haben, ohne zu zerbrechen. Die Nägel, die die rückwärtige Pappe im Rahmen halten, sind verrostet, die Rahmen etwas angeschlagen und das Glas muss man putzen – aber der Charme dieser Kinderbuch-Illustrationen ist ungebrochen.

Als nächstes fand ich einen Abdruck einer meiner ganz wenigen Linolschnitte. Ich machte ihn, während ich meinem halbwüschsigen Sohn und seinen Freunden beim Skat zuschaute. (Jedenfalls glaube ich, dass es Skat war, obgleich ich mich nicht daran erinnere, dass die Kinder Skat spielten. Das tat ich in dem Alter.)

Dann fand ich ein Hinterglasbild: ich trug Farben dick aufs Glas auf und quetschte sie mit einer anderen Scheibe. Fasziniert verfolgte ich die Farbverläufe auf der Glasscheibe. Diese gefielen mir so gut, dass ich die Scheibe trocknen ließ und aufhob.

Der Hauptspaß bei solche Bildern ist, kleinere Ausschnitte zu isolieren. So erhält man eine Menge „Findebilder“, zu denen man Geschichten erfinden kann.

Natürlich kann man auch Abdrucke auf Papier machen und die aufheben. Ein solches Bild kann ich euch ebenfalls zeigen. Ich mag diese filigranen Meereswesen.

Ich fand noch vieles vieles mehr, zum Beispiel eine Tüte mit ausgeschnittenen Fotos von Kindern. Die Fotos hatten mir die Frauen von der linken griechischen Hilfsorganisation „Karavane der Solidarität“ zur Verfügung gestellt. Ich machte Ölkreidezeichnungen von zerstörten Dörfern (hier) und setzte die Kinderköpfe in die leeren Fenster hinein. So entstanden Grußkarten, die verkauft wurden. Diese Kinder hier stammen aus Bosnien, es sind serbische Halbwaisen, die Väter kamen im Jugoslawienkrieg um. Mein Textvorschlag steht auf dem gelben Zettel (griechisch): „Und doch leben sie. Gewidmet den Waisenkindern Jugoslawiens und allen Opfern des Kriegs„. Ich selbst „adoptierte“ damals finanziell ein bis drei Kinder, die in einem Flüchtlingslager in Nordserbien Zuflucht gefunden hatten. Später dann kümmerte sich die Organisation um palästinensische Waisenkinder. 

Bei all dem kann auch der Clown nicht fehlen. Diesen recht großformatigen fand ich zwischen seriöseren Arbeiten. Die Kunst ist eben ein weites Feld – wie auch das Leben.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, Autobiografisches, Katastrophe, Krieg, Kunst, Leben, Malerei, Materialien, Meine Kunst, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Bilder bewerten und ausrangieren: Miniaturen 17-24 (Bleistiftzeichnung 39-46)

Gestern fiel mir ein winziger Block in die Hände, ein extremes Querformat. Darin befanden sich fast architektonisch anmutende Ansichten von Meer und Küste, mit weichem Bleistift gezeichnet. Ich fand sie  bemerkenswert und fotografierte sie sogleich. Heute wollte ich sie noch ausmessen – da war der Block nirgends zu finden. Ich durchsuchte alle möglichen und unmöglichen Stellen -nichts.  Stattdessen fand ich einen Stapel mit großen Pappen, die ich beiseitegestellt und vergessen hatte. (Die präsentiere ich im folgenden Eintrag.)

Nun, der kleine Block wird sich schon finden. Er ist ungefähr so groß wie ein Handy. Falls sich jemand interessiert, suche ich erneut.

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, ausstellungen, Kunst, Leben, Meine Kunst, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Jungkatzen auf Olivensäcken

Die Säcke, mit denen wir die geernteten Oliven zur Mühle brachten, liegen immer noch ineinandergesteckt als großer weicher Klumpatsch neben der Treppe. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, sie wegzuräumen. Denn die Kleinen haben sie als Matratze entdeckt und mit Beschlag belegt.

Das goldene Katerchen ist auf dem unteren Bild zu sehen, zusammen mit Fritzi, die sich nun wieder normal ins Katzenleben eingefügt hat, bewacht er unsere Haustür.  Eine Freundin hat sich erboten, ihn und den goldweißen Bruder (vorn im Bild) in ihrem Garten einzuquartieren. Hurra, zwei weniger! Bleiben vier; zwei grauweiße und zwei buntscheckige, alles Weibchen. 

