Schattentheater

Gestern mittag gegen zwei auf der Turmterrasse. Wie gemeißelt der Berg.

Blau das Meer,  blau der Himmel. Nur eine Rauchwolke über der gegenüberliegenden Küste trübt den Tag.

Wir sitzen am runden Tischchen, trinken Wein, Kaffee, veranstalten Schattentheater.

Die Schatten sind schon lang. denn die Sonne steigt in dieser Jahreszeit auch mittags nicht sehr hoch über den Horizont.

Woher kommt das Schattentheater wohl? Vielleicht aus China?

Doch warum in die Ferne schweifen? Mit allem und jedem kannst du Schattentheater veranstalten, wenn du eine Lichtquelle und eine Projektionsfläche hast. Jedes Kind weiß das. Schau mal hier: https://gerdakazakou.com/2016/08/30/schattenspiele/

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Abschied von Kostas

Konstantinos (Kostas*) Papanastasiou. 8. 2. 1937 – 21. 11. 2021

Freund. Mensch.

Terzo Mondo. Berlin-Charlottenburg. Grohlmannstraße.

Heute erhielt ich die Traueranzeige seiner Familie.


*Dem weiteren Publikum war Kostas Papanastasiou bekannt als „der Grieche“, den er in der beliebten Fernsehserie „Lindenstraße“ darstellte. Nachrufe mit Foto und Informationen zur Person sind heute in vielen deutschen Presseorganen zu lesen, zB im Spiegel

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Traurig ist es, von dir Abschied zu nehmen, Kosta. Lange habe ich dich nicht mehr gesehen, sehr lange nicht, leider. Aber die Abende, die ich mit dir, mit Yvonne, mit Monika und all den vielen Freunden im Terzo Mondo verbrachte, sind mir ganz und gar unvergesslich. Und sie leben weiter in mir, wie auch du weiter in mir leben wirst, solange ich selbst lebe. In mir und in allen, die dich kannten, lebst du.

Gerne würde ich am 10. Dezember um 18 Uhr dabei sein, wenn deine liebe Frau Monika, dein Sohn Mark-Alexej, deine Enkelkinder, deine vielen Freunde sich im Terzo Mondo versammeln, um Abschied zu nehmen, Geschichten zu erzählen (du warst ja selbst ein begnadeter Geschichtenerzähler!), Lieder zu singen (du warst stets der Erste, wenn es ans Singen ging!) und einen Schluck auf dich zu trinken. Gute Reise, Kosta!


In der Galerie Terzo, die Kostas΄ Frau Monika führte, habe ich im Dezember 1997  ausgestellt. Darüber berichtete ich in einem Blog-Eintrag vom Dezember 2017.

„Menschenbilder“ nannte ich sie. Ein Plakat der Ausstellung hängt an der Wand meines Ateliers.

Ein etwas besseres Foto des Gemäldes, das sich seither in Berlin befindet:

 

 

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Im Atelier, fortgesetzt (Überblendung, Spiegelung)

Anstatt Foto un  Zeichnung, habe ich nun versucht, die Zeichnungen miteinander zu verschmelzen.  Ich probierte hinund her,  färbte die beiden Zeichnungen unterschiedlich ein, aber die dunkle Tischplatte war einfach zu dominant. Also schnitt ich sie weg.

Einen weiteren Versuch machte ich,indem ich die zweite Zeichnung mit sich selbst überblendete. Ich spiegelte die eine, färbte sie unterschiedlich, schob sie ineianderer – und voila.

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Im Atelier (tägliches Zeichnen)

Gestern absolvierte ich meine tägliche Zeichenübung im Atelier vor dem fast leeren runden schwarzen Tischchen.

In einem zweiten Anlauf verminderte ich den Schwarz-Weiß-Kontrast und konzentrierte mich auf die Umrisslinien und die Beziehungen zwischen den Dingen im Raum, die ich etwas anders arrangiert hatte.

Heute vormittag nun kam mich die Lust an, noch mal mit Überblendungen zu spielen. Also fotografierte ich, was sich heute dem Blick darbot.

