Drei Kerzen … und ihre Schatten (Tägliche Zeichnung)

Ein sehr düsterer Tag ist heute, die rechte Stimmung, um Kerzen hervorzukramen und zu zeichnen.

Drei Kerzen. Tintenstiftzeichnung, 2019-12-12

Darunter schrieb ich mit zerfließenden Buchstaben das Wort: Kerzen.

„Drei Kerzen“, digital bearbeitete Version einer Tintenstift-Zeichnung, 2019-12-12

Jede Kerze steht für sich allein, ihr Licht strebt senkrecht nach oben, aber im Schattenbereich #überschneiden sie sich.

„Drei Kerzen“, digital bearbeitete Version einer Tintenstift-Zeichnung, 2019-12-12

Dass sich auch ihr Licht vermischt und zu einem Feld vereinigt, kann ich nur erahnen, denn es wird von der seitlich stehenden Tischlampe überstrahlt, durch die auch die Schatten entstehen. Das Licht der Tischlampe ist auch verantwortlich für die Farben des Fotos. Ich holte sie durch Farbverstärkung hervor, die anderen Effekte entstanden durch Filter.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Schrift, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 18 Kommentare

Draht … und sein Schatten (tägliche Zeichnung)

Während ich den Windungen und Wendungen eines Podcast-Vortrags lauschte, zeichnete ich einen sich windenden Draht samt den verworrenen Schatten, die ihn begleiteten.

„Draht“, Tintenstift auf Papier. 2019-12-11

Ich dachte dabei an Ule und ihre Antwort auf Lyrifants „Wortschatten“. Ule hat das Wort wörtlich genommen und dem Wort WORT zu einem Schatten verholfen, in dessen Herz – dem O – ein Diamant sitzt, der das Licht sammelt. Schön ist das.

Worte haben Schatten, ja, wie die Menschen, die die Worte benutzen. Und so sagt der eine „DRAHT“ und denkt schlaubergerisch daran, dass er einen guten Draht zu einem Politiker hat, der ihm aus einer Bredouille helfen soll, und der andere denkt sorgenvoll an den NATO-Draht, den er überwinden muss, um über eine Grenze oder in die Freiheit zu gelangen … Wikipedia denkt gar nicht, sondern definiert: „Draht ist in der Regel ein dünn und lang geformtes, biegsames Metall mit oft kreisförmigem Querschnitt.“ Auch das ist wahr.

„Draht“ und jedwedes Wort wirft nicht nur als Ding, sondern auch als Wort einen Schatten. Dem einen ist dieser Schatten schwer, dem anderen leicht und lichtvoll. Wie es bei dir ist, kann ich nicht wissen.

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Kunst, Leben, Meine Kunst, Psyche, Schrift, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 18 Kommentare

Adventüde: Schicksale eines Pudels

Für alle meine geneigten Leserinnen und Leser, die nicht bei Christiane mitlesen, möchte ich darauf hinweisen, dass in Christianes Adventskalender heute das Türchen mit meiner Etüde aufgegangen ist. Es sind keine Kata-Strophen, sondern ganz im Gegenteil unterhaltsam, besinnlich und mit happy end, wie es sich für die Adventszeit gehört.

Wer Lust darauf hat, kann dem Link folgen. Dort gibt es auch eine illustrierende Collage aus Legebildern und eine Skizze zu sehen. Viel Spaß!

11 – Schicksale eines Pudels | Adventüden

 

Veröffentlicht unter Allgemein | 7 Kommentare

Rechte Hand, linke Hand. Na, gehts noch? (Tägliche Zeichung).

Nicht nur, wer gut Bouzouki spielen oder ein besserer Mensch werden will, sondern auch der Zeichner muss täglich üben üben üben. Seine Tonleitern spielen.

Also nahm ich heute eine etwas verstrubbelte Elsternfeder und probierte, wie sie in der rechten Hand liegt. Und wie sie in der linken Hand liegt.

linke Hand – rechte Hand, mit Elsternfeder. Tintenstift. 2019-12-10

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Meine Kunst, Schrift, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 12 Kommentare

Bouzouki-Spieler (12) als Silhouette

Bouzouki-Spieler (12), Tintenstift, 2019-12-09

… und als Klangkörper. (Der Spieler nimmt die Form des Instruments an).