Die Kastration von Fritzi hat mich übrigens, zusammen mit Impfung und Antiparasitenmittel, 115,50 E gekostet. Fritzi hat eine Mutter und drei Schwestern, macht 460 E, und in ein paar Monaten sind dann auch die vier Kleinen dran… Und die Kater.  Ist immerhin billiger als 100 Katzen zu füttern. Wie sind eigentlich die Preise in Deutschland?

Veröffentlicht unter Allgemein, Ökonomie, Fotografie, Leben, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , | 17 Kommentare

Bilder bewerten und ausrangieren: Pastellkreide 1, Ölkreide 2-8 (und 9 Reprisen)

Die Pastellkreide benutzte ich selten, denn sie ist sehr empfindlich, und ich bin sehr ungeduldig. Eine Zeitlang versuchte ich mich damit, Schicht um Schicht aufzutragen und einzeln zu fixieren. Beim Aufräumen fand ich bisher nur diese eine Pastellkreidenzeichnung, die ich wegen ihrer zarten Struktur hinter Glas brachte.

 

Die Ölkreide ist leichter zu handhaben und gröber. Man gibt sie wegen ihrer starken Farben und ihrer Festigkeit gern den Kindern in die Hand. Aber natürlich kann man auch mit diesen Farben feine Abschattierungen erreichen,wie bei dieser Ansicht der Berge hinter dem Kloster Ag. Marina.

Es ist ein in eine Senke des Gebirges Pateras bei Korinth eingebettetes kleines Frauenkloster  – man sieht von ihm nur den Kirchturm und Dächer. Leider existiert das Kloster heute nicht mehr, es fiel dem Autobahnbau zum Opfer. Ich zeichnete es einst direkt vor der Natur in einen kleinen Block.

Dass in Ölkreiden eine große Bandbreite von Ausdrucksmöglichkeiten steckt, zeigt der Vergleich mit der roten „Imagination“.

Dieses ironisch auf Picassos Titelgebung „Der Maler und sein Modell“ bezogene Bild „Die Malerin und ihr Modell“ ist mit Ölkreide plus Wasserfarben gezeichnet und mittelgroß.

Die „Zypressen“ sind ein reines Ölkreide-Bild …

während diese Zypressrn in Verbindung mit Aquarellfarben entstanden (kleinformatig).

Die Fähigkeit der Ölkreide, Wasser abzustoßen, habe ich bei kleinen Versuchen mit Ölkreide-Schrift zu nutzen versucht (sehr klein)

Damit bin ich am Ende meiner heutigen Neuzugänge.

Aber es gibt eine Menge Bilder, die ich schon zeigte und fälschlicher Weise anderweitig zuordnete.

Die Kratzbilder gehören zu den reinen Ölkreidebildern.

Die Palimpseste sind mit Ölkreiden, Wasserfarben und auch Wandfarben u.a. entstanden.

Bei den Miniaturen ist es nicht anders.

oder auch bei den Collagen und Klebenbandbildern (3 Beispiele)

Ich muss da wohl noch ein bisschen neu ordnen, um der Ölkreide den ihr in meinem Werk zukommenden Platz zu sichern.

Also werde ich die bereits veröffentlichten Bilder noch einmal durchgehen, um diejenigen, in denen die Ölkreide den Ton angibt, unter dieser neuen Rubrik zu versammeln.

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, Collage, Leben, Malerei, Materialien, Meine Kunst, Methode, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Sonntagszeitung lesen

Früher tat ich es mit Genuss: die sonntägliche Zeitunglesen. Heute nicht mehr. Ich bin der Aktualität müde. Daher überfliege ich nur die Titel („Mieten unbezahlbar, nicht wiederzuerkennen die Nachbarschaften – Was Airbn aus unserer Stadt macht“ lautet die heutige Schlagzeile) und schaue mich ein bisschen im Kulturteil um. Interessanter finde ich den Schatten, den meine Brille auf der Zeitung wirft. Ein schöner Tag, ein heller Tag, und die Sonne steigt nicht mehr so hoch über den Horizont wie im Sommer. Drum sind die Schatten schon mittags länger und es ist trotz der Sonne kühl. 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Politik, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten, Weltpolitik am Sonntag | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare

Bilder bewerten und ausrangieren: Aquarelle 92-147

Heute, an einem gläsernden Novembertag, dachte ich es mir leicht zu machen und nur die schon gestern fotografierten Aquarelle zu posten. Doch waren die Fotos zu dunkel, und ich musste sie per Fotoshop korrigieren. Aquarelle fotografiert man doch besser bei Tageslicht, sagte ich mir und holte sie, die ich schon ins Regal einsortiert hatte, heute wieder hervor, um sie erneut abzulichten.