Mit diesem Foto, das ich auf 30% transparent machte, überblendete ich die Zeichnungen. Mit gefällt das rhythmische Zusammenspiel der Linien und Flächen und die leichte Farbigkeit der digitalen Versionen recht gut.

Zeichnung 1

Zeichnung 2

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Eierfrüchte (Auberginen)

Aubergine No 1

Eierfrucht heißt Aubergine in deutscher Übersetzung, eggplant in englischer.  Sehr passend, befand ich, als ich heute unsere weißen Auberginen betrachtete. (Wiki: Die in Europa bekannteste Form ist Solanum melongena var. esculentum mit ihrer keulenförmigen, dunkelviolett bis schwarz erscheinenden, etwa 20 cm langen Frucht. Andere Formen können aber auch weiß (eierfarbig, daher der Name) oder auch weiß und violett sein)

Es sind nur zwei, oder sage ich besser: es sind sogar zwei! denn erwartet habe ich nicht, dass das Pflänzchen die Hitze des Sommers und unsere Abwesenheiten überstehen würde. Es gibt sogar eine neue Blüte, die sich farblich als Aubergine zu erkennen gibt. (Wiki: Aubergine ist eine dunkelviolette oder bräunlich-violette Farbe, die der Farbe der Außenhaut europäischer Auberginen ähnelt. Die erste aufgezeichnete Verwendung von Auberginen als Farbname auf Englisch war 1915.) Ihr goldgelbes Innenleben inmitten der elegant faltigen hellvioletten Blütenkranzblätter sieht man nur, wenn man sie ein wenig anhebt.  Denn gewöhnlich ist ihr Köpfchen verschämt gesenkt.

Auberginenblüte

Soll ich die Eierfrüchte wie ihre Vorgängerinnen in Ehren altern lassen, bis sie irgendwann gelb werden und vergehen? Oder soll ich sie ernten und ein leckeres Mahl daraus bereiten? Ich habe schon mal im internet nachgeschaut, es scheint einfache Rezepte zu geben, die mich nicht überfordern.

Aubergine No 2

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Über das Gewicht der Seele und den Schattens des Schmetterlings

Der Schmetterling und sein Schatten

Über das Gewicht der Seele sind schon allerlei Vermutungen angestellt worden: Es wurde gewogen und gemessen, wieviel ein Körper vor und nach dem Verscheiden wiegt. Die Experimente von Duncan MacDougall von 1907 – er kam beim Vermessen sterbender Menschen auf „Gewichtsverluste“ von 8-35 Gramm, bei Hunden, die er zu dem Zweck vergiftete, aber auf Null Gramm, womit er die Seelenhaftigkeit des Menschen im Gegensatz zu Hunden meinte bewiesen zu haben – gelten heute als „wissenschaftlich nicht haltbar“. 1930  variierte ein anderer Wissenschaftler namens H. LaVerne Twining die Experimente, diesmal mithilfe von Mäusen, die er vergiftete und sterbend in Vakuumbehälter einschloss. Die Mäuse wurden leichter, nicht aber die Vakuumbehälter, womit bewiesen war, dass es sich beim Gewichtsverlust wohl nur um austretende Flüssigkeit handelte und Mäuse keine Seele haben.

Nun, wer hier eine Seele hat, ist dann doch die Frage: die Hunde, Mäuse oder die experimentierenden Wissenschaftler. …

Soviel ich sehe, wurden die Experimente von Douglas und LaVerne Twining wegen des Testaufbaus, nicht aber wegen der zugrundliegenden Logik und erst recht nicht wegen ihrer Moral infrage gestellt.  Der Grundannahme der Experimente, dass ein Existenznachweis durch Gewichtmessung möglich ist (Hunde haben keine Seele, weil sie beim Sterben kein Gewicht verlieren, Menschen aber wohl) , wird nicht widersprochen. Wie denn auch? Es ist die Grundannahme der experimentellen naturwissenschaftlichen Forschung und Medizin: was sich nicht messen und wiegen lässt, ist nicht existent. (Das ist übrigens auch eins der Hauptargumente gegen die Homöopathie).