Begleitmusik die unvergessliche Melina Merkouri (Song: „Erinnere dich an mich, um mich zu lieben“, Musik  Stavros Xarhakos)

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Meine Kunst, Musik, Scherenschnitt, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 16 Kommentare

Montag ist Fototermin: Stadtwald mit Ritterspiel und Mondaufgang

Nanu! Auf einer Lichtung im Stadtwald treibt sich ein buntes Völkchen herum, in mittelalterliche Umhänge und Rüstungen gewandet, mit Schildern und Lanzen, mit Stangen fuchtelnd. Ein Ritterspiel – Einstudierung für eine TV-Show oder einfach nur Freizeit-Spaß? Ich weiß es nicht.

Das Licht das Tages schwindet. Wie ich diese Stunde liebe, wenn die Vögel von Wipfel zu Wipfel ihren Abendplausch halten und unter der feucht-grünen Erde das Raunen der Baumwurzeln hörbar wird. Ein Bäumchen sammelt das Restlicht in seinem goldgrünen Blattwerk.

Jetzt stehen alle Silhouetten schwarz gegen den Himmel. Der fast volle Mond treibt im Blau, mal zwischen schwarzen Zypressen oder Kiefern, mal über dem dunklen Weinreben-Feld, wo die Wurzelmännchen mucksmäuschenstill in ihren vergilbten Laubmänteln stehen und warten. Warten, dass das Frühjahr kommt und sich die jugendfrischen Säfte wieder regen.

Zwei Stromdrähte halfen mir, die Mondin für euch einzufangen. Sie ließ es sich gefallen, lächelte und schwamm weiter.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Mythologie, Natur, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 13 Kommentare

Bouzouki-Spieler (11): Die zerrissene und neu konstruierte Welt der Rembetika

Noch einmal habe ich den einheitlichen Raum durch Leerzonen zerschnitten. Diese Leerzonen bilden zusammen mit den ebenfalls aus dem Zusammenhang gerissenen dunkel gestrichelten Raumteilen einen imaginären Raum, in dem der Bouzouki-Spieler sitzt und spielt.

Bouzouki-Spieler (11), Tintenstift-Zeichnung, unbearbeitet, unbeschnitten. 2019-12-08

Die gestaltete Bildfläche ist quadratisch, der Rest ist unbeachtet, überschüssig:

Rembetika: was ist das für eine Musik? Es ist die Musik der Rembet!  Und was ist ein Rembet? Bei den Linken galten sie wenig bis nichts: Lumpenproletariat nannte man sie. Den Bürgerlichen waren sie natürlich auch nicht geheuer. Frei, ungebunden, aufsässig, Boέme, Rebell, Schmuggler, Haschischraucher, Gesetzlose … Dichter, Musiker – Francois Villon ist ihr westlicher Bruder. Oder im deutschen Sprachraum vielleicht auch Joachim Ringelnatz. Liebestoll, süß, frech, amoralisch und zutiefst nostalgisch – Unter-Welt-Klang.

Die Rembetes sind im städtischen Proletariat des Osmanischen Reichs zu Hause: in Konstantinopel (Istanbul), in Smyrna (Izmir). Die ersten Rembetika Tragoudia (Lieder) entstanden in osmanischen Gefängnissen. Mit der Vertreibung des kleinasiatischen Griechentums 1922 kamen sie nach Griechenland, hatten in den armen Wohngebieten der Flüchtlinge, vor allem in Piräus, ihre „stekia“, wo man sich traf und rauchte, erzählte, Musik machte. Inzwischen sind sie in „bürgerlichen“ genauso wie in „linken“ Kreisen beliebt, sie gelten als eine Art griechischer Volksmusik. Eine lebhafte eigenständige Tradition hat sich bei den in die Vereinigten Staaten ausgewanderten kleinasiatischen Griechen gebildet.

Dies Zerreißen des Hintergrunds, aus dem heraus diese Musik entstand und funktionierte, und die Neuzusammensetzung über alle Brüche hinweg, wollte ich in meiner Zeichnung betonen.

Eine mehrteilige Sendereihe des griechischen Fernsehens bringt charakteristische Beispiele aus den Anfängen der Rembetika. Leider alles auf Griechisch. Aber die Musik ist ja zum Glück verständlich.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Flüchtlinge, Katastrophe, Kunst, Leben, Meine Kunst, Musik, Serie "Mensch und Umwelt", Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 22 Kommentare

Bouzouki-Spieler (10). Spiel mit der Raum-Illusion

Das Thema „Bouzouki-Spieler“ beschäftigt mich weiter. Ich experimentiere mit dem Bildaufbau. Heute habe ich die beim Sehen normale Illusion eines kontinuierlichen Raums zerbrochen, indem ich aus dem „Allgewebe“ (danke, Gerhard!) Teile rausgeschnitten und weiß stehen lassen habe. Dabei ging ich recht zögerlich vor, so dass die weißen Streifen der sitzenden Figur getreulich folgen. Das muss natürlich nicht so bleiben…. Aber auch schon so ist, meine ich, die Zeichnung eine Herausforderung an die Sehgewohnheiten: auf welcher „Raum-Ebene“ befindet sich der Bouzoukispieler eigentlich?