So nebeneinander gestellt, bin ich mir nicht sicher, welches Foto das Aquarell richtiger wiedergibt. Das bei Tageslicht fotografierte scheint mir ein wenig zu flach, die Kontraste sind wie eingeebnet. Nun, irgendwo dazwischen liegt der richtige Farbton.

Damit du dir ein besseres Bild machen kannst, wie die Aquarelle in natura aussehen, zeige ich hier mal eine Reihe der bei Lampenlicht (links) und erneut bei Tageslicht (rechts) fotografierten Aquarelle zum Vergleich. Die Formate sind klein bis mittelgroß.

Da ich nun einmal beim Fotografieren war, nahm ich mir auch noch die anderen Aquarelle vor, die sich zwischen Zeichnungen in Mappen fanden. Sie stammen aus den 80er und 90er Jahren.

Es sind 54 Bilder. Da gibt es akkurate und federleichte Blumen und Stillleben, Wohnzimmerecken, Mondschein über den Nachbarhäusern und anderes Architektonisches, Landschaften, ein Sonnenuntergang und eine Katzenbegegnung, eine afrikanische Skulptur, Menschen als Portrait, im Raum, beim Schlafen, die Kinderladenkinder (nach einem Foto) hinter einem Zaun, noch zwei Bilder mit dem Clown, Fantastisches, Ironisches und Skuriles und drei große Farbtafeln zum Schluss.

Falls etwas dabei ist, das dein Interesse erregt, schreib mir und ich gebe dir Details an.

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, ausstellungen, Fotografie, Leben, Malerei, Meine Kunst, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 29 Kommentare

Bilder bewerten und ausrangieren: Miniaturen 1-16

Die Rubrik „Aquarelle, Feder- und Pinselzeichnungen“ hat eine Untergruppe „Miniaturen“ erhalten. Ich nannte sie damals „Suchbilder“, denn ich malte sie eigentlich nicht, sondern suchte sie in größeren Bildern auf, die ich zu diesem Zweck malte, und schnitt sie heraus.

Dabei stellte ich fest, dass die kleinen Bildausschnitte mehr Welt abbilden als das ins Auge gefasste Motiv. Das Motiv (zB blaue Iris) ist ja nur ein winziger Ausschnitt aus der Wirklichkeit, die jenseits des Motivs unendlich weitergeht. Das Blau für sich aber dehnt sich ins Unendliche.

Dieser winzige Bildausschnitt gibt eine ganze Welt wieder: Himmel und Meer, Wolken und Strand oder was auch immer du darin sehen magst.

Tatsächlich ist dieses Bild noch kleiner als es auf dem Bildschirm erscheint. Es ist fürs unbewaffnete Auge nicht viel mehr als ein graues Pulsieren.

Ich habe diese kleinen Bilder aufwendig mit großen Passepartouts rahmen lassen. Je kleiner das Bild, desto größer das Passepartout. Sehr große Bilder brauchen überhaupt keins.

Für den Zweck dieser Präsentation habe ich die Rahmen und Passepartouts weggeschnitten. Dadurch verliert sich der Anhalt für das Auge, die Größe korrekt abzuschätzen. Solche Täuschungen sind im Zeitalter der digitalen Bilder gang und gäbe. Grad heute sah ich digital erstellte Thumbnails (Daumennägel), die in jeder gewünschten Größe reproduziert werden können. Reale Bilder haben ein reales Format, das bei der fotografischen Wiedergabe verloren geht. Du kannst nicht wissen, ob das folgende Bild 1×3 m oder 1×3 cm groß ist. (Es ist ungefähr 4×12 cm)

 

Den vollen Genuss hast du von diesen Bildern bei einer mäßigen Vergrößerung.

Dann wird die leichte wässrige Einfärbung des Papiers zum fernen Gebirge, zum tauenden Schnee- und Geröllfeld.

oder auch zu einer heroischen Landschaft, über der ein neuer Morgen aufgeht.

Der Sinn des Satzes, dass Mikrokosmos und Makrokosmos nach denselben Gesetzen gebildet sind, wird so für mich im Bild anschaulich.

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, die schöne Welt des Scheins, Malerei, Meine Kunst, Methode, Natur, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , | 13 Kommentare