Natürliche Landwirtschaft a la Fukuoka I

Ich hatte heute einen wunderbaren Tag, aber keine Kraft mehr, die vielen Eindrücke und Fotos zu ordnen. Daher  jetzt nur ein erstes Foto, das euch womöglich neugierig macht. Morgen mehr.

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abc-etüde: Das Giraffengeheimnis (Fortsetzung)

Über Giraffen wusste ich herzlich wenig, bevor Myriade dies Wort für Christianes abc.etüden spendete. Inzwischen bin ich etwas klüger, dank auch der Bemühungen meiner Mitschreibenden und eigener Recherchen.

Am meisten lernte ich durch das Giraffenbüchlein von Felix Bauer, in dessen 6. Essay die Giraffe auf wundersame Weise abgehandelt wird. Dankenswerterweise kann man den Text im internet vollständig und schön bebildert abrufen.

Das nachstehend abgebildete Werk aber ist von Asteria, einem kleinen Mädchen, das mit dem Stift witzige Geschichten zu erzählen weiß.

Rechts ein Vogel, links ein Baum und in der Mitte eine Giraffe. Zeichnung von Asteria,

 

O Mensch!

Hoch willst du hinaus

Du kletterst aufs Haus

Du steigst auf den Baum

Um um dich zu schaun

Du machst dich zum Affen

Und wirst doch nicht schaffen

Was alle Giraffen

*

Schon vor dir geschafft.

*

Hoch über dem Gesindel

Sind sie frei von Schwindel

Sie pflücken sich Blätter in der Höhe

Und übersehen was in der Nähe

Auf Ferne ist ihr Aug gestellt

 Was ihnen wirklich nicht gefällt

Das ist das Niedere der Welt

*

In der Höhe liegt die Kraft

*

In manchen Mondesnächten

In guten wie in schlechten

Steigst du aufs Dach

Auch du suchst nach

Dem Hohen, das stets flüchtig

Ja such nur, suche tüchtig

Doch werd mir nicht mondsüchtig!

*

Du bleibst in Erdenhaft.

*

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Tuch im Wind : Impulswerkstatt No 3

Ein Tuch, das im Wind flattert. Viele Bilder fallen mir dazu ein, liebe Myriade, aber keine Geschichte. Mir ist grad nicht nach Fiktion, und die Zeiten, in denen ich auf Schiffen fuhr und den flatternden Schals zuschaute – seis dem eigenen, seis dem anderer Passagiere – gehören in andere Epochen. Wieviele Reisen zur See! Wie oft stand ich an einer Reling, sah auch wohl Delphinen beim Wettrennen mit dem Schiff zu – damals, als ich jedes Jahr auf die Insel Samothrake fuhr. Oder gar bei Sturm, auf der Rückreise von Samos, das Schiff war madode, als nicht nur Schals durch die Luft segelten und fast allen Passagieren elend zumute war, während ich mich an die Reling klammerte und mich die gewaltigen glasgrünen Wasserwände mit unauslöschlicher Freude erfüllten. Gehe ich weiter zurück, und noch weiter, und noch weiter, so wird immer ein Schal mitflattern, wie damals auf dem Bötchen, das uns als Kinder über den Binnensee zum Badestrand brachte. Auch Fahnen und Fähnchen, Röcke und Haare flatterten mit, fast so viele wie die Möwen, die kreischend hinter dem Bötchen hersegelten und unsere Brotbrocken im Fluge schnappten.

Heute wehte ein leichter Wind, und wie ich so am Strand warte, bis mein Mann die Einkäufe erledigt hat, fällt mir ein Bötchen auf. Es hat die Farbe des Schals, den ich vor ein paar Tagen geschenkt bekam und um den Hals gewickelt hatte.

Und der Schal hatte die Farbe des Meeres: blau-türkis-grün.

Den ließ ich nun im leichten Wind flattern und erinnerte mich…. Und erinnere mich jetzt, wo ich dies schreibe.