Und so komme ich zum Gewicht der Schatten. Schatten gibt es, wir sehen sie ja, aber existieren sie überhaupt, wenn sie nichts wiegen? Oder haben sie vielleicht doch ein Gewicht? Wiegt der Stein, auf den der Schatten fällt, mehr oder weniger als wenn Licht drauf fällt? Verliert der Schmetterling an Gewicht, wenn sich sein Schatten auf die Erde legt und ausruht?  Ich bitte euch, liebe foschende Naturwissenschaftler: habt ihr das schon mal nachgemessen? Es wäre doch recht einfach zu bewerkstelligen!

Ein Vorschlag für eine experimentelle Anordnung: Nimm ein Blatt Papier und lege es auf eine Präzisionswaage. Nun lass den Schatten eines Schmetterlings drauf fallen. Zeigt die Waage eine Gewichtsänderung an? Nein? Dann existiert der Schatteen nicht. Ja? Veränderung  in welche Richtung? Wird das Papier leichter, so hat der Schatten ein negatives Gewicht, wird es schwerer, ein positives. Im zweiten Fall ist anzunehmen, dass der Schmetterling leichter geworden ist, indem er das Gewicht seines Schattens auf das Papier gelegt hat. Alles klar? Auf gehts.

 

 

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Narbenbaum (kleine Beobachtungen)

Bei Joachim Schlichting sah ich ein Foto – es wurde geladen und verschwand dann wieder, jedenfalls finde ich es nicht – von einem entrindeten Ast, der viele merkwürdige Buckel aufwies. Er fragte danach, ob jemand diese Art Baum kenne. Nein, kenne ich nicht, dachte ich. Aber sein Bild rief ein ähnliches Bild in meinem Gedächtnis auf, und da weiß ich sogar, was es ist: der Ast – kann auch sein, es ist von einer der dicken über den Strand kriechenden Wurzeln – einer abgestorbenen Tamariske.

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Zustände im Raum: tägliches Zeichnen mit Überblendung und Bearbeitung

Am Nachmittag donnert es, Regen strömt aus dem grauen Himmel und der Strom fällt aus. Da ist an Lesen nicht zu denken – aber Zeichnen wird wohl möglich sein. Ich nehme die Rückseiten eines bedruckten Dossiers, einen Kuli und blicke in den dämmernden Raum, in dem sich nur wenige Umrisse abzeichnen: zwei Sessel, ein Tischchen, ein schwarzer TV-Screen, darüber ein Eulenfenster, durch das mattes Tageslicht fällt. Die Konturen notiere ich, versuche auch die geringen Helligkeiten einzufangen.

Dann wende ich mich dem Kamin zu, in dem ich ein Feuer entzündet habe, denn ohne Strom geht auch die Heizung nicht. Wir haben genug Schnittholz von den Oliven, die kann ich bedenkenlos verheizen. Und was gibt es Schöneres, als ein lustiges Kaminfeuer an einem düsteren Tag?

Später kommt der Strom zurück, das Licht von draußen erlischt, das Kaminfeuer auch, und der TV wird lebendig. Ich mache zwei Fotos von den nun doch sehr veränderten Motiven.

Und was wird dabei herauskommen, wenn ich diese verschiedenen Zustände miteinander verschmelze? Immer schon wollte ich „Zeit“ darstellen, und was ist Zeit anderes als eine Abfolge unterschiedlicher Zustände?

Hier ein paar meiner Ergebnisse von Zeichnung und Foto 1

in den Screen eingeblendetes Landschafts-Foto

Ergebnisse von Zeichnung und Foto 2

Flammentanz

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abc-etüde: „Zeit-Perspektive“ (Prosa)

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/11/14/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-46-47-21-wortspende-von-erinnerungswerkstatt/

abc.etüden 2021 46+47 | 365tageasatzadayDie Wörter für die Textwochen 46/47 des Schreibjahres 2021 stiftete Heidi mit ihrem Blog Erinnerungswerkstatt.

Neulich musste ich für eine akademische Datenbank eine biographische Notiz schreiben. Zielsicher durchmaß ich das Museum meiner Lebens-Artefakte und landete vor einer seit langem nicht benutzten eisernen Tür. Mit etwas Nachdruck ließ sie sich öffnen. Ein paar Spinnweben fegte ich mir aus dem Gesicht, reckte mich hoch zu einem Regal links oben und fischte meine Magisterarbeit heraus.

