Bouzouki-Spieler 8 und 9 (2-Farb-Zeichnungen, Bearbeitungen)

Der Bouzouki-Spieler ist abgereist, aber die Bildidee ist geblieben. Ich habe gleich noch zwei weitere Zeichnungen samt Bearbeitungen nach Fotos gemacht. Wieder ging es mir darum, die Figur ins Raumgefüge so einzubauen, dass eine einheitliche Raum-Figur entstand.

In der ersten Zeichnung nutzte ich die Verzierungen der Bouzouki, die Zimmerpfanze und die Biegung des Schaukelstuhls, um die gradlinigen Raumlinien durch freie Elemente zu beleben und eine Verbindung zum Musiker – Spiel der Hände, Neigung des Kopfes, Bögen der Knie – zu schaffen.

Diese erste Zeichnung in 2 Bearbeitungen

In einem zweiten Schritt habe ich die Zeichnung mit blauem dickem Filzstift überarbeitet.

Dadurch setzte ich Akzente, die ich bei den Bearbeitungen nutzen konnte.

Die nächste Zeichnung zeigt die Figur in Rückenansicht in einem Raum. Das florale Muster des Teppichs und die gebogenen Leisten des Stuhls versetzen den Raum rund um den Musiker in eine kreisende Bewegung.  Ich zeichnete zuerst mit Kugelschreiber und Filzstift (1) und überging die Zeichnung dann noch mal mit schwarzem Tintenstift (2).

Wieder war ich gespannt darauf, wie sich die unterschiedlichen Zeichenmedien beim Bearbeiten auswirken würden. Zuerst die erste Fassung der Zeichnung bearbeitet:

Dann die zweite Fassung der Zeichnung bearbeitet:

 

Und zur Begleitung diesmal „Alte Rembetika vom Cafe Amman“: „ο χωρισμός σου είναι καιμός“ „Deine Abreise ist Kummer“.

Das Cafe Amman war ein beliebtes Cafe im Herzen von Istanbul und Treffpunkt griechischer und türkischer Musiker, Inbegriff der Nostalgie.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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13 Antworten zu Bouzouki-Spieler 8 und 9 (2-Farb-Zeichnungen, Bearbeitungen)

  1. Ule Rolff schreibt:

    Die erste Zeichnung erfüllt deinen Anspruch, geometrische und organische Linien zu verflechten. Sie wirkt geschlossen und harmonisch. Aber nachdem du einige Linien verstärkt hast, tritt der Bogen des Schaukelstuhls sehr stark hervor und aus dem Bild heraus. Besonders in den letzten drei Bearbeitungen sehe ich da ganz unverbunden eine mächtige 9 im Vordergrund, deren Zusammenhang mit dem Ganzen mir fragwürdig wird.
    In der zweite Zeichnung kann ich das von dir im Text behauptete florale Teppichmuster überhaupt nicht erkennen, das ist schade, da du es als konstruktiv bedeutsam benennst.
    Ist dir aufgefallen, dass nach der Abreise deines Barden das Gesicht nun völlig im Schatten der Zeichnungen versunken ist?

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    • Ulli schreibt:

      Das verschattete Gesicht ist auch mir besonders ins Auge gesprungen …

      Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      dankeschön, liebe Ule. Das „florale Muster des Teppichs“ in der zweiten Zeichnung kann man, meine ich, eigentlich gar nicht übersehen, aber als solches vielleicht nicht erkennen. Ich beziehe mich auf die großen geschwungenen Linien im linken unteren Quartal der Zeichnung, die für mich mit den leichter geschwungenen Rückenlehnen der Stühle korrespondieren, so dass sich eine Art Wirbel oder Strudel bildet. Dieser Effekt wird (immer in meiner Wahrnehmung) durch die Anordnung der „Sekrechten“ verstärkt, die nicht wirklich senkrecht, sondern schräg sind, so als weite sich der Raum trichterförmig nach oben.
      Völlig im Dunklen liegt das Gesicht eigentlich nur auf der ersten Zeichnung.

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  2. wildgans schreibt:

    Weiter unten wirken die Bearbeitungen immer holzschnittartiger!
    Gruß von Sonja

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    • gkazakou schreibt:

      stimmt, Sonja. Ich finde, das passt zu dieser Musik. Die Musiker sitzen traditionell fast bewegungslos und „holzschnittartig“ auf der Bühne. Mich erinnert es an die gewisse Starre der byzantinischen Ikonen.

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  3. Deine Zeichnungen passen gut zur Musik.

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  4. TeggyTiggs schreibt:

    …obwohl ich die Klänge der Musik eher als hell empfinde, machen sie mich traurig, wie merkwürdig…von Deinen Zeichnungen gefällt mir die erste am besten, am unmittelbarsten…

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  5. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Deine Abreise ist Kummer … wie gut verstehe ich es, liebe Gerda,
    und höre und sehe es in Deinem gesamten feinen Beitrag!

    Gefällt 1 Person

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