 

 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt. https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2022/05/03/einladung-zur-impulswerkstatt-mai-juni/

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Blüte/Boot (tägliches Zeichnen, mit Farbe)

Gestern nahm ich erstmals seit sehr langer Zeit einen Pinsel in die Hand. Nicht um wirklich zu malen, sondern nur, um einer großen Kohlezeichnung Rot hinzuzufügen. Das Rot der spitzen Blütenknospenform war die Kraft, mit der ich mich anschickte, eine jahrelange Mal-Blockierung zu durchbrechen .

Danach war ich von der seelischen Anstrengung ziemlich erschöpft. Aber als ich das Bild ins Querformat drehte, beruhigten sich meine Nerven: ein Boot lag am Strand.

Die Knospe …

öffnete sich.

Das Boot nahm die Farben von Strand und Meer in sich auf. Nun mögen die Farben auch zu mir zurückkehren.

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Dora zum DreizehntenFünften: Lichtbilder

Jetzt kann ich „meine“ Taverne wieder besuchen, und so zeigte ich sie gestern auch Dora. Dora war entzückt von den Katzen (als hätten wir nicht selbst genug davon), den Schwalbennestern,  dem Wirt, der leckeres Essen brachte …. Auch von den Blumen war sie offenbar beeindruckt. Und ich gebe zu: so viel Leuchtkraft wie hier, gleich neben dem Meer, entfalten sie nirgendwo sonst.

Während wir genüsslich speisen (ich esse ein gebratenes Dorschfilet mit Knoblauchsoße), wirbelt Dora herum  „Willst du, bis wir mit dem Essen fertig sind, ein paar Fotos von deinen Lieblingsecken machen?“ frage ich, um sie zu beschäftigen. O ja, sie will! Ich bin gespannt,  was sie auswählen wird.

Natürlich werden es nicht „ein paar“, sondern endlos viele Fotos. „Und welches soll ich nun in den Blog tun?“ frage ich etwas hilflos. „Egal!“, kommt promt die Antwort. „Sind doch alle prima! Lauter Lichtbilder. Aber um dir zu helfen, sag ich dir mal, welche du nimmst. Also dies mit der kaputten Latüchte ist interessant.“ – „Du meinst das mit den roten Rosen?“ – „Ja, und mit dem Haus mit der zu-en Jalousie.“ – „Das ist keine Jalousie“, möchte ich sagen (immer diese Besserwisserei!), „sondern ein Fensterladen, und man sagt auch nicht zu-e, sondern geschlossene…“ und überhaupt: eigentlich würden mir die Rosen als Motiv ja reichen.

„Und das andere mit der ollen Latüchte, das nimm mal auch!“ – „Du meinst das mit den Osterlilien?“ – „Ja, ja, das. Gut. Und nun,,,,“

„Dora“, sage ich, „sehr viele Fotos kann ich nicht posten, ich hab kaum noch Speicherplatz. Gibt es noch ein Foto, das du unbedingt …“ – „Unbedingt ist nix!“ erwidert Dora schnippisch. „Aber wenn du mich schon fragst, nimm das mit dem komischen Rauchfänger, der wie ein Vogel auf dem Schornstein hockt.“  – Ich skrolle das Album hoch und runter, weiß aber nicht, was Dora mit „komischem Vogel“ meint. Hier ruft sie: „Stopp!“ Aha, der Blick über die Dächer,  ja, der gefällt mir auch.

„Kannst du bitte noch ein Foto mit mir, der Fotografin, knipsen?“ fragt Dora schließlich. „Du hast doch auch einen Apparat.“ Einen Apparat wie Dora habe ich freilich nicht, um „Lichtbilder“ zu machen, aber mein Handy dürfte hier auch seinen Zweck erfüllen.

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Lila Schwertlilien: Mitte und Ende

Ich darf wohl den diesjährigen Schwertlilien ein letztes Lebewohl hinterherwinken. „Schön wart ihr, über alle Maßen lieblich. Noch sind einige eurer getigerten Blüten geöffnet, noch darf ich mich in euer Blauviolett versenken. Aber es geht mit euch zu Ende, wie zuvor schon mit den weißen Schwestern. Adieu, bis zum nächsten Jahr, hoffentlich, wieder!“

Der Vorhang schließt sich, das Stück ist aus.