Im Zwielicht des Kabuffs  las ich den Titel des Buchs, das leicht modrig roch: „Zeitperspektive, Planungsverhalten und deferred gratification pattern – Ein Überbick über internationale Forschungsergebnisse“. Und versuchte mich zu erinnern. Aha, ja, damals, zwischen Schwangerschaft und Mutterschaft hatte ich es geschrieben. Gehetzt von Terminen. „(uns fehlt nichts!) Nur Zeit! wir wittern Gewitterwind, wir Volk. Nur eine kleine Ewigkeit…“*

Sie lag damals vor mir, die Zeit, nicht wahr? Ein Kind würde heranwachsen, die Karriere würde mitwachsen müssen, jetzt, denn ein Kind zu ernähren und aufzuziehen ist keine Kleinigkeit. Man würde planen müssen, oder? Carpe diem – das war eher etwas für später. Jetzt hieß es: „seine kurze Zeit benutzen“**. Deferred gratification – aufgeschobene Belohnung eben.

Hunderte „internationale Forschungsergebnisse“ zog ich zurate. Aber eigentlich wusste ich längst Bescheid, wie man sich die Belohnung für später aufspart und dennoch im Hier und Jetzt nicht zu kurz kommt. Als kleines Mädchen, in den Hungerjahren nach dem Krieg, hatte ich es herausgefunden: den kümmerlichen Brotaufstrich schob ich, bevor ich abbiss, mit den Zähnen vor mir her. So würde sich in der äußersten Ecke ein Häufchen bilden, das ich mitsamt dem letzten Brocken Brot genüsslich runterschlucken würde. Darauf freute ich mich schon. Da es aber eine Lücke zwischen meinen Schneidezähnen gab, kam ich auch schon unterwegs in den Genuss einer dünnen Spur Brotaufstrich, die sich meinen Sparmaßnahmen entzog. Und so war beidem gedient: dem Leben im Hier und Jetzt wie auch dem künftigen vollen Genuss der aufgesparten Belohnung.

Pigmente, Kleister, eingeklebtes und übermaltes Chinapapier auf Leinwand, 100 x 70 cm

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*Richard Fedor Leopold Dehmel (1863 – 1920), Der Arbeitsmann.

** Bertold Brecht: „Da muss man seine kurze Zeit benützen! Der Mensch ist kein Tier! … Denn wie man sich bettet, so liegt man“. Aus: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

 

 

 

 

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Impulswerkstatt: Doppelgesichter

Das Thema der Doppelgesichter lässt mich nicht los. Ich habe viel damit experimentiert. Aber es gibt ein Problem: Wie soll ich es hier im Blog darstellen? Selbst stark verfremdete Portaits sind noch identifizierbar. Dora Maar war gar nicht davon angetan, wie Picasso sie malte. Und ich habe keine Lust, mich aus künstlerischem Ehrgeiz mit Freundinnen anzulegen.

Drei habe ich nämlich gestern fotografiert, vor einem großen Spiegel in einem Saal, in dem wir uns nun, wenn das Wetter schlecht ist, zum Montagskreis treffen.  Ich fotografierte sie en face, während ihr Profil im Spiegel erschien. Die beiden Gesichter setzte ich digital über- und ineinander, bearbeitete sie auch. Die Ergebnisse sind eindrucksvoll – aber ich kann sie nicht zeigen. Nein, es geht wirklich nicht, tut mir leid.

Es bleibt nur eine Lösung: An meinem eigenen Gesicht kann ich zeigen, wie ich vorgegangen bin. Foto en face und gespiegeltes Profil:

Das Profil habe ich kopiert, ein wenig vergrößert, entfärbt, über das en face-Portrait gezogen und 50% transparent gemacht.

Nein, ees ist bei weitem nicht so gut wie die Portraits der Freundinnen. Das Haar im Gesicht stört. Aber nun.

Doppelcharaktere kann ich natürlich auch anders darstellen. Hier habe ich ein anderes gestriges Foto sowie ein altes Clownsfoto benutzt.

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