Bouzouki-Spieler No. 10, 2019-12-08

Merkwürdigerweise wirken die weißen Streifen ganz anders als die übrigen frei gelassenen Flächen des Papiers. Niemand hat zB Probleme damit, diese „klassisch“ gezeichnete Figur sinnvoll zu ergänzen und zu verorten.

Bouzouki-Spieler No 7, 2019-12-06

Ganz anders bei der heutigen Figur. Da ist unsere Erwartung „Mensch im Raum“ gestört. Ein Hiatus ist eingeführt. Das irritiert.

Hier noch drei Bearbeitungen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Nun sagst du vielleicht : Quatsch, es fehlt einfach der Stuhl, drum weiß man nicht, wie und wo der Bouzouki-Spieler sich befindet. Diesen Einwand kann ich verstehen, und so zeichnete ich einen Stuhl ins Bild. Ein bisschen beruhigt sich das Sehen, aber der Hiatus bleibt.

Und dann füllte ich die weiß gelassenen Streifen, indem ich Linien und Dunkelheiten in etwa fortsetzte, wie sie in der Zeichnung „normalerweise“ auftreten würden. Obgleich der Raum stark verzerrt ist, scheint der Zusammenhang von Figur und Raum nun „normal“ zu funktionieren.

Noch nicht zufrieden? Der zerhackte Hintergrund stört dich?  Na schön, ich kann den Raum atmosphärisch verschwimmen lassen. Das ist für unser Mensch-im-Raum-Gefühl wohl am stimmigsten.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Kunst zum Sonntag, Leben, Meine Kunst, Methode, Musik, Serie "Mensch und Umwelt", Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 11 Kommentare

Bouzouki-Spieler 8 und 9 (2-Farb-Zeichnungen, Bearbeitungen)

Der Bouzouki-Spieler ist abgereist, aber die Bildidee ist geblieben. Ich habe gleich noch zwei weitere Zeichnungen samt Bearbeitungen nach Fotos gemacht. Wieder ging es mir darum, die Figur ins Raumgefüge so einzubauen, dass eine einheitliche Raum-Figur entstand.

In der ersten Zeichnung nutzte ich die Verzierungen der Bouzouki, die Zimmerpfanze und die Biegung des Schaukelstuhls, um die gradlinigen Raumlinien durch freie Elemente zu beleben und eine Verbindung zum Musiker – Spiel der Hände, Neigung des Kopfes, Bögen der Knie – zu schaffen.

Diese erste Zeichnung in 2 Bearbeitungen

In einem zweiten Schritt habe ich die Zeichnung mit blauem dickem Filzstift überarbeitet.

Dadurch setzte ich Akzente, die ich bei den Bearbeitungen nutzen konnte.

Die nächste Zeichnung zeigt die Figur in Rückenansicht in einem Raum. Das florale Muster des Teppichs und die gebogenen Leisten des Stuhls versetzen den Raum rund um den Musiker in eine kreisende Bewegung.  Ich zeichnete zuerst mit Kugelschreiber und Filzstift (1) und überging die Zeichnung dann noch mal mit schwarzem Tintenstift (2).

Wieder war ich gespannt darauf, wie sich die unterschiedlichen Zeichenmedien beim Bearbeiten auswirken würden. Zuerst die erste Fassung der Zeichnung bearbeitet:

Dann die zweite Fassung der Zeichnung bearbeitet:

 

Und zur Begleitung diesmal „Alte Rembetika vom Cafe Amman“: „ο χωρισμός σου είναι καιμός“ „Deine Abreise ist Kummer“.

Das Cafe Amman war ein beliebtes Cafe im Herzen von Istanbul und Treffpunkt griechischer und türkischer Musiker, Inbegriff der Nostalgie.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Serie "Mensch und Umwelt", Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 13 Kommentare

Bouzouki-Spieler (7): Abschied und Erinnerung

Nun ist er abgereist, mein Bouzouki-Spieler. Für eine halbe Zeichung reichte es gerade. Ich zeige noch mal die ganze Serie: zuerst die Originale, dann jeweils eine Bearbeitung.

Da es sich mit Musik leichter lebt: zur Begleitung ein Meister des Bouzouki mit anderen meisterhaften Musikern. Καλό ταξίδι υιέ μου!

Die sieben Originale…

… und je eine Bearbeitung.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Musik, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 19 Kommentare