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Guten Morgen mit Staub und Stempel

Klingt ja nach Amtsschimmel und Büromuff – aber keine Angst! Mein Morgengruß kommt aus der frischen Natur!

Von Herzen wünsche ich einen gelingenden Tag.

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Dora zum ZwölftenFünften: Schwalbennest

Im Betonskelett des Hotels, das neben bzw oberhalb der Taverne aufragt, ist eine ganze Kolonie von Schwalbennestern zu besichtigen. Wo aber sind die Schwalben? Sie sind da, man hört die Kleinen schreien, die Großen zwitschern, man sieht sie auch hin und her flitzen. Sie zu fotografieren, ist mir aber noch nicht gelungen. Ich will mich gar nicht rausreden: mir fehlt nicht nur eine passende Kamera, mir fehlen auch Ausdauer und Geduld eines guten Vogelknipsers. Und so blieb es beim düsteren Anblick eines Nestes ohne erkennbare Bewohner.

Heute aber schien mir, dass sich eine Elternschwalbe auf dem Nest aufhielt. Ich warte und warte, die Telefon-Kamera im Anschlag, ob sich der Vogel vielleicht rührt und ich ihn beim Abflug erwische… Nix da.

Dora sieht meine Bemühungen und bietet ihre Hilfe an. „Ich geh mal nachgucken!“ kräht sie, und bevor ich „Halt, stör den Vogel nicht!“ rufen kann, ist sie schon unterwegs. Ihre Latüchte sendet einen hellen Strahl Richtung Nest. „Bewohnt,“ meldet Dora, zum Glück im Flüsterton. Stimmt. Ich habe die Schwalbe auch eine Sekunde lang gesehen – außer ich habe mich getäuscht.

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Glasscherbenspiel: Einheit – Verwandlung.

Kürzlich besucht mich ein zehnjähriges Mädchen in meinem Atelier. Es geht gleich zu meinem letzten Scherbenbild …und fragt, ob es auch…. „Ja, gern“, sage ich und freue mich. „Aber pass auf, dass du dich nicht schneidest.“

Das war eine völlig überflüssige Ermahnung. Denn viele Kinder in diesem Alter (und vielleicht auch mit dieser schulischen Erziehung) haben die Neigung, alles zu ordnen und zu systematisieren. Ich erinnere mich noch gut an die Rüge eines Kindes angesichts meiner Kritzeleien: „zu unordentlich“.

Was also tut dieses Kind? Ich staune nicht schlecht! Es fügt die Scherben zur ursprünglichen Ordnung der Glasscheibe zusammen. Die zeigt sie mir stolz.

Und ja, ich bewundere diese ihre Fähigkeit, Ordnung zu schaffen. Einerseits. Andererseits: Nein, das ist nichts für mich. Ich brauche Kreativität, Bewegung, Verwandlung! Ich brauche Vielfalt, nicht Einfalt. Also mache ich mich heute daran, die Form leise, abschnittsweise wieder auseinander zu nehmen und zu spielen. Ich, die Alte.

 

Ich sehe darin ein Vogelwesen (1), das zum Menschen mutiert (2), einen Moment des Triumphes erlebt (3) und am Ende zur resignierten Frau wird, die sich selbst Scherbe für Scherbe in einen großen Müllsack fallen lässt (4).

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Unter dem Stichwort „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile und umgekehrt“ habe ich schon mal über meine kunsttherapeutische Arbeit berichtet

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Katze und Gartenschlauch (tägliches Zeichnen)

Einen Gartenschlauch zu zeichnen, war heute wirklich nicht meine Absicht. Vielmehr

Gartenschlauch mit Ameisen und Piniennadeln, Zeichnung nach eigener Fotografie

hatte ich es auf Prinkipessa abgesehen. Die saß nämlich, um mich zu betrachten, auf dem Gartenweg, und ich dachte: Jetzt ist der Moment gekommen, wo ich dich zeichne. Leider bewegte sie sich, guckte mal nach rechts, mal nach links, legte sich bequemer hin, setzte sich auf…. und begab sich schließlich ganz weg.- Zurück blieb der Gartenschlauch, den ich, mangels anderer Modelle, nun auch noch dazuzeichnete. Besser als nichts.

 

 

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